Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2702 (31.8.1926)
- Date
- 1926-08-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r I Polen: 25 atoszy Wien: Zum Abholen in de« Expedition, II., Taborstt. 1*3, oder in einer Verschlelsstelle fTraflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf In Wien durch die Kolporteure der Firma Ö o I d schm led, i„ Wollzdle 11 Mit Postversand füt Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling l sctiecho-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: , Mon.Din.60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nachzahlungen bei Pfelz» e -Hrthun«en »orhehalfe» lener England: Mon. 4 Schilling Italien: Monat!. SO Use Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien :Mon,K)0Lews. Schweiz und das flbdgt Ausland monatlich Fies. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11. Taborstr« 1 Telephone: 44-0*38,43-3*18 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69*' Nr. 2702 Wie«, slensiag. 21. August 1820 8. Zahrgau» Im redaktionelle« Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangefetztes E gekennzeichnet. Der Streit um die Ratsfitze. Die neuen Verhandlungen der Studienkommission. Genf, 30. August. (Tel.-Komp.) Die über Wunsch Spaniens schon heute wieder aufgenommenen Ber Handlungen der S t ud i enko m misst o n für die R a t s f r a g e n, die mindestens drei Tage dauern dürften, erwecken hier allgemein ein Interesse, das über die formale Bedeutung der zur Verhandlung stehenden Fragen weit hinausgeht. Die Kommission besteht diesmal statt aus 15 nur aus 14 Vertretern, da Brasilien infolge seines Austrittes aus dem Völkerbund an den Beratungen nicht teilnimmt, was der Präsident der Kommission, der Schweizer Bundesrat Motta, bei Beginn ihrer Beratung mit dem Ausdruck des Bedauerns zur Kenntnis brachte. Für Frankreich nahm Fromageot, der Paul-Boneour schon früher vertreten. hatte, für Italien S c i a l o j a, für Spanien P a l a c i o s, für England Lord Robert Eecil, für Belgien de B r o u ck e r e an der Eröffnungssitzung teil. Rach Eröffnung ergriff der spanische Delegierte P a l a c i o s das Wort, um zu erklären, daß die spanische Regierung den bestimmten Wunsch habe, daß die Kommission im Verlaufe dieser ihrer zweiten Tagung sich über den spanischen Antrag auf Zuerkennung eines ständigen Ratssitzes für Spanien aussprechen möge. Kie. KommiMott^ heMojß aber, zunächst,, den. Bericht der Stndienköntmission über die nichtständigen Ratssitze, beziehungsweise die Anträge Cecil in zweiter Lesung zu behandeln. - '"' Der Artikel 1 dieses Berichtes,, der bestimmt, daß die n i ch t st ä n d i g e n Mitglieder des Bölkerbundrates aus drei Iah r e gewählt werden und sofort nach erfolgter Wahl ihr Amt antreten sollen sowie das alljährlich ein Drittel dieser Mitglieder, neu zu wählen sind, wurde angenommen. Zum Artikel 2, der sich auf die Wiederwählbarkeit von nichtständigen Ratsmitgliedern bezieht, legte der französische Delegierte A'bänderungsanträge vor, wonach die Wiedevwählbarkeit von nichtständigen Ratssitzen gleich bei ihrer Wahl durch die Völkerbundversammlung oder nach Ablauf der Amtsdauer durch Zweidrittelmehrheit festgestellt werden könne. Ueberdies forderte der Delegierte von Uruguay bei der Verteilung der neun nichtständigen Sitze drei Sitze für Lateinamerika und zwei Sitze für Asien. Ueber diese Anträge entspann sich eine lebhafte Debatte, an der sich die Vertreter Englands, Belgiens, Polens, Schwedens und Italiens beteiligten. Die Behandlung der Abänderungsanträge wurde einem achtgliederigen Subko mi tee überwiesen, das morgen vormittags zusammentritt. Es ist aus folgenden Mitgliedern zusammengesetzt: F r o m a g e o t (Frankreich), Lovd Cecil (Großbritannien), Scialoja,(Italien), Guani (Uruguay), v. Hoesch (Deutschland), de Brouckere (Belgien), Sokal (Polen), D i e u p o r t (Schweden). Schwere Katastrophe im Petersburger Hafen. Ein russischer Personenda-mpfer gesunken. — Hundert Passagiere tot- Leningrad, 30. August. (Wolfs.) Heute nachts fuhr der auf der Fahrt von Leningrad nach K r o n st a d t befindliche russische Personendampser „Burenwestnik" bei einem Versuch, in dichtem Nebel dem deutschen Dampfer „Greyne" auszuweichen, gegen den Hafendamm. Der Schiffsrumpf erhielt ein zwei Meter breites Leck und sank nach 15 Minuten. Es ist zu befürchten, daß ungefähr hundertPassagiere ums Leben gekommen sind. Bisher wurden 19 Leichen geborgen. und Bolkssouvemnitiit. Eröffnung des SS. Weltfriedenskongresses. — Radvard gegen den Rationalismus. Genf, 30. August. (Tel.-Komp.) Der 25. Weltfriedenskongreß wurde heute von dem Präsidenten der Genfer Friedensgesellschaft, Jules Favre, in der Viktoriahalle Mit der berühmten Alabama-Glocke eröffnet, die zum ersten Male beim ersteninternationalen S ch i e d s g e r i ch t in einem Saale des Genfer Rathauses benützt wurde, der seither den Namen Alabamasaal trägt. Nach den üblichen Begrüßungen der anwesenden Regierungsvertreter hielt der Direktor der Genfer Universität, R a p p a r d, eine Rede über die Frage der Souveränität, die der Völkerbund als ein Bund der Regierungen natürlich nur als Staatssouveränität verstehen könne, während diese Staatssouveränität durchaus nicht immer mit der Souveränität der Völker identisch sei. Um die öffentliche Meinung wirklich zu erreichen, müsse man'die ErziehungderJugend reformieren, denn so lange die Kinder im Ge ist eeines Nationalismus erzogen werden, der nur seine eigenen Interessen kennt und die berechtigten Interessen anderer verletzen zu dürfen glaubt, sei keine Besserung möglich. Nach dieser Rede Nappards ereignete sich ein viel bemerkter Zwischenfall. Der deutsche Reichstagspräsident Loebe war unter den Zuhörern erschienen^ Kaum war Loebe von den Teilnehmern an dem Kongreß erblickt worden, als der französische Delegierte Bayer auf ihn zutrat und ihn unter dem stürmischen Beifall der Versammlung auf die Ehrentribüne führte. Ein ständiges Sekretariat ber ,n Wien oder Prag. K. Genf, 30. August. Der Kongreß!der nationalen Minderheiten hat sich am Schluß seiner Tagung auch mit der Einberufung des nächsten Kongresses befaßt. Es wurde beschlossen, die nächste internationale Konferenz der Minoritäten im Jahre 1927 abzuhalten. Der Ort der Tagung wird dem sechsgliedrigen Exekutivkomitee überlassen, dessen Bildung der Kongreß ebenfalls beschlossen hat. Dem Komitee soll ein geschäftsführender Sekretär beigegeben werden; das Arbeitsprogramm und der Sitz dieses Sekretariats werden ebenfalls vom Exekutivkomitee bestimmt. Wie Ihr Korrespondent erfährt, soll Dr. Anon.de für die Leitung dieses ständigen Sekretariats der Minoritäten ausersehen sein; als Si tz de s Sekr etari ats sowie als Ort des nächsten Kongresses kommen Wien oder Prag in die engere Wahl. , ^lc.Mew-Iork, 29. August, Dem Nesv-Aorker „Jew ish Äkvrnmg Journal" wird MWAA. Der polnische ^Pexprsster in Moskau, Keci n s k h,. der soeben ms Rußland nach Warschau zurückgekehrt ist,' erklärte, ' daß sich dort der Antis'e m i t i s m u s jetzt sehr st a r k - f u h l b ä r macht; es seien sogar a n t i s e m i t i s ch e E x z e s s e zu befürchten. Irr den leitenden Stellen der Sowjetregierung befinden sich nur mehr d r e i I u d e n. Sa« Programm der tschechische« Farziften. 30. August. (Tel.-Komp.) In einem von den „Naroami Lisch" veröffentlichten Flugblatt wird das Programm der tschechischen Faszisten dargelegt. Es heißt darin unter anderem: „Wir wollen kein halbgebildetes Parlament, keine deutschtschechische Regiereng. Wir wollen die Revision der Gesetze zur Sicherung der nationalen Vorherrch a f t der Tschechen, die Entfernung der umstürzlerischen Elemente, schärfstes Vorgehen gegen, die Verräter und Schädiger der Republik." Schließlich wird die Revision der Vermögens- Verhältnisse der Miven und uichraktiven Politiker gell fordert., welche seit dem Umsturz hevvorgetreten sind. Keine gewählten Bürgermeister In FtaUen. Völlige Aushebung der Gemeindeautonomie. Rom, 30. August. Der M i n i st e r r a t hat beschlossen, daß künitig alle italienischen Gemeinden von einem P o d e st a geleitet werden sollen. Mißbrauch des Radio zur Kriegshetze. Tschechischer: Pvotest gegen eine ungarische Station. Reue Aetrlrbseinstellimgen bei der Alpinen. Graz, 30. August. Die Blätter melden: Wegen Mangels an Absatzmöglichkeit von Roheisen wurden mit 28. August von der Alpinen Montangesellschaft in Eisenerz 350 Bergarbeiter gekündigt, welche bis zum 11. September entlassen werden. Durch diese voraussichtliche Entlassung wird das untere Revier des Erzberges still gelegt werden und mit diesen werden auch die Restanlagen im Mürzboden ihre Tätigkeit e i n st e l l e n. Ler private Dollarkurr I« Polen. L. Marschau, 28. August. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr War > cha u 8.9tz In K r a k a n 9.01 Vor einigen Tagen erschien da? Protokoll über die am L uwd 6. Juli in P'ivis abgchaltene .Sitzung des Rates der Jnternaiionälen Rabl^Fernsprechunion.' Neben. beit rein technischen Fragen, die in diestr Konferenz zur Beratung gelangten, beansprucht eine Rede des Delegierten der tschechoslowakischen Republik gegen die „angrisfsartigen Vorträge der Ungar is chen R adiostät :o n" das größte Interesse. Der tschechoslowakische De7:g:erte beantragte, daß eine Gesellschaft, die wiedcrhM ein aggressives Prograrnm abgibt, aus der Union ausgeschlossen werde," Dieser Antrag entfesselte eine in dieser Körperschaft Wohl selten« politisch!'. Debatte. Der ungarische Delegierte faßte die Gelegenheit beim Schopf, führte alle Momente an, die die irredentistische Bewegung in Ungarn wach erhalten und erklärte, daß es unter solchen Umstand--: nur durch allerschärfste Kontrolle mög.ich sei, Vorträge hintanzuhrlten, weiche dis Gefühle der Nachbarstaaten zu verletzten geeignet -wären. Auf Antrag des belgischen Delegierten H u m e r wird sich die Internationale Radiounion mit dem Ersuchen an den V ö l kerb u n d wenden, im Wege der ungarischeil Regierung die ungarische Sendegesellschaft zur Abänderung ihres Anstoß erregenden Programmes $u veranlassen. Den uumittevharen Anlaß zur Rekrimination gab eine Sendung der ungarischen Station anläßlich der Rakoezi-Foier. Damals wurden zw et irre de nt ist i s che Leitartikel ungarischer Blätter ausgesaM, die eine krasse Verhetzung gegen die tschechoslowakische Republik darstellten. in Prell, Qualität und Auswahl i , Witt, Stritt-id im im Warenhaus Wlrths „Republikanische Union-. Besprechungen in Genf zwischen Wirth, Loebe und Dr. HaaS. Berlin, 30. August. (Tel.-Komp.) Das „Berliner Tageblatt" berichtet in einem Telegramm aus Genf über dort abgehaltene Besprechungen zwischen dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Wirth, . dem Reichstagspräsiidenten Loebe und dem früheren Staatsrat Dr. Ludwig Haas über das Ziel der republikanischen Union und über die Mittel zu ihrer Verwirklichung. Die beabsichtigte Herausgabe einer republikanischen Zeitschrift wurde gesichert. Eine Versammlung führender Republikaner, die sich auch gleichzeitig der Verantwortung gegenüber ihren Parteien bewußt sind, müsse in aller Kürze zu einem klaren Arb ei tsp roll r a m m und zur- Aufstellung sofort realisierbarer r e p nb l i k a n i s ch e r Mindestforderungen gelaygen. II., TaMasse 48 Telephon 47-1-79, 43-493 En ps Ei Mil ’ )