Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2699 (28.8.1926)
- Date
- 1926-08-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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fnnenaS g ios&y 1 Wi en: Zum Abholen ln der l xpedltlon, ILTaborstr. 1-3, oder in einer Verschldsäieile Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold sch mied. I„ Wollzette 11 Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling ■ 1 schecho-Slowakel: . Mon. K22, Jugoslawien: : Mon.Din.60. Polen:Mon. »Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 N iehMhlnagen bei P r e t »* e<*hfthut»<*en vtrlichtllM orgenfcitunp England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien sMonJOOLew*. Schwele und das Ädrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taboratr. 1 relephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspa i* kassen-Konto Nr. 150.69?' Nr. 2699 Men, Samstag, 28. August 1926 8.- Jahrgang Staatsbürgerrecht, Wahlrecht, Sprachenrecht. Stt Genfer Minderhettenlougreb geschloffen. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein Vorangesetztes E gekennzeichnet. Sie beßarabifche Frage. ^Lusfifch-rumänische Verhandlungen. M. Bukarest, 27. August. Ueber den Inhalt des demnächst zur Veröffentlichung' gelangende» rumänischitalienischen Neutralität s- und Freundschaftsvertrages wird Ihrem Korrespondenten mitgeteilt, daß eine formelle Anerkennung der Angliederung Betzarabiens darin nicht ausgesprochen wird. Doch enthält der Vertrag die G a r a n t i e f ü r d i e G r e n z e n R u m ä n i e n s, was hier als indirekte Bestätigung der Okkupation BetzarabienS aufgefatzt wird. Nach einer Mitteilung ans Sinaia nimmt die rumänische Regierung ihre Bemühungen, mit Rußland zu einem modus vivendi zu gelangen, wieder auf. Sie hat Rußland den Vorschlag gemacht, einen Neutralitätsvertrag abzuschließen, der für zehn Jahre gilt. Auch in diesem Vertrag wäre Beßarab-ien nicht erwähnt, doch soll die Schaffung eines dauernden Friedenszustand e s in dieser Zeit durch besondere Verhandlungen angestrebt werden, was gleichbedeutend wäre mit der endgültigen Entscheidung über Beßarabien. Eine solche Vereinbarung würde große Bedeutung besitzen, weil sie die Ruhe und den Frieden im Osten zu sichern geeignet, ist. Eine Entrevue Avereseu-Mussottni. Rom, 27. August. (Tel.-KomP.) , Im Auftrag Mussoil i n i s begab sich Unterstaatssekretär G r a n di nach Acquin in Piemont einer Unterredung mit hem dort gestern eingetrossekncn rumänischen Ministerpräsidenten General Ave re sc u. Es werden dabei die In ter-e sse n pr oble m e -der beiden b e. f r e.u L bet e n S-t.aa t -c n erörtM GeÄeval Mereseu tüi'iib* VörauKsichtlich in ein paar Tagen Mussoli ni in Rom beisuchen. Ser siebente arabische Kongreß. Die DageSorvmmg. F. Jerusalem, 25. August. „Felestin" meldet: Am 16. d. fttnd im Bureau des arabischen Aktionskomitees in Jerusalem eine Beratung des fiir die Vorbereitung des arabischen Kongresses eingesetzten Komitees statt, an der 25 Delegierte aus Jerusalem, Jaffa, Sichern, Haifa, Sased, Hebron, Bethlehem u. a. teilnähmen. Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter der Partei der arabischen Exekutive (nationalistisch), der Volks- Partei und res Verbandes .der Fellachen. Nach langen Debatten wurde einstimmig beschlossen, die Zusammensetzung des Kongresses solle. aus der Grundlage erfolgen. daß das arabische Aktionsko m.i .t e e als Vertreter der Hälfte der arabischen Bevölkerung und die drei übrigen Gruppen als die Vertreter der anderen Hälfte zu gelten haben. Es wurde daraufhin beschlossen, daß die arabische Exekutive 50, die Na t i ona lpa r t e i 26, die Volks- Partei und der Verband der Fellachen je zwölf Delegierte zum Kongreß entsenden. Ferner sollen am Kongreß teilnehmen: acht RechtsaMvälte, je ei« Vertreter der sechs arabischen Handelskammern in Palästina und fünf Muftis. Der Kongreß wird also insgesamt aus 119 Delegierten liest ehe n. Als Ort des Kongresses wurde Jer u sale.m bestimmt. Die Festsetzung des Termins wurde Mnfa Khazim P a s ch a, dem Vorsitzenden der arabischen Exekutive, überlassen. Laut Mitteilung des ,^Jarmnk" wird die Tagesordnung des siebenten Kongresses der palästinensischen Araber unter anderem folgende Punkte enthalten: Protest gegen sämtliche von der Palästinaregierung seit Eroberung des Landes herausgegebenen G e s e tz e, weil sie ohne Teilnahme der .Bevölkerung 'des Landes erlassen wurden. Widerspruch gegen die Worte Kolonel S y m e s in der Mandatskommission, wonach die in Palästina herrschende R u h e ein Beweis für die Zufriedenheit der Bewohner des Landes sei. 'Antrag auf A b l e h n u n g d e r P a l ä st i n a a n l e i h e, da sie ohne Beratung mit den Bewchnern des Landes ausgegeben wurde. Bestätigung der Beschlüsse des sechsten Kongresses. Ponsot — Lbertommlffffr für Syrien. Paris, 27. August. Der Unterdirektor für Afrika und dem nahen Osten im Außenministerium, Ponsot, ist zum Oberk o m m i s s ü r f ü r S y r i e n ernannt worden. Ponsot hat sich besonders durch seine Teilnahme an den französischspanischen . MarokkoverHandlungen bekannt gemacht. K. Gen f, 27. August. Der Minderheiteukongreß beschäftigte sich heute ntit den Fragen des S t a a t s b ü r g e r s ch a f t s-, des W a h l r e chr e s und dom S p r a ch e n p r o b l c m der Minoritäten. Bezüglich der Staatsbürgerschaft gelangte eine Resolution zur Annahme, die der Vertreter der jüdischen Minderheit in Lettland, Rabbiner Nurok, dem Plenum vorlegte, worin das Staatsbürgerrecht als erworbenes Recht erklärt wird, auf das jeder einen Rechtsanspruch hat, und dessen man nur aus e i ge n e m W i l l e n vertu st i g gehen könne. Der Minderheitenkongreß empfiehlt den Abschluß von Verträgen und die Annahme der Konvention von R o nt über den Schutz der Rechte des Staatsbürgers sowie die Einführung der auf diese Frage bezüglichen Grundsätze des Versailler Vertrages über die nationalen Minderheiten. Zur W a h l r e ch t s s r a g e verlangte der Kongreß, dem der Vertreter der ungarischen Minderheiten in Jugoslawien, Deak, referierte, die Anwendung jener Wahlmethoden, welche die einzelnen Nationen in den parlamentarischen und S c l b st v e r w a l t u n g s k ö r p e r n beschlossen haben. Die Minderheiten müssen darin im Verhältnis zu ihrer zahlenmäßigen Stärke zu der Gasamtbovölkcrung vertreten sein. Künstliche Wahlgeometrie, Begünstigungen, welche eine Beeinträchtigung der nationalen Minderehiten bern!,allen, erklärt die Resolution für im Widerspruch mit den Grundsätzen der Gleichberechtigung. Die Resolution erklärt weiter, es liege im Interesse der Staaten und. einer reibungslosen ' produktiven Mitarbeit der' nationalen Minderheiten, daß möglichst jeder Minderheit eine Vertretung im Parlament und in den anderen Selbstverwaltungskörpern möglich getnacht werde. Insbesondere sind Aenderungen der Wcchlgesetze, welche dazuführen, daß nationale Minderheiten ihre parlamentarische Vertretung verlieren, unbedingt zu vermeiden. Zur S p r a ch e n f r a g e referierte Professor Schiemann (Deutscher aus Lettland). Der Präsident des Kongresses, Dr. Wilfan, ergänzte dessen Ausführungen. Der Referent Schiemann legte einen Resolutionsentwurf vor, der den freien Gebra ttch der Sprach en auf ko nsessionellem Gebiet und im Schulwesen, das Recht ans Beibehaltung des Familiennamens ohne jede Aenderung. die territoriale Reglementierung des Gebrauchs der üblichen Sprachen, den gerechten Sprachenansgleich im Falle administrativer Abgrenzungen. usw. Vorsicht. Dev neue Gouverneur des Süddistrikts von Palästina. Jerusalem, 25. August. Me die Palästinensische TelegraphurlWcnlwr erfährtist Major Campbell zum Gouverneur des palästinensischen Süddistrikts (Jeruikalem-Jaffa) an Stelle von Sir Ronald S t o r r s, der bekanntlich als Gouverneur nach Zypern geht, ernannt worden. Die offizielle Mtteilung wird in den nächsten Tagen erscheinen. Die engtischen Strettverhaudlnngen ergebnislos. London, 27. August. (Tel.-Komp.) Der heute veröffentlichte Bericht über die gestrigen Verhandlungen zwischen Regiernngsmitgliedern und den Bergarbeitervertretern bestätigt, daß eine Annäherung der beiderseitigen Standpunkte nicht erreicht wurde. Schatzkanzler: C.h u r ch i l l wies sofort zu Beginn der Verhandlungen' darauf hin, daß für die Mgierintg die Gefvährnng von Unterstützungen für die Bergbanindustrie nicht mehr in Frage komme. Ans die Frage Cooks, ob die Regierung sich bemühen werde, die beiden Parteien znsainmenznbringen, damit über die Beilegung des Konflikts auf nationaler Grundlage verhandelt werden könne, entgegnete Churchill, es sei jetzt Sache der Arbeiter, annehmbare Vorschläge zn machen. Irr private Dollarkur« ln Polen. L. Warschau, 27. August. Der Dollar notierte beute im privaten Verkehr W a r 1 <b a u 8^8 tu K r a k a u 9.— bis 9.01. Nachdem der Vorsitzende des Kongresses dem Wunsche Ausdruck gegeben Hatte, ein einziges Bureau ntit der statistischen Feststellung der Sprachgrenzen zu beauftragen, wurde die Beschlußfassung über die Resolution aus die Abendsitzung vertagt. In der Abendsitznng Hat der Kongreß mit der Annahme von drei Entsi'hließ.ungen seine Arbeiten abgeschlossen. Die erste Entschließung bezieht sich ans die S p r a ch e nfrage: sie fordert, daß die Landessprache ausschließlich als Vcrwaltungssprache zwischen den Staatsorganen und den Bürgern dienen soll. Jede nationale Gruppe soll aber das Recht halben, Schulen zn ^sitzen, in denen der Unterricht in ihrer Sprache erteilt wird. Die zweite Entschließung betrifft die Regelung v o n K o n f I i k t e n zwischen den M i n d e t h e i t e n undden Regierungen und befürwortet die Einsetzung paritätischer Kommissionen sowie die Verbesserung des Verfahrens vor dem Völkerbund. In der dritten Eittfchließurt-g wird die nächste Tagung des Kongresses für das nächste Jahr anberaumt. Die mit der Vorbereitung des Kongresses betraute Kommission Wird eine Monatsschrift herausgeben, die in deutscher und französischer Sprache verfaßt wird und Minoritätsangellegenheiten behandelt. Warum die jiMsche Minderheit 'Rumäniens Genf erschien. Das Organ des jüdischenNationalvevbandes in Siebenlbürgen, der Klausenburger „Uj Kelet", beschäftigt sich an leitender Stelle mit der Frage, warum die jüdische MVdevheit von Rumänien aus dem Minderheitskongreß i n G e n f n i ch t v e r t r e t e n ist und schreibt: Das Fernbleiben hat technische Gründe. Die rumänische.Judenschaft verfügt leider noch über ke in das ganz o Land um fa s-' send es Organ, das berechtigt wäre, diese mächtige Volksgruppe sowohl nach außen als nach innen zu vertreten. Jeder Landesteil Hot seine besondere jüdischpolitische Organisation, in manchen Landestellen gibt cs sogar deren mehrere, ohne das eine von ihnen die Legitimation besäße, die. Gesamtheit der Judenschaft Rumäniens zu vertreten. Unser Fernbleiben will also kein« Demonstration gegen die friedlichen und gerechten B e st r e b u ngen der Genfer Konferenz fein. Spaniens Memorandum über Tanger. An Frankreich und England übermittelt. London, 27. August. Das Rentersche Bureau erfährt, daß die spanische Regierung der engli s ch e n und der französischen Regierung ein Memorandum übermittelt habe, das die spanischen Ansichten über die Tangerfrage enthält und das her italienischen Regierung vor einigen Tagen übergeben worden sei. Es gelte äls sehr, wahrscheinlich, daß hie spanische Regierung noch vor dem Zusammentritt des Völkerbund rat es in irgend einer Form eine Antwort erhalten wird. Sie dürfte nach den hier vorliegenden Nachrichten im wesentlichen ablehnend lauten. Aus London wird berichtet, daß die/Sachverständigen in ihren an das Foreign Office gerichteten Gutachten erklärt haben, die spanische Note sei u n a n n e h m b a r. Der Streit «m die chinesische Sstbahn. Ein neuer Konflikt zwischen Peking und Moshm. Berlin, 28. August. Die „Vossifche Zeitung" meldet anS M n k d e n: .Zwischen Marschall Tschang-Tso-Lin u>:d Moskau ist erneut ein s chwe r e r K o n f I i k t atlsgehrvchen. rer'wieder die ostchinesische Bahn betrifft. Tschang-Tso-Lin be, hauptet, daß die Rüsten das Ha-feneigentunt der chinesischest Ostbahn sich widerrechtlich angeeignet und bisher nicht zurückgegeben haben. Da die Verhandlungen mit Moskau zu keinem Ergebitis geführt haben, hat der mandschurische Marschall die gesamte r u s s i s-ch e S u n g a r i - F l o t t e konfiszieren lassen. Wie weiter gemeldet wird, hat auf Intervention des Marschalls «Tschang-Tso-Lin die Pekinger Regiemng dem russischest Botschafter K a r a ch a n die Päste zur Verfügung gestellt und ihm für seine Reise nach Moskau eine Frist von nur drei Tagen bis zum Verlassen des HinosMen Gebietes gegeben. Storks Nachfolger