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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-26 · Heft 2697 (26.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2697 (26.8.1926)
Date
1926-08-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Poiem LS atoi^y I Wien /um Abholen in der : Expedition, 11., Taborstr. l»?>, odet in einerVerschleisstelle 'Trafik) monati. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure dei Firma O o I d s ch m i e d. Wolkeile 11 . : MU Postversand lür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 sch echo*Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Eres. 35 Nachzahlungen bei frei«- e ■■ » ui» ii » •' mi vni-behalieji —————— Dir. 2697 unnnri Engl aftd: Mon. 4 Schilling. Italien: Monati. 20 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. B u 1 g a r i e n? Mon.IOOLew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Ffcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11« Taboratr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspai* Kassen- Konto Nr. 150.ua Wie«. Dounerstag, 26. August 1826 _8. Zatzrgaug orumrettung Der MinorMentongretz in Senf. 86 Delegierte. 88 nationale Sruppen. — Die Bildung der Kommissionen. — Drei Wdische Referenten. (Don unserem O.-K.-Berichterstatter.) Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Neue Kämpfe ln Marotto. Zwei militävische Operationen. Paris, 25. August. Nach einer Radiomeldung aus Marokko haben di« f r a n z ö s i scheu Streitkräfte heute früh die militärischen Operationen im grotzen Matzstab wieder ausgenommen, um ihre Linien bis an die Grenze der französischen Zone vorzuschieben. Es handelt sich um die Besetzung der Gebiete östlich von U e z z a n, in einer Ausdehnung von etwa 600 Quadratkilometern. An der Operation, bei welcher eine Front von etwa 45 Kilometer Länge 16 bis 20 Kilometer tief vorgeschoben werden soll, nehmen 9. Bataillone, 1600 franzosenfreundliche Eingeborene, 9 leichte Batterien und einige schwere Geschütze teil. Die Bewegung wird in zwei Vorstößen ausgeführt werden, von denen der e r st e heute nordöstlich von Uezzan eingeleitet wurde. Man rechnet mit einem erbitterten Widerstand der Eingeborenen, die etwa 3000 Krieger aufstellen können. Faisal in Paris. Paris, 25. August. König Faisal von Irak ist von London kommend, in P a r i 8 eiugeiroffen. Der Nachfolger Fouvenelr. Paris, 25. August. (Havas.) In der nwrgen stattfindenöen Sitzung ves Ministerrates dürfte der N a ch f o l g e r d e s französischen OberkommissarS tn Syrien, de I o u v e n e l, ernannt werden. Es soll' kein. Parlamentarier, sondern entweder' General. G am e.l i n oder G e n e r dl Weygand (der- Vorgänger JöubsnelS/ für die'dn Posten auSersehen sein. Eine neue Erhebung in Syrien? Berlin, 25. August. Wie die „Vossische Zeitung" meldet, wissen Londoner Kabelmeldungen aus Beirut von einer neuen großen Offensive der syrischen Rebellen zu berichten. Sultan Attrasch habe eine Proklamation erlassen, in der er alle Männer über 20 Jahre zu den Waffen ruft.und die Mobilmachung der ganzen Bevölkerung anordnet. Sultan Attrasch verspreche in dem Aufruf der Bevölkerung die elchgültige Befreiung von der französischen Herrschaft. Plaffakergefahr in Translordanien. Jerusalem, 25? August. „Al Ahwal" meldet zu der in Lransjoroanien aufgedeckten Verschwörung (über die wir bereits berichtet haben. — Die Red.), daß sie ein Massaker d e r ch r t st l i ch e n A r a b e r st ä m m e des Landes zmn Ziele hatte. Die bedrohten Stämme haben sich an die Regierung gewendet, die den Belagerungszustand über den Distrikt bon K e r a k. das Zentrum der Bewegung, verhängte. ■ Die Mandatsfrage vor dem Völkerbund. Genf, 25. August. (I. T. A.) In der vom Völkerbundsckretariat veröffentlichten Tagesordnung für die am 2. September beginnetrde Tagung des Bölkevbundrates stcht als ziveiter Punkt der Bericht der M a n d a t.s k y m.m i s s i o n des Völkerbundes an den Rat. Polens Ralssitz. L. Wurscht«, 25. August. Heute vorntittags ist Außenminister Zaie 8 ki.abgereist. Er begibtsich d i r e k t nach Paris. In etncm Gespräch vor der. Mreise erklärte, der Minister Ihrem Korrespondenten, er. werde in Paris mit B r i a n d und.möglicherwetse auch mit anderen französischen und belgischen Siaatsntännern konferieren. Ztir Frage des Anspruches Polens auf einen st ä n d i g e n N a t s s i tz , m Bölk e r b'u n d äußerte sich Außenminister Za.'eski zu Ihrem Korrespondenten, er glaube, daß die gerechten F o r d e r u n g e n P o l e n s erfüllt werden; davon liänge auch das Resultat der Ge n fer Tagu ng <ch. Der private Dollarkurs in Polen: L. Warschau, 25. August. Der Dollar notierte heute im vrioaieu Aerkebr W a r >' ch a u 9.01. in K r a k a u 9.— bis 9.01 Genf, 24. August. Im Hotel Viktoria hat heute nachmittags die erste vorbereitende Sitzung des zweiten Minoritätenkongresses stattgefnnden. Die offizielle Eröffnung wird m o rgen vor sich gehen. Zur Konferenz sind 60 Delegierte erschienen, welche 14 nationale Gruppen vertreten. Die jüdische Gruppe besteht aus sieben Delegierten, und zwar Dr. Leo M o tz k i n, Vorsitzender des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris, Abg. Dr. P. N u r o k (Lettland), Abg. Dr. Robinson (Litauen), Abg. Jitzchak Grün bäum (Polen), Oberst T a d g e r, Präsident des jüdischen Konsistoriums für Bulgarien, Herr Romano, Vorsitzender der Zionistischen Landesorganisation in Bulgarien, und Dr. Emil M a r g u l i e s, Vertreter des jüdischen Nationalrates in der tschechoslowakischen Republik. Als Gäste in dieser Gruppe sind zugelassen die Herren Dr. Oskar K a r b a ch (Wien) und C a r m o n a (Griechenland). Es sind ferner anwesend: Die Ungarn ans. der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien, die Kat alonier aus Spanien, die Polen aus Deutschland, Lettland, Litauen, Rumänien und der Tschechoslowakei, die S l ow e n e n und Kroaten aus Italien und Oesterreich, die Russen aus Estland und Polen, die Ukrarner aus Rumänien, die DeutsHen aus, Dänemark, Estland, Italien,Ungarn^ JngpslWien, Polen, der Tschechoslowakei^ Litauen und Lettland, die D ä n e n aus Deutschland, die Sch Weden aus Estland, die T s ch e ch e n und Slowaken aus Oesterreich (vertreten durch den gewesenen Wiener Gemeinderat M a ch a t) und die Wenden aus Deutschland. In der vorbereitenden Sitzung wurde die Einsetzung von vier Kommissionen beschlossen. Drei Kommissionen wurden bereits gebildet und die Referenten bestellt, und zwar: . 1. Sicherung der k u l t u r e llen En t Wicklungsfreiheit; zwei Unterausschüsse: a) Referenten Abgeordneter Dr. Robinson (Mitglied des, jüdischen Klubs im litauischen Sejm) und Kacz marek (Pole aus Deutschland); b) Regelung der sprachlichen Freiheit; Referenten Dr. Besednjak (Slowene ans Italien) und Abgeordneter Dr. Schiemann (Deutscher aus Lettland). 2. Wirtschaftliche Gleichberechtigung. Referenten: Dr. Gund isch (Deutscher aus Ungarn) und Baczelpski (Pole aus Deutschland). 3. I u r i st i s ch e Kommission mit drei Unterausschüssen für: a) Sicherung des Rechtes auf Staatsbürgerschaft. Referenten: Dr. Denk (Ungar aus Jugoslawien) und Abg. Dr. Nurok (Mitglied des jüdischen Klubs im lettländischen Sejm); b) Gleichberechtigung im Wahlrecht. Referenten: B a l o g h (Ungar aus Rumänien) und' ein Katalonier; c) Regelung von Konflikten zwischen Minorität und R e g i e r u n g. Referenten: Senator Dr. Medinger (Deutscher ans der Tschechoslowakei), und Dr. Emil Margulies (jüdischer Ratio n a l r a t für die Tschechoslowakei). Die vierte Kommission, die. O r g a n isationskom- Mission, wird, morgen gebildet werden. Gestern und heute fanden unter Vorsitz Dr. M o tzk i n s Vorkonferenzen der jüdischen Delegiertett statt, die der Vorbereitung des Kongresses gewidmet waren. Die Eröffnungssitzung. Genf, 25. August. (Schweiz. Dep.-Ag.) Heute wurde der Kongreß eröffnet. Es sind 38 nationale Gruppen atts 13 Staaten vertreten, von 14 Millionen Wählern entsendet. 2er Präsident des Vollzugsausschusses, Dr. W i l f a n (slowenischer Abgeordneter int italienischen Parlament) eröffnete den Kongreß, indem er die Delegierten begrüßte und den Zweck des Kongresses darlegte. Sein besonderer Willkommgruß galt den neuen G r u p P e n, die den Arbeiten des Kongresses zum erstenmal beiwohnen, nämlich den Kataloniern in Spanien, den russischen Gruppen m Estland und in Pölert sowie der tschechischen Gruppe in Oesterreich. Er betonte, daß in der Situation der verschiedenen Minderheiten ziemlich große Verschiedenheiten bestünden. Es ergriffen hierauf das Wort Dr. M a s p o n s namens der katalanischen Gruppe i n S p a n i e n und Prof. K u r t s ch i n s k i namens der russischenGruppen in Estland und Polen. Der Vorsitzende verlas Schreiben der weißrnssischen, der ukrainischen und der litauischen Gruppen in Polen, aus denen hervorgeht, daß diese Gruppen, wie schon im vergangenen Jahre, am Kongreß n i ch t a k t i v teilnehmen wollen, weil ihre Völker auf eine absolute Unabhängigkeit Anspruch haben und sich nicht mit einer kulturellen Autonomie begnügen könnten. Die Vertreter dieser Gruppen würden indessen dem Kongreß als Beobachter beiwohnen. Weiters sprachen S z ü I l ö als Vertreter der ungarischen Minderheiten in der Tschechoslowakei, Dr. Kaczmarek namens der polnischen und Dr. Schiemann für die deutschen Minderheiten in Lettland. Motzkin sprach namens der jüdischen Minderheiten, und zwar für-die fünf jüdischen Mindarheitsgruppen aus Polen, Litauen, Lettland, der /Tschechoslowakei und Bulgarien. Die Verständigung unter denMinderh eiten — so führte er auS — ist ein hohes Ideal. Der Nationalismus ist erst dann echs, wenn er Verständnis auch für andere Nationen zeigt. Es gilt, einen Sittenkodex für das Verhalten der Völker zueinander auszustellen. Der Kongreß bestätigte hierauf Dr. Wils an in seinem Amt als Vorsitzenden und ernannte zu Vizepräsidenten Dr. Schiemann, Motzkin, Szüllä, Kaczmarek ttnd M a s p o n s. Zum Generalsekretär des Kongresses wurde A m m e n d e (Deutscher ans Estland) bestimmt. Sodann hielt der Rigaer Abgeordnete Professor Paul Schiemann das einleitende Referat über die Gegensätze der V o l k s a n g e h ö i i gk e i t und S t a a t s z n g e h ö. r i g k e i t. Prof. Schiemann führte aus, der Völkerbund könne nur Bindungen zwischen Staat und Staat schaffen, nicht aber rechtliche Bindungen zwischen dem Staat und seinen Bürgern. Die Minderheitenschntzverträge enthalten aber naturgemäß nur völkerrechtliche Bindungen, und solange der Völkerbund nicht ein Bund von Volksmächten, sondern ein Bund von Staaten ist, sind alle Bemühungen illusorisch, auf der Grundlage des Völkerbundes ein Minderheitenrecht zu schassen. Die Aufgabe dieses Minderheitenkongresses sei nun, eine neue Staatsrechtsformel zu begründen. Der einzige Weg zur Erzielung einer friedlichen Zusammenarbeit verschiedener Völker in einem Staate ist die Trennung des Staates von der Nationalität in'dem Sinne, daß man .dem Staate nur solche Aufgaben zuweist, die 'außerhalb des nationalen In t er es senkreise s liegen. Nnr dann werden Staatsgemeinschaft und Volksgemeinschaft reibungslos nebeneinander aröciteit und die Einigung Europas vorbereiten können. Dann wird es auch keine Gewissenskonflikte zwischen nationalett ttnd staatlichen Pflichten geben. Am Schlüsse der ersten Sitzung wählte der.Kongreß die Kommissionen, welche bereits am Nachmittag ihre Beratungen aufnahmen. . Unter den Persönlichkeiten, die der Eröffnungssitzung beiwohnten, bemerkte man den Direktor der Abteilung für Minderheiten beim Völkerbundsekretariat» Colban, und den deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten Breitscheid. in Preis, Qualität und Auswahl! MM LiiDwario, Herbst-Stoffe. Wäsche. 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