Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2715 (15.9.1926)
- Date
- 1926-09-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wtert. Zum Abholen ln det Expedition, iLTafcotitr, 1-3, oder In elnervendilelestelle rrnftk) monttl. 5 Schilling Stfassenvwkaul in Wien durch die Kolporteure der Pinna Gold sch mied, 1, Wollrelle 11 Mit Postveraand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1schecho-SlowakeU Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60, Polen: Mon, 6Zloty« Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nid>Mkt«S|n b« Freit* ei'hahoe ‘**n wrbchttttt Wiener Morgmseilung iPreis atfiTi England: Mon. 4 Schilling Italien: MdaatL Sv Lire ftttminten: Mon. 170 Ut. Bulgarien?Mon.lOOLewf. Schwelt und das adlige Ausland monatlich Free, s Redaktion, Administration: Wien, ILTaboritr» 1 Telephone: 44*0*38,43*3*11 Ah 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Univeraitatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stelnraann) Oesterreidilsches Postspat* Kassen* Konto Nt. 150.89 'Jlt. 2715 Wie». Mitlwoch, 15. Sevttmver 1126 6. gnhrgan, .... Ae Lorarno »ertrSge in Kraft. Ae Ratifikationsurkunden beim Mkerbnad Hinterlegt. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltlich« Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Sie Spannung Wichen Frantteich und gtallen. Briand gegen die Hetze der MussottniPresse. Genf, 14. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der italienische Staatssekretär des Auswärtigen, Grandi, hatte mit Briand eine Besprechung über die Frage der politischen Flüchtlinge. Briand sicherte gewisse Maßnahmen zu, machte aber Grandi aus gewisse Treibereien in der italienischen Presse aufmerksam, die dazu angetan seien, die guten Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Nachbarstaaten z u trüben. Briand erklärte den Vertretern der Presse über, seine Unterredung mit Grandi, Italien k ö.n n e F r a n k r e i ch s ein e G a stfr eu n dl i ch k e i t g e g e n die I t ali e ne r n i chtvo r w e r s e n. Er habe Grandi gegenüber darauf 'hingeimesen, daß die Artikel und Aeußerungen, die die Dessentlichkeit beider Länder aufregen, b edäue rl i ch seien. Grandi bei Chambevlain. Genf, 14. September. (Schweiz. Dcp.-Äg.) In der Besprechung zwischen Grandi und C h a m b e r l a i n, die gestern abends stattfand, wurde eine Reihe interessanter, auch a u ß e r e u r o p ä i s ch e r Probleme berührte Wie verlautet, soll nicht nur die a b e s sti n i s ch e Frage angeschnitten, sondern auch das T a n g e r p r o b l e m ziemlich eingehend Erörtert worden sein. Hiebei war eine gewisse Uebere i n st i m m u n g zwischen dem englischen und dem italienischen Standpunkt festzustellen. Mussolini verhaftet weiter. . ' Nom, 14. September. Nach dein „Giornake d'Jtalia" ist die B o r u n t e r s u ch u n g. gegen. den Attentäter Mussolinis, L u c e t t'i,' die in der. Provinz Carrara geführt wurde, abgeschlossen. Die Zahl' der in Carrara Verhafteten ist auf 60 gestiegen. Es sollen Beweise dafür vorhanden sein, daß das Attentat von den in Marseille ansässigen i t a l ienischen Flü ch t l i n ge n beschlossen wurde, au deren Spitze der frühere Sekretär der Handelsakademie von Carrara, Mesci, stehen soll: ' In N o m wurden bisher 2 7 0' A u a r ch i st e n u n d Kommunisten verhaftet. Tic Einführung der Todesstrafe in Italien. Nom, 14. September. Die außerordentliche Sitzung voll Kammer und Senat für die Einführnng der Todesst rase in Italien wird zwischen dem 10. und 21. Oktober erwartet. Die Todesstrafe wird nicht nur für alle Vergehen gegen die königliche Familie, den- R e g i e r u n g sch c f und die Staatsordnung vorgesehen, sondern auch für bewaffnete Meuterei und Aufruhr sowie Terrorakte, wie Eisenbahnentgleisnttgen nsw. Für die Aburteilung dieser Verbrecher wird ein besonderer Gerichtshof eingesetzt werden, der aus vier Richtern und den: Präsidenten' des Schwurgerichtes bestehen wird. Die Todesstrafe wird durch Erschießen vollstreckt werden. Primo de Rivera hält Abrechnung. Mehr als M Urteil«. Paris, 14. September. Wie ausM a dr i d gemeldet wird, hat das Kriegsgericht' tn, <5 e gb v i a den Leiter der dortigen Artillerieakademie zrnn Tode, verurteilt. Diese Strafe wurde ans Vorschlag der Regierung vym König im Gnadenwege in l e b e n s l ä n g l i ch e s Z u ch t h a u s umgewandelt. Etwa 30 Offiziere derselben Schule >""rden zu längeren F r e i h e i t s st r a f e n verurteilt Her päpstliche Staatssekretär tritt rnrfick? Paris, 14. September. Nach einer Blätternieldung aus ht o m soll Kardinal-Staatssekretär Gasparri sein R ü cktrittsgesuch erneuert haben. Der Kardinal sei seit längerer Zeit k r a n k. Man spricht von Msgre. B o n z a n o als seinem Nachfolger. Der englische Grubrnftrrik dauert fort. Die Bergwerksbesitzer verhandeln nicht. London, 14. September. (Reuter.) Infolge der Weig erung der Grubenbesitzer, an einer gemeinsamen Konferenz mit den Bergarbeitern leilzunehmen, hat der Vollzugsausschuß des Bergarbeiterverbandes die. Bergarbeiter aufgesordert, den Kamps in allen Bezirken fortzusetzen. Genf, 14. September. Die an den Verträgen von Locarno beteiligten Mächte, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Belgien, die Tschechoslowakei und Polen, haben heute vormittags im General sekretariat des Völkerbundes die Ratifikationsurkunden zu diesen Verträgen niedergelegt. An dem Akt, der sich im Amtszimmer des Generalsekretärs Sir Erik Drummond vollzog, nahmen teil: Für Deutschland: Reichsaußenminister Dr. Stresemann; für England: Außenminister Chambcrlain; für Frankreich: Außenminister Briand; für Italien: der erste Delegierte Senator Scialoja; für Belgien: Senator de B r o u c q n e r c; für die Tschechoslowakei: Außenminister Dr. B e n e s ch und für Polen: Außenminister Z a l e s k i. Nach Prüfung der verschiedenen Urkunden wurde über deren Niederlegung für jeden einzelnen Vertrag ein besonderes Protokoll.aufgesetzt und von den jeweils beteiligten Vertretern unterzeichnet. Nach Schluß dieser Formalität richteten die Delegierten gemeinsam ein Telegramm an den Bürgermeister von Locarno zur Erinnerung an den denkwürdigen Abschluß der Locarnoverträge am 16, Oktober 1026. Mt der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden sind die Loearnoverträge endgültig in Kraft gesetzt worden. Briand bremst. . Paris, 14. September. Nach einer Meldung der Agence Havas hat Außenminister Briand gestern, abends in Genf Journalisten gegenüber erklärt, er werde "mit Dr. 'S t r e f e* ril a n n wenigstens noch einmal^zusammenkommen> um. sich über-die M i t ie-I~ z u r Dw rHWh-MWg "b e r 'Ä Mo-m-u m e u v o n S o canto zu/verständigen- Diese Abkommen seien auf Verträge basiert, die Durchführ'üng eines Vertrages sei aber schwi eri g fü'r zwei Länd er, / d i e d ürch unaufhörliche Polemiken gegeneinander aufgebracht würden. Müßten nicht aber Locarno und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund die Lage vereinfachen und die Durchführung der Verträge erleichtern? Das Komplott der Rathenau-Mörder. Die Organisation „Consul" und Reichskanzler Michaelis. K. Berlin, 14. September. Der Femeuntersuch u n g s a u s s ch u tz des preutzischen Landtages nahm heute seine Verhandlungen wieder auf. Es wurde ein Protokoll Aber die Vernehmung des wegen Begünstigung des Rathenau-Mordes zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilten Studenten Schauer verlesen. Aus dem Protokoll geht hervor, daß Schauer mit dem Räthenau-Mörder T e ch o w im Gefängnis verkehrt hat. Die Organisation „C o n s u l" hat nach den Aussagen Schauers und nach Mitteilungen Techows den Beschluß gefaßt, die Mitwisser des Rathenau-Mordes aus der Welt zu schaffen. Zur Organisation „Consul" hat auch, wie Schauer zu Protokoll gab, der frühere Reichskanzler Michaelis in engster Beziehung gestanden. Schauer will genau gewußt habeii, woher das vergiftete Konfekt, welches in der Angelegenheit des Rathenau-Mordes eine große Rolle spielte, gestammt hat. Rechtsanwalt Dr. S a ch s hat einen Betrag von 6000 Mark und einen Auslandspaß für Techow bereitgestellt, um ihm ~bic Flucht ins Auslarid zu ermöglichen. Außerdem ständen ein Flugzeug und ein Automobil, welches dem Onkel Techows gehörte, zur Verfügung. Letzterer habe aber von dem Fluchtplan nichts gewußt. Der ganze Plan sei aber verraten worden. Auf einen besonderen Vorhält hin behauptete Schauer neuerdings, daß Dr. Michaeli s einer der Leiter der Organisation „Consul" gewesen sei. Lrilweise Sperre der polnischen Biehansfnhr. Aus Katlowltz wird eemeidet. daß das polnische LandwirttchaftSmillisteriuni die Ausfuhr von Vieh aus Mthreren Woiwod'chaften infolge Auftretens von Brustfeuche g esperrt habe. Auch die V ehanSfnhr aus oersch'edeuen g a l i z is ch e n Bezirken ist v e r b o t e n woiden. Dieses Verbot dürste sich besonders auf den öfterretchi- ' ch e n D l e i 1 ch m ä r k t e n bemerlbar machen, d'e besonders in letzter Zeit ziemlich stark not Vieh ans Po e« beiieseit wurden Skresemann über die deutsch-französische Verständigung. Gens, 14. September. Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann empfing heute aus Anlaß des Austausches und der Niederlegung der Ratifikationsurkunden über den Vertrag von Locarno die in Genf anwesenden Bertteter der englischen Presse. In seinen Ausführungen betonte er ü. a., die deutsch-französische Versiändigung bedeute keine Beeinträchtigung der Interessen Englands. Dies gelte auch von den Verhandlungen über einen E i s e n p a k t, an denen die englische Industrie auf Grund eigener Entschließung sich nicht beteiligte. Zum Schluß gab der Minister seiner Hoffnung Ausdruck, daß sich das gemeinsame Werk von Locarno zum Wöhle aller Beteiligten immer weiter auswirken möge. Sie Reuwohl der Välkerbundraler. Genf, 14. September. Die Verhandlungen des RechtsauLz'chuffes der Versammlung über das W a h l r e g l.e ment für den Völkevbundrat sind heute abends z u m Abschluß gelangt. Der neuernannte Berichterstatter Bundesrat M o t t a wird morgen vormittags - vor der Bölkevbundversammlung über das Ergebnis der Kommissionsberatungen' berichten. Das Ergebnis ist, wie erwartet, in allen wesentlichen Teilen gegenüber der /Vorlage der Studienkömmission.. u nv e r ä n d e r t. Auch in dem bisher strittigen PuMe, der sogenannten Kassationsklausel, ist man zu einer EiAgung,. ge-> langt. Danach erhält..die'BMeHuydvevsansmlung...d«-i'Aecht,. .j.e-d^e>rz e i W 'N,t.;Ü';.tp;ä h l" a l l e r n i ch t st ä n d i g e n R a t s mitglie.de r zu h'e-^. schließen, Man nimmt angesichts dieses Abstimmungsergebnisses^ an, daß in der morgigen Vollsitzung des Völkerbundes die Vorlage für die Ratsreform ohne größere Debatte zur Annahme gelangen wird. Die Neuwahl des Völkerbundrates dürfte Donnerstag erfolgen. Ein österreichischer Antrag in der Bölkerbundkommission. für geistige Zusammenarbeit. Genf, 14. September.. In der heutigen Sitzung der zweiten Konlmission, in der der Bericht Aber die Tätigkeit des internationallen Komitees für geistige Zusammenarbeit beraten wurde, beantragte der ö st e r r e i ch i sch e Delegierte Di Pauli, der Völkerbundversammlung den Vorschlag zu machen, eine Anzahl Stipendien zu schaffen, die Universitätsstudenten die Möglichkeit bieten würden, während der Dauer der alljährlichen Völkerbundversanrmlüng in Genf Aufenthalt zu nehmen und den Verhandlungen des Völkerbundes beiwohnen zu können. Der österreichische Delogierte begründete diesen Antrag damit, daß auf' diese Weise die Universitätsjugend in die Tätigkeit des Völkerbundes persönlich Einblick nehmen könnte, wodurch vielleicht mancherlei Vorurteile, die heute noch in der Studentenschaft hmsichtlich des Völkerbundes herrschen, zerstreut werden könnten. Japan interveniert nicht in China. Gegen die englisch-amerikanische Konkurrenz. London, 14. September. (Reuter.) Zuständige Londoner Kreise haben beruhigende Nachrichten über die Lage in China erhalten. Nach einer Meldung aus Tokio hat der japanische Außenminister nachdrücklich erklärt, daß Japan, seine neu t r a l e Haltung a n f r e ch t z u e r h a l t e n beabsichtige, obwohl es zum Schutze des Lebens und der Interessen japanischer Staatsbürger, falls sie bedroht würden, d»» erforderlichen Maßnahmen ergreifen lvürde. Portugiesen an öle Front! Lissabon, 14. September. (Havas.) Der Kolonienminister hat beschlossen, ein aris 3000 Mann Infanterie und Artillerie bestehendes Expeditionskorps auf zwei von zw ei Kreuzern begleiteten Transportschiffen nach Macao zu entsenden. Ser private Jollartvrr tn Pole». I. Warlrhau, 14. Septem,.er. Ter Dollar notierte heute tw privaten Verkehr tn W a r ich a u 9.01, t» Krakau S.OL BAkerbunV-Stipendie» für Studenten.