Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2713 (12.9.1926)
- Date
- 1926-09-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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[Polen: 25 groszy! Wien. Zum Abholen in de* Expedition, 1L Tflborstr. 1*3, oder in einer Vendileiesteile Grafik) monatl. 5 Schilling Eiraasenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, J„ Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling ischeeho-Slowakefe Mon. K22. dugoslavlen: Mon.vin.80. Polen: Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Bet gien: Mon. Frcs. 35 Nachzahlungen bei Freit* echAban^ri) »orbehtlfe# Wiener . ♦ IJCELOfcJJni Engl« n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. SO Lire Rumänien: Mon. 170 Lei. Bol gari en 'Mon.lOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fe«. ä Redaktion, Administration: Wien>Il.Taboritr. I felephone: 44*0*38,43-3*1» Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*82 IX., Universitätsstrasse fr8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisehes Postsparkassen-Konto Nr. 150.KP- Rr. 2713 Wien. Sonntag. 12. September 1926 8. Aahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. wollen Ihre Wäsche sauber haben sollen Ihre Wäsche schonen mfiuen daher waschen lassen bei der FBINWASCHANSTALT BIANCA XIII., LINZERSTRASSE 299 TELEPHON 81-3-21 holen und stellen jedes. Quantum Wäsche kostenlos zu waschen Ihie Wäsche ganz separat, schonend und blütenweiß halten Ihre Wäsche gegen jedes Risiko vollversichert 166 Am besten sind doch die SCHKA-HÜTE ~1 VII., i^aiserslratie 123 WIEN IX Alserstrasse Nr* 6 I Ir g die i uhr 0n de JQüalitätsmärk'e Z B- 3 c‘ :r i i - n - r. :!' .■ ' ' 7ÜI : Fußschmerzen Kostenlose Beratung durch diplomierte Fußspezialiste.i. Schuheinlagen lür gesunde und le dende Füße gegen' Ermüdung, Senk- und Plattfüße usw. unter Garantie in jedem Schuh tragbar. 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Gestern wurde. hier bekanntgegeben, daß der Sowjetgesandte in Tokio, Kapp, der japanischen Regierung einen Vorschlag über den Abschluß eines Garantiepaktes zwischen Japan und Rußland gemacht hat. Die japanische Regierung soll „diesen Vorschlag angenommen haben. Die diesbezüglichen Verhandlungen sollen demnächst ausgenommen werden. Die Aktionen in China. London, 11. September. (Tel.-Komp.) Aus Peking wird gemeldet, daß in Hankau gegenwärtig 14 ausländische Kriegsschiffe vor Anker liegen, und zwar 4 amerikanische, 8 englische, 4 japanische und . 3 französische Kanonenboote. Mehrere andere Kriegsschiffe halten sich längs des Aangtsekiang zwischen Schanghai und Hankan in Bereitschaft. Wie „Daily Telegraph" aus Peking erfahren haben will, sei es vor Hankau zu einem^Seegefecht gekommen, an dem französische, amerikanische und britische Kriegsschiffe terlzenommen hätten. - - Der Finanrberater Illr Pole«. L. Warschau, 12. September. Der amerikanische ftinawztxperte für Polen. Pros. K e m m e r e r. der sich gsgviwmuu m siartow i tz aufhält und morgen von dort nach War chau zuiückkehrt, wird a m 13. d. Polen verla s s e n und sich nach Chile begeben, da seine Mission in Polen beendet ist. Die Kosten feiner Tätigkeit in Polen werden auf etwa 15 0.00 0 D o l l a r Veranschlagt' Meder ei« Attentat auf Mussolini. Sine Bombe gegen das Auto der Mtntfterprüftdeaten. — Mussolini unverletzt. — Acht Paffanten verwundet. Rom, 11. September. (Stefani.) Als heute kurz nach 10 Uhr vormittags das Automobil des Ministerpräsidenten Mussolini, von der Villa Torlonia kommend, den Platz vor der Porta Pia auf dem Wege zum Palazzo Chigi passierte, warf ein junger Mann namens Ermeto Giovanni n i, von Beruf Steinschneider, eine B o m b e gegen das Auto Mussolinis. Die Bombe traf ein S e i t e n f e n st e r des Automobils und fiel sodann zur Erde, wo sie explodierte. Das Auto setzte seine Fahrt fort. Acht Passanten wurden durch Splitter verletzt und ins Hospital gebracht. ' . Giovannini, der im Jahre 1908 ln Castelnuovo di Garfagnana geboren ist, wurde sofort verhaftet. Er erklärte, er sei am Morgen aus dem Ausland eingetroffen. Er war n i ch t i m Besitz e i n e s P a s s e s. Mussolini, der vollkommen u n ve r l e tz t blieb,, nahm im Palazzo Chigi seine gewöhnliche Tätigkeit wieder auf'. Nach dem Altenteil. Rom, 11. September. Zu dem Attentat auf den Ministerpräsidenten Mussolini werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: ' ,,v Der Attentäter Erntete Giovannini .versuchte sofort nach dem Attentat in ein Haustor zu flüchten,' ip.urde aber von. den Polizisten, die Mussolini ans-seinen'Ausgängen stets.Begleiten,. eingeholt. Der junge Ma'M.wars -bie. z so eite Bombe, die er-stoch bei sstWMkej-^e^nÄe"Verfölger, doch ging diese -nicht Ws. Als er chereiss ergriffen war, versuchte er Widerstand zu leisten, wurde aherwön' den-'Polizisten und der wütenden Menge bewältigt. Man fandbei ihm noch einen geladenen Revolver. Während sich das Automobil Mussolinis nach der Explosion rasch entfernte, kam es am Tatort zu erregten Auftritten. Das Donnern der Explosion Und die verzweifelten Hilferufe der Verletzten waren weithin hörbar und vom nahen Markte kamen unzählige Menschen herbeigelanfen. Beim Anblick der Verletzten war die Wut der Menge derartig, daß sie über den Attentäter Hersiel und ihn mit Faustschlügen traktierte. Um der Gefahr, gelyncht zu werden, zu entgehen, ließ, er sich von der Polizei in Sicherheit bringen. Mussolini hat sofort nach dem Attentat die strenge Weisung erteilen lassen, nirgend ^Repressalien zn unternehmen und die öffentliche Ordnung unbedingt aufrecht zu erhalten. Am Abend fanden in Rom große -H n l d i g u n g s k u n d g e b u n g e n für Mussolini statt. Rom ist beflaggt. Die nationale Miliz ist in den Kasernen konsigniert. Das nötige Geständnis. Im ersten gerichtlichen Verhör hat der Attentäter Giovannini erklärt, er sei Kommunist, und'zwar habe er sich beim Aufkommen des Faszismus nach Nizza und Marseille geflüchtet und sich dann nach Paris begeben, wo er am Kampfe der politischen Flüchtlinge aus Italien gegen das faszistische Regime regen Anteil genommen haben. Schon seit langer Zeit habe er sich mit dem Gedanken getragen, ein Attentat gegen das faszistische Regime auszüfühieen. Am letzten Donnerstag sei es ihm bei Ventimiglia gelungen, unbemerkt über die Grenze zu kommen. Giovannini will aus eigenem Antrieb gehandelt haben. Indessen fahndet die Polizei nach Komplicen, die einige Augenzeugen vor dem Attentat gesehen haben wollen. Der ' Revolver, den Giovannini bei sich führte, war mit Dumdumgeschossen geladen. Mussolini zieht gegen Frankreich los» Rom, 11. September. Bei der Kundgebung für Mussolinis erschien der Ministerpräsident unter brausendem Jubel der Menge auf dem Balkon und hielt eine Ansprache, in der er scharfe Worte an F r a n k r eich wegen dessen ihm als zu weitgehend erscheinenden Duldung der. Hetze der faszistenfeindlichen Flüchtlinge in Frankreich ri^tete* .Dünn sagte er. weiter: Wie wir das Systemdes- Generalstreiks abgeschafft haben, wollen wir der Reihe von. Attentaten eir^ Ende setzen, indem wir zur A n w e n d u tt.g; bß t 'SE ö d e85 st r a f e zu schreiten beabsichtigen. Darauf antwortete die. Menge,mit begeistertem Beifall. -.'/.' Me Komödie des ivantsche« Diktators. Madrid, 11. September. (Tel.-Komp.) Die' sogenannte Volksabstimmung über das Direktorium ist heute eröffnet worden und wird am Montag abgeschlossen werden. Die Abstimmung gleicht einer P 0 lizeik 0 nt r 0 l l e der Feinde des Direktoriums, da nur die Freunde sich zu äußern und persönlich zu erscheinest haben. Die Regierung bekommt auf diese Weise automatisch die Liste der R e g ierungsgegner in die Hand. Viele Spanier dürsten sich daher den Anschein der regierungsfreundlichkeit geben, um keinen Unannehmlichkeiten ausgesetzt zu seist.' Die Abstimmung entbehrt dadurch jeder Unparteilichkeit und wird in politischen Kreisen als eine Komödie ersten Ra nges'bezeichnet. Der Völkerbund. Kommis siorrssihungeri. Genf, 11. September. Heute tagten ausschließlich Kommissionen. Deutschland ist in allen Ausschüssen vertreten. Der Unterausschuß der juristischen Kommission berät das- Wahlreglement für die nichtständigen Notsitze. Es scheint noch von der endgültigen Formulierung ziemlich weit entfernt zu sein, so daß das Reglement der Völkerbundversammlung nicht vor Dienstag zur Beschlußfassung vorliegen dürfte; dann würd die Wahl der nichtständigen Mitglieder frühestens Mittwoch stattfindon.-Man rechnet sogar damit, daß die Wahl erst am Donnerstag vorgenommen werden wird, da -über den dnrch -den Austritt Spaniens .freigewordenen Sitz neue Verhandlungen notlvendig sind. Spaniens Abschied. Die spanische Regierung hat erst heute durch ihren Genfer Konsul dem Generalsekretär des Völkerbundes, Drum m 0 n d, die Note überreicht, in der sie mitteilt, daß sie ihre Mitgliedschaft in der im Völkerbnndpakt vorgesehenen Frist von zwei Jahren, die mit-heutigem Tage zu laufen beginnt, .kündig t. Die Note hebt eingangs hervor, daß die spanische Regierung diese Mitteilung nicht habe übermitteln wollen, bevor nicht die Versammlung die Reform der Zusammensetzung des Rates hinsichtlich der ständigen Sitze gebilligt hätte, und bevor sie sich nichtüber den E i n t r i t t D e.ü t sch l a n d s ausgesprochen hätte, ein Ereignis, von dem Spanien dringend wünsche, daß die Folgen die glücklichsten für den Völkerbund sein mögen. ..Am Schlüsse der- Note gibt Spanien' -der Hoffnung Ausdruck, daß sich das hohe Ideal des Weltfriedens! .vollkommen verwirklichen möge, ein Ziel, zu dessen Erlangung der Völkerbund geschaffen worden sei, und für welches Spanien bisher mit Eifer-und Erfolg gearbeitet habe. (Siehe Marokko! — Anm. d. Red.) Wichtige Cipzelverhnndlungen. Genf, 11. September. (Tel.-Komp.)' Die Verhandlungen, die heute zwischen Außenminister Stlresemann. einerseits und dem französischen Außenminister Briand sowie Außenminister V a nd e r v e l d e andererseits geführt' worden sind und abends 8 Uhr durch einen Besuch Dr. Stresemanns beim englischen Außenminister Chamberlain fortgesetzt wurden, scheinen eine ganz besondere Bedeutung zu haben. Der Inhalt dieser Verhandlungrn wird streng per traulich behandelt und es ist unmöglich,'nähere Einzelheiten hierüber zu erhllten, man weiß nur soviel, daß es sich, um ein großes und p ö.l i t i f ch s ehr w i ch.t i g e s A bk am me n handelt, das sich auch aus wirtschaftliche Fragen' ausdehnen könnte ttnd dessen Ziel die Herbeiführnng einer vol l k 0 nt m e n e n Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland sein soll, im Sinne der Rede, die.Außenminister Briand gestern nachmittags vor der Völkerbundderftmmlung gestern gehalten hat. Damit der Humor nicht fehle ♦ . . Berlin, 11. September. Der,Mltische Beobachter" schreibt heute über d?e Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund folgendes: ,Mr den vollständig j ü d i s ch e n R i t n s de r F r e imaurerlogen kennt, wird sich nicht wundern, daß D e u t schl a n d ä m 1. T i sch r i i n d e n L og e n b n n d!"!) ausgenommen wurde und daß es den Ratsitz a'ls jüdisches NeujahTsgeschenk erhalten hat."