Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2691 (20.8.1926)
- Date
- 1926-08-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981778--27362-3015289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
f Sette V ' Me«, Freitag Wle«er MoeBMzMtkWl . -SS. Attffust IM ' ' Nr. Bolkswirt. Sesterrelchisitze Nattooalbaak. Ei» Rekordtrefftand dos WechZelesrompi Der Ausweis rmch dem Stande vom 15. d. zeigt eine Vernünderung des Barschatzes »rm 12.7 auf rund 527 Millionen und der Mechseleskmnpt um 9,8 auf 69,73 Millionen Schilling. Dagegen haben sich die Kostlevisen nm 1,8, die Verbindlichkeiten ans ,dem Giroverkehr nm 3,17 Millionen Schilling, vermehrt. Ter B a n k n o t e n u m l a u f hat sich in 5er Berichts- Woche um 24,2 auf 810,7 Millionen Schilling vermindert. Ter Wcchscleskompte von 69,7 Millionen bedeutet einen ungewöhnlichen Liefftand und macht im ganzen 8F Prozent des Notenumlaufes aus. Zu Ultimo Juli betrug er noch 90,1 Millionen; es sind also im Laufe von zwei Wochen 20,4 Millionen Schilling, also 22 Prozent, vom damaligen Höchststand rückgezahlt worden. __ Weitere Befestigung der sranzöstkchen Franken. Zum erstenmal seit dem 10. d., an dem eine Reaktion auf die ersten großen Erfolge Poincares eingctrcten war, -rurde gestern im Clearing der Oesderreichischen Nationalbank der französische Franken wieder mit 2000 Kronen bewertet. Paris gegen Zürich notierte zeitweise über 15, das Pfund ist in Paris auf 166 zurückgegangen. Das stürmische Tempo der Kursbesserung der Devise Paris ist auf fortgesetzte Stützungskänfe in Ncw-Pork und London zurückzusühren; außerdem wirkten auch -der letzte Ausweis der Bank von Frankreich, der einen Rückgang der Vorschüsse an den Staat und eine Abnahme des Notenumlaufes verzeichnete, sowie Meldungen, wonach eine neuerliche ausgiebige Erhöhung der Bankrvte bevorstehe. Bon der Aujwärt-bewegung des französischen Franken wurde auch der belgische Franken mitgerissen, dagegen war die Lira Nur unerheblich gebessert. Bulgarische Forstindastrie A. G. £m Plan zur Schaffung einer Papierindustrie tzn Bulgarien. Die mit österreichischem und deutschem Kapital gegründete Bulgarische Forftindustri« A.-G., deren Sitz in Sofia, deren Generaldirektion sich jedoch in Wien befindet, hat dieser Tage mit dem bulgarischen Staat eine Transaktion abgeschlossen, die in Fachkreisen als eine der größten Transaktionen der letzten Zeit in der Holzbranche bezeichnet wird. Die Gesellschaft hat die Konzession zur Exploitation der in das Gebiet der K r i c i m-, D o s p a t- und M e st a f l ü s s e gravitierenden, auf 60.000 Hektar Urwald stockenden Fichten- und K i e f e r n b e st ä n d e. Die Konzessionsdauer beträgt vierzig Jahre. Die Bulgarische Forstindustrie A.-G. verpflichtet sich, eine 45 Kilometer lange Waldbahn zu erbauen, welche nach Ablauf der Konzessionsdauer in den unentgeltlichen Besitz des bulgarischen Staates übergeht. Wie verlautet, dürste .der Bahnbau an ein ö st e r r e i ch i s ch e s Unternehmen zur Vergebung gelangen. Die Bulgarische Forstindustrie Plant unter anderem die Errichtung einer Papierfabrik in Bulgarien, da sie bereit -wäre, jährlich 100.000 Raummeter Papierholz aus die Dauer von zwanzig Jahren zu günstigen Bedingungen zu liefern. Da (3. Fortsetzung ) Das gelobte Land. Von Israel Zangwill. (Autorisierte Uebersetzung.) Aber die sich steigernde Trübung ihrer Augen bekehrte sie zugunsten des Projekts, wenn zwar aus sonderbaren und ganz anderen Gründen, als die Beiles. Aus ihrer jüdischen Lektüre war ihr in Erinnerung geblieben, daß ein Augenwunderdoktor in Königsberg lebe. Sonst 'war an eine Reise nach Deutschland nicht zu denken. Wenn sie aber nach Amerika ginge, konnte sie unterwegs den Doktor aufsuchen. Es wäre dies eine gewisse Ersparnis, und nichts konnte Mirjam so reizen, wie Sparsamkeit, das war der Grund, warum vier Monate später das alte Gerümpel der blaufarbigen .Hütte verkauft wurde und das Quartett seinen Weg nach Amerika über Deutschland einschlng. Das Lebewohl von der Stätte ihrer Jugend fand aus dem Friedhof statt, inmitten der schlanken, h'ebräisch beschriebenen Grabsteine. Mirjam und Beile riefen mit voller Glut die Geister ihrer toten Eltern an und flehten sie an, über ihren Kindern zu wachen. Die alte Frau kritzelte Sruls und Beiles Namen auf den flachen Stein eines heiligen Mannes. „Nimm ihre Namen zum Höchsten hinauf", betete sie. „Bemühe dich, daß ihr Köcher voll sei, um deiner Gerechtigkeit willen." Mehr tot als lebendig kamen die vier „Stücke" mit ihren Bündeln in Hamburg an, Tage und Nächte unterwegs, gleich „Fracht" in harte, schmutzige Wagen gepropft. Die endlose Plackerei mit Pässen, Billetten, Fragen, sanitären Inspektionen und Prozessen, die ungesetzlichen Erpressungen niedriger Beamten, der Wechsel von Orten und Menschen — all dieses hatte sie betäubt. Zwei Dinge hielten ihre Geister wach: der Gedanke an Srul ans dem trasatlantischen Landungsplatz in hochzeitlicher Erwartung und das „Oh! oh!" des Königsberger Wunderdoktors, den Mirjam wegen ihrer Aalgen konsultierte. Es war nichts Gründliches zu machen. Die entzündeten Augenlider — wegen Erblichkeit unheilbar — waren mit'Sorgfalt zu behandeln. Gleich einer Bäuerin bat Mirjam den Doktor um eine Medizin. „Die Seereise und Rache wird Ihnen weit besser tun, als meine Medizin," antwortete der Doktor. „Und dannn leisen Sie nicht so viel!" Nicht einen Groschen hatte Mirjam für die Untersuchung und den Rat zu geben. Es war das erste Mal in chrem harten Leben, daß jernand für sie etwas umsonst tat. Bulgarien jährlich für IS Milliarden Lewa Zettungspapier und für 500 Millionen Lewa sonstige Papiererzeugnisse einsührt, bedeutet die Schaffung einer Papierindustrie in Bulgarien ein großes wirtschaftliches Ereignis. Es macht sich daher fiir das Projekt großes Interesse in der österreichischen und in der tschechoslowakischen Papierindustrie geltend, und es liegen bereits Offerte tschech^lotvakischer Papierindustrieller bei der Bulgarischen Forstindustrie A.-G. vor. Das Projekt erfordert einen Kapitalsaufwand von drei Millionen Reichsmark, die der Gesellschaft von ihren deutschen und österreichischen Gründern zu sehr günstigen Bedingungen zur BerfüKlNg gestellt wurden. Beeidigte BuchsachverstSndig« in Polen. In den nächsten Tagen soll eine Verordnung über die Schaffung der Institution von beendigten Bnchfachverständigen veröffentlicht werden. Die Regierung hat diese Institution insbesondere zmn Zwecke der genauen Kontrolle der Produktionskosten ins Leben gerufen. Der Lohnkampf bei der Ersten Brünner Maschinenfabrik. Aus Brünn, 19. d., wird gemeldet: Ueber die gestrigen Verhandlungen im Lohnkonflirrkt bei der Ersten Brünner Maschinenfabriks-A.-G. veröffentlicht der Verband der Maschrneninduftriiellen für Mähren und Schlesien ein« Verlautbarung, wonach die Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Vertreter der Arbeiterschaft hätten zwar die Notwendigkeit einer Lohnherabsetzuug bei einzelnen Arbeiterkategorien anerkannt, doch müsse diese Lohnherabsetznug als zu gering bezeichnet tverden. Wenn die Vertreter der Arbeiterorganisationen auf ihrem Standpunkt verharren sollten, sei mit Wahrscheinlichkeit anznnehmen, daß die Verhandlungen nicht zum Ziele fuhren werden. Für Freitag hat oie Arbeiterschaft aine Versamrmnng zivecks endgültiger Stellungnahme einberufen. — Wie das Prager „Pravo Lidu" aus Brünn meldet, haben die Streikausfchüsse die Arbeiter und die Betriebsausschüsse der anderen Fabriken darauf ausmerksam gemacht, daß die Erste Brünner Maschmeufabriks-A.-G. die begonnenen Arbeiten anoerswo zu Ende führen lasten wolle; die Arbeiter in den Werkstätten und auf den Montagen werden aufgesordert, diese Arbeiten nicht zu übernehmen. Deutsche Reichsbank. Nach dem Ausweis der Deutschen Reichsbank vom 14. d. ist die gesamte Kapitalsanlage, in Wechseln, Schecks, Lombarden und Effekten um 15,6 Millionen auf 1208,7 Millionen Reichsmark zurückgegangen. Die Bestände an Gold und deckungs fähigen Devisen zeigen eine Verminderung um -81 Millionen auf 1898,4 Millionen. Diese Verminderung ist lediglich durch die Bewegung auf dem Konto der deckungsfähigen Devisen verursacht, wahrend die Goldbestände weiter eme geringfügige Zunahme zeigen. An Reichsbanknoten und Rentenbankicheinen zusammen sind 156,5 Millionen zur Reichsbank zurückgelangt. Der Banknotenumlauf verminderte sich ans 2861,5 Millionen, der Umlauf an Rentenbankscheinen auf 1253,5 Millionen. Die Deckung der Noten durch Gold allein erhöht« sich vom 50,2 Prozent am Ende der Vorwoche ans 52,2 Prozent, die Deckung durch Gold und deckungsfähiye Devisen ging dagegen von 66,6 auf 66,3 Prozent zurück. Uebergang Ungarns zur Pengöwährung. Aus Budapest wird telegraphiert: Wie „Uj Nemzetek" erfährt, wird die Ueberstenrpvlung der im Umlauf befindlichen ungarischen Staatsnoten auf Pengöwährung Ende August begrnnnen und stufenweise automatisch vor sich gehen, so daß gleichzeitig auch die alten Noten in Verkehr bleiben. Die neuen Pengönoten werden Ende 1926 oder anfangs 1927 in Umlauf gebracht. Grazer Messe. Messeausweise für die Grazer Meffe sind im Gelverbeförderungslnstitut der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Wien, 1. Bez., Stubenring 8—10, Zimmer 79, zum Preise von 1,50 Schilling pro Stück erhältlich. Den Besitzern dieser Besucherkarten wird eine 25prozentige Fahrpreisermäßigung auf allen Strecken der österreichischen Bundesbahnen gewährt. ' ' Sie konnten noch die Güte des Mischen Komitees in Hamburg schätzen lernen, das sich bemühte, die Wege den armen Auswanderern zu ebnen und den ihnen 'begegnenden Schwierigkeiten beizukommen. Das Schiff, das unsere Vier bestiegen, war dicht gedrängt voll und sie wurden wieder „Fracht". Mit vielen anderen Frauen waren sie in Hängematten untergebracht, die über den Tischen hingen, so daß sie vor dem Frühstück fertig sein und herunter steigen mußten. Die Hitze und der Fettgeruch der Küchendrang durch die Türen zu ihnen. Blos Zirele entging von ihnen allen der Seekrankheit, aber das von ihrer Schwester verhätschelte und gepflegte „Kind" wäre lieber m den Räumen des Oberdecks, in welchen wunderschönen Leuten die leckersten Speisen aus Tellern serviert wurden, die für die Himmlischen gut genug gewesen wären. Durch ihre Willenskraft konnte Mirjam bald ihre Nolle als Faktotum wieder aufnehmen, aber die alte Frau und Belle blieben schwach bis zmn Ende der Uebevfahrt. Zum Glück gab es nur einen Dag schwerer Fahrt 'und geschlossener Luken. Während des größten Teiles der Reise durchquerte das große Schiff die Wellen mit Geringschätzung. Und eines herrlichen Tages kan» unter unbeschreiblichem Jubel New- Aork in Sicht urrd ein von einenr Schlepper geführtes Boot brachte di« inspizierenden amerikanischen Beamten an Bord. Die große Freiheitsstatue -bei Bedloe's Island erleuchtete mit ihrer Fackel die Wege der neu Ankommenden. Srul — der teure, alte Srul, Gott segne ihn — ist auf den: Landungsplatz trotz seiner kurzgeschorenen Haare urrd der weggefallenen Schmachtlocken erkennbar. Ach, der Himmel sei gelobt! Seht Ihr ihn wieder? Ach, , auch wir müssen uns begnügen, ihm zuzuwinken, denn nur die Dschinowniks aus den vergoldeten Salons dürfen landen. Die „Fracht" wird, in Gruppen zusammengenommen, in kleinere Dampfer gepfercht und auf Ellis Island — hinter Bedloe's Island — abgeladen. V. Und ans Ellis Island ereignete sich ein unvorhergesehener Zwischenfall — ein Schiffbruch im Hafen. Als die Fracht langsam den Korridor entlang in die große nackt« Halle geführt wurde — dom Bich gleich, das an den Toren durch die Veterinärärzte inspiziert wird — und Mirjam an die Reihe kam, diktierte der Doktor zu Protokoll: „Granulierende Lider — ansteckend," und diese Diagnose/ Jnfokvenzen. Der Konkurs wurde eröffnet > ,M s t c a t o r", Textilaelelljchast m. fc. /. Bez., Schottenfeldaass« 79; über FischerLGrrruberg, 1. Bez., Marc-Aurel- Srraße 6;Botth-Herite8, 1. Bez., Weih-nrggasse 18. — DaS Ausgleichs», er fahre« tvntde eröffnet über Firma die L o ra nd L Co. in Wien, 1. Bez, S alzgrteS 1b, sowie über das Vermögen der persönlich haftenden Gesellschafter 1. Arnold L o r a n d. Wien, 1. Dez., Etallbnrggaffe 2, 2. Geza Beram a n »». Wien. 9. Bez., Custozzagaffe 1$; über Friedrich Schiff Kaufmann in Wien, 6. Bez.. Martahilferstraße 94; über Adol' Schatz! e. Maschinen- und Metallwarenfabrik in Wien, 10. Be,.' Knöllgasse 57; Über Leopold W S r n e r. Spezerei» und Delikatessen- Handlung in Mödling. Neusiedlergaffe 1!; über August S t o l l a, Glas» und Porzellanhäsdler »n Stein an der Donau. Bndapester Getreideterminmarkt. An den amerkaNischen Börsen machte sich eine lvichteFesttgung der Kurse geltend, so daß auch awf dem B u d a p e st e r Getreideterminmarkt die Knrseleicht anzogen. Oktoberwelzen notierte 3686, Oktoberroggen 28.20. Geplante Steigerung der industriellen Leistungsfähigkeit in der Tschechoslowakei. Aus Prag wird telegraphiert: Auf der Tagung derReichenberger Handelskammer sprach unter anderen J»»dustrieller Kuno Grohmann, der dafür etntrat, ein sogenanntes amerikanischeSKomiteezu bilden, wie es von der ö st e r r e t ch i s ch e n I n d u st r i e in Gemelnschast mit dein NiederSsterretchischen Gewerbeverein ins Leben gerufen wurde. Grohmann suchte nachMwetsen. daß Leistungen in derTschechoslowakei möglich seien, die jene Amerikas Übertreffen, und führte als interessantes Beisoiel die Entwicklungsgeschichte großerSchuhfabrtken an. Einfuhrverbot für Gälrseleberpasteten aus der Tschechoslowakei nach Deutschland. Aus Prwg wird gemeldet: Das Berliner Frnanzministermm hat die Etrrfuhr von G ä u s e l e b e rva steter» aus derTsche ch»o s l o w a k e t nach Deutschland verboten. Produktenbörse. Festere Berichte aus Amerika und vom Bubapester Terminmarkt bewirkten auf dem Wiener Platze «ine etwas freundlichere Stimmung. Für Roggen zeigte sich größeres Interesse. Es wurden zwei Ladungen aus dem Markt genommen. m notierten > Wetzen: Inländischer neu 37.— brS 38.50, Unaarischer Theiß neu 79/80 Kilogramm 42.— bis 43.—. Ungarischer 78/79 Kilogramm neu 40.50 bis 41.B0. Jugoslawischer 76 Kilogramm neu 38 50 bis 39.b0 Jugoslawischer 77/78 Kilogramm —.— bis -- Roggen' Inländischer Marchfelder 25.— bis 25 25 Pester Boden 24.60 bis 25.—. Gerste: Brauware tnl. neu Prima bis Ausstich 34 bis 39.—. böhmische mährische — bis—.—. Ma:s: Jugoslawischer 26.— bis 26.—. Cirrqunntin 31.50 bis 33.—. Haler: Inländischer — bis —. Reis Italienischer 78.— bis 83.—, Burma 67.— biS 69.—. Mahlprodukte: Grieß inländischer 80.— biS 81.—, Weizenmehl 0 irrländischeS 79.— bis 80.—, Kochmehl 2 inländische« 69.— bis 71.— Brotmehl inländisches 48.— bis 50 — Wiener Viehmärkrte. Rindermarkt. Aufgetrieben wurden 21.3 Stück, 134 Mast- und 79 Stück Beinlvieh. — Auf dem K onturnazmarkt wurden 196 Stück ausgetr>eben. Verkehr geringfügig. — Jungvieh markt. Kälber, lebende 845 Stück. Weiverrer 744 Stück. Weiden«'chweine 436 Stück, Wetdenerschafe 9 Siück, Weideuerlämmer 9 Stück. Es notierten: Lebende Kälber, lebend. 1.4V bis 2.20 S.. Weiden« 1.50 bis 2.70 S.. Fleischschweine 2.10 bts 2.80 S. Fettschweine 2.05 bis 2.20 S.. Schafe im Fell 1.40 bis 1.80 S. ohne Fell 1.80 b's 2.- S.. Weideuerlämmer 1.60 bis 1.80 S. pro Kilogramm — Schweinemarkt. Aufgetrieben wurden 1573 Stück. .969 Stück Fleisch- und 604 Stück Fettschweine. Bei lebhaftem Verkehre blieben beide Sorten im Preise gleich. _ Wiener Börse. «nhollend s«st. Di« Fsstigilng der Tendenz machte getont weiter« Fortschritte. In der Kulisse kam es zu größeren Umisätzcn in Staats« bahnaktten, die von der Steigerung des französischen Franken prowar ein flammendes Schwert, das Mivjam den Weg versperrte und ihr das Betreten des gelobten Landes verwehrte. „Mer es ist nicht ansteckend!" protestiert« sie in ihrem besten Deutsch. „Es ist bloß in der Familie." „Das sehe ich," erwiderte trocken der amerikanische Schutzengel, der jetzt Mirjams i'nverkennbare Schwester, die sich an ihre Schürze hängt«, untersuchte. An den Augenlidern der von Krankheit und Schlafmangel ganz abgespannten Be.il« konnte feine argwöhnische Phantasie leicht gerötete Ränder entdecken, die von selbst zur gleichen unglückseligen Diagnose führten und ihre Sendung zu Mirjam ins Dock der Zuvückgöwiösenen veraulaßten. Zirele mit ihren frischen und die alte Mutter mit ihren welken Wangen passierten ohne Untersuchung, und der schreckliche Beamte, der sie dann examinierte, war von ihrer Angabe befriedigt, daß der wohlhabende Srul ihnen Unterhalt gewähren werde. Srul wurde gesucht, da Zirele zu hübsch war, um dem bloßen Schutze der polnischen Matwne überlassen zu werden. Als die Tatsache, daß weder sie noch Beil« den Fuß ans Land setzen dürften, nach der Erholung von der ersten Betäubung in Mrjams Gehirn zunr vollen Bewußtsein gelangt war, gebevdote sie sich wie rasend. „Aber mein« Schw«fter hat nichts, gar nichts. O gnädiger . Herr, haben Sie 'Mitleid. Der Königsberger Doktor — der große Doktor — sagte mir, daß ich keine Krankheit habe. Und wenn ich auch etwas hätte, di« Augen mcrnth: Schwester sind rein wie der Sonnenschein. Schauen Sie her, - gnädiger Herr, schauen Sie sie rroch einmal an. Sehen Sie —" und sie hob Beiles Augenlid err^ror und küßte leidenschaftlich die feuchten, verblüfften Augen. „Sie soll heiraten, , mein Lamm; ihr Bräutigam wartet auf dam Landungsplätze. Senden Sie mich zurück, gnädiger Herr; ich 'hätte gar nicht Herkommen sollen. Aber, um Gotteswillen, schließen Sie Perle nicht aus!" Sie rang flehend ihre Hände. Aber die .Herratskarte ist zu oft ausgofpialt worden in dieser Halle der vevzweifslten Kniffe. ,/O! Herr Doktor," Md sie küßte den Rockzipfel des Schiffsarztes, „bitten Sie für uns. Legen Sie ein Wort für sie ein!" tSorchchnng fosgt.)