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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-21 · Heft 2692 (21.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2692 (21.8.1926)
Date
1926-08-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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(Polen; SS tfi<my 1 umrun Wien Zum Abhoien ln dei Expedition, II., Täborstr. 1-3, odei in einer Verschleisstelle Trafik) mondfl. ö Schilling Slrassenverkatti In Wien durch die Kolporteure der Firma Q o I d s ch m i e d, U Wollzeile ll Mh Poslversand lür Wien und Oesterreich monatlich b Schilling inen ec ho* Slowakei; Mon. K22. Jugoslawien:’ Mon. Din. 80. Polen: Mon. 6Zloty, Deutschland: Mon. Ötft. 4, Frankreich, « e! gl en: Mon. Frcs. 35 Wiener Morgende ttung England: Mon, 4 Schilling. Italien: Monatl 20 Lire; Rnmanien: Mon. 170 Lei. BuIgarien:Mon.lOOLewi. Schweiz und das übrige Anstand monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II* Täborstr. I retephone: 44-0-38.43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universltatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postspac kassen-Konto Nr. 150.K9 Rr. 2692 Wien, Samstag, 21. August 1928 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Nicht.sondern Spitzer & Markus Borewsteiw & Markus . ist jetzt der Firmenworllaut der bestrellommierten Werkstätte für feinste Herren- und Damengarderoben 2. Besirk, Hollandstraße I (Telephon 46-7-67) Reiche Auswahl in prima englischen Stoffen der neuesten Herbstmode! ✓ Tadellose Paßform! / Modernste Ausführung! / Konkurrenzlose Preffe! Eigene Werkstätten im Hause! Auf Wunsch Zahlungserleichterung ohne Preisaufschlag Kein Beamienstreik in Sefterreich. Die Erklärungen bes Bundeskanzlers an die Abordnungen. — Notstandsunterstützung und Mindestgehälter prinzipiell zugestanden, Erhöhung der Bezüge für das nächste Jahr untunlich. Ter Bundeskanzler hat gestervn mittags, wie wir bereits ankündigten, die Vertreter der Postangestellten empfangen. Zur Verhandlung standen die Forderung nach Auszahlung.einer Notstandsunterstützu ng in der Höhe eines halben Monatsbezuges im heurigen Jahre, die Festsetzung eines Mindestbqznges in der Höhe von .monatlich 170 S. und die D a u errege l u.n g d e r B ez ü g.e..L«.M..Whe^vM^ährliK'200 -Pwzent eines Monatsgehaltes. Hinsichtlich der ersten Forderung erklärte der Bundeskanzler, siin Genf vertreten zu wollen. Die Frage der Miudestgohälter erklärte er nur im Zusammenl-ange mit der Frage der Dauerregelung in Behandlung ziehen zu können. Was letztere Frage anbelangt,, so müsse er zuvor ein klares Bild über die Gestaltung des nächst-- jährigen Budgets gewinnen, was mit Rücksicht auf die noch schwebenden interministeriellen Beratungen nicht vor Mitte September der Fall sein könne. Er müsse jedoch schon jetzt erklären, -daß das Zugeständnis einer Erhöhung um zwei Monatsbezüge für das Jahr in dem nächstjährigen Budget n i ch t unter gebracht werden könne. Die Vertreter der-Angestellten nahmen die Ausführungen des Bundeskanzlers, zur Kenntnis, verlangten jedoch, daß unter allen Umständen die Erhöhung der Mindestgehälter im Zusammenhang mit der Notslandsaktion.und noch i u. diese m Jahre vorgeuommen werde. Sie erklärten schließlich, den von der Negierung für die Verhandlung über eine allgemeine Bezuasrcgelung vorgeschlagenen Zeitpunkt allenfalls annch m c n zu können. , . Die Beamten. Ter Füiifundzwauzigerausschuß der Beamtenschaft 'legte 5C|uui nachmitlags -dem Bundeskanzler seines Fordevungslrste vor. Dr. Ramek erklärte, für die durch eine weitere Notst a n d s u n t e r st ü tz n n g . im heurigen Jahre emtvetende Ueberschreitnng her Ansgabeligren.ze des Budgets in Genf die. Zustimmung zu erwirken, lieber'die Dauerregelu.ng der Bezüge werde in *bcr zweiten Hälfte des Monats September verhandelt werden können. Ueber die Frage des M i ndestgeha ltest von 170 S./. . die allerdings, große. Schwierigkeiten biete, werde im Rahmen der Verhandlungen über die Dauerregelung zu fprechert sein. Die Notstandsaktion lverde sich lelbswerstäudlich . auch auf die Pensionisten, VertragsangesteNten und Invaliden erstrecken. Ans eine Anfrage wegen der Angleichung der Bezüge der A l t p e n j i v n i st e n an die der Neupensionlsten sagte iwr Bundeskanzler zu. diesen Gegenstand in die Verhandlungen über die Da-uerregelung einzube,ziehen. Tie beiden Abordnungen nahmen die Erklämngen des Bundeskanzlers znr Kenntnis. Da sie sich im Wesen mit den von ihm vorgeschlagenen Modalitäten einverstanden erklärten, erscheint die Streikgefahr zumindest bis. zur zweiten Hälfte September als nicht mehr aktuell. Ser private Dollarknrs in Pole«. ü. Warfchau, 20 August. Der Dollar notierte heute im pri» oci'en Verkehr W a r! ch a u 9.07, in K r a k a u 9.66. Frankreich mutz sparen. Kontrolle des Getreidennd Mehlhandels. — Rar zwei Gänge im Reftanraat. — Las alte Brot. Paris, 20. August. (Havas.) Durch ein Dekret des Ministerrates, der in zwei Kabinettssitzungen über die Maßnahmen gegen die Teuerung und über die Einschränkung des Verbrauchs beraten hat, wird die neuerliche Aufnahme der Getreideanbauflächen, die Abschätzung des Ernteertrages sowie die K o n t r o l l e des G e t r e i behänd e l s und der in den Mühlen lagernden Bestände an Körnerfrucht verfügt. Die Konsumeinschränkungen. Paris, 20. August, (Tel.-Komp.) Für den Privatverbrauch gelten folgende Bestimmungen: 1. Zur Verminderung der französischen Getreideeinfuhr soll der V e r b r a u ch von altge backenem Brot verallgemeinert werden. 2. Nach dem Vorbilde von Paris wird Preisschilder- und Ausschrei bungszwang für lebenswichtige Waren in ganz Frankreich eingeführt. Zur Berechnung von mittleren Preisen und zur Kontrolle der Kleinhandelspreise werden besondere Organe gebildet. 3. Um einen übertriebenen Verbrauch zu verhindern und mehr Nahrungsmitteln für die Familien freizumachen, werden die Mahlzeiten in den Restaurants auf höchstens zw ei,Gänge beschränkt. 4. Eine Kontrolle der Lagervorräte bei den Groß- und Kleinhändlern wird eingeführt. Ferner wird eine Reform des Gütertransportes und Revision des Markthallenreglements in Aussicht genommen. In dem Conimunigue wird ferner angekündigt, daß der Ministerrat demnächst einen Gesamtplan zur Erzielung von Ersparnissen auf dem Gebiete des öffentlichen Verwaltungsdienstvorlegen werde. Neue Tariferhöhungen in Belgien. Brüssel, 20. August. (Tel.-Komp.) Vom 1. September an w^oen die belgischen Eisenbahntarife für den Personen- und Güterverkehr wieder um zehn,Prozent erhöht. Die Regierung beabsichtigt die Lnxussteuer auf gewisse Produkte zu erhöhen und sie auch auf Waren, die bisher davon noch nicht betroffen waren, wie Möbel, ans zudehnen. Eine sranzöfische kisenbahnanleihe? Basel, 20. August. (Tel.-Komp.) Wie die „Nationalzertung" von gut informierter Seite erfährt, schweben zurzeit Verhandlungen zwischen, einer schweizerischen Großbank und der französischen Eisenbahngesellschaft über die Emission einer Anleihe in der Schweiz. Die Garantie hiefür werde der französische Staat übernehmen. Die Höhe der Anleihe ist noch nicht festgelegt, doch scheinen die Verhandlungen unmittelbar vor d e m A b s ch l n ß z» stehen. Bor Genf. ' '' London, 20. August. (Tel.-Komp.) „Times" geben halbamtlich bekannt, daß Chamberlain und die übrigen Mitglieder der Bölkerbundabteilung im Foreign Office sich am 31. August nach Genf begeben werden, um an der Ratssitzung des 2. September teilzunchmen. Lord Cecil wird voraussichtlich am 28. August nach Genf abreisen. Man glaubt in London, daß keine S ch w >i e r i g k e i t e n gegen den E i ntritt Deutschlands in den Völkerbund und seine permanente Mitgliedschaft im Rate bestehen, aber es bestand immer noch die Furcht, daß Spanien vom Völkerbund zurücktreten würde, wenn es nicht gleichzeitig wie Deutschland einen permanenten Sitz erhält. Spanien tritt aus? Paris, 20. August. Die Besprechungen ü'ber die a u ß e npolitischen Fragen am Quai d'Orsay haben bereits eingesetzt. Während der nächsten Woche wird sich auch der Kabinettsrat mit der .Haltung zu beschäftigen haben, die Frankreich in Genf entnehmen wird. Im Vordergrund steht dabei naturgemäß die Frage der Sitze im V ölke r bu nd r a t, die bisher französischerseits noch n i ch t v ö l l i g g e kl ä r t zu sein scheint. Nach tzen aus Madrid eingetroffenen Nachrichten ist mit dem Austritt Spaniens aus dem Völkerbund zu rechnen. Eupen und Malmedy. Brüssel, 20. August. (Agence Belgique.) Ministerpräsident Jaspar erklärte,.wie der „Soir" berichtet, daß offizielle Verhandlungen über Eupen und Malmedy niemals stattgefunden haben und auch nicht sta ttf i nden werden. Sie Randstaaten. Polen und Litauen. L. Kowno, 20. August. Wie „Rytas" berichtet, habe die polnische Regierung in den letzten Tagen an Litauen den Vorschlag gerichtet, in Unterhandlungen über wirtschaftliche und politische Fragen einzutroten. Als Unterhändler sollen zunächst hervorragende Persönlichkeiten aus Memel fungieren, die schon seit einigen Tagen in Kowno weilen, um eine Basis für die Diskussion vorzubereiteu.: Lettland und Rußland. K. Riga, 20. August. Die lettische Negierung übermittelte heute dem russischen Gesandten eine Note, in der sie sich bereit erklärt, sofort in direkte Verhandlungen über einen Neutralitätspakt einzutreten. Die lettische Regierung behält sich ftznr das Recht vor, in dieser Frage die Fühlung mit dm unmittelbar benachbarten Interessenten ausrechtsuerhalte. Ser englische Meü geht Wetter. Wenig Aussicht für «eue^VekhätedlNngen: ’ Ginzelvertäge im Bergbau. T. London, 20. August. Der gchem erfolgte Abbruch der Verhandlungen zwischen den Bergbauunternehmei:n und den Arbeiterverbänden scheint vollständig zu sein. Der Vollzugsausschuß des Berga rbeiterverbandes, der heute zusammentrat, 'hat beschlossen, dem Premierminister Baldwin einen Bericht über die Verhandlungen mit den Bergwerksbesitzern zu überreichen. Daraus ist zu schließen, daß die Bergarbeiter selbst die Fortführung der Verhandlungen für aussichtslos attsehen. Premierminister Baldw'in reist nach Entgegennahme des Berichtes nach Aix-les-bains und auch andere Milglicher des Kabinetts sowie des Kohlenausfchusses verlassen mit Wochenende England, was ebenfalls darauf hinweist, daß neue Verhandlungen nicht zu erwarten sind. Die Bergaweit^rdelegierten sind in ihre Bezirke zurückgekehrt; sie bezeichnen die Lage als ernst und geben der Ansicht Ausdruck, daß der Streik noch mindestens zehn Wochen dauern wird, wenn die Bergwerlsbesitzer ihre Prinzipien nicht ändern. Indischen haben einige-- Bergweöksunternchmer in Nott i n g h a m und Derby, die aus .dem Arboitgebewerband ausgetreten sind, den Arbeitern die Wiedereröffnung ihrer Bergwerke auf der Grundlage der Dorstreiklöhne und des Siebeneinhalbstundenavbeitstages vorgesch'lagen. Die Mehrheit der Arbeiter hat sich damit einverstanden erklärt. . Auf derselben Ewundlage hat die Bolsover Kchlengefellschaft bereits ein Abkommen mtt den Arbeitern getroffen, auf Gmnd deffen etwa 15.0 0 0 A r b e i t e r die Arbeit wieder a u f n e h m e >' Irr Kirchenkampf in Mexiko. Feuergefecht lmter Abgeordneten. Mexiko, 20. August. Präsident Calles hat auf das Schreiben des mexikanischen Episkopats erklärt, die .Aufhebung der E Dekrete durch ihn sei nicht möglich, da er die Verfassung nicht ändern könne. Die vom mexikanischen Klerus gesordorleu Freiheiten seien im übrigen von der Verfass u n g garantiert. Infolge politischer Auseinandersetzungen kam es gestern in Mexiko zu einer S ch i e ß e r^e i zwischen mehrer e n K o ng r e ß m i t g l i e d e r n. Drei Personen wurden tödlich, zwei schlver verletzt. Der frühere Gouverneur Garido erhielt einen Schuß ins Gesicht. Die RMgionSgesetze. Mexiko, 20. August. (Havas.) In Erwiderung aus das Schreien des mexikanischen Episkopats erklärte Präsident Ca-l les, er werde den Antrag auf Abänderung der R e l i g i o n s g c s e tz e dem Kongreß nicht unterbreiten, aber den Episkopat nicht hindern, seine diesbezüglichen Schritte zu unternehmen

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