Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2708 (6.9.1926)
- Date
- 1926-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981795--27508-3015452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ Polen i aSuiouy l Wi en: Zum Abholen ln der Expedition, lUTabontr. 1-3, oder ln einttVeradtleisotelle Trafik) monstl. 3 Schilling StMMenverkeut in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol d sch mied, i* Wolleeile 11 . Mit Postversand fflt Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i sch echo-Siowakel: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, el gj en: Mon. Frcs. 35 N itbMhltmgM bei Frei*« (•nAiHiirfn «orbehtlln Hflffli'» nl England: Mon.4 Schilling. Italien: MonatU 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien »Mon.iOOUwi. Schweix und das fihrtge Ausland monatlich Frcs. ä Redaktion, Administration: Wien, II. Taboratr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-18 Ab 6 Uhr: 21402, 25-2-82 lX.. Untversttfltsstrasse 6-8 (Druckerd lg. Stelnmanm OesterreiChisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69'- tflt. 2708 Wien, Montag, 0. September 1028 8. Jahrgang Fm retzattionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Sine Militarlonvetion zwischen Polen «nd Rnmönien? Paris, 6. September. „New American" weiß von dem Abschluß einer Militärkou ventlon zwischen Polen nnd Rumänien zu berichten, die von Frankreich unterstützt werde; sie enthalte genaue Bestimmungen über gegenseitige Hilfe im Falle eines kriegerischen Angriffes Deutschlands oder Rußlands gegen Polen, bezw. Bulgariens oder Rußlands gegen Rumänien. Sie Türkei will dem Bötterbund beitreten. Paris, 6. September.. Nach einer Meldung des „Matin" hat die türkische Regierung an mehrere Regierungen Schreiben, gerichtet/ in denen sie ihrem Wunsche Ausdruck gibt, dem Völkerbund.beizutreten. Syrischer lleberiaü aus Lamartur. Paris, 6. September: Wie „New-Aork Herald" meldet, haben 500 syri sche Reb eilen gestern früh einen u n v e r m u taten Angriff auf D a m a s k u s unternommen. Es gelang ihnen auch; in die Stadt einzudringen. Nach zweistündigem Kampfe.-wurden sie wieder vertrieben. 40 Kämpfende wurden getötet. TaifnnkalafttMe in 3avan. Zahlreiche Opfer. Schiverer Schaden. . Tokio,'4. -September. .Wokff.)^tzelltd'-früff^ist---über Mitteljapan ein T a i f u n Uredergegangen, der eine g r o tze A n z a h l M e n s ch e n l ehe n erforderte und erheblichen Sachschaden ängerichtet hat. In Tejehafcht stürzte ein Schulbebäude ein. Zwölf Kinder wurden g e t ö t et und 90:schwer verletzt. In der Stadt stehen 300 Häuser' unter Wasser. In Hamamatsu wurde ein Fabriksgebände zerstört. Acht Arbeiter wurden getötet und 25 Verletzt, Ebenfalls in der Nähe von Hamamatsu wurde durch den Taifun auf der Strecke Tokio—Nagoja ein Eisenbahnzug umgeworfen. Eine Reihe von Personen wurde verletzt. In Jodschida in "'der Provinz Totschigi wurden 40 Gebäude zerstört, darunter auch die Polizeiwache. Drei Polizisten und eine große Menge Zivilpersonen wurden schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz in Akenogahara bei Nagoja wurden 40 Flugzeuge beschädigt, einige von ihnen fast vollständig zerstört. In Kabasaki in der Nähe von Jokohama senterten infolge des Taifuns zwei Leichter, 15-Man »der Besatzung sind ertrunken. Aus der Republik KMng. Der Prozeß gegen den Raubmörder Schroeder. Berlin. 5. September. Wie der „Montagmorgen" aus Magdeburg meldet, soll der Prozeß gegen den Mörder Hellings. Schroeder, bereits am 16. und 17. d. stattfinden. Die Anklage lautet auf Raubmord, Scheckfälschung und Verleitung zum Meineid. . in Spmie«. Segen Primo de Ribera. — Ser Diktator verlangt de« »elagernngsrnftand. — Der König »ach Madrid dernsen. einer Nationalversammlung, eindringlich internationale Fragen im Beisein des Ministers des Aeußern, der eigens aus San Sebastian ge- Der Tod in den Sergen. > Rax und Schneeberg. Sonntag ■ ereignete sich abermals auf der Rax ein tödliches Louristenunglück, dem ein junger Wiener zum Opfer fiel. Der 18jährige Eisendreher Richard S e n ghan s unternahm am Sonntagmorgen mit seinem Freund, dem 31jährigen Schlosser Johann Reicht, einen Aufstieg aus die Rüx über den WieneEeustädter- Steig. Senghaus rutschte beim Ueherqueven einer Traverse auS und stürzte einige hundert Meter tief ab. Er blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Der Weichtalwirt Otto Karlitzer unternahm eine Expedition zur Bergung der Leiche, die in die Leichenhalle von Reichenau überführt wurde. Ein zweiter Unglückssall ereignete sich gestern im Schneeberg .g e b i e t. Der 31jährige Schriftsetzer Josef B a u e r n f e i n d aus Wien verunglückte um halb 13 Uhr mittags beim Einstieg in den Stadelwandgrat auf dem Schnecherg durch S'einschlag und erlitt' einen Bruch des linken UnterarMeL, Madrid, 5. Sepiemlber. (Havas.) Eine offiziöse Note gibt bekannt: Infolge Aenderung des Reglements für militärische Belohnungen in Kriegszeiten sind in der Armee Akte von Disziplinlosigkeit festgestellt worden.' Heute 'hat der Artilleriedirektor ohne Ermächtigung des Kriegs .minister die Einberufung aller Führer der Artillerieoffiziers korps nach Segovia angeordnet und gleichzeitig betont, daß die Garnisonsstreitkräfte in den Kasernen konsigniert bleiben. Die Zöglinge der M i l i t ä r a k a d e m i e in Valladolid halben gleichfalls Disziplinlosigkeiten begangen. Infolge dieser Vorgänge hat die Regierung dem König angeraten, nach Madrid zu'rückzukchren, und von ihm die Ermächtigung zur Verkündigung des Belagerungszustandes in ganz Spanien verlangt, ferner die Ermächtigung, sämtliche Führer der Artillerieoffiziere von ihren Funktionen zu entheben unter Verbot des Uniformtragens und über sie der Schwere ihrer Vers gehen entsprechende Strafen zu verhängen. Die Note schließt mit den Morten, die Regierung rechne auf die öffentliche Meinung. Der K ö n i g, der sich in San Sebastian äufhielt, ist nach Madrid abgereist. . Pvimo de Rivera will einen „Höchsten Rat" einsehen. Madrid, 6. September. (Fabra.) In einem Manifest an das Land, schildert, Primo. de Rivera das vom Direktorium vollbrachte Werk und tritt-fifefrjtft.it h e ru f:ü n g einer h ö chst e n Versa mm - iH''e Klassen und sämtliche Interessen der' Nation vertreten würde uüd dem Herrsche r f ü r den Fäll einer M i n i st e r k r i s e Ratschläge zu liefern hätte. In dem Manifest wird das Sch eitern d e s p a r l a men tar Irschen Regimes verkündet. Der „Ministerrat". Madrid, 5. September. (Fabra.) Der Ministerrat befaßte sich gestern mit der Volksabstimmung und dem Plan Er prüfte auch kommen war. Das über den Ministerrat veröffentlichte Communique beschränkt sich darauf zu erklären, daß der Minister des Aeußern seinen Kollegen eine Darstellung über die letzte Phase der Völkerbund frage und des Tangerproblems gegeben habe. Dev Belagerungszustand verhängt. London, 6. September. Nach Meldungen aus Cadix haben sich in einer Anzahl spanischer Städte die Angehörigen der Marine dem Artilleriekorps an geschlossen. Ein offizielles Communique besagt, baß sich in Andalusien und Katalonien die Artillerieoffiziere den Anordnungen der Regierung gefügt haben; in den andere nPrövinzen s e.i d i e L a g.e n o ch u n g e k l ä r t. Nach seiner Rückkehr nach M ad r i d hatte der K ö n i g sofort eine zweistündige Unterredung mit Primo de Ribera, über die das offizielle Communique berichtet, daß sie völlige Ueberelnstimmung zwischen dem König und dem Ministerpräsidenten ergab. Gleichzeitig mit der Verordnung über die von Primo de Ribera beantragten Maßnahmen gegen, die revoltierenden Artillerieoffiziere wurde der Belagerungszustand überganzSpanien verhängt. Die Agenden der entlassenen Offiziere wurden Reserveoffizieren übertragen. Nachrichtensperre. Paris, 4. September. Nach einer Meldung der „Ere Nouvelle" sindamSamstag um halb 12 Uhr nachts sämtliche telegräphifcheund telephonffche.B.er.», bind u n g e n zwischen S P an: e n u st d F ictxi V r e i ch n Ü t erb rochen worden. Die Svanier raumen Marotto? London, 6. September. Wie „Daily Mail" aus T a n« ger meldet, treffen die Spanier alle Borbereitungen für die Räumung eines großen Teiles von Spanisch-Marokko. Ihre Truppen haben in S ch e s ch a u e n eine e m P f i n dl i ch e N i e d e r l a g e erlitten. Kolonel Kish lammt nach Wien. Wie wir erfahren, soll der Leiter der Zionistischen Exekutive in Palästina, Kolonel Kish, demnächst zu kurzem Aufenthalt in W i e n cttitrcff.cn. Die genauen Dispositionen über seine Ankunft nnd seinen Aufenthalt in Wien sind noch nicht getroffen. Der Messesonntag. Massenbesuch in allen Messehäusern. Im Messepalast brachte «ber Sonntag Massenbesuch. Jnsbesonders aus den Bundesländern, aus der Tschechoslowakei und Ungarn sind zahlreiche neue Besucher eingetroffen. Im allgemeinen sind bisher Einkäufer aus Griechenland, Polen, Rumänien, Aegypten und Nordamerika stärker vertreten als auf den früheren Messen. In der Hofburg hat sich die Bewegung am Sonntag gleichfalls in hohem Matze verstärkt. Bor allen: sind es die Modevorführungen, welche unausgesetzt sehr stark besucht sind. Auch in der gestern in Anwesenheit des französiischen Gesandten Beaumarchais feierlich eröffneten. prächtigen französischen Abteilung (Salon d'Clegance) ging es den ganzen Tag über sehr lebhaft zu. Bei sehr starkem, besonders in den Nachmittagsstnnden außeroHentlich gssteigertem Basuch, zu denr die aus den Bundeslätwerw Angekommenen das Hauptkontmgent stellten, entwickelte sich in der R o tn d e ein lebhaftes Atessetreiben, das günstige Ausblicke auf Geschäftsablschlüsse eröffnet. . . . Dev Mavdev als Messebesuchev. Ein Vorkommnis, das zwar sehr phantastisch klingt, sich aber tatsächlich ereignet hat, erregte große, Heiterkeit. Als die Rotunde gestern früh eröffnet wurde, konstatierte man auf einem in der Möbelgruppe ausgestellten Bett verdächtige Spuren, die von einigen zufällig anwesenden Jägern als Losung eines Steinmarders agnosziert würden. Der Marder scheint in der benachbarten .Lebensmittelausstellung auch eine Flasche Eievkognak geleert zu haben, wie eine umgestürzte und geöffnete Flasche verriet. Dann hat rr wohl seinen Rausch ausgeschlafen! Rotftandrbauten der Gemeinde Wien. Aufwand 30 MMonen Schilling. Wie ein Wiener Montagblatt erfährt, wird die Gemeinde Wien noch im laufenden Jahre an die Verwirklichung einer großzügigen Idee schreiten. Es sollen N o t st a n d S a r b e i t e n in Angriff genommen werden, deren Durchführungskosten nicht wen'ger als 3 0 M i I I i on.cn Schilli n g betragen sollen. Akte Vorarbeiten sind bereits d n r ch g e f ü h r t und gegenwärtig steht btc, Gemeinde Wien mit dem B u n d e S m t n i st e r i n m f ü r s o zia l e V e r w a lt u.n g wegen des Zuschusses aus dem Arbeitslosenfonds in Verhandlung. $ie BerzichterklSrung der Juden in der Me». Louis Marshall hält den Borwurf der Feigheit aufrecht. Me bereits berichtet, hatte Louis M a r s h a l l, der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees, den Führern der türkischen Jndenheit Feigheit vorgeworfen, weil sie aus' die ihnen aus Grund des Lausanner Vertrages znkommenden Minderheitsrechte Verzicht geleistet haben. Herr Gad Franco, der Vizepräsident des Dwizchner-Komitees der jüdischen Gemeinde in der Türkei, erividerte, die Vorwürfe seien ungerecht, die türkischen Inden seien aus Gnmd des in der Türkei geltenden Schweizer Codex, vollberechtigte Bürger und übrigens hätten, sie. bei ihrem Verzichtsanspruch Gegengarantien verlangt. In einem Gespräch mit.dem Vertreter der Indischen TelegraPhen-Agentur erklärte nunmchr Louis Marshall, er sei nicht im germUten geneigt, den Vorwurf der Feigheit zurückzuziehen oder zu mildern. Die jüdischen Mtabeln hatten nicht.das geringste Recht, im Namen der türkischen Juden auf verbriefte Rechte Verzicht zu leisten; ebensogut.hätten sie im Namen der Armenier verzichten können. Mi sind, schloß Adarshall, die VechAtnisse in der Türkei gut vertraut und auf Gnmd dieser Vertrautheit wiedechoir ich, daß die Berzichtsevklävung eine erbarmliche Feigh. tat soweieu. D r r s-