Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2716 (16.9.1926)
- Date
- 1926-09-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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l ®cH« i Wien, Donnerstag «Steirer Morsenzeikrms IS. Geptemder 1VS6 «r. S71ß Hakoahs Amerikareise und ihre Folgen. vom Sine ßrMruug der Haioahleitung. Tie Klubleitung der Hakoah versendet folgendes Präsidenten Dr. Körner gezeichnetes Cominumque: In den letzten Tagen hat sich die gesamte Presse w.ederholt mit unserer A m e r i k a r e i s e und den F o lg e n, welche sie für den Sportklub Hakoah gezeitigt hat, beschäftigt. Wir wollen deshalb unseren Standpunkt zur Reife und ihren Nachwirkungen präzisieren. Tie Reise hat für den gesamten Fußballsport ungeheuren propagandistischen Wert gehabt, was am besten aus den Aeußerungen der führenden Männer des Amerikanischen Soccer Fußballes hervorgeht, die sich erst jüngst wieder in einem an den Bundeskapitän Meisl gerichteten ausführlichen Schreiben darüber ausgesprochen haben. Auch Mr. R i m e t, der Präsident des F. I. F. A., hat, anläßlich seiner Anwesenheit in Wien, dem Präsidenten der Hakoah in wärmster Weise für die Werbetätigkeit, welche die Hakoah in Amerika für den Assoziations-Fußball geleistet hat, gedankt. Inwieweit man der Propaganda für den jüdischen Sport durch die Reise gerecht wurde, geht wohl am besten aus der Auffassung des Präsidenten der Zionistischen Organisation in Amerika, Mr. Louis L i p s k y, hervor, der den politisch erzieherischen Wert dieser überaus eindrucksvollen nationalen D e m o n st r a t i o n der Zionistischen Exekutive in London zur Kenntnis brachte. Wenn auch ' die materiellen Erfolge diesem sportlichen und politischen Erfolg weit nachstehen, so wurde dies von der Leitung des Vereines, mit Rücksicht auf seine T e nd e n z e n, niemals bedauert, um so weniger, als diese materielle Einbuße auf Grund der bereits wieder vorliegenden Einladungen nach Amerika zu einem späteren Zeitpunkt eingebracht werden kann. Eine natürliche Erscheinung, die wir vom ersten Augenblick an, wo wir die amerikanischen Verhältnisse kennen lernten, erwartet haben, ist bie Abwanderung der Spieler. Die Spieler, deren Verhältnis zur Leitung immer das denkbar beste war, was man am treffendsten aus allen Briefen, die von den Abgewanderten in Wien eintresfen, ersehen kann, haben sich einzig und allein von der tristen wirtschaftlichen Lage in unserem Lande leiten lasten, um sich nach Amerika zu begeben, wo sie in die Situation versetzt werden, nicht nur ein gutes Auskommen zu finden, sondern sich auch in kürzester Zeit bedeutende Ersparnisse zu machen. Es ist. vollkommen falsch, diese Handlungsweise der Spieler, die für uns vom Klubstandpunkt wohl sehr schmerzlich ist, mit ihrer Gesinnung zu verquicken; denn sie haben in all den Jahren, in denen sie für unsere Farben tätig waren, den besten Beweis für ihre Hingabe und Aufopferung für den Gedanken des Klubs erbracht. Es wäre vollkommen unrichtig, einen Spieler herauszugreifen und ihn für die Abwanderung seiner Kameraden verantwortlich zu machen, denn alle haben als reife Leute nach gewissenhafter Beratung mit den maßgebenden Personen sich zur Abwanderung entschlossen. Bis auf einen einzigen haben sämtliche Spieler den Klub über ihre Absichten n i e m a l s i m Unklaren gelassen. (Gemeint ist Häusler. — Anm. der Red.) Der Sportklub Hakoah, der den Titel eines der größten Allround-Sportvereine beanspruchen kann, bleibt selbstverständlich durch die Abwanderung eines Großteiles seiner ersten Mannschaft in seinem Gefüge vollkommen unerschüttert. Nicht nur daß die blühenden zehn übrigen Sektionen des. Vereines die sichere Gewähr für die würdige Vertretung der Klubfarben für. die Zukunft bieten, auch die F n ß b a l l s e k t i o n ist in der Lage, aus dem großen Reservoir des eigenen Nachwuchses den Betrieb ohne Neuerwerbungen im vollen Umfange aufrecht zu erhalten und eine der Tradition dieser ältesten Sektion des Vereines entsprechende Rolle zu spielen. Fritz Pereles gestorben. Die Grazer Hakoah hat einen schweren Verlust erlitten. Ihr Mitglied Fritz Pereles ist, 29 Jahre alt, auf einer Geschäftsreise durch einen Autonn fall tödlich verunglückt. Der Verstorbene hat sich für die zionistische Jugendbewegung in Graz in aufopferndster Weise eingesetzt. Als langjähriges Ansschußmitglicd des jüdischen Vereines hat er der Hakoah große Dienste geleistet. Er war auch Mitglied der zionistischen Kulturratsfraftion von Graz. Dem Toten gab eine große Menschenmenge das Geleite. Außer .dem jüdischen Publikum war auch die gesamte. Grazer Sportwelt, darunter das Präsidium des Allgemeinen Steirischen Fußballverbandes, vertreten. Im Namen der Zionisten sprach Herr Karl Schwarz. Für die.Hakoah hielt Herr Dr. Otto Spiegel den Nachruf. Ein vom jüdischen Gesangverein vorgetragenes Tranerlied schloß die Totenfeier ab.. Kowanda — Trainer der Grazer Hakoah. Der bekannte österreichische Internationale Hans Kowanda, bekannt noch von seiner Wiener Tätigkeit her, wurde von der Grazer Hakoah als Trainer aller Fußballmannschaften gewonnen. Kowanda, der gegenwärtig beim Grazer A. K. tätig ist, hofft aus dem guten Material des Grazer jüdischen Verwes eure spielstarke Mannschaft heranznziehen. Das ungarische Team. Die ungarische Auswahlmannschaft, die Sonntag den Länderkampf gegen Oesterreich bestreitet, lautet: Weinhardt, Vogl 2, Vogl 3, Borsänyi, Weber, Rebro, Braun, Meszaros, Holczhauer, Tritz, Kohout. Ersatz: Ber.^da, Bukovy, Jeszmas. Die Sektion 4 un$ 5 der Hakoah ilbersiedelt in das Cafe Dobuer am Getreidemarkt. Der Inhaber, Cafetier Medak, ein warmer Förderer jüdischer Interessen, stellt der Sektion hiezu sein neu renoviertes Sonterrainlokal zur Verfügung, das am 25. d. bezogen werden wird. __ Fechte». Sportfechten für Damen und Herren an der Wiener Urania. Die Leitung der Volkshochschulknrse der Wiener Urania kündigt in ihren Plakaten für die diesjährige Saison auch die Veranstaltung von Kursen im modernen Sportfechten mit dem Florett für Damen und Herren unter der Leitung des bekannten diplomierten Fechtmeisters Josef Bartunek an. 1 LeiÄtaAet«. Oe. Peltzer lehnt 50.000 Dollar ab. Eine amerikanische Filmgesellschaft war bereit, Peltzer ei» Handgeld von 10.000 Dollar hinzulegen und ihm ein Jahresein« /ommen bis zu 50.000 Dollar zu bieten, aber er lehnte ab. „Wenn ich wüßte, daß ich 1928 für Deutschland nicht siegen werde, ja dann . . ., aber so, wissen Sie, wenn man auch nie mehr im Leben auch nur einen Bruchteil solcher Summen beisammen sehen wird . . ., es wäre Verrat, Vaterlandsverr.it." Wenn er nicht mehr Wettläufer fein wird, will er, wenn es geht, eine,Dozentu r an einer Hochschule für Leibesübungen anstceben. Wie er läuft, so lebt Peltzer auch. Kein Schema, kein Stundenplan, kein Programm. Er ißt heute um 12, morgen um 2 Uhr zu Mittag, steht, wenn es geht, heute um 8, morgen um 0 und übermorgen um .10 Uhr auf usw. Regelmäßigkeit liegt ihm nicht, es. muß alles von innen kommen. Diese Eigenschaft erklärt auch sein Fehlstart am Sonnabend. „Am Start muß ich mich konzentrieren können, ganz in mich und zu mir kommen. Dar äußere Ohr muß auf den Starter lauscheu, ich muß gesammelt sein. Ab^r wenn da neben ihnen die Zuschauer Lärm machen, geht das nicht. Erst beim dritten Startversuch herrschte die nottfc Ruh '" ' ' _. Ein Sieg Nurmis in Düsseldorf. Vor 8000 Zuschauern startete N u r m i in Düsseldorf in einem 5000-M e t e r - Renneu. Der Finne hintertietz einen ausgezeichneten Eindruck. Er beendete feinen Lauf m 14:61,2 (der Weltrekord beträgt 14:28,2). Das übtige Feld mit Katz (Finnland), Goodwin (Amerika) sowie vier Deutschen^ lieferte ein spezielles Treffen. Katz wnrda Zweiter in 15.:22,4 und der Amerikaner Dritter. Schwimme». Die 1500-Meter-Meisterschaft soll heute in Baden zur Enkschelvung gelängen. /Der für Samstag angesetzte Termin konnte von der. Hakoah wegen des Jom Kippur nicht akzeptiert werden. Ueberrasche.nderiveise hat der Schwimmverband die Austragung des Kampfes für henke angesebt. Der Hakoahner Guth, der Favorit'des Neimens, ist bis spät abends beschäftigt und wird heute kaum antreteu können. Der.einen Tag, vor Austragung anabsetzte'Termin entspricht überhaupt' nicht den sportlichen Vorschriften und bedeutet eine Gefälligkeit für Rupez, da sein Verein, der W. A. S., am Samstag abends die Spanientournee antreten soll. Wenn nicht zwei Außenseiter der Ämateure im. Borlauf mitgegangen wären, wo sie anfgaben, hätte schon'jüngst die Entscheidung ausgetragen werden können. Wie wir erfahren, hat die Hakoah einen energischen Protest an den Schwimmverband gerichtet und wird die Meisterschaft nicht anerkennen. Lotte Lehmann, Halassh, Pahok und Jug (der jugoslawische Wasserballmeister) werden u. a. am Hakoahinecting, das am 2. und 3. Oktober -im Diänabad stattfindet, teilnehmen. Die Jugoslawen bringen einen Wunderfchwimmer mit, der die 100 Meter angeblich in 0:55 (1) erledigen kann. Lotte Lehmann wird dann eine Wock^ lang als Gast der Hakoah in Wien weilen. Aus den Vereine»». Hakadur. .Heute um 8 Ilhr abends Ausschnßsitzung i« Eafe Metropol. Gleichzeitig Ping-Pong auf drei Brettern unter Leitung des Herrn John. I. A. C. Heute Training der Fuß- und Handballer ab 4 Uhr auf dom Wiodenplatz (Stadtbahnhaltestclle Schönbrunn). — Handball: Sonntag spielen die Herten ihr Meisterschaftsspiel gegen Perchtoldsdorf um 2 Uhr auf dem Donaüplatz; um ball» 4 Uhr tragen die Damen den Meistevschaftswettkampf gegen Ädmira aus. Samstag um 8 Uhr abends Spielerversammlung der Herren. — Schwimmen: Heute von 7 bis halb 9 Uhr Training im Brünnlbad: Zion. Heute um 8 Uhr wichtige Vollversammlung, zu der sämtliche Spieler bestimmt erscheinen wollen. Der Sektionsleiter Julius Jäger und die Kapitäne Neumann, Altschüler und Goldmann wollen sich schon um? Uhr im Klubheim einfmden. Um 9 Uhr Spielerversammlung und Aufstellung von drei Mannschaften für die Spiele gegen Floridsdorfer Sportklub und Union 5. *Theater von heute '.= Bvrgtbtatcr: Maria Stuart 7 flkademietfteaur: SDie Welt, in der man sich langweilt l/28 Staatsoper: Don Juan 7 Deutsche* Uolkstbeaten Das Unerreichbare 8 Kafftttttpltlt: Je ne vous aime pas 8 Cbeater I» der Oosetstadt; Fannys erstes Stück 7*8 Rainund-Cbeater*. Das Schwalbennest 7*8 Modernes Cbeater: Die Schöne am Fenster — Die ewig lächelnde Frau 8 Renalssaitcebfibae: Das Sprrmgbett der Liebe 8 Oistspieltbeater: Der AutowMing 8 Cbcater a» der Wien Die Zirknsprlnzessin 7*8 Wiener BQraeribeater: Das Land der Liebe 8 3oftaim-Stra«fS*CheaUn Adieu Mimi i 8 flPOllO'Cbeater: Internationales Variete Programm 8 Wien, 2, Bezirk, Tabortiraft« 3% fOhrt nur die bestbekannten Qualitätsschuhe Marke Cooks, F. L. Popper (Chiudimj usw Neueste Herbstmodelle eingelangt! ✓ Konkurrenzlose Preise I 701 renzlose Preisei Berliner GruMtüübksitzer!! dir haben fine Ntzchtskanzlei inner Leitung eines hervor» rage» oen Anwälte-, der Spezialist In Widerspruch»-.' Aiikweriung»» und sonstiaen Grund ückeprozessen i» rröhnet. Wir üdeniehii/en 'einer Verkauft anstrage und Beleimunge» »Huvotuikenbesorgnngi zu äuuerst güusiigen Bedingungen. 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Boston — Nobrecht: Das fidele Alt-Berlin, Tanz. 17.30 Uhrr Märchen für Groß und Kiew. Erzählt von Grete Doris und Gustav Pichler. Mitwirkend- Adelheid Bergmann (Lieder zur Laute). 18.30 Uhrr Der Semmering. NedakteurF.H.Montor 19.00 Uhr: Mitteilungen aus den Bundestheaterri. 19.10 Uhrr Eniehungsarbeit an der entgleisten Jugend. .Dr. Richard Seyß-Jnquart. Direktor des Jngettdgefangenenhauses. 20.00 Uhr: Orchesterkonrert des Wr. Symphonieort esteks. F. Mendelssohn: „Hebriden", Konzertounertüre — Mozart: Konzert für. Violine und Orchester, A-Du> / (Violine: Anita ^lst) — A. Dvorak: Der Wassermann, symvhonische Dich- Dich>U"g — Sainr-SaenS: Phaeton, shmphr n sche Dichtüng — E. Hnmverdinck: Trmrmvantomimeaus „Hänsel und Grelel"O. Nicolai: Ouvertüre zu „Die lustigen Weiber von Windsor". Leichte Äbendmusik (Kapelle Siloing). ij||i nisvon in!? t LULUWIM *. HADASSIM D’Din ,EKbb.,Dünnte < > in größter Auswahl, feinste <- ualität, zu kulanten < > ♦ Preisen erhältlich. 715 JOS. 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