Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2696 (25.8.1926)
- Date
- 1926-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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i jori-'ijri [poletiias ai <mv\ Wien Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder ln einet Vetsehlel$$telle 'Trallkt monatl. ö Schilling StraSsenverkaui ln Wien durch die Kolporteute der Firma O o l d sch m led. U Wollzelle 11 Mit Poslversand fflr Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: Mort. Din. 60. Polen: Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nichiahlrnijeii bet frei»* « - « a h «« * - »ti lartifhaUw Wiener Norgenzeilimg England: Mon. 4 Schilling. It allen: Monatl. 20 Lite: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien sMon.IOOLewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wten,II.Taborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Unlversltatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.IW Sit. 2696 , Wien. Mittwoch, 25. August 1926_8. gadrgana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Friedensangebot der englischen Bergarbeiter. London, 24. August. (Reuter.) Der Sekretär des BergarbeiierverbandeS, Cook, hielt heute in South Normanton sGrafschaft Derbys eine Rede, in deren Verlauf er erklärte, er sei bereit, auf der Grundlage eines Mindesttaglohnes von zehn Schilling Frieden zu schlichen. Zusammenstöße. London, 24. August. (Reuter.) In Nottinghamsh i re ist es heute wiederholt zu U n r u h e n gekommen, die dadurch veranlaßt /wurden, daß mst Knütteln bewaffnete Streikende, die die Straßen in. der Nähe der Schächte besetzten, jenen Bergarbeitern, die die Arbeit wieder ausgenommen haben, mit G e w a l t in a ß n a h m e u d r o h t e n. Trotzden: die Polizeimannschaften bedeutend verstärkt wurden, kam es wiederholt zu Zusa m m e n st ö ß e n zwischenher Polizei und den Streikenden, wobei die Pokizei 'von der Waffe Gebrauch machen mußte, um den mchfftreikenden Bergarbeitern den Heimweg zu sichern. Etwa 20 Streikende wurden verhaftet. Auf Antrag der Bergwerksbesiher wurden die Po lizeikrüste verdoppelt und Polizeiabteilungen in die Bureaus der Zechen gelegt. Las Programm des MinorMe«. kongreffer. Forderung fundamentalen LebenAgarantien. Genf, 24. August. (Schweiz. Dep.-Ag.) Morgen wird in Gens (wie wir bereits gemewet haben: Die Red.) die zwei te K o n f e re nz der M a tio n ale n M in de rheiten durch den Präsidenten des ständigen Komitees, den slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament, Doktor Wils an, eröffnet werdend Am Kongreß 'werden 36 nationale Minder hei t s g r ü p p e n aus 19 Staaten vertreten sein. - Das Pr ogramm des Kongresses umfaßt folgende Punkte:. . Garantie der freien Entwicklung der nationalen Kultur. Erhaltung der Mutterfprache. Zusicherung der wirtschaftlichen Gleichstellung. Garantie der bürgerlichen Rechte. * Gleichheit mit Bezug auf das W a h l r e ch t und dessen Ausübung. Der Kommandant der Roten Flotte — enthoben. Veränderungen im Oberkommando der Roten Armee. Moskau, 24. August. (Tel.-Ag. der Sowjetunion.) Das Mitglied des revolutionären Kriegsrates und Kommandant der Seeftreitkräste der Roten Flotte, Soff, wurde seines Postens enthoben und durch den früheren stellvertretenden Kommandeur ' der Luftstreikkräfte, Mukliewitsch, ersetzt. Die Oberverwaltung der Roten Armee ist einer Umgestaltung unterzogen worden. Im Zusammenhang damit wurden Sergej Kamen e,w, Mitglied des revolutionären Kycgsrates und Oberinspektor der Roten Armee, zum Leiter, der Oberverwaltung, und der bisherige Leiter der Oberverwaltung, Lew i t s ch e w, zum Stellvertreter Kamenelvs ernannt. gtalleriischer Besuch im Femen. ' Rom, 24. August. Der Gouverneur der italienischen Kolonie Erhthrea hat dieser Tage dem Sultan .des arabischen Küstenstaates Jemen einen. Besuch abgestattet. (Jemen liegt Erythrea gegenüber am anderen User des Roten Meeres.) Der Besnch soll der Anbahnung Politischer und vor allem wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Italien und den arabischen Staaten dienen. *i* Ter Sultan Imam Jahia vom Jemen hat erst vor wenigen Tagen einen Freundschastsvertrag mit Jbn 'Sand abgeschlossen. Der private Iollarlnn in Polen. I Warschau, 24. August. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr Warschau 9.03, b» St t o t e u 0.06 bis 9,06. Tanger gegen den Völkerbund. Spanien beharrt ans seinem Ralrfitz. — Tanger als Komprnsationroblett. — Sie englischen Mitteimretlnteressen. objekt für seine Wünsche bezüglich der Einverleibung Tangers in die spanische Marokkozone zu erhalten. Die spanische Regierung hat diese ihre Forderung jetzt dähin modifiziert, daß sie ein Volkerbundmandat über Tanger mtf mindestens fünfzehn Jahre verlangt. Dies bedeute! natürlich ebenfalls die faktische Uebergabe Tangers an Spanien. Nun .ist Tanger seit zwanzig Jahren internationale Zone, ein Zustand, der bei der Marokkoikonferenz im Jahre 1905 ans Betreiben Engla nds .vertraglich festgelegt wurde. England sieht Tanger als S ch lüss e lp u n k t in der Straße von Gibraltar an und scheint trotz anfänglicher Geneigtheit Cha m b e r la i n s Spaniens Tangerforderung zu ^bewilligen, in der letzten Zeit doch gegen die Übergabe Tangers an Spanien gestimmt zu sein. Wie aus einflußreichen Kreisen in London verlautet, -widersetzt sich vornehmlich die britische Admiralität dem Verlangen Spaniens. Wie die Dinge gegenwärtig liegen, bildet die Verquickung der Tangerfrage mit der der Ratssitze im Völkerbund eine ernste B e l a st u n g sprobe für die kommende Genfer Tagung, wenn nicht mt letzten Augenblick eine befriedigende Kompromißlösung eintritt, an der besonders Frankreich interessiert ist. 8. Paris, 24. August. Die nächste Genfer Tagung wird eine harte Probe auf die Standfestigkeit des Bölkerbnndes geben. Der Kampf um die Sitze im Bölkerbnndr a t dauert an und die Studienkommission, die einen Kompromißvorschlag ausarbeiten soll, hat bisher noch keine befriedigenden Vorschläge zur Lösung der Frage der Ratssitze machen können. Die Hauptschwierigkeit bildet Spanien, das von seiner Forderung, zugleich mit Deutschland einett permanenten Sitz im Völkerburdrat zu erhalten, nicht abgehen will. Wie ans Madrid gemeldet wird, hat der gestern unter Vorsitz des Königs stattgefundene Ministerrat beschlossen, die Forderungen Spaniens bezüglich des Natssitzes u n v e r ä n d e r t aufrecht zu erhalten. Wird ihnen nicht nachgegeben, so ist mit der Möglichkeit des Austrittes Spaniens aus dem Völkerbund zu rechnen, was für diesen eine Krise bedeuten kann. Deutschland läßt erneut erklären, daß die deutsche Regierung erst dann ihre Vertreter nach Gens entsenden werde, wenn die Frage der Ratssitze einwandfrei im Sinne der deutschen Bedingung, daß keine neuen permanenten Ratsmitglieder ausgenommen werden, erledigt ist. In gm unterrichteten diplomatischen Kreisen wird angenommen, daß Spanien ferne Forderungen in der Ratssrage deshalb so scharf formuliert, um ein KomPensa tions- Der griechische DrArrtyr mutz vor dep ViMswut geschützt tvertdett.; Athen, 24. August. Es Verlautet, daß der im Krankenhaus internierte General P a n g a l o s vor das Kriegsgericht gestellt wird. In diesem Zusammenhang erinnert man daran, daß der gestürzte Diktator zu Beginn seiner Tätigkeit alle Mitgliederdes' Kabinetts G u n a r i s hat füsilieren lassen. Es ist.möglich, daß jetzt an ihm Rache genommen werden wird. Die Gattin Pangalos ist beim Verlässen des Militärhospitäls, wo sie ihren Gatten besucht hatte, von der zahlreichen Menschenmenge mit Johlen empfangen worden. Pangalos ist von. starker Wache umgeben und soll heute nach der Insel Aegina gebracht werden, um ihn, wie man sagt, vor der Wut der Athener zu schützen. Der tapfere Diktator. Athen, 24. August. Pangalos hatte vor seiner Verhaftung von dem Zerstörer „Pergamos" aus die Offiziere und Mannschaften des Schlachtschiffes „Kilkis" funkentelegraphisch aufgefordert, zu ihm überzugehen. Er versprach ihnen dafür eine reiche Belohnung, wenn sieden Kommandanten des Schiffes „Kilkis" verhafteten. Die Besatzung blieb aber der Revolution treu. Nach denr Berichte des Kommandanten des Zerstörers „Leon" war Pangalos im Augenblicke seiner Verhaftung leichenblaß. Er bat den Kommandanten, von seiner Regierung die Erlaubnis zu erwirken, ins Ausland f l ü ch t e it z u d ü x f e n. Der Konnnandant des Zerstörers erklärte ihm jedoch, daß er Gefangener der Revolution sei. Konduriotis — provisorischer Präsident. Athen, 24. August. Admiral Kondnriotis hat sich endgültig entschlossen, bis zu den Neuwahlen die Präsidentschaft zu übernehmen. Die Führer aller politischen Parteien sind gestern abends zusammengetreten und sollen zu dem Beschluß gekommen sein, daß die Bildung eines K o a l i t i o n s k a b i n e t t s die einzige L ö sn n g darstelle. Kanonendonner bei Saloniki? Belgrad, 24. August. An der serbischen Sü'dgrenze wurde heute lang andauernder Kanonendonner gehört, der aus der Richtung von Saloniki herzukommen schien. Anfklärende Nachrichten sind nicht eingetroffen. SMetterungder translordanifchrn Schutztruppe. Jerusalem, 22.: August. (I. T. A.) Die transjordanische Grenzschutzttuppe wird jetzt durch eine nur in T r a n S* i o r b a « i e n durchgeführte Rekrutierung erweite r t. Sie Ausnahmsbeschräokllngcn an de» polnischen Hochschule«. Dtzr Glombinskl-Erlatz noch immer in Kraft. L» Warschau, 24. August. In der Frage der Aufnahmsbeschränkungen an den Hochschulen,' welche durch den bevorstehenden Beginn des Unterrichtsjahres wieder aktuell wird, hat die Regierung Bartel noch nichts E-n-tscheidendes unternommen. Mehrere Konserenizen, welche. die Vertreter des jüdischen Klubs in dieser Frage mit dem Ministerpräsidenten sowie mit dem Unterrichtsmimster S u j k o w s k i hatten, haben bisher zu k e i n e m Erg e b n i s geführt. Die Frage beschäftigte auch vor einigen Tagen den M i n i st e r r ät, wo unter anderem Marschall P i l s u ds k i zu vhr das Wort ergriff. Zu Beschlüssen darüber kam es jedoch weder in der vorletzten noch in der letzten, gestern stattgefundenen Ministervatssttzung, so daß der bekannte Erlaß des früheren Unterrichtsministers Glombinski, der den Hochschulen in der Aufnahme ihrer Hörer völlige Autonomie gewährt, noch weiter in Kraft fft. Wie verlautet, gehört zu den Gegnern einer Zurückziehung des Erlasses, mn die sich der jüdische Klub seit langen: bemüht, der gegenwärtige Unterrichtsminister Sn jko wski, der sich auf einem zweiwöchigen Urlaub begeben hat. Der Schulbeginn an sämtlichen Staats- und Privatschulen Warschaus ist wegen einer Scharlachepidemie auf den 15. September verschoben worden. Benefch gegen die Konknnktursasziften. Prag, 24. August. Im „Ceske Slovo" erwidert Doktor Benesch ans den offenen Brief Hlavaeeks uüd führt aus, daß seine VerhaMungen mit Hlavacek ibezüglich Hessin Entsendung als Gesandten nach Wars.cha u keineswegs aus die Initiative des Gesandten Malsaryk, sondern ans A n suchet: Hlabaceks zurüchusühren seien. Dr. Benesch zitiert dabei einen Brief Hlavaceks, worin sich dieser bereit erklärte, im Falle seiner Ernennung zum Gesandten „stets nach Len Intentionen und' Weisungen des Außenministers zu handeln". Weiters führt Dr. Benesch an, daß Hlavacek wahrend des Krieges von den italienischen Militärbehörden Geld genommen habe und deshalb'von General Stefa n ik seiner Funktion als Vertreter des tschechischen Nationalrates entkleidei morden sei. Hlavacek Hai heute beim Prager Süaflandesgericht den Antrag auf Einleitung des Straljiverfahrens wegen Ehrenbe'leidignng gegen Dr. Benesch eingebracht. Die Beamlenlorvernngen. Ter Fünsundzwanziger-Ausschuß' der Bundesangestelltea hat gestern die Erklärungen des Bundeskanzlers betreffend die Notstandshilfe zud Kenntnis genommen. Dagegen tvurde die Erklärung bezüglich der Ablehnung eines Mnimalgehaltes von 170 Schilling als ungenügend bezeichnet und das Verlangen neuer Bechandiungeu gestellt.