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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-19 · Heft 2718 (19.9.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2718 (19.9.1926)
Date
1926-09-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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jpojcttt *5 niosyTI W > e n '-um ADholen in riet Expedition, 11., Taboisti. 1-3, odet in einet Verschleisstelle HTraflk monatl. o Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, l„ Wonzeile 11 Mit Postversand iüt Wien und Oesterreich monatlich o Schilling 1 schecho-Slowaket Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Naehsatilangen bei ireii» e «hoi» * t> Vorbehalten Wiener PIE FEI HANSTALT 1 England; Mon. 4bcnnunv Italien: Monatl. 20 Lire Rn ninten Mon. 170 Lei Bai garl en - Mon.tOOLew* Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. i Redaktion, Administration. Wien» II. Taboritr. 1 Telephone: 44-0^8. 43-3-1^ Ab 6 Uhr . 21-102, 25-2-82 IX., Universitltsstrasse 6-8 (D< uckerei lg. Steinmann Oesterreichisches Postspaikassen - F'nntr Mi >50 aa Vtt. 2718 ~uteu, anntflg, 19. Semem»« 182b 8. liatirgauft Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesehteS e gekennzeichnet. SIE wollen Ihre Wäsche sauber haben sollen Ihre Wäsche schonen müssen daher waschen lassen bei der FEINWASCHANSTALT BIANCA XUL, LINZERSTRASSE 299 TELEPHON 81-3-21 WIR holen und stellen Jedes Quantum Wäsche kosten os zu waschen llne Wäsche ganz separat, schonend und blütenweiß nalten Ihre Wäsche gegen jedes Risiko vollversichert 156 Am besten sind doch die || Leschka-hute VII., Kaiserstrasse 123 WIEN IX., Alserstrasse Nr. 6 f FUSSCHNERZEN Kostenlose Beraiuug durch diplomierte Fuß.spezialisten Scnuhcinlagen lür gesunde und. leidende Füße gegen Ermüdung, Senk- und Hlattfuße usw unter Garantie in 'rdem Schuh tragbar. verdickte üelenke, poiös. extradünn. Ferner gut Lei6s52Bff8fiSfi©n zu Schwangerschaft, Hängebauch, passende ’s* ■ w ■■ Nabe brucll> Magensenkung,- Entfettiitig, Hültenformer (Schlüpfer),- Bhsenhaiter: Brudnändei, mit — und ohne Feder. 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H ERRENSTO FFE I; Baoemittarkt ,21 (dta.vad .FUischmarkt, AILVERKAUFzuENGRQSPREISEN Denfif/ore tarumai isuae Zahnpasta], I n Gläsern S 2.60 und Tuben 2.40, robetubc- L —.90 zeichne sich >r anderen Z u upasten I dadmeh aus,daß siedle I Zähne in kurzer Zeit blendend w iß reinig’ und garantier, unschdd ich ist. Uabei ha TwerdysDe tii oie einen nöcnst angenehmen erfrische den ueschmack. — Ueberall erhältlich 144 Apolhake „rum goldenen Hirschen“ des igeg W. Wien, 8. Kohiwarkt Nr. HW.il««« M. Paris, 18. September. Gestern fand die zweite Besprechung zwischen B r i a n d und Stresemann statt; sie erfolgte auf französischem Boden, in dem zwei Stunden von Genf entfernten kleinen Ort Thorry und dauerte Nicht weniger als f ü n f S t u nd e n. Ueber die Unterredung, die streng geheim gehalten worden war, wurde folgendes, von den beiden Ministern vereinbartes Communique ausgegeben: Der deutsche Reichsautzenminister Dr. Stresemann und der französische Außenminister Briand trafen sich zum Frühstück in Th'oiry. Sie hatten dort eine mehrstündige Unterhaltung, die in herzlichster Weise verlief. Im Verlaufe dieser Unterredung prüften sie der Reihe nach alle ihre beiden Länder interessierenden Fragen und suchten gemeinsam nach den geeignetsten Mitteln, um die Lösung dieser Fragen im deutschen und im französischen S i n n e und im Geiste der von ihnen Unterzeichneten Vereinbarungen sicherzustellen. Die beiden Minister brachten ihre Auffassung über eine Gesamtlösung der Fragen i n E i n k l a n g, wobei sich jeder von ihnen vorbehielt, seiner Regierung darüber Bericht zu erstatten. Wenn ihre Auffassung von ihren beiderseitigen Regierungen gebilligt wird, werden sie ihre Zusammenarbeit wieder auf nehmen, um zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen. Briand,. der heute aus Genf nach Paris zurückgekehrt ist, wird bereits JÖüf n s t.a a dem M i n i st e r r a t über seine MtMHW^s^rsslleütschen Außenminister Bericht erstatten/ Die . Besprechung beider Staatsmänner wird als bedeutsam angesehen; es wird vermutet, daß die Grundzüge zu einem deutsch-französischen Abkommen entworfen wurden, das durch eine für beide Teile erträgliche Interpretation des Friedens von Versailles die Folgen des Weltkrieges, unter denen beide Länder schwer leiden, allmählich liquidieren soll. Den privaten wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen Frankreich und Deutschland (Kalia b k o mm e n, Verhandlungen über gemeinsame Eise nu n d K o h l e n v e r t r ä g e) soll ein staatspolitisches Abkommen über eine gemeinwirtschaftliche Zusammenarbeit folgen, wenn die Regierungen und die Parlamente der beiden Länder die Methoden billigen, die ihre Außenminister gemeinsam erörtert haben. Briand, der heute die Vertreter der Presse empfing, erklärte, er könne über seine Besprechungen mit Dr. Stresemann vor der Berichterstattung im Ministerrat keine Einzelheiten mitteilen. Indessen kann ich schon jetzt, sagte Briand, angeben, was unter anderem für mein Vorgehen maßgebend gewesen ist: Ich bin während des Krieges Ministerpräsident gewesen. Ich weiß, was ein europäischer Konflikt an Leiden mit sich bringt und bin unbedingt und tief innerlich entschlossen, alles zu tun, um -'t dem Kriege aufzuraumen Dev italienisch-rumänische Vertrag. Rom, 18. September. Der fünf. Jahre gültige Vertrag zwischen Italien und Rumänien, den Mussolini und Averescu unterzeichnet haben, bringt einleitend zum Ausdruck, daß er im Rahmen des Völkerbundpcrktes und analog den Locarnoverträgen abgeschlossen sei, und sieht gegenseitige U n t e r st ü tz u n g, ein Einvernehmen über gemeinsame Maßnahmen im Falle internationaler Verwicklungen sowie gegenseitige politische und diplomatische Hilfe im Falle, als einer der beiden Staaten angegriffen werden sollte, vor. Bei Streitfällen ist ein Schiedsgericht vorgesehen. Dem Pakt ist ein Protokoll angeschlossen, in dem die Ernennung einer gemischten Kommission festgesetzt wird, die mit der Prüfung praktischer Mittel beauftragt wird, die wirtschaftlichen Bande zwischen Italien und Rumänien noch fester zu knüpfen. Das Buch der Zeit erscheint In unserer heutigen Ausgabe wieder und wird von nun ab eine regelmäßige Wochenrubrik der „Wiener Morgenzeitung“ bilden. Die internationale Entscheidung über den Anfall Bessarabiens an Rumänien. v" ^nntlich von Italien bisher nicht ratifiziert wurde, ist im Vertag nicht erwähnt. Ein jugoslawisch-französischer Defensivvertrag? Rom, 17. September. Die faszistische Presse bringt aus Belgrad die Nachricht, daß König Alexander in Paris mit dem von der Völkerbundtagung kommenden Dr. N i n c i e zusammentresfen soll. Anknüpfend daran läßt sich die Presse aus Belgrad melden, daß die Anwesenheit des Königs Alexander und des jugoslawischen Außenministers in Paris von großer Tragweite sein werde, da der französisch-jugoslawische Defensivvertrag zum Abschluß gelangen soll. Unterzeichnung des polnisch-siidslawischen Vertrages. Genf, 18. September. Der südslawisch-polnische Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag ist heute vom südslawischen Außenminister Dr. Nineie und dem Polnischen Außenminister Zalrski im Sekretariat der polnischen Delegation unterzeichnet worden. Der Vertrag soll beim Völkerbund registriert und veröffentlick^ werden. . . Italiens Mittelrneerbxpansion. MDid^^7.-SePternbeVr Dieser Tage wurde der spanischen und italienischen Regierung ein neues Mittelmeerabkommen unterzeichnet. Italien verpflichtet sichdie Ansprüche S P a n i e n s a u f Tanger vollinhaltlich zu u n t e r st ü tz e n. AlH Gegenleistung erhält Italien wichtige Zugeständnisse in Mittelmeerfragen, die geeignet sind, den. gegenwärtigen Mittelmeerstatus in Frage zu stellen. Die spanische Regierung hat eine neue Note gleichzeitig in London und Paris über die Tangerfrage überreichen lassen. In dieser Note verzichtet Spanien auf die Forderung, daß Tanger in die spanische Marokkozone einverleibt werde, und macht den Vorschlag, daß diplomatische Unterhaltungen zwischen Spanien, England und^ Frankreich geführt würden, mit dem Zweck, Italien mitverantwortlich zu machen für die Regierung von Tanger, und zwar aus Grund eines neuen Statuts, das auf einer Konferenz der Mächte, die den Vertrag von Algeciras unterzeichnet haben, aufzusetzen wäre. - Ermordung eines am«UanWc:r Siaalsbürgers in Mexiko. Der Ermordete ei« Judc K. New-Iort, 17. September. Aus Mexiko ist die Meldung eingelangt, daß der amerikanische Staatsbürger Jakob Rosenthal, ein Jude, der von Banditen entführt worden war, um ein Lüsegeld zu erpressen, ermordet wurde, da die Erpressungsversuche seiner Entführer erfolglos blieben. Die Nachricht von der Ermordung Rofenthals hat große E r r e g u n g hevvorgerufen; denn es ist der erste Fall!, daß ein amerikanischer Staatsbürger in Mexiko ermordet wurde. Bisher ist noch keine Protestnote nach Mexiko abgegangen. Der amerikanische Geschäftsträger ist jedoch beauftragt, die mexikanische Regierung Calles anzuweisen, daß sie mit aller Energie für die Bestrasung der Schuldigen sorge. Der Fall Rvfenthal gibt den Gegnern der nachgiebigen Politik Coolidges gegen die mexikanische Regierung in der Frage des Kirchenkonflikts und der Land- und Oelgesetzgebung Gelegenheit, gegen Coolidge Sturm zu laufen. Der Schwiegersohn des Ermordeten hat einen von der Hand der Banditen geschriebenen Brief erhalten, in dem sie das Lösegeld fordern und auf den der ermordete Rvfenthal selbst in englischer Sprache einige Zeilen geschrieben hat. ^er frühere Präsident von Mexiko ermordet? New-Aork, 18. September. Nach einer Meldung aus Mexiko ist General O b r e g o n, der frühere Präsident von Mexiko, ermordet worden, als er in seine Wohnung in Navyjya im Staate Sonora zurückgekohrt - war, nachdem ihn die Daquiindiauer, die ihn auf der Reise festnahmen, i'iber I Einschreiten der Regierung freigelassen hatten.

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