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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-24 · Heft 2695 (24.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2695 (24.8.1926)
Date
1926-08-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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»■IHiflHJ&tüll Wi en: Zum Abholen in der Expedition, IU, Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle OVaflk) monatl. 5 Schilling Strassenvefkauf in Wien dnrch die Kolporteure der Firma Gold sch mied, U Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1scheeho-Slowakeb Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschi and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nücbzahlttngen bei Freit« .•»Sh ui» - r u vornfcbatfe« ©Dienet iJGnctijnii Ertgi and: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lite: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bu l gar i en * MomlOOLew*. Schwele und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, U. Taborsir. I Felephone: 44-0^8,43-3-19 Ab 6 Uhr . 21-102, 25-2-82 DL. Universttatsstrasae 6-8 (Diackeret lg. Steinmann) Oesterreidiisches Postspat* Waisen - Konto Nr 150.69 Sjit, 2695 Wie«. Sitnstaa, 24. Augnft 1926 8. SaUraans Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find dnrch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. DaS altbewährte Kräftigungsmittel für Körper und Nerven I Proben lind Broschüren kostenlos durch Bauer & Cie., Berlin SW48, Friedrichstraße 231 Ler «ilitörische Staatsstreich in Athen. Pavlctntentslvwhlen angeblich in acht Monaten. Der Diktator Pangalos ist von seinen eigenen Freunden gestürzt worden. Die Art dieser Revolution und ihre Aufnahme durch das Volk wird in den Meldungen aus Athen nach dem schon üblichen, weil sehr bewährten Ritus dargestellt. Das Volk ist begeistert und begrüßt stürmisch die neuen Herren. Das war vor einem Jahr, vor zwei Jahren, vor vier, fünf Jahren genau fo und das Erfreuliche an diesen Revolutionen ist nur, daß sie unblutig verlaufen und eigentlich improvisiert aussehen. Irgend eine Lasernberei'tschaft rückt aus und proklamiert einen jteitcit Zustand. Schließt sich eine zweite Gruppe an, dann ist v gut. Bis zum nächstenmal. Denn die Sorgen Griechenlands sind nicht von einer Kaserne aus zu lösen. Denn auch sie sind ' eine Folge des Kriegs, der für Griechenland ganz besonders verhängnisvoll geworden ist, obzwar, dieser Staat, der seit 1911 im Kriegszustand lebt, in der ersten Zeit sein Territorium, im zweiten Stadium seine Bevölkerung vergrößert -hat. Er Hai sich bis über .Saloniki und an den letzten Rest der europäischen Türkei ausgedehnt und mit Bulgarien eine gemeinsame Grenze gewonnen. Aber die Staatswirtschaft ist zu schwach, um den Zuwachs zu verdauen. Die Kolonisation der aus Kleinasien zwangsweise abgelvanderien Griechen auf dem neuen Gebiet ist mißlungen. Eine Anleihe konnte Griechenland wegen seiner inneren Zerrüttung nicht bekommen und die Teuerung als Folge des Währungsverfalles und des Rückganges der landwirtschaftlichen Produktion erzeugt die bitterböse Stimmung der Massen, die allen Hand- Weichen günstig ist. Rach der Matnr — die Dlttatm. Achen, 23. August. Pangalos ist nach einem kurzen Seeg ese ch t aus der Flucht nach Italien g esan gengenommen worden. Er wurde. aus beut Zerstörer „Leon" rrach Griechenland gebracht und zusammen mit sechs Offizieren ' von seiner Begleitung im MMärLvankenhaus von Uchen interniert. Die neue Regierung verösifenklicht ihr Programm, das in dem Versprechen gipfelt, die Parlamentswahlen binnen ach t M o n a t e n durchAusühren. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt demnach das System der Diktatur in Kraft mit der einzigen Konzession, daß die Pressezensur ansgehoben wurde. * Ruhe m Mherr. Athen, 23, August. (Tel.-Komp.) Wie General K o ndil i mitteilte, sind die nötigen Schritte unternommen worden, um Paygalos und alle Mitglieder seines Kabinetts vor G'0 ri ch t z u st e l l e n. Pangalos' Gattin ist die Flucht ins Ausland gelungen. In Athen herrscht völlige Ruhe. Die meisten Blätter fordern unverzügliche Neu w ah len. Suspendierung der von Pangalos geschlossenen Verträge. Belgrad, 23. August. Der „Politika" wird aus Athen gemeldet:, General Kondil i hat die Durchführung sämtlicher von'dem gestürzten Regime abgeschlossenen in terna 1 i o na len V e r t r äg e suspendier t, Unter diesen befinden sich auch der griechisch-jugoslawische Freu nd s chasts v e r t r a g und die Konvention betreffend Saloniki'. in allen Bor der Tagung des Mllerbnndrntes. Lie Lagerorünung. — Irr Streit am die Ratsfitze. — Meinungsverschiedenheiten zwischen ghamberlein «ad Lord Sttil? N.. Genf, 23, August. Die 41. Tagung des Volke vbundraies, die am 2. September beginnt, wird unter dem Vorsitz des Vertreters der Tschechoslowakei, Außenministers Dr. Benefch, stattfinden. Auf der vorläufig »n Tag.esordnung stehen die üblichen Berichte 'der Völkerbundövganisationen nnd lder Schlußbericht der Bölkerbundkommissäre in Wien und Bndapest, die finau-zielle Lage der freien Stadt Danzig, die Frage der französischen Truppen t tu Saargebiet und die griechische und d i e bulgarische Fluchtl in gs an leihe. Außerdem wird sich der Rät mit dem Bericht der Studienkommission über die Zusammensetzung de s Völkerbundrates befassen. Ein Antrag der äbessynischen Regierung über das englisch-italienische AbessyntenaRouunen ist noch nicht eingetroffen. Wie verlautet, wird der Regent von Abessymen, R a s T a f a r i, persönlich an der Genfer Tagung teilnehmen, um/die Stellung seines Landes zum Llbessynienabkommen zu präzisieren. Aus London verlautet, daß zwischen Loch Leerl und' dem Außenminister Chamberlain ernste Meinung sverschieden heiten darüber bestehen, welche Stellung Großbritannien bei der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund einnehmen solle. Lord Cecil sei für den sofortigen Eintritt Deutschlands. Chainberlain solle geneigt sein, S pa n i en gewisse Zugeständnisse in Tanger zu machen, um.es dadurch von der Forderung abzubringen, einen permanenten Sitz im Bölkerbundrat zu beanspruchen. Cecil befürchte^ jedoch, daß dies infolge der Interessen der andern M i t tel- Mächte in Tanger lange V erhandl un g e n bedingen könnte, durch die die Aufnahme Deutschlands verzögert würde. - . , Der Krieg der Sowielgruvve«. Oppositionelle wevden hingeeichtet? Kopenhagen,23. August. (Tel.-Komp.) Me,MrlingSke TideM" aus Moskau meldet, hat in Twir der Leiter der dortigen Tscheka, B^r l d i n, S elbstmor d v er übt, da er fürchtete, ebenso wie andere Anhänger der S o w j e topposr^i'0B-7WWrch»et''-ib-1tzerdenr--'- - Rußland. Persien. Türkei. Bttyan-limgen über «M Gachnttchakt. London, 22. August. Nach - Meldungen ans Konstaütinopel teilen die Blätter mit, daß in Moskau Ver.hand'lunge n zwecks Abschlusses eines Gar a n t i e p a k t e s Mischen Rußland, der Türkei und Persren stattsiridem Der Kamvt gegen Benefch. Eine Klage des Faszistenführers Hlavacek. Prag, 23. August. (Tel.-Komp.) In dem mit wachsender Erbitterung geführten Kampf gegen' den Außenminister Doktor. Benefch ist die bemerkenswerte Tatsache zu verzeichnen, daß das Gericht über die gegen Benefch ausgestveütey Gepichte, er.hätte eine gewaltsam.e Berfaffungsäy.d,erung geplant, zu entscheiden haben wird.. Der Generalsekretär der nationaldemokratischen Partei-und Führer des tschechischen Faszismus, H l a v a c e k,' wird Benefch; gegennberstchen. ■ Dr. Benefch hat bekanntlich jüngst die Leiter des gegen ihn geführten Feldzuges als gewixbsmäßige Hetzer und Betrüger^ bezeichnet und die überraschende Enthüllung gemacht,, daß Hlavacek, der hie Kampagne -gegen Peitsch'leitet, diese erst begonnen halbe, als er von.dem Minister, mil seinen Ansprüchen auf den Warschauer Gesandte-üposten a b g e w i e s e n worden war. HIavaoekveröffentlicht, nun'^ipen off en e n Brief an Ben es ch, in welchem er hie Bemerkung des Ministers über die Hetzer und Betrüger auf sich bezieht und eine Ehreubeleidigungsklage gegen Dr. Benefch ankündigt. Bor dem Sude der mexitanWe« KirchrnfireUes. . Mexiko, 23. August. (Reuter.) - Auf Grund der zwkfchen den Bischöfen und. dsnt PMtdenten der Republik, -Calles,' siattgtzfundonen Besprechung' dürfte die Regelung de s K ir.chenk-onslikts un ml ttelharb< vorste Herr. Der PräsWlt hat die Bilschöfe davon verständigt, daß die R^gelpyg, wonach die Priester sich eintragen lassen müssen. eiM reine Berwaltungsmaßnahme sei und daß keineÄychs die Absicht einer Einmischung der Regierung in geistliche' Fragen bestehe.'Die Bischöfe haben diese ErWrung zur 'Kenntnis genommen, und sobald sich die Kirchen den Gesetzen hnpassen, wird jeder Einwand gegen 'die Wiederaufnahme de rgo t te s d len stl ichen Fu nkt i one n behoben sein. Die wirtschaftlichen MSgtkchkeiten in Syrieu. . S. Paris, 23. August. Der fvanzMche Oberkommifsär.von Syrien, Senator de Jouvenel, hielt' gestern, in seinem 'Wahlkreis eine Rede über seine Aufgaben in Syrien,)die >er als vollstäMg erlebigt betrachtet. Er sagte: ,Ms'der Ausstand in Syrien bedrohlich wurde und die A m.e r.i kau.e r sich anschickten, Kriegsschiffe zum Schutze' ihrer Untor- - tc^lWHMnden, als das '•$&$' lch d AMabe' Mrnvmmen/ dw Ruhe. und DKnüug llu Lände wiederherzustell«r.«Heute ist der Aufwand ' dotli'g niedergefchlagen Md ich konnte.. ein organisches B e r w a l t u n g s st a t u t ausarbeiten, das nunmehr der- Beschlußfassung der französischen Kommission unterliegt.' Damit wär meim Aufgabe erledigt." , „ . ' De Jouvenel verbreitete sich sodann über die MöglichkÄten der wirtschaftlichen Ausnützung de.s .syrifch'en Mandats, über die er sich sehr uptimistifch'auWte. Syrien sei ein aufnahmsfähiges Absatzgebiet f.ür französischo, Industrieerzeugnisse und köime selbst Seide und Baumwolle liefern. ° Sine SkandalaMre in »a«tzr«. Bautzen, 23. August. Die Affäre dtzr B.a u tz c n e r D i s» tont bank zieht immer weitere Kreise. Im Verlauf der'Evhebungen IvuM sestgestellt, daß eine öffentliche Jpstitution .wie die städtische Sparkasse mit der Diskontbank in Betbmdüpg stand und verschiedene starutenwidrige Transa^tloWertt mit dieser Bank durchgeführt hat. Bei dieser Gelegenheit isi es auch aufgekommen, daß die städtische Sparkasse unverhäünismäßig hohe Anleihen gewährt hatte, wovon insbesondere die Stad träte reichlich Gebrauch gemacht haben. Im Zusammenhang mit dieser Affäre wunde der städtische Hauptkaffier Machowicz verhaftet, : wahrend der Leiter der städtischen Kasse suspendiert wurde. Machowicz wich unter anderem ^beschuldigt, bewußt Mechfel,. die zum Protest bestimmt waren, verborgen gehalten zu haben. Die Leitung der städtischen Barkasse hat der Stadtpräsident Dp, S l i w-i n s-k i über-' nommen. Der in der Diskontbankäffäre seinerzeit verhaftete Direktor der Lodzer Krankenkasse, Samborski, wuchc nach Erlag einer Kaution von 10.000 Zloty auf freien Fuß gesetzt. Sofort nach seiner Freilassung begab er sich nach Dan z i g. , Die Untersuchung wird von der Poliz^kbchörde energisch geführt Md man erivartet zahlreiche Berhafiurigen-, - Die gntertzarlamentarftche Union. Genf,'23. August. Am 26. d. treten hier der Rat und dir Kommissionen der Interparlamentarischen Union zusammen.' Ein allgemeiner Kongreß unterbleibt in diesem Jahre. Der pkivnte Dollartnr» in Polen. L. Warschau, 23. August. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr War« ch a u In K r a k a u 9.03 ' ln Preis, Qualität und Auswahl! | Weißimß WM« M-M.WA Sirldiand WirRwaren etc. ui staiend ßüligen Preisen iiaWaiealiaiis! LIIMaU TtfarilM 41-1,1«, 4»408 kiff« Eadetsll

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