Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2705 (3.9.1926)
- Date
- 1926-09-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Konkurrenzlos ln Preis und Qualität |i L.&T. PIOWATI Feine Wurstu n d S e i c k tu a r e n|| Garantiert ohne Gefrierfleisch! ees 11 Erhältlich in allen Detail-Verkaufsstellen g § Ter Sinai als Konzessionsgebiet. Anschluß an das Palästinamandat? Kairo, 2. September. Aus Port-Said wird gemeldet: Der Bau des Hafens von Port-Fuad, dessen Einweihung in Gegenwart des Königs von Aegypten und des englischen Oberkommissärs stattfinden soll, wird als Vorspiel einer Ausdehnung des MandatesaufdieHalbi n s e l Sinai angesehen. England hat diese Angliederung auf Grund umfangreicher geologischer Nachforschungen beschlossen. In den letzten Monaten haben englische Geologen umfangreiche Untersuchungen auf der Halbinsel Sinai vorgenommen und das Vorhandensein wertvoller Bodenschätze, insbesondere wertvoller Meta l l e, festgestellt. Mehrere englische Gesellschaften haben sich bereits Konzessione« erteilen, lassen. Kampf zwischen Beduknenftümmm in Tran»- jardanien. Jerusalem, 1. September.. (I. T. A.) In der Umgegend von Akaba kam cs zu ernsten Kämpfen, zwischen den Beduinenstämmen,' die am Golf van Akaba wohnen, und Beduine!:, die aus Aegypten herübergekvmmen sind. Die Kämpfe nahmen einen so bedrohlichen. Charakter für das ganze Gebiet an, daß ein britisches Kriegsschiff in den Hafen voN Akaba eingelaufen ist, um die Einwohnerschaft zu schützen. Emir S h a k e r, einer der Führer der transjordanischen Stämme, ist in Akaba eingetroffen und bemüht sich, Frieden zwischen den kämpfenden. Stämmen zu stiften. Akaba ist im September 1922 als ein Teil des von England verwalteten Mandatsterritoriums Transjordanien anerkannt worden; früher gehörte Akaba zum Königreich Hedschas. Re Drusenliimvfe. Jerusalem, 1. September. (I. T. A.) Der Herausgeber der palästinensisch-arabischen Zeitung „Meräat el Sherk", der von einer Tour durch den Dschebel Drus nach ^Jerusalem zurückgekehrt ist, berichtet, die Drusen hätten sich ent? schlossen, sich von allen Fronten zurückzuziehen und in dem Gebiete des Dschebel Drus zu konzentrieren. Sie wollen den Kampf bis zum bitteren Ende durchführen. Die Drusen verfügen über genügend Lebensmittel und Munition, es herrsche aber großer Mangel an Aerzten und Medikamenten.' Die Schulen sind geschlossen, die Kinder sind mobilisiert worden, um im Mnnltionstransport und der Bergung der Berwund«ten behilflich zu sein. Sie englischen Bergarbeiter wollen verhandeln. Vollmachten an die Exekutive. London, 2. September. (Tel.-Komp.) Die Delegiertenoersamrnlung der B e r g a r b e i t e r hat mit 557.000 gegen 225.000 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der der Vollzugsausschuß der Bergarbeiterföderation zu neuen Verhandlungen mit der Regierung ermächtigt wird. In den zentralen Kohlenrevieren nehmen immer mehr Bergleute die Arbeit Wiederauf. Wegen der unzureichenden Sicherung des Dienstes bei den - Wasserpumpen haben die Kohlengrubenbefitzer in Süd-Staffordshire die Arbeit in den Gruben eingestellt. Tausende von Arbeitern werden dadurch arbeitslos. Ser private Sollarkar» in Polen. L>. Warschau, 2. September. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr in W a r i ch a u 8.98, in Krakau 9.—. Spanien ist nicht erschienen. Sie erste Sitzung de» Bölkerbundrate». — Ser Bericht der Mandatskommiffion abgefetzt Lange vertrauliche Beratungen. Genf, 2. September. An der heutigen, zunächst vertraulichen ersten Sitzung des Bölkcrbundrates nahm.der spanische Delegierte nicht teil. Damit scheinien sich die Gerüchte zu bestätigen, daß die spanische Regierung trotz des gestrigen Versprechens, die Sachlage nochmals loyal zu prüfen, sich wenigstens vom Rate zurückzuziehen beabsichtige. Zu Beginn der öffentlichen Sitzung wies also der Rat nur noch acht Mitglieder auf, und zwar: England (Chamberilain), Frankreich (Briand), Italien (Scialoja), Japan (J^hii), Belgien (Vandervelde), Schweden (Unden) und Uruguay (Guan i). Es fehlte demnach außer Spanien auch noch Brasilien. Dr. Bene s ch cröffnete die erste Sitzung der 41. Tagung, als ob nichts Vorlage, mit dem Bericht über diesiebente Session des H y g ie n e ko m i t e e s, den Graf I sh i i erstattete. Darauf erstattete Unden (Schweden) den Bericht über die achte Tagung ■ der Opiumkommission und die von ihr angeuornmenen Entschließungen, in denen besonders der Wunsch nach dem Be i t r i t t de r Türkei zur O P i u nr k o n v c n r i o n zum Ausdruck kommt. Der Bericht der ständigen Mandatskommission über ihre neunte Tagung wurde von der Tagesordnung abgesetzt. [ 7’ . C h a mberla i n berichtete kurz' über.das Komitee.zum Schütze der Kindhei:, womit, die äußerlich so, wenig eindrucksvolle erste Sitzung des Rates schloß. •. -F. .,,.,. - Die nächste öffentliche Ratsitzung 'findet'.morgen um halb. 4 Uhr. nachmitta'gs statt. - In der auffallend langen gcheimen Sitzuug des Bölkerbllndrates machte Generalsekretär D r u m m o n d Mitteilung davon, daß er eine spanische Erklärung erwarte, daß aber F* zur Stunde eine solche noch nicht eingetroffen. sei. Nach einer Jn.formation der Agenee Havas hat die spanische Regierung beschlossen, ohne die Entscheidung des Völkerbundrates über die Ratsitze abzüwarten, bereits jetzt ihr Desinteressement zu exklaren. Binnen 24 Stunden werde der Generalsekretär des Völkerbundes eine offizielle Note der Madrider Regierung erhalten, die diese Entscheidung ankündigt. Allgemein fällt die Aehnlichkeiit des Vorgehens Spaniens mit. dem Brasiliens in der Junitagung auf, wo der brasilianische Botschafter ohne jede Erklärung dem Rate einfach ferMielb, bis er dann wieder erschien. Brasilien gab seine Rücktrittsabsicht, wie erinnerlich, erst in der letzten Ratsitzung im Juni kund. Ob Spanien gänzlich aus dem Völkerbund austritt oder sich, we in Kreisen der englischen Delegation angenommen wird, bloß zurückziehen wird, ist noch nicht entschieden. Uebrigens setzt man in Kreisen der französischen Delegation große Hoffnungen auf eine Intervention des Vatikans, die dieser nach römischen Meldungen bei der Madrider Regierung vorbereiten soll. Die Studienkommission «trat heute um 6 Uhr zu ihrer letzten Sitzung zusammen. An dieser nahm d e r s p a n i s ch e D e I e g i e r t e teil und verengte in dem dem Völkerbundrat vorzulegenden Bericht der Studienkommission eine klare Feststellung, daß' die Kommission litt ihrer Mehrheit die Ansicht vertreten habe, Spanien könne «keinen ständigen Ratsitz erhalten. Es entspann sich eine lange peinliche Debatte, 'in der betont wurde, cs sei nicht möglich gewesen, außer an Deutschand noch einen ständigen Ratsitz zu vergeben. Da eine Einigung sich als unmögliich erwies, wurde die Sitzung auf morgen vormittags vertagt. Das Finanzkomitee. . - Genf, 2. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Das Finanz» -t^mitee des Völkerbundes trat heute zu einer Sitzung zusammen. Zum Präsidenten wurde Dr. Pospüsil (Tschechoslcwakei) gewählt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderen! folgende Fragen: Siedlung der griechischen, bulgarischen und rumänischen Flüchtlinge; finanzieller Wiederaufbau Oe st e r r e i ch s und Ungarns; internationale Maßnahmen gegen Falschmünzerei. Die Türkei will einireten? Paris, 2. September. Nach der ,^D<nly Mail" ist in Genf ein türkischer Diplomat eingetroffen, um den Eintritt der TürkF in den Völkerbund vorzubereiten. Internationale Tagungen in Genf. Genf, 2. September. Zur gleichen Zeit mir dem Rak des Völkerbundes sind hier die Studienkommission• der interparlamentarischen Union sowie der dritte Kongreß des internationalen Hochschulverbandes zusammengetreten. Die Matur in Ftalien. Abschaffung sämtlicher Wahlen. Rom, 2. September. Wie eine römische Agentur aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will» werden, nach dem faszistischen Grundsatz der gänzlichen Abschaffung der Wahlen, in Bälde die Gemeinde- und Provinzialwahlen abgeschafft werden. Die Legislaturperiode der g eg e rill) 8 r t i g e n Kammer wird bis auf weiteres verlängert. Damit soll eine grundsätzliche V e r f a s s u n g s 8 n d er u n g eingleitet werden, die gleichzeitig mit der Senatsreform durchgeführt werden wird. Es werde auch die Frage geprüft, den der Kammer freiwillig fernbleibenden Abgeordneten das Mandat zu entziehen. Re Fememorde. Der „Stahlhelm'"-Chefredakteur verhaftet. Berlin, 2. September. Im Zusammenhang mit dem Fememord an dem .Hauptmann a. D. Wag euer, einem Beteiligten an der Befreiung des Kapitänleutnants Dittmann ans dem Hamburger Gefängnis, ist vor einigen Tagen, wie eine Berliner Zeitungskorrespondenz zu melden weiß, der Chefredakteur der Zeitschrift „Stahlhelm", Friedrich Wilhelm H e i n t, in Magdeburg verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis m Gießen eingeliefert worden. Sin Terrorerlab in Deutschland. Berlin, 2. September. Der Preußische Minister des Innern hat eineu Runderlaß an alle Landes- und Orts- Polizeibehörden gerichtet, in dem diese ersucht werden, gegen alle Politischen Terrorakte, Ueberfälle und Angriffe in jedem Fäll mit Entschlossenheit und Nachdruck einzüschreiten, eventuell sofortige Auflösung der beteiligten Vereinigungen zu verfügen. Ein Woleraiall in Lodz. Die Scharlachepidemie in Warschau. L. Warschau, 2. September. Wie aus Lodz gemeldet wird, wurde dort gestern ein Fall von Cholera asiatica festgestellt. Die Scharlachepidemie in Warschau hat, wie es scheint, ihren Höhepunkt erreicht. Gestern wurden 36 neue Erkrankungen und neun T o d esfälle registriert. Die Gesamtzahl der Scharlacherkrankungen in Warschau beträgt bishl" 562 Personen. Wieder zwei Militürstugzeuse abgestürzt. In Olmütz und Bennifch. Prag, 2. September. (Tschechoslow. Preßbur.) Heute um 5 Uhr früh starteten auf dem Flugplatz in Olmütz drei Flugzeuge des zweiten Fliegerregiments zu einem Bersnchsflug gegen Chropin bei Kremsier. Die Flugzeugmaschine „A 12-64" mit den: Korporal-Piloten und einem Beobachter-Leutnant an Bord glitt in einer scharfen Kurve in der Höhe von nngefähr 2 5 0 Meter ab und fiel in einer Spirale zu Boden. Infolge des Ausfallens des Flugzeuges explodierte der B e n z i n b e h ä l t e r und b e i d e F l i e g e r v e r b r a n n t e n. Boi einem Uebungsflug stürzte heute früh aus einer Höhe von 1260 Dieter das Flugzeug „A. 12-16" bei Bennisch (Schlesien) in einer Spirale ab. Der Korporal-Pilot und der Oberleutnant- Beobachter sind t o t. Herbert Samuel. X. Berlin, 2. Septeylber. In den nächsten Tagen wird der ehemalige Oberkommissär von Palästina, Sir Herbert Samuel, aus dem Schwarzwald kommend, in Dt ü n ch e n eintreffeu. Samuel hat Empfänge auch von zionistischer Seite abgelehnt, weil er das Bedürfnis habe, als Privatmann die jüdischen Feiertage in Deutschland zu verleben