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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-22 · Heft 2693 (22.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2693 (22.8.1926)
Date
1926-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Delegation ist noch nicht befinitib festgesetzt, es steht nur fest, daß der Direktor des politischen Departements im Ministerium des Aeußern, Jatkowski, auf seiner Reise nach Genf, -die er Äs erste von' allen polni|chett Delegattons Mitgliedern unternimmt, sich .in B e r l i n au fallen» wird. . . . . Einer. Meldung aus Berlin zufolge fanden in Warschau intensive - Beratungen statt, bei denen der englischem Gesa n d t e,- der als Vermittler für die Ansprüche Polens dienen soll, leilnähm. Nach.derselben Meldung dürften die p o ln i scheu F.or,de.ruu.g.en,.dle.n'lDitm-a t.lv.en-Charakter tragen, e r ü ck s i ch t' loerd'on. Diese- Auffassung wird von einem Warschauer Blatt durch die Nachricht ergänzt, daß Engl,a n d sich angeblich entschlossen Habe, f ü r die Z u t e i l ung ha lb st ä n d i g e r R a t s i tz e a n Spanien und Pole n zu stimmen. ' Ruhe im Libanon. Paris, 21, August. (Wolfs.) Eine Agenturmeldung ans Beirut berichtet von der v o l l st ä n d i g c n Pazifi er u n g des Li ba n o n. Die französischen Truppen hatten eine gründliche S ä tt berung vorgenommen, das Zentrum der Aufständischen, A kr u n, besetzt und sie vertrieben. Der englische Kohlenarbeiterftreil, London, 21,'August. Aus den Distrikten Nottingham und Derby haben sich weiiere 10.000 Bergleute zur Wiederaufnahme der Arbeit am Montag gemeldet, so daß etwa 45.Y00 Arbeiter in diesen Bezirken Montag wieder in Dienst stehen dürften. Es scheint, daß die britische Negierurtg diesen regionalen Verträgen sympathische Äusmerksamkeil zuwendet. Arbeitsminister S t e e l- M a i tl a n d hatte mit dem Premierm'mister ,Baldwin eine längere Besprechung. Es heißt, daß Baldwin seine beabsichtigte Reise nach Aix-les-Bains verschoben hat, um die weitere Entwicklung der Streiklage ab'uwarten. Das Ministerialkomilee, das niit der Prüfung de-.'. l>tule»arboiterkonfllktes betraut ist, ist heute zilsamnlengetreten. Mrre Kohle nfpnrkoinrnisfion. London, 21. August. (Tel.-Komp.) Das englische Handelsministerium hat eine besoudere Kommission unter dem Vorsitz Sir Alfred Monds eingesetzt. Diese Kommission hat die Aufgabe, über die sparsame Ausnützung der Kohle und der Nebenprodukte'zu berichten. Die Tätigkeit der Kommission erstreckt sich auch auf die Erzeugung von Elektrizität auf den Kohleugrü'ben. . Der vrivate Dollart«« in Polen. U Warschau, 20. August. Der Dollar notierte heute im priemen Verkebr a x )/& <* u 9.07, i» Krakan dM Sie Revue des nationalen Elends. 17 Rationen aus 38 Staaten ans K. Berlin, 21. August. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Gens über den ain 25. d. beginnenden Minderheitskongreß: Insgesamt ist mit einer Zahl von 100 Delegierten zu rechnen. Es konnnen: die Ungar n aus der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien, die. Katalonier aus Spanien, die P o l e n aus Deutschland, Lettland, Litauen, Rumänien uub Tschechoslowakei, die S l ow e u e u aus Oesterreich und die Kroate n aus Italien, die R u s s e n aus Estland, Lettland, uüd Polen, die K a rp a t h o r u s s e n ans der Tschechoslowakei, die W e i ßr u s s e n aus Polen, die U k r a i n e r aus Polen und Rumänien, die Inden aus Polen, Litauen, Lettland, Estland und der Tschechoslowakei, Der MrÄeuftrett fit Mexiko. Das Episkopat c?M nad). M. 9kew-Aork, 21\ August. Ter mexikanische Kirchenstreit hat mit einem Sieg des Präsidenten Calles geendet. Der Episkopat teilte heute mit, daß -er den von Calles gegebenen Anregungen folgen und 'den Streitfall vor den Kongreß u n d d-'i e G e r i ch t e bringen will. Endgültige Beschlüsse sind noch nicht gefaßt, weil die Entscheidung Roms abgewartet werden muß. ' . tzn einer neuert Erkftirn'tg des Döifs^fs von Mexiko heißt es, das OpifkHäk WichM Mägüch^ie ^dü-t w e i-l i ge N i ch t-a nwendiung der Regierungserlässe, bis die Haltung des Volkes klargestellt sei. v Die Aendevnng,des kirchlichen Kurses dürfte nicht unwesentlich von 'der Ha ltun g Amerikas beeinflußt woriden sein. Die Aufrechterhaltung des Verbotes der Waffenausfuhr nach Mexiko und die allgemein korrekte H a l -tn g Amerikas haben Calles zweifellos genützt. Wie „Associated Preß" aus Mexiko' meldet, plant man auf katholischer Seite die Schaffung einer großen politischen Pa rtc i, die den Gedanken der Verfassungsänderung vertreten jsoll. Eine Verschwörung gegen die Negierung? Mexiko, 21. August. (Havas.) General Ariza und zehn andere Personen sind wegen Verschwörung gegen d'ie Regierung verhasiet worden. Phantasien über Rotte Dame. Paris, 21. August. Die französische Geheimpolizei will heute ent Komplott italienischer Ä n t i f a s z i st e n entdeckt haben, das au!f den Raub des K i r ch c n s ch a tz e s von N o t r e D a m e in Paris hinauslaufen sollte, um mit Hilfe dieser Werte Mussolini und den -italienischen Faszismus zu belänipsen. Ter Arheter des Komplotts soll verhaftet sein. Im erzlbischöflichen Palais von Paris hat nian von bent Komplott keine Kenntnis, ebenso haben die Kirchendiener von Notre Dame nichts Verdächtiges entdeckt. Pangalos verhaftet weiter. Athen, 21. August.- (Havas.) General Metaxas, der Führer' der Opposition, scwie verschiedene andere Persönlichkeiten sind verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, eine Verschwör u u g gegen das jetzige Regime versucht zu haben. In der Armee, die sich nach wie vor loyal zeigt, herrscht vollkommene Ruhe. GajLa im Ruhestand. Prag, 21. Angust. (Tel.-Komp.) /Das. Amtsblatt des Mimsterlums für nationale Berteidigung publiziert heute den Erlaß, durch den der General der vjer.'en Rangsklaffe, G a jd a, in den Ruhestand versetzt wird. Ten Blättern zufolge erhält Gajda eine jährliche Pension von 22.000 Kronen. Auch Trotzki? Berlin, 21. August. D'ie „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet ans Riga, T r o tz k i sei von der Sowjetregierung ans unbestimmte Zeit beurlaubt worden. Er werbe durch Skobelew vertreten. . Fntzdasireinltate von sesisrn. Liiilineving schlägt Hakoich Sri. W. A. C. schlägt D. K. E. (Prag) 4:S. dem Minoritütenkongkeß in Sens. - die Deutschen aus Dänemark, Estland, Italien, lln* garn, Jugoslawien, Rumänien, Polen, Tschechoslowakei, Litauen und Lettland, die Dänen aus Deutschland, die Schwede n aus Estland, die Litauer aus Polen, die Tschechen und Slowaken aus Oesterreich und die Wenden aus Deutschland. Soweit die Stimmung bisher zu erkennen ist, wird der I rr ed en t i sm us als ztv e ckl o s verworfen. Der wichtigste Programmpunkt betrifftdie Regelung von Konflikten zwischen Regierungen und nationalen Gruppen. Dieser Punkt verdient besondere Beachtung, denn es sollen p r a k t i s ch e V o r s ch l ä g e beratetc werden, wie durch Einsetzung von Vernrittlungskommissionen oder auf andere Weise derartige Konflikte friedlich boizulegen sind. Das „Geheimnis" von Nebel. Pudapest, 21. August. (Tel.-Komp.) Die Polizeiliche Untersuchung in der Angelegenheit der Explosionskatastrophe in Csepel ist nun endgültig auf einen toten P u « f c gelangt und es besteht augenblrcklich k e i n e Aussicht zur Auffindung irgendwelcher Spuren, auf Grund welcher die Untersuchung fortgesetzt werden könnte. Die Polizei hat keinen einzigen Beweis dafür in Händen, daß es sich um einen verbrecherischen Anschlag gehandelt hätte. Dagegen hat bekanntlich die gemischte Untersuchüngsl'ommission festgestellt, dcch die -KataströM^^.kMMßW^., durch Selbstentzündung oder Mangel an der nötigen Vorsicht verursacht worden ist. -?;; - , Wenn nicht irgend ein Zufall der Polizei neue Angaben liefert, so ist anzunehmen, daß die Ursache der EZ2 plosionskatastrophe in Csepel für immer ein u n e f o r s ch t e s R ä t s e l bleiben wird. Dombrowskys Beschuldigung gegen Hitler. K. München, 21. August. Die Strafkammer des Landgerichtes München hat heute die Berufungsverhandlung über die Klage Hitlers gegen den gewesenen Redakteur Dombr ow skh des' „Berliner Tageblattes" durchgeführt. Der Sachverhalt ist in Kürze folgender: Am 22. Februar 1925 wurde vor dem Amtsgericht dje Klage Hitlers gegen den seither verstorbenen Sanitätsrat Pittinge x verhandelt, der angeblich :n einer Versammlung in Augsburg eÄlärt hatte, Hitler habe voll den Franzoisen Geld erhalten. Der englische Politiker Morel habe dies Herrn v. K ah r gesagt. Pittinger ver-- antwortete sich, er habe nicht von Hitler, sondern von der Hitler-Bewegung gesprochen. Die Meldung über diesen Prozeß hatte Dombrowski im „Berliner Tageblatt" mit der Ueberschrist verisehen: „Das französische Geld Hitlers"/ Der Tapezierer strengte die Klage, an und Domibrowski. würde zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Beide Parteien ergriffen die Berufung, über die heute verhandelt wurde. Da ein Vergleich scheiterte, fällte das Gericht ein Urteil. Die Strafe wurde aus 2000 Mark erhöht. In der mündlichen. Begründung wurde ausgesührt, daß der Nachweis der Verleumdung nicht erbracht worden sei, dcch fei wegen -der Schwere der Beleidigung die Erhöhung der Strafe angezeigt gewesen.. Die HochvevratSuntzersttchung gegen Jnstizral;■ '' / . / C lNtz. ©erlitt, 2i.‘ Angtrst. Wie eine Korrespondenz meldet, ist die Vonlntersuchung gegen den Juftrzrat Cl a ß wegen Hoch- . Verrates abgeschloffen und die Akten der ReichsanwaNschfft zur Prüfung und Beschlußsaffung zugeleitet Wörden. Ursprünglich ' hatten sich die Ermittlungen auch auf Major a. D. So denst e rn, Oberst a. D. v. Lu ck und Oberst a. D. Knauer erstreckt. Int Verlaufe des Verfahrens wurde a>ber die Ermittlung gegen alle Beteiligten mit Ansnahnte des Jttftigrates Claß eingestellt. Re bebende 8rde. Hchige Erdstöße aus Yen Liparischen Inseln. Messina, 21. August, (besam.) Die Liparischen Inseln waren heute der SchauMtz heftiger Erdstöße. Zahlreiche Orte wurden heimgesucht. In Malsa wurden vierhundert einstöckige .Häuser, in S oli n o witrdvn sechzig Häuser beschädig 4; ungefähr dreißig Häuser sind unbewohnbar. In L e n i stürzten einige Härter sin, die BevMevung lagert ktt FroiM /

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