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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-18 · Heft 2689 (18.8.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2689 (18.8.1926)
Date
1926-08-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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OM 8 " Wrsn, WkKvoch Wiener Morsenzeitnng 18. August IM Nr. MS Wiener »örse. Mtte» frenMich. — Renten sehr fest. Trotz der Abschwächnng der führenden Eisenwerte, Alpine ,ind Rima, die auf die Unterbrechung der internationalen Eisenkarkellvtzrhandlnngen zurückzuführen war, behauptete der Aktientnarkt eine frotlndliche Gesamttendenz. Die reichsdeutschen Käufe in den favorisierten Kulisse- und Schrankeneffekten, Siemens-, Dynamit Nobel- und Dampfschiffaktien, fanden ihre Fortsetzung und verhalfen den beiden ersten zu weiteren Kurssteigerungen, wahrend die Dampfschiffaktien ihren Kursgewinn von vorgestern behaupten konnten. Petroleum- und Ungarwerte lagen andauernd fest, nur Apollo- Aktien gaben nach, da der hohe Kurs vom Montag Realisationsware zum Vorschein brachte. Auch einzelne tschechische Werte waren höher. Sehr fest tvaren die Renten. Aprilrente überschritt wieder den Stand von 20.000. Goldrente schloß 83.000, nachdem sie zeitweilig zu noch höheren Kursen umgesetzt worden war. Auf tem Markte der im Schranken notierten Anlagcwerte erzielte Elisa b e t h - G o l d s ch u l d den bisher noch nicht dagewesenen Kurs von ^185.000. _ Ausländische Börsen. Das Geschäft hielt sich infolge Mbaues der Engagements in engen Grenzen. Tie Kursbilduug war uneinheitlich. Es trat nur für einige Spczialwerte Jntcr- ’ esse zutage. So namentlich für Rheinische Braunkohlen, die rund 15 Prozent gewannen. Andere Kohlemoerte zogen um 3, teilweise auch um 6 und 7 Prozent an. Montan- und Kaliaktien wiesen Kurserhohungen von 2 bis 3 Prozent auf. In Maschinen-, Metall-, Textil- und Chemischen Werten war die Kursentwicklung unoircheitlich. Bon Schiffahrtsaktien waren Paket und Norddeutscher Lloyd bis 3 und von Bankatien Elektro- und Braubank um 1 bis 3 Prozent höher. — Prag. Die Börse begann bei ruhiger Stimmmng nrit unbedeutenden Umsätzen. Eine festere Haltung wiesen überwiegend Zucker- und Eisenwerte auf. Uneinheitlich gestalteten sich Maschinenfabriksaktien. Kbhlenwerte hielten sich vorwiegend niedriger. Djc Festigkeit des Anlagemarktes hielt bei steigendem Interesse der Spekulation an. — Budapest. Der Verkehr war anfangs lebhaft. Später trat auf Gewinstsicherungen der hiesigen Spekulation eine langsame Abbröcklung ein, so daß nur einige favorisierte Werte mit Kursgewinnen den Verkehr verlasset! konnten. Eine Anzahl von Kulissenwerten hatte dagegen Einbußen von 1 bis 2 Prozent anfzuwöifen. Die Devisenkurse. ZürteA, 1/1 August. (Dev"enknr>e von 12 Ilbr.) , Baris 14.077s (14.05/ i.' oitofiii 2M43/. (25.15), Rem-Aor, 517.50 (017.60, "Irintel. 13 9Q <13 90). Mailand 16 977, 16 967. Madrid 79:25 .7905 voiw'ib *07.637. '207.70), uen.u 128.1&»/« (123.20,. 'Uten 7310 (73.10, Stockholm 13850 (138.10) Oslo 113.487, 113.477, > Uoventiaqeu 137.50, (137.55), Sofia 3.74 (3 74/, Vraa 15.32'/? (1.5.32Warlchav 57.—nom. (—.—-). Budapest ".007230 '0.007230,. Belgrad 9.12 (9.117. >. Bukarest 2 38V, (2.38) Buenos Aires 209.25 (209.-) für 10" Schilling. Pro«, 17. August (Teviienkurie. Berlin 803 62 803.75), Zürich 652.50 (652 50 > London 163.85 (165.90- New-Aort 33.70 (33.70-. Poris 91.55 9142-. ."elgrad 59.50 (59.475). Budapest 4.693 <4.6917^ Bukarest 15 60 ,15.35. Wien 477.- vis 480.- (476.75), Warschau 370 50 . 373.—für 100 Schilling, jugoslawische 59.15 (59 lö, Ungarische 4.68 (4.6775). Polnische 37150 (870 50 r. esterteicbische oestempelte Krone 474.75 (474 75 Budapest» 17. Au?ust. (Devisenkurse — Etgenvenchl.i Amsterdam 28620 Belgrad 1256 75. Berlin 16985 Bukarest 328.—, Brüssel 1895. Kovenbagen 18960 London 346625. Mailand 2315. Aew-Aorl 71340 Paris 1910, Prag 2112.25. Sosta 513. Stockholm 19095 Warschau 7800. Wien 10078. Zürich 13.786. .. Selgrad, 17. August. (Devisenkurse.) London 275.45, Barts 155.— New->Z)ort 56.58, Gens 1095.75 Mailand 187.—, Prag 167.75. Berlin 1349.50. . Wien 800.50 Bukarest — Sofia —, Budavest 0.0796 Brüssel W., Amsterdam —W. Warschau —.—. ruarschov, 17. August. (Devisen.) Belgien 24.39 bis 24.51 Berlin —.— bi» —, Holland 363.90 bis 365 70, Bonbon 44;06 bis 44.28 Aeiv-Aork 905— bis 909.— Parts 24.74 dis 24B6 Schwer, 175.26 bis 176.14. Budavest —bis —' Prag 26.86 bis 27.— Wien 128.18 bis 128.82 für 100 Schilling. Italien 29.85 bis 80.—. Stockholm —bis DK Kurovamelsterschasten. 14 Rationen im Dudapester Kaiserbad. — Heute Beginn der Konkurrenzen. Heute um 3 Ubr nachmittags wird das B u d a p e st e r K a t f e r b a d zum Beginn der g'oßen S ch w i m m k o n k u rrenzen um die Euro pameisterschaften feierlichst eröffnet. Der heutige Tag bringt die Wasserballspiele Deutsch I a nd gegen Ungarn und Schweden gegen Rumänien sowie die Vorläufe für das liOO-Pieter- Fretstilfchwimmen. Das Bad bat eine Länge von 50 Meter und eine Breite von 25 Meter. Mit Ausnahme von Dänemark und olland werden alle der Fittaa ngeh'ör enden tasten v e r t r e t e n f e i n. Insgesamt sind 204 Neun u n g e n eingelaufen. Oesterreich entsendet: 200 Meter Brust r Schäffer, Friedherger; 100 Meter 8!ücken: Dworzak; Springen: Stadlmaier. Swudtnger. Arnold. Die bekanntesten und aussichtsreichsten ausländischen Bewerber sind: Deutschland: Heilmann. Heinrich. Berge«, Rademacher. Fröhlich Kunstspringen r Mund, Sport Halberstadt; Dolor Lechntr. Turmspringen: Luber. Ungarn» Baranp Gaborffv, Halaffy Pahok. Barta. Bitskey 8. Kunstspringen r Vojda. Ragy.. Wasserballmannschaft: Barta, Fazekas. Homnonay 2, Wenk. Berten. Ke'erü 1. Schweden: Arne und Ake Borg, Werner, LinderS, Lnndahl. Springen: Oerbern, Hellquist. Tfchechoflowaketr Bicak 1 und 2, AntöS, Koutek, Meffinger. I t a l i e n r Polli, Bacigaluvo, Canglulo. F r a n k r e i ch, das anfänglich wegen t er bet seiner schlechten Währung hoben Kosten keine Mannschaft entsenden wollte, wird in Budapest durch, je einen Schwimmer für jeden Bewerb und einen Springer vertreten lein. Die. S chwetzer. entsenden nur ihren 100-Meter-Mann Wyß (Basel) und den Springer Binhof. Ans Belgien kommen der Brustschwimmer van Parys und der Rückenschwimmer. Wassilopoulos, aus England die Springer Mac Donald und Knight, aus Spanten der lOO-Meter Mann Gonzales und aus P o l e n der Springer SienkovSky. In den W a ) s e r b a l l f p i e l e n werden Ungarn Deutschland. Schweden, Belgien und Rumänien gegeneinander tämvfen. Arne Bor?L rechnet mit drei Siegen und Witt die 100 Meter 'mindestens in 50 Sekunden machen. Mit der aus 17 Mitgliedern bestehenden schwedischen S ch w t m m.e r g a r de . ist auch der W e l t r e k o r d l e r Arne Borg nach B u d a p e st gekommen der erst kürzlich in Amerika sensationelle Erfolge erzielt hat. Arne Borg hat btshe: f a st 200 Rekorde a u f g e.st e l l t »nd hält auch den 8t ek o r d t n d e r Z a h l d e r H ö ch st l e i st u n g e n Eine der interef > a nt esten Begegnungen der Budapester Eurovameisterichaften wird ^zweifellos das Zusammentreffen ,wt>chenBorgundStephanBarany über 100 M e t e r f e i n. Borg äußerte sich darüber >olgendermaßen: . .Ich bin auf den K ä m v f m i t B a r a n y sehr gespannt. Ich kenne seine Leistungen und halte ib n für meinen gefährlichster» Gegner. Ich glaube aber, daß er mich nur zu ei n e m , K q mpf zwingen kann, nicht aber beliegen w i r d. Es ist ganz sicher daß die beiden Ersten im 100 Meier die Strecke innerhalb einer Minute schwimmen werden. Mich lchätze ich auf 59 Sekunden ein, aber wenn man m'ch zwingt, kann ich auch einen» chbessereZeit e r r e i ch e n. 59 Sekunden habe ich s chon öftererreicht, lieber 200 Meter bin ich »uletzt in 2 Min. 16 Sek. .geschwommen. $ Werbet Abonnenten für die» I „Wiener Morgenzeitung"! Den Sieg glaube ich nur über 100 Meter erkämpfen zu müssen, tt e b e r 400 und 1500 Meter denke ich glatt Erster zu werden. In der S t a f e t t e ü b e r 4X200 Meterhalte ich de» Sieg der Deutschen alswahrscheinlich. Die Schweden dürsten den z w e t t e n P l a tz besetzen, Ungarn den d r t t t e n. Im O k t o b e r gehe ich wahrichetnltch zurück nach Amerika. Im Übrigen denke ich nicht daran, meine schwedische Staatsbürgerschaft zu ändern." Die drei ziele der Kmmlschwlmmerin Ederle. Der Ruhm Amerikas, der Beweis für die Ebenbürtigkeit der Frau und ein versprochenes Automobil. Der Ederle-Runnnel dauert, noch inimer an. Man ist sowohl in Amerika stolz aüf die achtzehnjährige Schwimmerin, die den Aermelkanal als erste Frau und noch dazu in Weltrekordzeit durchqueren konnte, als auch in Deutschland, wo sie in den letzten Tagen zum Besuch ihrer schwäbischen Heimat und ihrer alten Großmutter weilte. Sie ist das typisch ameritamsche Mädel-:, kerne faszinierende Schönheit, über dennoch anziehend. Jngenmich frisch, sonnig und nicht eingebildet. Ihre!» Sieg uimnzt sie als selbstverständlich auf.- Zu einem Berichterstatter äußerte sie neuerlich folgendes: „Schon im Vorjahre hätte ich den Kanal beinahe bezwungen. NUr.mehr wenige Meter vom Ufer hat mich mein Trainer aus dem Wasser gezogen,, ails Angst, daß ich nicht mehrweiter könne. Diesmal bin rch aber hinübevgokommen. Das habe ich in erster Linie dem fleißigen Trainiüg und dann ineinem Trainer Burgeß zu verdanken, der ja selbst, wie bekannt, im Jahre 1911 in 22 ©timten .35 Minuten den Kanal durchquert hat. Als ich das Wasser verließ, halbe ich mich nicht im geringsten müde gefühlt. Ich habe schon beim Start das Gefühl gehabt, daß ich, wenn nicht an diesem Tage, nie dnrchkommen werte. Die ganze Zeit hindurch war ich frisch und habe nicht einen Moment daran gedacht, aufzugeben. Voriges Jahr hat mich Radiomusik wahrend des' Schwimmens zerstreut. Diesmal hat nrich ein Grammophon begleitet. Dre Töne des Grammophons und der Gesang meiner Freunde haben auf meine Nerven beruhigend gewirkt. Ich bin Amateuryhw i mmer i n. Drei Ziele, schwebten mir .vor:. Amerika uhm zu bringen, zu beweisen, daß die Frauen in keiner Weise minderwertiger sind als die 'Männer und das' Automobil zu gewinnen, das mir mein Vater im Falle des Erfolges'in Aussicht gestellt hat. Ich bin glücklich, daß ich den Kanal bezwungen habe, aber ein zweites Mal will ich es nicht mehr versuchen." Als es ein amerikanischer Reporter nicht Unterlasten konnte, zu fragen, ob ihr Herz noch frei sei, antwortete die Ederle: „Von Lrebe bin ich bis jetzt noch verschont geblieben/Ich habe einen, zwei gute Freunde, deren Mut urrd sportliches Benehmen ich schätze. Die weibischen Männer mag ich nicht und die G e sie l l s ch a f t von Eintänzern vertrage ich nicht. Ich habe seit meinem Siege zahlreiche Anträge bekommen, märchenhafte Summen wurden mir von Managern anaeboten. aber ich habe alles zurückgowie-sen. Seit rneine'r Kir«dh^t verfolge ich einen Wunsch, nämlich Schauspielerin zu werden.. Meine Eltern sind aber nicht dafür. Hosfeiltkich lasten sie sich in Zukunft dazu bestimmen, meine Bühnenlaufbahn nicht zu verhindern." Hier mischte sich, ihre Mutter in das Gespräch: „Ms Trude nur mehr zwei Meilen vom englischen Ufer war, hat sie ihren Begleitern zugernfen: Jetzt oder nie! Sie nahm eine Schnitte Ananas zu sich und eilte mit schnellen Schlägen weiter durch das Meer. Ich habe jetzt schon nichts dagegen, daß sie Schauspielerin werden will. Sie hat gezeigt, daß sie ihren Willen durchsetzen und daß sie das Unmögliche möglich machen kann." Ein Zeugnis für Ederles fnir plny. Die „Westminster.Gazette" berichtet, daß durch Zeugenaussagen vor dem amerikanischen Konlsirl in Calais in einem Schriftstück festgestellt worden sei, das Gertrud Ederle bei Durchischwimmunig des Kanals keinerlei Hilfe erhalten - und sich treu an alle Regeln für die Kanaldurchschwinmrüng. gehalten habe. *Theater von heute Barflgarttn-BiiDie: Bunter Abend Cheater in der 3o$(T$Udt: Monsieur Helene RaiMund-Cbenttr: Liebe und Trompetenblasen MsKerner idealer r Die Art sich hinzugeben. . RenaissancebSbne: Das Grabmal des unbekannten Soldaten CtUtipiClttttatCT: Mit Sophie muß etwas geschehen tlxattr an der Utten r Die Zirkusvrinzessin (Uittttr Börgertbeater: Das.Radiomädel 1-daim.5irau§r-rdeater! Adieu MmU ttpoNo-rveater: Internationales Variete 8 8 8 8 8 8 7,8 7,8 8 8 RADIO-PROGRAMM Mittwoch den 18. August 1926 16.15 Uhr: Nächmitlagskonzert. 19 Uhr: Die Erforschung der landwirtschaftlichen Arbeit. Ing. Dr. Thoma. 19.30 Uhr: Gehörlesekurs (Morseknrs). Ing. Halberstadt. 20 Uhr: Uebertragnng aus dem Bnrggarten. Orchesterkonzert des Wiener SymphonieorchesterS. Leitung Direktor Spörr. 8i. Stöhr: Symphonie F- Moll — Gefängseinlage: Schnmannn-Lieder. Konzertsänger Viktor Heim. Beg eitungr Prof. Erich Meller. — R. Schumann: Klavierkonzert A-Moll (Otto Schulhof) — P Tschaikowsky r Suite aus dem Ballett »Der Nußknacker". rel-W» Eingeführte Ledergalanteriewarenfabrik sucht zchecks Erweitenrng ihres Betriebes serioaon (eventuell stillen) Teilhaber mit zirka 500 Pfund Sterling. Zuschriften erbeten unter „Sicherer Verdienst" an die Administration deS Blattes. li-m Schicke Schuhe Auserlesene nur bei Neuheiten in SCHUH Sommer- DORN modelten A Iteinverkauj Wien, 11» von BALLY» Schuhen 7uborstruße Nr. 8 a irrt 2. Bezirk Hervorragend Mtge weibliche Kraft, intelligentes Mädchen, große Kinderfteundin, in Kinderpflege veisie't.we.che auch sehr gut nähen und selbständig zuschneiden kann, sncht Stelle als KinderfrSulein Gesellschafterin oder Rüharbeit. 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Brecheraaffe 9. — Druckerei, und Verlatzs.A-'G- Jg. Steinmann. S. Dez.» Uuiversitätssttatze Nr. 8. *

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