Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2704 (2.9.1926)
- Date
- 1926-09-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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|roien; dB jiossy I Wi LN: zum Abholen in der Expedition, IL Tfiborstt. 1-3, oder In elnerVerschlersstelle Trafik) monatl. b Schilling Strassen verkant In Wien durch die Kolporteure det Firma Goldschmied, Wolirefle 11 Mit Postversand töt Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schec ho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. DJn. 60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frca. 35 N «ctisahtuniten bet P r e t u „ r h n h tt n i-1* vorhenetten tllt. 2704 Wiener orgenseltung Wie«. Lonnerrtag. 2. Sevtemver 1020 unru-rra England: Mo«. 4 Schilling, ft alle«: Mooatl. SV Ute: Ru minien: Mon. 170 Lei. lijigarlensMomWOUir». Schweiz und das fiKftge Ausland mouatHch Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, U. Taborttr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25-3-82 IX., Universititsstrasse 6-8 (Druckerei lg, Steinmann) Oeaterrekhisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69- 8. gastrgana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. rTTTTTTr» rnTTTTTTirrrrTTTTTTTTTTTTl Zionist. Landeskomitae f Qi* Oesterr.i HEUTE Donnerstag den 2. September 1926 in den Olympia-Sälen, I., Rotgasse 5 VORTRAG des Oberrabbiners Prof. Or. H. P. Chajes \„Die Lage im Zionismus im Hinblick auf \ die letzte Aktionskomiteesitzung“ : Beginn 8 Uhr abends Regiebeitrag 1 Schilling: Palästina erhält eine eigene Währung. Einsetzung einer Wührungskonnnission. K. London, 1. September. Dieseit ungefähr drei Jahren beabsichtigte Schaffung^ einer eigenen Palästinawahrung tritt nun in das. Stadium der Verwirklichung. Der britische Kolonialstaatssekretär Amery hat eine Sööjj* ..MMWMUion^Wa'sttt^'.walche'^ die -Schüsfung '..der-.Py.l8stinafÄihrungin iste Wege leiten soll, ' ) / ' ' '' ' ' ' ' 3' '' /'; ' ' . . Pie Frage der eigenen Währung für das palästinensische. Mandatsgebiet ist, in den letzten Jahren eingehend erörtert worden. Die eigene Währung mit entsprechender Metalldeckung nach europäischem Muster würde den palästinensischen Mark: von den im vorderen Orient üblichen Schwankungen des Geldwertes befreien. Wie bekannt, ist die Währungseinheit in Palästina gegen- Ivärtlg da s >äg y p t i.sch e P fu nd/ das in hundert Piaster eingeteilt ist. Das türkische Pfund, welches früher dominierte, ist stark in den Hilttergrund gedrängt. Wenn auch die gegenüber dem stets schwankenden Werte des türkischen Pfundes weit stabilere ägyptische' Valuta nicht mehr so große Kursschwankungen anfweist wie ihre Vorgängerin, so ist doch in den verschiedenen Gegenden des vorderen Orients stets eine wechselnde Bewertung des ägyptischen Pfundes zu konstatieren,, die sich auch.auf Palästina erstreckt. Die. neue Palästinawährung soll auf dem englischen Pfund Sterling aufgebaut sein und es wird dementsprechend auch für bie nötigen Deckungsmittel. zu sorgen sein. Die Ausarbeitung dieses .Währungsplanes obliegt der jetzt ■ ernannten Währungskommission; Die' Einführung der eigenen Währung in. Palästina ermöglicht dem Landesmarkt eine größere Unabhängigkeit vom ägyptischen Geldmarkt, was für die wirtschaftliche Beweglichkeit des Landes Palästina ein Vorteil ist. Die Einführung' der eigenen Palästinawährung ist naturgemäß auch mit ge-' wissen politischen Erwägungen der Mandatar macht verknüpft, die die Position östlich des Suezkanals ihrer politischen Bedeutung für das britische Imperium auch wirtschaftlich und finanziell in stärkere Kontrolle nehmen will. Mac Donald für Beendigung der englischen Streiks. , Differenzen zwischen der Exekutive der Lnvonr Party und der Bergarbeiter. London, 1. September. (Reuter.) Heute vormittags ist in der Kohlenkrise eine interessante Entwicklung eingetreten. Mae Donald und andere Führer der Arbeiterpartei im Parlament hatten eine lange Unterredung mit dem Exekutivkomitee der Bergarbeiter, uni zu sehen, ob man den Vorschlägen Churchills in der gestrigen Unterhaussitzung Folge geben könnte. Cook lehnte auf Befragen ab, zu erklären, ob das Exekutivkomitee den Delegierten der Konferenz, die -morgen Zusammentritt, Empfehlungen vorlegen werde. Spanien erhölt keinen ftSndigen RnM. Ins Wahlreglement für die nichMndigen Sitze im Böllerbundrat. Genf, 1. September. In der heutigen Sitzung der Studienkommission für die Reorganisation des Völkerbundrates legte Präsident M o t t a zunächst den Entwurf des U n t e r k o m i t e e s der Studienkommission mit einem Motivenbericht vor. Der Entwurf sieht folgende Reglementbestimm!u.ngen für die Wahl der n i ch t st ä n d i g e n Mitglieder des Völkerbundrates vor: Artikel 1. Die Zahl der n i ch t st 8 n d i g e n Ratsmitglieder wird auf neun erhöht. Artikel 2. Die nichtständigen Ratsmitglieder werden für eine Zeitdauer von drei Jahren gewählt. Ein Drittel der Mitglieder wird jedes Jahr gewählt. Artikel 3. Ein im Austritt befindliches Ratsmitglied kann wahrend dreier Jahre, vom Äblauf seiner Amtsdauer an, nicht wiedergew ä h l t werden, es sei denn, daß in diesem Moment oder im Verlaufe der folgenden drei Jahre die Bölkerbundversammlung in einem mit Zweidrittelmehrheit gefaßten Beschluß dies anders festsetzt. Artikel 4 (Uebergangsbestimmung). Im Jahre 1926 werden die neun nichtständigen Ratsmitglieder von der Völkervundversammlung folgendermaßen gewählt: Drei Mitglieder für eine Dauer von drei Jahren, drei für die Dauer von zwei Jahren und drei für die Dauer von einem Jahr. Von den neuen,.auf diese Weise im Jahre 1926 gewählten Mitgliedern können durch Zweidrittelmajoritätsbeschlutz der Völkerbund- Versammlung höchstens drei unmittelbar als wieder wählbar..erklärt Werder?''--v,” - Die Delegierten der einzelnen Staaten legten ihre Stellung zu' dem Entwurf dar; sämtliche stimmten dem Entwurf zu, auch der Vertreter. Polens, der nur,bezüglich der Bestimmungen über die Wiederwählbarkeit Vorbehalte machte. Als letzter kam unter allgemeiner Spannung der spanische Delegierte Pala cios zum Wort; er erklärte, sich der A b st i m m u n g z u e n t h a l t e n. Präsident Motta stellte hierauf fest, daß die Einstimmigkeit für den Entwurf mit e i n e r c i n z i gen S t i m m e n t h a l t int g, der des spanischen Delegierten, erzielt sei. . . . In ihrer Nachmittagssitzung behandelte die Studienkommission die Frage der ständigen R a t s i tz e mit dem erwarteten Ergebnis, daß sich außer den Kandidaten niemand für eine weitere Vermehrung der ständigen Ratsitze aussprach. Der spanische Delegierte Palacios erklärte, et könne die Forderung seiner Regierung nur aufrechterhalten. Der deutsche Botschafter m v. H o e s ch teilte mit, die deutsche Regierung, die noch nicht Mitglied des Völkerbundes und zudem selbst Kandidat für einen ständigen Sitz sei, wolle sich in dieser Debatte der Stimme enthalten. Die Vertreter Chinas und Polens behielten sich vor, ihre Ansprüche auf ständige Ratsitze nochmals einzubringen, wenn über den Ratsitz an Deutschland hinaus noch ein ständiger Ratsitz zugeteilt werde. Pon den Delegierten der anderen Staaten wurde Spaniens Anspruch abgclehnt. hieraus gab der spanische Delegierte die Erklärung ad, daß d i es Pani s che. Reg i e r ung sicherlich l o Y a l die Lage nochmals prüfen werde. Präsident Motta schlug vor, die Aufgaben der, Kommission als beendet anzusehen. Sie hals' morgen abends ihre letzte Sitzung zur Genehmigung des' Gesamtberichtes, der dem Völkerbundrat zugähen wird. Amerika will den Haager Gerichtshof lahmlegen. Eine rtnerfüMane Beengung für den Beitritt. Gens, 1. September. Heute trat hier im Gebäude des Internationalen Arbeitsamtes eine Konferenz von 37 Signatarstäaten des Protokolls des Internationalen Gerichtshofes zusammen, um fünf Vorbehalte der Bereinigten Staate n für ihren Beitritt zu prüfen. Die ersten vier Vorbehalte der Vereinigten Staaten wurden im IveserEchen angenommen, der fünfte Vorbehalt rief in feinem ersten Teil, der die Erstattung der Gutachten durch den Internationalen Gerichtshof betrifft, keinerlei Einwendung hervor, da er sich mit dem Statut des Gerichtshofes im wesentlichen deckt. Große Schwierigkeiten aber machte der zweite Teil des fünften Vorbehaltes, nämlich die Forderung der Bereinigten Staaten, daß ohne ihre Zustimmung kein Ersuchen um ein Gutachten an den Gerichtshof gestellt werden, dürfe, das eine Frage oder einen Streitfall betrifft, an dem sich die Vereinigten Staaten interessiert erklären. Durch diesen Vorbehalt waren die Vereinigten Staaten in der Lage, die ganze Arbeit des Gerichtshofes völlig l a hm z u l e g e n. Der Präsident der Tagung, der holländische Delegierte van Eysinga, bedauerte außerordentlich» daß kein Vertreter der Bereinigten Staaten au der Konferenz teilnimmt, um hier die notwendigen Aufklärungen z« geben. __ Amnestie für die »erstatteten volnischen Generale? L. Warschau, 1. September. Hier kursieren Gerüchte, wonach der StcnUsprüsivent M o 3 c i c k i in allernächster Zeit die a n-. läßlich der Maivorgänge der hafteten Genera l e b e g n a d i g e n werde. Amtlich wurden diese Gerüchte bisher nicht bestätigt. Der private Dollarknrr in Polen. L. Warschau, l. September. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr,W a r > di q u 8.97. In Krakau 8.97 bis 9.—. Bor einem Generalftrett in der polnischen Schwerindustrie? Berlin, 1. September. (Tel.-Komp.) Nach einem Warschauer Telegramm des „Lokalanzeigers" 'hat der Zentralverband der Gruben- und Hüttenarbeiter von Ostoberschlesien, Kongreßpolen und Galizien, da die Verhandlungen über die geforderten Lohnerhöhungen ergebnislos blieben, für den 6. d. den G e n e r a l st r e i k der Bergwerks- und Metallhüttenarbeiter in den Bezirken von Ostoberschlesien, Dombrowa und Krakau angekündigt, falls die am 4. d. stattfindende entscheidende Konferenz der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer keinen Ausgleich erzielt. Abd ul Kadkr stiugerlchtet. Konstantinopel, 1. September. Das Unabhängigkertsgerich^ von Angora bestätigte das- Todesurteil gegen Abd ul Kadi r, den früheren Mali von Angora, wegen Teilnahme an der Verschwörung zur Ermordung Mustafa Kemals. Wie bekannt, wurde & ul Kadir erst in der vorigen Woche verhaftet. Als im Juni das Komplott von Smyrna entdeckt wurde, lebte er. in seinem Haus in Stambul. Eines Nachts verschwand er und hiÄt sich zuerst etwa vierzehn Tage in verschiedenen Pensionen Peras auf, sah aber, schließlich ein, daß er sich nur retten könne, wenn er die Türkei verließe. Die bulgarische Grenze, die in nordwestlicher Richtung nur etwa 160 Kilometer von Konstantinopel entfernt ist, schien ihm erreichbar, und zu Fuß machte er sich auf, um zunächst'ans Schwarze Meer zu gelangen. Da er dort jedoch kein Boot erhalten konnte, schlug er den ° Landweg gegen Kirkkilisie ein. Einen Monat lang marschierte er so, indem er sich n»r zur Nachtzeit hervorwagte, während des Tages aber in Gräben, Feldern oder Gebüschen versteckt lag. Um die Mitte des August hatte er sich der Grenze bereits bis aus 24 Kilometer genähert. Hier aber wurde er in Jniada ungehalten und verhaftet. Er erfuhr/ daß er bereits zum Tode verurteilt worden sei und ließ sich widerstandslos nach Angora transportieren. Abd ul Kadir wurde letzte Nacht in Angora durch den Strang h i n g e r i ch t e t. Damit ist der letzte der der Teilnahme an dem Komplott gegen Kemal Pascha Beschuldigten dem Galgen überantwortet worden. in Preis, Qualität und Auswahl! Wi- und leinenwaren. Herbst-Stoffe. WM, Stridi-und Wirkwaren eh. zu stannend billigen Preisen im Warenhaus II., Tattise 48 Totephm 474-79,43409 El PS El Ml m 470