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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-20 · Heft 2719 (20.9.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2719 (20.9.1926)
Date
1926-09-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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«UD Me«. MonkM Wsener Mvküettzerturrs so. September 1SS6 Nr. 8718 Sk Mttteliahkhundert. A»m FuEitttM -es Keren Kajemetl- Bon Dr. Fritz Loewenstein (Jerusalenl). Die zionistische Bewegung, so jung sic sich im allgemeinen noch fühlt und so sehr sie sich bewußt ist. daß der wichtigste Teil ihres Werkes noch vor ihr liegt» ist doch alt genug, um Jubiläen feiern zu können. Dreißig Jahre sind seit dem Er scheiwm von HerD Judenstaat vergangen, - das ja auch nur eine rmre Epoche der zionistische!, Bewegung aittleitete, deren Anfang noch Zweiter zurückzudatieren ist. Wir gedmkeu solcher Taten, wie ein Mann in seinen besten Jahren gern seiner Kind heit sich erinnert, wobei er aber durchaus empfindet, daß er noch sein Wkrk zu tun hat und daß Gegenwart und Zukunft ihn, wichtiger sind als die Vergangenheit. Gilt das von jeden! Jubiläum unserer Bewegung, so ncch vielmehr, wenn wir des 25. Geburtstages einer Institution gedenken, die in umfaffmder, von Jähtz zu Jahr sich verbreitender und vertiefender Ausbauerbeit begriffen ist. Der fünfte Kongreß von 1901 bedeutet ja in vieler Beziehung einen Markstein in der Geschichte des .Herzlichen Zionismus. Dieser Kongreß zeigte zum ersten Male eine organisierte Opposition, deren Reformwünsche auf theoretischem wie praktischem Gebiet inzwisch-en größtenteils zu unser aller geistigem Besitztum geworden sind; er zeitigte nicht ohne Zusammenhang mit jener Opposition die erste Aufrollung der Kultursrüge, das erste offizielle Eiudriligm Achad Haam scher Gedanken gange in den -rein politischen Zionismus und er zeitigte endlich in der Schaffung des Keren Kajemeth den ersten großen Tritt zur praktischen Verwirklichung des Zionismus, dem er ein Finanziustrmnent gab, das an den nütionalen Wmen des Volkes appellierte, dem er eine entscheidende Aufgabe in Palästina zuwies, nämlich den Bodenkauf, und dem er endlich einen sozial fortschrittlichen Stempel aufdrückte, indem er dem Gvbpachtgedankur statuierte. Wir sind gewohnt, die Epoche des Herrschen' Zionismus als die rein diplomatische zu charakterisieren, die je dm praktischen Arbeit in Palästina abhold ivar. Wie einseitig diese Darstellung ist, beweist vor allem die Gründung des Keren Kajemeth, jenes Fonds, den sein Urheber, Prof. Schapira, schon der Kattdwitzer Konferenz, der Chowewe Zion vorgeschlagen hatte und der nun nach dem Tobe seines geistigen Urhebers seine Verwirklichung gerade durch dm. politischen Zionismus erhielt, der wühl verstand, welches Machtinstrument hiermit dem um die Wiedereroibernng seiner nationalen Heimat ringenden jüdischen Volle gegeben wurde. Herzl wer gegen die Infiltration, gegen die heimliche,! gegen das bestehende türkische Gesetz verstoßende Einwanderung, weil sie seinem Juhdnstolz zuwiderlief; aber er war nicht gegen praktische Palästinaarbeit, die uptsr den damaligen Bedingungen geschehen konnte. Und so begann 1901 der Keren Kajemeth seinen Weg oder, wie man ohne Uebertreibu.ng sagen kann, der Zionismus begann mit feiner praktischen Arbeit. Das jüdische Volk, das in der Geschichte der Galuth verlernt hatte, eigene Politik zu führen,' hatte auch ein anderes verleimt; Opfer an Geld und Gut für seine Befreiung zu bringen. Was man kannte, war Schnorrerei für unzählige philanthropische Zwecke, der Ge-danke, für einen Fonds zu spenden, der nicht Notleidenden augenblickliche Hilfe 'bringen wollte, sondern das Gebot der Geulath Haarez in dieser Welt durchführen wollte, war wahrhaft revolutionär. Sv war der Keren Kajemeth der nationale Erzieher des Volkes» der es an den Begriff des nationalen Opfers erst gewöhnte und ohne dessen Vorarbeit niemals her Keren Hajessod seine beträchtlichen materiellen Opfer vom einzelnen hätte verlangen können. Wie. der Keren Kajemeth das Volk zum Gedanken der nationalen Selbsthilfe erst erzog, so war er für die zionistische Organisation -die hohe Schute der Propaganda. Erst dort lernten wir mit dem einfachen Juden zu reden, das in jedem lebende Gefühl für Erez Israel zu erwecken und nutzbar zu machen. Erst dort betraten wir jenen dornenvollen Weg, der -ie Verwirklichung eiües hohen Ideals kn einer verständnislosen nnd widerstrebenden Welt mit den kleinsten und unscheinbarsten Mitteln bedeutet. Wenn Propaganda, Gewinnung de-r Massen, Erziehung zur Opferbereitschaft, Finanzierung des Aufbau-Werkes heute für uns Realitäten sind, mit denen wir aus Grund wirklicher Erfahrungen operieren können, so ist es eine Folge der unermüdlichen Kleinarbeit Zehn tausender von Zionisten für -unseren Bodenfonds. Es soll Hier nicht im einzelnen den Methoden nachgegüneen werden, wie der Keren Kajemetih feine Sammelmethoden entwickelte, wie er in friedlicher Abgrenzung des Arbeitsgebietes gegenüber dem Keren Hajessod nach dem Kriege feine Ideologie ausarbeitete. Es gibt keine Statistik der Sanimelergebnifle aus den ersten Jahren; bekannt -ist nur, daß von 1901 bis 1904 immerhin 40.000 Pfund Sterling gesammelt wurden. Bergleichen wir damit die 350.000 Pfund Sterling des Jahres 1935, so sehen wir den Fortschritt. Es ist überflüssig, zu betonen, daß dieser Fortschritt uns unbefriedigt -läßt, daß wir erst am Anfang des Werkes stehen. Als der Krieg ausbrach, besaß der .Keren Kajemeth 20.000 Dunam in Palästina, das Heißt also etwa die Hälfte des Komplexes, den wir im östlichen Teil des Emek, auf den sogenannten Nuris-Vöden, Heute besitzen. Heute gehören 300.000 Tunam dem Wischen Volk als unveräußerliches Eigentum und der gesamte jüdische Bodenbesitz hat etwa eine Million Dunam erreicht. Während in Judäa in Galiläa großenteils alter jüdischer Bodenbesitz vorherrscht, der aus den Mitteln des Barons Rothschild oder der Jca gekauft wurde, hat der Keren Kajemeth sich vor allem das entscheidende Verdienst erworben, die Ebene Iesreel in jüdischen Besitz überzusühren. Gehört auch nicht der gesäurte jüdische Bodenbesitz des Merk unserem ngtionalW Fonds, so sich doch die entscheidenden Bodeustücke in seinem Besitz: anfangend von den NmisböSen im Osten, über Merchawiah und die kleinen Kwnzoth im Südens von Nazareth zu deck großen sich um Nahalal gruppierenden» teilweise noch gar nicht kolonisierten Besitz und von dort ans zu den chassidischen Siedlungen und Iadjür bis zu den Tjidroböden, an denen der Keren Kajemeth einen entscheidenden Atttktl hctt. Unzertrennlich vereinigt -er Kerstt Kajemeth in sich den nationalen Gedanken der Bodencrlöfung und den Ge dünken, daß nur die Gesamtheit .Herr des wichtigsten Produktionsmittel sein darf, des Bodens, nicht der einzelne. Es war das Werk des Keren Kajemeth, das er heute in Gemeinschaft mit denr Keren Hajessod fortseht, daß die mit den nationalen Fonds geführte Kolonisation ans denr unverbrüchlichen Prinzip der Selbsterbeit ausgcbaut wurde, daß der arabische Arbeitskraft ausbcnteiide Plan tagen besitz er aus unseren Böden eine unbekannte Erscheinung ist, daß der-.Weg. freigemacht wurde für die soziale Initiative unserer Arbeiterschaft, die auf den Böden des Keren Kajemeth die ersten Kwuzoth begründete auf seinenDBoden die Moschawiin erbaute und den Gedanbm der großen Kwnzah verwirklichte. Die großen Gedanken der Gründn-ngszeit sind im Keren Kajemeth lebendig geblieben. Es würde dem Charakter der Zionistischen Bewegung schlecht entsprechen, wenn wir in einem solchen Rückblick nicht zugleich des uns vor uns liegenden Weges gedenken würden Wer die vom Heren Kajemeth herausgegebene Karte von Palästina betrachtet, auf der der jüdische Bodenbesitz rot bezeichnet ist, sieht deutlich vor Augen, wie tvenig wir noch in Palästina bedeutet. Nur das Emek ist fast eine zusammenhängende rote Fläche. Sonst haben wir in Judäa, in Unter und Obergüliläa und in Schomrom kleinere oder größere Parzellen. Die Erlösung des Bodens von Erez Israel steht e-rst in ihren Anfängen: nur etwa ein Dreißigstel der gesamten Bodenfläche, nur etwa ein Zehntel der oebauten Bodenfläche ist in jüdischem Besitz und'von diesem jüdischen Besitz ist nur ein Fünftel Eigentum des Keom Kajemeth. Die Ausgabe des nächsten Viorteljahrhunderts ist gewaltig; noch größer als die hinter uns liegende erste Periode der Keren Kajemeth-Arbeit. Herbert Samuel Über bas Nationalhelm. Eine Rede in München. K. München, 19. September. Vor einem größeren Kreis Geladener hat heute Heribert Samuel über-Palästina gesprochen. An der Veranstaltung nähmen außer den zioniisti schen Kreisen auch Vertreter antizioniWscher Organisationen, so unter anderen des Zentralvereins, statt. Auch die Kultus gemeinde München hatte die Einladung unterfertigt. Sir Herbert hielt sich im Rahmen seiner kürzlich in Nürnberg gemachten- Aeußevungen und schloß mit den Worten: „Wenn ich in Palästina nur h o s s n u -n gsvoll war, so bin ich jetzt davon überzeugt, daß das jüdische Nationalheim verwirklicht werden wird." Herbert Samuel wird im Oktober nur kurze Zeit in London verweilen. Den Rest des Jahres wird er in Italien verbringen, wo er ein wissenschaftliches Buch fertigst ellen will. Sine Rede Sir Alfred Monds. Montreal, 17. September. (I. T. A.) Zu Ehren des hier weilenden Handelsministers und Mitgliedes des britischen Unterhauses, Sir Alfred Mond, gab die Zionistische Organisation Kanadas ein Festessen, dem führende jüdische und nichtjüdische Persönlichkeiten Kanadas beiwohnten. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete eine Ansprache Sir Alfred Monds über den jüdischen Aufbau in Palästina, seine Erfolge und Aussichten für die Zukunft. Seine Ausführungen gipfelten in dem Satz, daß Palästina als Folge der jüdischen Arbeit in diesem Lande zu einem zweiten Kanada wird. Als Geschäftsmann, fuhr er fort, kann ich versichern, daß Palästina eine gute Geschäftsanlage darstellt. Bei meinem letzten Besuch war ich von der rapiden Entwicklung überrascht. Ich fand den Boden fruchtbar, das Klima sehr günstig, die landwirtschaftliche Industrie prosperierend und, was die Hauptsache ist, das jüdische Volk bei der Arbeit. Sir Alfred Mond kam auch auf die bevorstehende Unterhausbill betreffend die Anleihe für Palästina zu sprechen und sagte, der Hafen, der in Haifa gebaut werden wird, werde, ebensowie ganz Palästina, eine Handels st rategische Bedeutung für den Osten haben. In Palästina sind ähnliche wirtschaftliche Bedingungen 'wie in Kanada vorhanden, und ebenst, wie Kanada kann Palästina eine unäbschätzbare Bedeutung für das britische Reich erlangen. 3m „Aasgabe des Wische« Technikers in PalMaa". Von der Paleftine Silicme Company Lld. in Tel-Awiw erhalten wir folgende Zuschrift: In Ihrer Nummer vom 16. August d. I.-, Nr. 3687, stoßen wir ans einen Artikel des Herrn Alexander Ledy zur „Aufgabe des jüdischen Technikers in Palästina". Ohne zu dem Ton und Inhalt dieses Artikels im ganzen Stellung zu nehmen, möchten wir hiermit einige Berichtigungen veröffentlichen, die speziell die vom Verfasser berührte Frage -der Kalksandsteinziegel und der sie produzierenden Ziegelei (der Paleftine Silicate Co. Ltd.) betreffen: Wohl-bekannt ist jedem in Tsl-Awiw und in ganz Palästina, daß die ganze neue jüdische Stadt Tel-Äw'iw par exeellenee aus KaMsandsteinziegeln erbaut ist. Im Laust von vier Jahren der Existen; der h'esigen Silicatfabrik sind über 30 Millionen Ziegel nur für Gebäude in Tel-Awiw geliefert worden, und zwar gerade für die größten (also Ivei- und dreistöckigen) Gebäude. Turch alle bedeutenden hiesigen Ingenieure und Architekten werden die Silicatqiegle jedem anderen Baumaterial vorgezöPN, und zwar aus dem einfachen Grunde, va das Arbeiten mit öenlseDen nicht nur begUemtt ist, sondern auch weil der Silicatziegel 3 bis 5 mal so fest ist, im Vergleich m-t dem Zementziegel. Letzterer weist eine Druckfestigkeit von 35 bis 40 Kilogamm pro Quaöral- ZentiMter auf, -er Silieatziegel 120 bis 150 Kilogramm pro Quabratzentimeter. Ein Faktum, das mehrinals durch offizielle Prüfungen bestätigt wnvde; unter solchen Bedingungen wäre es kein Wunder, wenn der Silicatziegel teurer wäre als der Zementgiegel, de facto ist es aber wohlbekannt, daß gerade zu der Zeit, als wegen der fieberhaften Bautätigkeit und eines in der Silieatziegclsabrik ausgcbrochenen Streiks die Produktion der Fabrik sich als unausreichcnd erwies, der Zemcntziegel teurer war als der Silieatziegel. Die Behauptung Über die .MvcrMchichkeit des Fabrikstocks", überlassen wr vollkommen der Verantwortung des Verfassers des Artikels, da sie für uns eine rein interne Frage ist. Re knthüllimg des LuegerHenImals in Wie». Gestern vormittags wurde in Anwesenheit von Vertretern der Regierung Md der Behörden, der Stadt Wien, der Spitzen der chrMichsoyialen Partei und ihrer Bvuderparteien aus Deutschland und der Tschechoslowakei das Denkmal des Wiener Bürgermeisters Lueger enthüllt. Die Fsstre.de hielt der Obmann der christlichsozialen Partei Abg. Kunschok. Daraus fiel die Hülle und im Namen der Stadt Wien nahm Bürgermeister Seitz das Denlkmal in die Obhut der Gemeinde. Er hielt dabei sine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß Lueger den ersten Schritt zur Demokratisierung der Gemeindeverwaltung und des öffentlichen Lebens getan habe. Auch als Eideshelfer für die Sozialis ierungspolitik nahm der Bürger- Meister soinen Vorgänger in Anspruch. Zum Schluß war auch eine Ansprache des früherem Bundeskanzlers Dr. Seipel zu hören. Es 'begann sodann eine Defilierung der Feftgäste vor dem Denkmal, die eine Art Heerschau der christlichsozialen Partei war. Der Zng dauerte mehr als dreieinhalb Stunden; die Zahl der Teilnehmer betrug weit über 10 0.000. Eine große Menschenmenge umsäumte die Straßen, sah von Dächern, Fenstern und Ballonen dem mit Fahnen, Mulsiik, - Frontikämpserschriti und Tracht envermummnmg durchzogenen Schauspiel zu. lieber das Denkmall, eine Arbeit. des Bildhauers Joses Müll ne r, ist nicht gerade das beste zu sagen. Die imposante Höhe Wird vor allem durch gezwungene Haltung des Dargestellten gedrückt, eine Haltung, die der Art Luegers gang und gar nicht entspricht. Man hat den Eindruck, als Müsst der Mann, der auf dem hohen Postament steht, joden Augenblick müde nach einem Stuhl greifen, um sich zu sttzm. Reichlich geschmackloser allegorischer. Figurenzierat macht das ganze noch unharmonischer. Die Wiener GfchnasbNdhauerei der letzten 35 Jahre ist um ein überdimensionales Stück vermehrt. Lueger hätte weiß Gott ein ausdrucksvolleres Denkmal verdient. Las Milche Auto. Samstag wurde der achtjährige Volksschüler Johann Koppler, als er, ein Fahrrad vor sich herschiebend, durch die Dresdnerstraße ging, von einem vom Installateur Norbert F r ö m m e l gelenkten Privatauto niedergestoßen und war aus der Stelle tot. Nach den Aussagen der Zeugen trisst den Autolenker keine Schuld. Die Mutter des Knaben wollte sich aus Verzweiflung über den Tod ihres Knaben in den Donaukanal stürzen, konnte jedoch daran gehindert werden. Gestern früh brachte ein Auto die 17jährige Hausgehilfin Mizzi Hart mann, die mehrfache Quetschungen am ganzen Körper aufwies, in die Mariahilfer Filiale der Rettungsgesellschaft. Während man sich um die Verletzte bemühte, die von dem Auto vor ihrem Wohnhaus niedergestoßen worden war, fuhr das Auto davon. Es soll das Kennzeichen A 5 377 tragen. Die polizeiliche Untersuchung wurde eingeleitet, die Verletzte ins Spital gebracht. Der Mensch ohne Schlaf. Aus Paris' kommt die Nachricht von einer Msamen Enibechnrg, die ein dort lebender englijcher Gelehrter vor einiger Zeit gemacht haben soll. Dieser EnMnder, er hrißt Dr. Harris, stellt ich die nicht leichte Aufgabe, der Menschheit den Schlaf ab zu gewöhnen. Er ist von der Uebegzeugung durchdrungen, daß es ganz und gar unnütz sei, rund ein Drittel >des Lebens schlafend zu verbringen, man könnte die Stunden, die man aus diese überflüssige Tätigkeit, richtiger Untätigkeit, vergeudet, viel nützlicher verwenden. . Harris hat ein chemisches Mittel hergestM, dem seiner Angabe nach die Zauberkraft innewohnt, aus dem menschlichen Organismen, die während der Tagesarbeit dort aufgchäuften pMologifchen Produkte der Ermüdung zu entfernen. Der Forscher st der Ansicht, daß die Müdigkeit durch gewisse giftige S ub« 'tanzen hervorgerusen werde. Diese Substanzen machen dann den Schlaf notwendig, in dem sie das Individuum gewissermaßen narkotisieren. .Während des Schlafes werden dann die aufgchäusten, Müdigkeit bewirkenden Substanzen aus dem Organismus automatisch ausgeschaltet. Gelingt es, diese Ausscheidung der fraglichen Stoffe durch künstliche Mittel zu bMrken, so würde der Schlaf nicht nur überflüssig, sondern auch etwas ganz und gar Unverständliches werden. Harris versichert, daß er das Mittel bereits in seinem Besitz habe. Die chemische Zusammensetzung dieses Wunderpräparates habe er der natumissenschaftlichen Sektion der sranMschen Akademie der Wsstnschasien mitgeterlt.

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