Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2714 (14.9.1926)
- Date
- 1926-09-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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f Seite 6 Me», LienStsg ®fe»f8 tfttf 14. September 1926 Nr. 371» Sportnachrichten. Sutzball. Die Auswahlmannschaften für Sonntag. Sonntag den 19. d. treten vier Wiener Auswahlmaimfctxifiett in den Kampf. Sie wurden gestern von Hugo Meisl nominiert. Gegen Ungarn fpiÄt folgende Elf: Carl, Tandler, Musil, Schneider (Amateure), Kuyz, Dumser, Hierländer, Urrdil, Gschweivl, Höß. Wessely. — Gegen Budapest: Edi, Beer, Grüner, Ri^er, Baar, Bardak, KirLes, Hanel, ZdarAy, Stepan, Buresch. Gegen Graz: Köhler, Rainer. Regnart Klrvitsch, Hoffmann, Ludwig. Bulla, Horvath, Weidlinger, Zilldauer, Mertel. Gegen Ob er öfter re ich: Hofer, Jellinek, Czejka, Kalken, Koch, Iarosch. Siegl, Klima, Kuthau, Schall, Fiäw. Haloahs erster Meiftrrschaftsfteg. 3:0 (1:0) gegen Rudolfshiigel. Den Befähigungsnachweis für die E r stklassigkeit hätte Hakoah also am Sonntag erbracht. Die Mannschaft Rudolfshügels, die aus drei Spielen bisher zwei Punikte herausgeschlagen hat,' muhte die einwandfreie Ucberlegcnheit der jüdischen Mannschaft anerkennen. Zu Beginn noch konnten die Favoritener einen gleichwertigen Gegner abgvben, aber im weiteren Verlaufe wurden ihnen die großen Dimensionen der Hohen Warte sowie das höher stehende technische und taktische Können der Hakoahner zum Verhängnis. Trotz der drückenden Hitze wnrdr von Hak ö a h n n e r w a r t e t o it t c t Sport geboten. Die „Alten auf den Flügeln, G r ü n f e l d und K a tz, hielten sich sehr gut: bezeichnenderweise erzielte jeder dieser beiden Amateurjpieler einen Treffer. Als in der 10. Minute nach der Pause der Rudolfshügelmiktellauser K e l l i n g e r durch eine arge DerbheitanGuttmann vom Schiedsrichter Braun mit Recht ausgeschlossen wurde und so zu trauriger Berühmtheit gelangte, war es um die Favoritener, obwohl Guttmann lange brauchte, nm sich von dem bös aussehenden Tritt zu erholen, endgültig geschehen.^ Bei 3:0 flopptendie Hakoahner sichtlich ab und vergnügten sich damit, ihre spielerische Ueberlegenheit zn zeigen. Die Treffer sielen: In der 33. Minute durch einen schönen Schuß Häuslers, in der 7. Minute nach der Pause durch Grünfeld und in der 28. Minute durch K a tz. Bei Hakoah arbeiteten alle sehr ambitioniert und es gab fast kaum einen schwachen Punkt. Zwei gute Spieler noch tu diese Mannschaft hineingestellt und Hakoah wäre »nieder ein schwere u bezwingender Gegner. Fabian im Tore half den Blau-Weißen durch seine verblüffende Sicherheit über schwierige Phasen hinweg. In geradezu bestechender Form befand sich Scheuer, der das Rückgrat der Mannschaft bildete. Scheuer hat vielleicht noch nie so reine Stöße produziert wie gestern. Sein taktisches Verständnis :st mustergültig, der ungebrochene K a m p f g e i st, die Zähigkeit uno Aufopferung geradezu beispiellos. Neben ihm hatte W e g n e r es leicht, günstig abzuschneiden. Die Halvesreihe »var der des Gegners bedeutend überlegen. Guttmann arbeitete sehr nützlich, ohne sich auszugoben, Pollak hatte ein kleines Pensum zu betvältigen, das er in sicherer Manier erledigte und Frieo »var von einer ungewöhnlichen Spielfreudigkeit, oie ein großes Können ins rechte Licht setzte. Der beste Mann Int Angriff war Häusler. Er hat schon sehr lange keine so abgerundete Leistung wie Sonntag geboten. Wie . verlautet, war es das Abschiedsfpiel für Hakoah. Häusler, der fast seit acht Jahren in der jüdischen Mannschaft tätig ist, soll Donnerstag nach Amerika „durchgehen". Wortmann im Zentrum bleibt'das große Talent ohne die Erwartungen zu erfüllen. 'Er führt den Ball zu lang und bereitet sich keine Schußchancen vor. Heß war der schwHchste Punkt der Mannschaft. Er scheint körperlich nicht auf der Höhe zu sein. Katz wurde, je länger das Spiet dauerte,Zusehends besser und wird »ich sicher noch einspiolen.- Grünfeld ist ein alter, erfahrener Routinier, der nie in Verlegenheit kommt, seine Flanken sind sogar sehr verwendbar. Be: Rudolfshügel siel keiner besonders aus dem Rahmen. Als es der 'Mannschaft schlecht ging, verfielen einige Spieler auf unreine Gangart, von dem Roheitsakt Kellingers ganz abgesehen. Me Meisterschaft der ersten Masse. Abmira .... Simmering. . . Brigittenauer A. C. Rapid..... Wacker .... Sakoah .... lovan .... Rudolfshügel. Sportklub . . . Amateure . . . Floridsdorf A. C. Bienna .... W. A. C. . . . Spiele Siege Unentfch. Niederl. Tore für gegen 4 4 3 4 3 2 2 3 3 4 2 4 2 3 3 2 2 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 3 2 2 13 8 6 11 7 4 4 4 3 3 1 5 3 Punkte 6 6 s 5 4 2 2 2 3 2 2 2 Hakoah als Sündenbock für die Körperschaftssteuer. Die Sonntagseinnahme von 4000 Schilling gepfändet. — Bienna wurde rechtzeitig gewarnt. Stuf der Hohen Warte gab es Sonntag ein peinliches Intermezzo. Währenid der Wettspiele erschienen S t ene r o rg a ne, die von den Einnahmen den der Hakoah gebührenden Anteil von 4000 Schilling und dert auf Rudolfshügel entfallenden Betrag von 1000 Schilling konfiszierten. Die mit Beschlag belegten Gelder wurden für die den Vereinen vorgeschriebene Körperschuf t s st e u e r reklamiert. Die Bienna wurde nicht gepfändet, weil sie rechtzeitig een A conto von 1000 Schilling gegeben hatte. Hakoah hat eine Körperschaftssteuer von 78.000 Schilling vorgeschrieben. Eine derartige Steuer gilt für alle größeren Unternehmungen, die auf Gewinn berechnet sind. Eine diesbezügliche Eingabe der Wiener Vereine läuft beim Verwalt ungsg eri ch t sh o f. Sie soll angeblich noch in diesem Monat zur Entscheidung gelangen. Die Art dieser Steuer »st dazu angetan, um den bereits schwer passiv gewordenen Fußballbet rieb ganz zugrunde zu richten. Die Behörden fassen den Sport anscheinend überhaupt nur von der geschäftlichen Seit; auf, ein Umstand, der den Vereinen nur durch die Entwicklung-der Verhältnisse aufgezwungen wurde. Bemerkenswert sind die Einzelheiten des sonntägigen Aktes auf der Hohen Warte. Sie enthalten unleugbar antisemitische Tendenz. Während die Vienna in den letzten Tagen verständigt wurde, daß im Falle der Nichtleistung einer Rate mit Exekution vorgegangen »vivo, -hat die H a k o a h ein solches Aviso nicht erhalten. Charakteristisch ist, daß an oem jüdischen Verein als ersten das Exempel statuiert werden sollte. Die amtshandelnden Organe, ein Verwaltungsoberkommissär und ein Oberosfizial (die Namen sind uns bekannt), hatten, wie der Leiter des Kovperschastssteuerreferats selbst-erklärte, den Auftrag, nur einen Teil der Einnahmen Häkoahs zu konfiszieren, um auch die Befriedigung der angestellten Spieler zu ermöglichen. Auf diesbezügliche Vorhalte erklärten die Herren, daß sie das nichts angche. Wenn das Spiel auf dem Hakoahplatz ausgetragen worden wäre, hätten sie auch die Lustbarkeitssteuer mit übernommen. Der Fußballverband wird sich heilte mit der Frage der Besteuerung befassen. _ Die Sparta-Spiele ttt Amerika. 3:3 (3:2) gegen Brooklyn Wanderers und 6:0 (4:0) gegen Giants. Vor 20.000 Zuschauern jtrat die Prager Sparta Wen die durch die ehemaligen Hakoahner verstärkten Brooklyn Wanderers in New-Uork an. - Nach spannendem Spiel und guten Leistungen endete der Kampf 3:3 unentschieden. Dreimal gelangten die Tschechen in Führung, doch konnten die Brooklyner ausgleichen. Für Sparta »raren H a i n h und S i l n y erfolgreich, für Netv-Nork-störten Kalman Konrad, Burneß uno in der letzten Minute Eisenhofer. Sonntag spielten die Tschechen gegen Giants, gegen welche Hakoah im Frühjahr einmal verlor und einmal gewann. Bekanntlich sind Schwarz und Grünwald bei dieser Mannschaft. tätig. Die Sparta zeigte sich vor 10.000 Zuschauern hoch überlegen und getvanu 6:0 (4:0). Die Torschützen waren Doleyst (3),' Myclik, Pollacek und Silny. . . r. Rapid gegen Vienna 2:2 (2:2). Dieses Spiel brachte nur m der ersten halben Stunde guten Sport. Die Hütteldorfer mußten die zweite .Hälfte mit zchn Mann und Kirbes im Tore bestreiten, da Fei gl beim Ausgleichstreffer der Menna mit Bulla zusammeiristieß und daun nicht mchr mittun konnte. Die Treffer erzielten Bulla und Kaller für Vienna sowie Hanel und Wessely (aus einem Elfer) für Rapid. Bulla vergab einen Elser. Das Spiel »vurde fünf Minuten vor regulärem Ablauf wegen Duulkelhcit abgebrochen. Uebcr seine Verifizierung oder Neuaustraguug wird der BeglcnOigungsausschuß entscheiden. Brigittenauer A. C. gegen Wacker 3:1 (3:1). Die Brigittenauer haben die Meidlittger überlegen geschlagen. Ein großer Vorteil für, die Sieger sowie ein Handikap für alle Mannschaften bildet der kleine und vollkommen graslose, unebene Spielplatz der Brigittenauer. Slovan wurde in Prag von der Slavia 0:3 (0:1) geschlagen. Das Spiel »vurde »vegen einer Reklamation Zdarskys gegen einen diktierten Elfmeter gegen Slovan in der 37. Minute der zweiten Hälfte abgebrochen. Admira spielte in Graz gegen den Sportklub Sturm 3:3 (2:2). Itt der Meisterschaft siegtet» die Straßenbahner gegen Hakoah 2:0. Die Cricketer holten sich eine Niederlage in Budapest von der Aurateurmauilschafi des lt. T. E. Die Budapester gewauuen 2:0. Polen schlägt die Türkei 6:1. Vor 8000 Zuschauern siegte die polnische Auswahlmannschaft gegen das türiki'che Nationalteam 6:1 (1:0). Der polnische Angriff »var in vorzüglicher Forrn. Die Tor; schossen: Der Hasmoneaspieler Steuerm a n n (3), Bätsch (2) und Balzer. Für die Türken »var Zakki erfolgreich. Schiedsricher Cejnar. Häusler (Hakoah), Grosz 2, Fischer (beide Vivo->Budapest) und Mährer (D. F. C.-Prag) werden als nächster Amerikatransport für diesen Monat genannt. Hakoah (Brigittenau). Mittwoch den 15. d. nm halb 9 Uhr abends im > Cafe Altes Rathaus, 1. Bez., Wipplingerstraße 24/36, dringende Ausschußsitzung. In der Meisterschaft der Reservemannschaften gewann Vienna gegen Rapid 2:1 (0:1). Hakoah wurde von Rudolfs- Hügel 2:4 (1:3) geichlagen. Dr. AloiS Heller, das bekannte Leitungsmitglied der Hakoahschwimmsektion heiratet Sonntag -den 19. d. Seine Trauung mit Fräulein Rene Bevdach findet um lß Uhr int Tempel, 19. Bezirk. Dolinergasse, statt. Mtvmi von Wrde zum zweiten Male irr Weltvekordzeit besiegt. Anr Sonntag trafen die beiden Weltmeister in Berlin abermals zusammen. Sie liefen über zwei e n glischd Meilen. Das Ergebnis war eine neuerliche Sensation, mdem der Schtvede Wide mit 30 Meter Vorsprung vor Nurmi in der neuen We l t r ek o rdzei t von 9:04,4 einlief. Als dritter gelangte Katz (derzeit Bar-Kochba, Berlin) ans Ziel. In der S ch w ed e nst a f f el gelang es der Mannschaft des deutsche« Sportklub Berlin mit der Zeit von 1:67,4 einen neuen äBelfc rekord aufzustellen. _ Die Hockehspiele. Der W. A. C. besiegte den Brünn er Hockeyklub 2:0 (1:0). Hakoah gewann gegen I. A. F, 8:2 (2:0). Die Treffer «Welten Rosenseld (2) und Neumann, , Durch einen Kinnhacken getötet. Bei einer Boxderaustaltung snbbayrischer Meister im Weltergewicht in Augsburg erlitt bei einem Kampfe Kivischen Hei chlinger uttf Lotter der letztere in der dritten Runde durch einen iSHÄftis hacken einen Genickbruch und siel t o 1 zn Boden« Ans den Vereinen. Jewish Allronnd Sporting Club. Heute ALuLe abend im Wiener Ringcafe ab 8 Uhr. Pmg-Pong, Schach usw, Um 9 Uhr Ansschußsitzung. — Die Schwimmlektion nimmt nächste Woche den Betrieb ans. Anmeldungen, AuMnfte uftv. von 8 ÄS 9 Uhr im Klubheim bei den Herren Erich Hirsch -und Burstyn. jm--,,----- l- .,.— Theater von heute Böratltcater: Wenn der junge Wein blüht */»& flhadttöi«tlteater! Madel von heute */,8 Zttrttopek' Tannhäuser 7 De»t$che* Uolkstlteater: Faust 7 Kammmplele: Je ne vous aime pas 8 Cheattr in der aoselitadt: 2)er Sgel '/,8 RalMHnd-Chealer: Schwalbennest r/,8 modernes Beater: Die Schöne am Fenster — Die ewig lächelnde Frau 8 Renaissanccbfibne: Das Sprungbett der Liebe 8 Ettstspleltbeater: Der Autowildling 8 Theater an der Ullem Die Zirkusprinzessin lJa8 Wiener Bflrgertlualer r Das Land der Liebe 8 I0dnnn-5trn«ss-Tdenterr Adieu Mimil - 8 Npollo-Tdenter: Das sensationelle Messe-Festprogramm mit Linga Singh, Alhambra- Girls, Piano KiddieS rc. 8 «NTRAL-KINO—i II., Taborstrasse 8 Tel. Nr. 42-3-41 Von heute bis 17. 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