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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-18 · Heft 2689 (18.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2689 (18.8.1926)
Date
1926-08-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Polen :35 qrosay I Wien: ZtimAbhOien in der Expedition, ILTaborstr. 1-3, oder in einet Verschtelsstene ■(Trafik) monafl. 6 Schilling iätrsssenverksuf in Wien durch die Kölportetire der Firma Gold sehmied, I.. Woileeile 11 •Mit Postversand ffir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakefc Mon. K22. Jugoslawien: ' Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6Zloty. Deutschland: IMon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fr«. 35 Wiener Morgenzeilimg Engl andrMon. 4 Schilling Italien: Monati. 20 Eire: Pnmsnien: Mon. 17OEei. Kni garion »Mon.1OOEewr. 8ehweia und das übrige Ausland monatlich Fr«. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11. Taborsh*. 1 relephone: 44-0-38,43*3-19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25*2-82 IX., Universitätsstrasse 6*8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterielchisches Postspa»* kassen* Konto Nt. 150.69 9lr. 2689 Wie». Mittwoch. IS.Ananst 1928 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. radikaler Wülsten fiiiiiiriiiininif iiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiinii Lvanerstag den 19. d. M. um halb 8 Uhr abends in den (I., Rotgaste Sj uw iiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Tagesordnung: Die zioriMche Bewegung am Wendrpnntt Meserenteu: Jr. Kahum Gvldmann InaenieurRobertStriSer Die Forderungen der BostangesteMen. GM Ultimatum mr die Regierung. Der Zentralausschuß der Post- und Telegraphenaügestellten hat gestern beschlossen, unbedingt .an seinen Forderungen (Existenzminimum, Auszahlung eines halben Monatsgehaltes in diesem und vier Monatsgehalten im nächsten Jahre) festzuhalten. Sollten die Verhandlungen bis' zur M i t t e der n ä ch ft o n W o ch e kein Ergebnis zeitiges dann, wird die Postgewerkschaft gemeinsam mit dem Gewerk-' schaftsbnnd e i n U l t i m a t u m an die Regierilng richten. 9er Kitchener-Film verboten. London, 17. August. Der Jorrru-alist Frank Power gibt in den Blättern eine Erklärung ab, in der er behauptet, daß der Sarg, in dem er in Norwegen den Leichnam Kitchen.srs gelegt habe, während der UeDersührunig nach England ge st ohl e n und durch einen leeren Sarg ersetzt worden sei.' Demgegenüber erklärt der Besitzer des privaten LerchenharvseS, wo Power' den Sarg nntergebracht hatte, daß es: sich um den gleichen' Sarg handle. Die Regierung hat den von Power aufgenommenen Film, der die Ueberführung des Sarges mit den sterblichen lleberresten Lord Kücheners naK Englaiw davstellen sollte, verboten. Schröder bestätigt sein SeftSndnis. Sin zehnftSudiger verhör. ' Magdeburg, 17. August. Am Montag fand in G r o ß- Rottmersleben ein zehnstündiger Lokalaugenschein statt. Schröder und seine Braut Hilde Götze mußten unter starker Bedeckung vorgeführt werden. Im Mordzimmer wurde mit Hilfe aller ermittelten Gegenstände alles genau so zusammengestellt, wie es am 10. Juni 1925 ausgesehen hätte. Die Rohrstühle, der Schachtisch und der blutbespritzte Teppich, selbst das kleine Kissen, das all dem Mordtag in einem der Korbstühle lag, waren zur Stelle. Dann erfolgte eine neuerliche Vernehmung der Zeugen. Schröder bestätigte sein ursprüngliches G e st ä n d n i s, wonach er Helling mit seiner Kaution von 5OO Mark nach Groß-Rottmersleben gelockt habe, um angeblich die Anstellung abzuschließen. Während Schröder und Helling allein im Zimmer waren, hat Schröder sein Opfer durch zwei Schüsse in den Hinterkopf getötet. Er hatte zunächst die Absicht, die Leiche aus dem Hause zu schaffend Es gelang ihm aber nicht, ebensowenig glückte es •ihm, die Leiche zu sezieren und zu verbrennen. Er verscharrte sie schließlich im Keller. Als nach dem zehnstündigen Verhör Schröder wieder abgeführt wurde, wurde er von erregten Zurufen der Menge empfangen, die sich inzwischen angesammelt hatte. Nur mit Mühe konnten die Beamten den Mörder vor Tätlichkeiten-schützen/ Ae Unschuld ve» Fabrikanten Haas. Berli«, 17. August-(WoW M au« n i ch 1fc n tt o und erst vo n and e r e r S e i t e auf ihn gewiesen worden sei. Ae Liquidierung de» Falle» Leffing. Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen die Rodaustudenten ein. Hannover, 17. August. Die Staatsanwaltschaft hat sich zur E i n st e l l u n g d e s V e r f a h r e n s gegen die Studenten der Technischen Hoclffchule in der Angelegenheit Lessing veranlaßt gesehen, da Prof. Dr. Lessing abgelehnt hat, Strafantrag wegen Mißhandlung oder Beleidigung zu stellen. Ebenso ist kein Strafantrag wegen Hausfriedensbruches gestellt worden. Im übrigen sei, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, zu prüfen gewesen, ob sich das Vorgehen der Studenten als eine einfache Demonstration oder als ein Nötigungsversuch darstellt. Dabei sqi zu erwägen, daß der Vorstand der Studentenschaft beschlossen hatte,, Prof. Lessing mit legalen Mitteln zu bekämpfen und daß er G e -w> alttät igle i t e n weder gefordert noch unterstützt hat. Die Gesamtheit der Studenten könne deshalb für einige Gewaltakte, deren einzelne Urheber nicht ermittelt werden konnten, nicht verantwortlich gemacht werden , Um diese Milde ganz zu verstehen, muß daran erinnert werden, daß Prof. L e ff-i ng durch förmliche. Barrikaden» an dem Betreten des Lehrsaales verhindert wurde. Der Rektor mußte, um Tätlichkeiten zu verhindern, den Professor begleiten und er wies ihm schließlich ein abgelegenes Zimmer zn. Lessing konnte nur im Auio von der Hochschule nach Hause gelangen., Nach der hannoverschen Staatsanwaltschaft ist das ein legaler Der Sie Berhanvlnngen werden wieder anfgeaomme«. London, 17. August. Nach lebhaften Tumultszenen, die dura) Angriffe der Extremisten gegen die Regierung und 'gegen die Führer der Bevgarbeitergowerkschaft 'hervorgerufen worden waren, hat die in London tagende Delegiertenversammlung einen wichtigen Beschluß angenommen, .in dem der Vollzugsausschuß der Bergarbeiterföderation b eauftragt wird, sofort mit der Regierung und den Grubenbesitzern Verhandlungen auszunehmen um den Boden für eine Verständigung zu schaffen. Die Konferenz hat ferner beschlossen, daß cckle Verhandlungen zum Zwecke einer Regelung für das ganze Land gelten müssen und nicht bezirksweife erfolgen dürfen. Baldwin hat erklärt, daß er bereit sei, die Bevgavbeitevdelegierten morgen zu empfangen. Mau hofft in London, daß noch v o r E n de' di e f e r Wo ch e eine EmvgMrg erzielt werden wird. Die Ermordung Tiszas. Eine fenMionelte Artsfase. Budapest, 17. August. „Esti Kurir" veröffentlicht sensationelle Neue Daten zum Tisza-Mordprozeß. Danach habe schon vor Monaten der Budapester RechtsaMvalt Dr. Rudolf E n d r e i dem stellvertretenden Oberstaatsanwalt P o l a n y i die Mitteilung gemacht, daß eine Frau bei ihm erschienen fei, um positive Angaben über die Ermordung des Grafen Stephan T i s z a zu machen und eventuell dem Staatsanwalt vorzulegen. Einige Tage später wurde die Frau dem Polizeirat Szru.'bian, der die Untersuchung des Tisza-Mordes leitete, vorgeführt, dem sie ihre Angaben machte. Die Aussage der Frau wurde jedoch, nicht protokolliert und es wurde auch keine neue Untersuchung bing'eleitet^ Später übergab die Frau ihre Angaben den, Advokaten Dr. Wdvary, dem. Verteidiger des Tibor Sztä nHkyvsz.th und des Marcel' G ä r t n e r, der sich sodann vergeblich bemühte, eine Wiederaufnahme des Prozesses gegen die angeblichen Tisza-Mörder zu bewirken. In dem von Dr. Földvary mit der Frau aufgenommenen Protokoll sollen auch die hellte noch in Budapest lebenden Männer Z. 1U und A. B. die Mörder des Grafen Tisza sein. A. B.. führte das Auto zur Villa, die Aas Tisza im Oktober 1918, bewohntesZ. U. haben den Ministerpräsidenten mit Schüssen aus seinem Mannlichergewehr getötet. In dem Protokoll werden auch Zeugen genannt, die die Richtigkeit dieser Angaben bestätigen können. i ' „Esti Knrir" fordert die Oberstadthauhtmannschast und die Staatsanwaltschaft auf, den in dem bei dem Blatte erliegenden Protokoll enthaltenen Angaben über die Ermordung des Grasen Tisza nachzngehen und unverzüglich eine neue Untersuchung einzuleiten, die unter Umstanden zu einer Retzi-- sion des ganzen Prc^effes führen konnte. (Im Pnyeß gegen die Mörder des Grafen Tisza wurden Tibor Stanykovszch zu zwanzig Jahren, Marcel Gärtner zu fünfzehn fahren ZuMhaus verurteilt. — Die Red.) / ^' Sie Prager Polizei gegen den Farzismns. Prag, 17. Allgust. Die Prager Polizeidirektion hat heute eine Kundmachung erlaffen, welche sich in erster Linie gegen die faszistische Bewegung richtet. In der Kundmachung heißt es: Es wurde festgestellt, daß sich in letzter Zeit ohne gesetzliche Grundlage bei verschiedenen Organisationen uniformierte Körperschaften gebildet haben, die häufig unter einheitlicher Führung stehen und korporativ öffentlich hervorgetreten sind. Diese nach militärischem Muster in Züge und größere Formationen eingeteilten Körperschaften versuchen vielfach, hie in die Kompetenz der S i ch e r h e i t s o r g a n e fallende Tätigkeit auszusihen. Es beginnt sich die Organisierung von illoyale n^O r g a n i s ationen mit militärischem Charakter zu entwickeln, deren Auftreten in Prag und anderen Städten der Republik zur Störung der öffentlichen Ordnung und Ruhe geführt hat. Im Interesse der öffentlichen Ruhe und der Staatssicherheit verbietet die Polizeidirektion die Bildung solcher von den Behörden nicht bewilligter, uniformierter Körperschaften sowie auch deren öffentliches Auftreten und das Tragen von Uniformen. Zur Uniform werden auch Stöcke mit Metallspitze gezählt. Die Nichteinhaltung des Verbotes wird mit Strafe belegt. ■ 2er private Lollarkar» kn Polen. l<. Marschau, 17. August. Der Dollar notierte heute ta privaten Verkehr tuWarsch au 9.ych i» S r a k s u SG.

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