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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-09 · Heft 2711 (9.9.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2711 (9.9.1926)
Date
1926-09-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Sfeefamann) Oesterpeiehtsches Poslspai* kasscn - Konto Nt 150.60 BH »M«» wrti r.rv* jw ttr.veäwrmaiV' Ar. 2711 Wie«, iiotinmtug, 9. «sevtemver 1926 8. Salttgatta Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Deutschland — Mitglied der Mlerduuder. Avis für Herbst und Winter iiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiiiitiiiiuiiiiiniimmintmiiiiuiiiitiimmiimiiiiii Das hestbekasmte Wiener Modenhaus zur Blusenkönigin (Inhaber M. Weinsiock) Wien, IX., Alserstrafje 32 empfiehlt die letzten Wiener und Pariser Herbst- und Wintermodelle in eleganten Kleidern, Mänteln, Kostümen und Blusen jeder Art Eigene Magahfeilung Solideste Ausführung Einstimmige Ausnahme. - EI« WM,er Ratfitz ffir Deutschlm,!,. - Renn «WWiMe »nMe. In der RachmittagSfitznng der Völkerbundversammlung nahm die Debatte über den m i 1 die Marke de5 eleganten Herrn VH., Kaiserstrasse 123 IX., Alserstrasse 6 Genf, 8. September. Die heutige Vormittagssitzung der Völkerbundversammlung, in der über die Aufnahme Deutschlands Beschluß gefaßt werden sollte, trug feierlichen Charakter. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten N i n e i c erstattete der Schweizer Bundesrat M o t t a in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der jnristischen Kommission den Motivenbericht für die drei Anträge des Bureaus, die die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund sowie die Umbildung des Völkerbundrates ohne Ueberweisung an eine Kommission der Völkerbundversammlung zur sofortigen Beratung vorlegen. In der darauffolgenden Debatte brachten der niederländische Delegierte London, der norwegische: Delegierte Nansen und der schwedische Delegierte L o e f g r e u Einwände gegen das beantragte Verfahren, die Vermehrung der Ratsitze vor, Einwände zurückzustellen, um die Deutschlands in den Völkerbund zu ermöglichen. Hierauf nahm die Vollversammlung in namentlicher Abstimmung den Antrag auf Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund einstimmig, mit 48 Stimmen, an. Langanhaltender Beifall begrüßte dieses Ergebnis. Ebenso wurden die Anträge auf Gewährung eines ständigen Ratsitzes an Deutfchl.an.d und Erhöhung der Zahl -der nichtständi g e n / Sitz e im Völkerbundrat von sechs auf neun einstimmig angenommen. Ferner beschloß die Versammlung, die Vorschläge des Prüfitngsäüsschusses über das Wahlreglsment; für die nichtständigen Ratssitze dem R e chl's'a u.^sH uH zur weiteren Beratung überwiesen. Mit einet!'kurzen Ansprache Dr. Nincic' wurde die denkwürdige'Sitzung auf nachmittag vertagt. vornehmlich aber gegen erklärten jedoch, diese einstimmige Aufnahme letzten Bericht des Völkerbundrates ihren Anfang. Es sprachen der dänische Außenminister. Graf Moltke, ferner Delegierte von Kolumbien, San Domingo, Indien und Persien. Der persische Redner meldete den alten Anspruch der islamitischen Welf auf einen Ratsitz an. Die Debatte wird nwrgen fortgesetzt. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den deutschen Außenminister Dr. Streseman): sofort nach Schluß der Sitzung telegraphisch von der eirtstimmigen Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und seinen Rat verständigt. Die deutsche Delegation reist, wie aus Berlin gemeldet wird, heute abends nach Gens ab, wo sie morgen eintreffen wird. Freitag vormittags werden die deutschen Vertreter bereits an der Sitzung der Bölkerbundversammlung und an einer des Völkerbundrates teilnehmen. Die erste Sitzung des VölkerbunÄratüs in Anwesenheit der deutschendKgLtveter wird besonders feierlichen Chavakter ihr beizuwohnen, ist der österreichische: Bundeskan er Dr. Ramek noch in Genf verblieben,, obwohl die aus Oesterreich bezüglichen AngelegenheitenVölkerbundtagung derer» erledigt und die anderen Mitglieder der österreichischen Delegation, darunter der Präsident der Nationalbank, Doktor Reisch, bereits abgereist sind. Dr. Ramek hatte längere Unterredungen mit dem Präsidenten der Völkerbundversammlung Dr. Nincic und dem Präsidenten des Rates,. Dr. Be nes ch, fener dem rumänischen Außenminister' M i tilinen und -dem..WWWen Delegierten V a l k o. Zwelklasslge Privat- Handelssebule Deutsch Wien, IX. Bezirk, Hörigasse Nr. 12 Prospekte, Anmeidtti'fjcn für die zweiklassige Tageshaudescliule, den Einjährigen Tageshandelskurs und die viermonatigen Abiturientenkurse in der Direktionskanzlel Fernruf Nr. 17-2-36 beginn des IS. Schuljahres Mitte September 711 FAN GO HEILANSTALT MITTELSTANDSSANATORIUM Wien, IX., Lazarertgaue Nr. 20 Telephon Nr. 25-0-33 Diagnostisches Heillnstitut — Röntgeninstitut — Cbem. Laboratorium Spezialkuren gegen Rheumatismus, Ischias, Giobt —Italienische ischiasschnellkuren — Malarlaflcberkurcn (Verjüngungskuren) Schlammpackungen, Wasserkuren, Kohlensäure-, Mineral-, Radiumbäder, Höhensonne, Diathermie, Heissluft, Elektrische Kuren 710 ii Konkurrenzlos m Preis und Qualität j L. & T. PiO WATI \ F e i n e W u r s t - und Selchwaren | UaMütierl ohne Gefrierfleisch: si>s I Srhaitlich In allen Deftaii-Verkau?ss<a2üen PslWna ttfth Die Aaspora. Mr Hevbevt Snuruol über das jüdische Problem. X. Berlin, 8. September. Der gewesene Oberkommissär von Palästina, Sir Herbert Samuel, der die Feiertage in München verbringt, hielt sich einige Tage in Nürnberg auf, wo er vor einem Kreis geladener Freunde des Palästjnawerkes eine Reihe von P a l ä st i n a betreffenden Fragen beantwortete. Zunächst kam er auf die von manchen Juden gehegten Befürchtungen zu sprechen, daß die Existenz eines jüdischen Palästina die staatsbürgerlichen Rechte der Juden in den anderen Ländern beeinflussen könnte. Sir Samuel erklärte, daß Weder die englische noch eine andere Negierung jemals die Ansicht vertreten haben, als sollten die Juden außerhalb Palästinas durch ein jüdisches Nationalheim in Palästina die palästinensische Staatsbürgerschaft erwerben. Diese beschränke sich nur auf jene Juden, die sich in Palästina niederlassen. Der Zusammenhang der Juden in der' Diaspora mit den Inden P a l ä st i n a s sei ein geistiger und moralischer, kein politischer. Natürlich gibt es — sagte Sir Samuel weiter — überall nervöse Juden, die grundlos eine Beeinträchtigung ihrer Rechte befürchten und deshalb den Zionismus bekämpfen. Aber diese Nervosität wird vorübergehen. Besonders eingehend erörterte Sir Herbert Samuel das Verhältnis der Juden z u d e u Arabern. Heute haben die Araber schon eingesehen, daß die Juden sie keineswegs bedrücken wollen. Zum a r a b i s ch e n P r o b l e m, führte Samuel aus, daß die Araber sehr individualistisch und streitsüchtig seien und daß es innerhalb und außerhalb Po- Wegen des Nosch-Haschnmrh erscheint die nächste Nnmrner der „Wiener Morgenzeitung" erst Samstag früh zur gewohnten Stunde. lästinas eine große Z a h l v 0 n Parteien gebe, die sich untereinander befehden. Eine Einigung aller arabischen Parteien gegen die Juden sei wenig wahrscheinlich. Auch der Umstand, daß sämtliche fünf englische Regierungen seit der Balsour-Deklaration, ferner daß Amerika, Frankreich, Italien und der Völkerbund sich für das jüdische Nationalheim aussprachen, habe den Einfluß auf die Araber nicht verfehlt. Sie haben sich damit abgefunden, daß die B a l f 0 u r - D ekck a r a t i 0 n unu m st ö ß l i ch ist. Ueber die wirtschaftlichen Aus s i ch t e n in Palästina äußerte sich Sir Samuel sehr optimistisch. Wenn die Zeit der I n v e st i t i 0 n e n vorüber sein wird, dann wird es auch möglich sein, ohne Zuschüsse auszukommen. Die Kolonisation hat in den letzten Jahren rapide Fortschritte gemacht. Die große Einwanderung im letzten Jahre hat die Krise veranlaßt. Sie dürfte aber nur vorübergehend sein, wenn durch großzügige Investitionen die Zahl dev Arbeitslosen gemindert wird. Redner erörtert sodann die geistige und k-Murelle Entwicklung Palästinas. Alle Juden müssen sich mit dem entstehenden Nationalheim verbunden fühlen, weil dort ein neuer geistiger Mittelpunkt' geschaffen wird. Ob schon die wirtschaftlichen Aussichten günstig sind, so wird es noch lange Zeit in Anspruch nehmen, bis Alästina imstande sein wird, die wirtschaftliche Judenfrage zu lösen. Die meisten Juden werden daher auch weiterhin außerhalb des Landes bleiben müssen. Man soll daher keine Anstrengung unterlassen, die Lage der Juden auch außerhalb Palästinas zu verbessern. Die Juden außerhalb Palästinas werden aber bester sein müssen, in Erez Israel einen geistigen und sittlichen Mittelpunkt des Judentums zu schaffen und alle Indem werden znr Mitarbeit aufg>er«ufeu.

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