Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2686 (15.8.1926)
- Date
- 1926-08-15
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Stürmer versuchten ihr Glück mit Einzelstößen, wurden jedoch zumeist von dont hervorragenden S-immeringverteidiger Musil gehalten. In der 18. Minute erreicht Hostasch den ersten Treffer, fünf Minuten bctauf unternimmt Viertel einen Vorstoß und kann an -dem herauslaiifenden Tormann Köhler vorbei den Ausgleich erreichen. Bei diesem Stande bleibt es trotz besseren Spiels der Simmeringer. Hertha besiegte gestern -den F. A. C. 2:1 (0:1). Admira 'chlug den International A. ft. 6(3 (4:2). Slavia hi Wien. Eine Woche vor Beginn der Herlbstmeisterschaft br.ngt das Gastspi-.'.l der Prager Slavia. die heute -um 6 Uhr in Hütteldorf gegen Rapid omriit. Tie Tschechen, vor wenigen Jahren noch eines der stärksten Fußballteams Europas, repräsentieren auch heute noch hervorragende Klasse. Sie haben in Wien immer den besten Eindruck hinterlassen, und werden auch haute bestrebt sein, zu oefallen und *t siegen. Dlavia stellt folgende Mannschaft: Plaiüeta; Seifert, Hofer; Bcdiela, Pledicha, Plodr; Simonek, Pue, Capek, Svoboda, Posra-zil. Silny tut nicht mehr mit. da er mit der Sparta die AmeviLareise abgetreten hat. Rapid spielt in folgender Aufstellung: Feigl; Schramseis. Sol.il; Riet'ch, MMmayer, Richter; Wchely, Walch sei, Hanel, Uridll. Wondrak. Als SüpedSrichter wich der Ungar B i r o funlgrren. Vorher spielt die Napimeserve gegen Wiener Molkerei. Tie heutigen Freundschaftsspiele. Amateur—Cr ick et er (6 Uhr. Kiieau). R u d o l f 8 h ü g e l- M e t d li n q e r Sportfreunde. Simmering-Olympia 11, Sportklub —L angenzerSdorf, Hakoah komb.—B a d e n e r A. C. in Baden. Hakoah komb. gegen Baden. In der bereits mitget-eilten MauNischaftsallssteltuug Hakoahs ist eine Aenderunq eingetreten. 'Statt We-gner 1, -der unwohl ist. wird Poll-ak spielen. Zusammenkunft im Klubh-elm um 2 Uhr zwecks gemeinsamer Abfahrt. Hakovh-Jungmannschaft. Für daß heutige Spiel auf dem Feuerwehrplatz findet die Zusammenkunft unr halb 10 Uhr auf de-nt Hakoahplatz statt. Kanlnttk, der chemalige Mittelläufer der Hercha, hat da« Training von Hagivor übttnommen. Kadimah-Jungmannschaft hat acht Wettspiele mit folgenden Resultaten gespielt» Gegen Rapid 11 u-1, Rekord 21 8rv. Zion 4:1, Nicholson 4r2. StreberSoorf 2:1. Akademta 4r S, Admira 2i1 und Atzger«börf-Iun-mannichaft 311. Der I. A. C., der seiner Mannschaft einige Wochen Ruhe gönnte, spielt heule >mr 6 Uhr nachmittag«, auf dent D. A. C.« Platz gegen B. Ä. C. komb. zum ersten Male mit seinen Neuerwerbungen. Insbesondere Stanek (ehemals B. A. C.) und Bergler (F. A. C.), wozu noch Kligler kommt, werden die Mannschaft bedeutend verstärken. Die Sektionsleitung hat folgende Äilfstellung bekanntgegeben: Steiner; Dungler, Klarfeld; Kaplan, Bergler, Lechner; Stanek, Kligler, Dikler, Arm, Sternbaw. Ersatz: E. Lechner, D. Faß. Vorher spielen die Herrelchandballer gegen eine kombinierte B. A. C.-Mannschaft. Silnh kostet die Sparta 75.000 tschech. K.l Außer der Ablö e au Stavia im Benage von »o.i.uu i.tyech. »tiouen mußte Sparta für den Ueberiritt de« Mittelstürmer- S r l n y demselben .10 000 tschech. Kronen bar und einen wetteren Detraa von 15.000 tschech Kronen, welcher erst nach der Rückkehr von Amerika fällig wird, bezahlen. Orth wird nach fast einjähriger Pause, die durch seine im Match gegen die Aniateure erlittene Verletzung bedingt war, zum ersten Male im Spiel des M. T. K. gegen Hakoah am 29. d. in Budapest antreten. Gportimchrnhten «ms Jugoslawien. (Von unserem Korrespondenten.) Sonntag den 1b. d. wird m L a i b a ch der entscheidende Fußballkarnvf um den Pokal des Königs Alexander zwischen den Repräsentativen der Zagreber und Belgrader Fußballunterverbände ausgetragen. Der König wird diesem Match beiwohne«'. Au« Zagreb geht rin spezieller Sportzug nach Laibach. Dieser Kampf gilt in den Spoitkretsen als Revanchekampf der Belgrader für die lltzie Niederlage in Zagreb, wo GradsanSkt (Zagreb) Fußballmeister Jugoslawiens wurde. Das Interesse für dieses Spiel ist in alle» jugoslawische» Sportkreilen außerordentlich Vorige Woche wurden in Zagreb die jugoslawischen Meisterschaften tn Schwerathletik auSgetragen. Kehl (Juda Makkabt, Novisad) konnte die erste Stelle in der Bantamkategorie erringen. Von den jüdischen Teilnehmern («8 waren nur Makkabt. Zagreb, und Juda Makkabt, Stovvad. anwesend) haben noch K a tz und Schwarz von Makkabt (Zagreb) ichöneS Können gezeigt. Bet den diesjährigen jugoslawischen Schwimmm e t st e r s ch a s t e n, die vorigen Sonntag in D u b r o v n t f1 (dtogufa) stattfanden, wurde die B t k t o «i j a (Susat, wieder juaostawticher Schwimmeister. Wegen des schlechten Wetter« war« die Relultme und die Beteiligung nicht desonvtts. Anfang« September wird in Zagreb ei« großes internationaler Tennisturnier d e s H. A. S. K. stattfinden, für da» sich Teilnehmer aus Italien, der Schweiz. Frankreich, Ungarn md der Tschechoslowakei gemeldet haben. _ Am b. September veranstaltet bet jüdische SpütikknS Inda Makkabt tn R o v t s a d einen Sporttag der jüdischen Sportvereine derVojvodtna. Alle VorberettNNgen sind in vollem Gange, und man erwartet, daß durch dkl- Befira* staltung die jüdische Sportbewegung in Juooilawien neue JWnlse erha ten und sich die Organisation des jugoslawischen Mattavikretles auch in der Vojvodina starken wird. FiAj « al. Schwimmen. Dt« Wasievballmeisterfchaft -brachte gestern folgende Nisse: Hakoah schlägt B-ienno 4:8 (3:8), W. A. C. ischWgt W. A. S. 7:3 (S:1). Haifische verfolgen Kanakschwimmer. Aus London wird berichtet: Wahrend Helmi und Michel durch den Kanal schwammen, wurden sie gegen 1 Uhr von einer Anzahl sogenannter F u ch s h a i e verfolgt, die von der Bepleibung nur mit großer Mühe von den Angriffen auf die Schwimmer, bi« das unternehmen nach 19 Stunden anfgoben, abgehalten werden konnten. Fnchshaie sind in der letzten Zert häivffg während der Sommermonate im Kanal gesehen worden. mmmmmmm—m Reich st eAuSWahl Ott mmmmmmrnm »adetrikots, Badekleider Badehauben, Bademäntel, Badeeape», Badeschuhe i4i Strickwarenuud Garnspezialhau« „I«m Löwen" «m»W> IX., Porzellangasse 52, Ecke Glasergasse»W>wW Schach. Niemzowttsch und Capablanea. Niemzowitsch, der bekanntlich Capablanea zu einem Wettkampf um die Weltmeisterschaft berausgesordert hat, waS Capablanca mit seinen bekannten unmäßigen finanziellen Forderungen beantwortet hat, richtete an den Weltmeister einen Brief, in dem er schreibt: Er hoffe zuversichtlich, daß er mit Hilfe skandinavischer lind on'erikanischer Schachfreunde den geforderten Einsatz für das Match um die Weltmeisterschaft werde stellen körmen. Aus den Vereinen. K a d i m a h. Heute um */,10 Uhr auf dem Bewegung 30- Platz Freundschaftsspiel gegen Bewegung 20 1b in folgender Aufstellung r Singcr, Kolisch. Reirikraut. Ädlerblum, Dmcker. Kongo, Goldstein. Fürst 1, Fürst 2, Sluzker, Salzmann. Ersatz» Zitier. Kerzner, Bobby. Das gelobte Land. Von Israel Zangwill. (AutorisierteUebersetzung.) I „Telegraphieret, wie viel Stück vorhanden!" Mit diesen Worten frug die Schisfahrtsgesellschrft bei ihrem schlauen Agenten an, wie viel russische Juden er über die Grenze in das Zwischendeck-ihrer atlantischen Dampfer hi^üherschmuggeln werde. Det Agenten Aufgabe war ziemlich einfach. Seine Erzählungen und Schilderungen von Amerika waren bloß die Präzisierung einer nebelhaften Vision von einem Lande, in dem M-ilch und Horrig fließt, welche Vision vor all diesen hungrigen Augen schwebte. Sein Vorschlag an die Ghettobewohner in ihren feuchten Kellern, in den schmutzigen Gassen/ihren halb unterirdischen Kramläden, welche eigentlich Fensterläden waren; sein. Anerbieten an die durch das jüngst erfolgte Zurückdrängen von der Grenze noch mehr zusammengepfer'chte Bevölkerungsmasse, an die Alten, welche durch den Ucbergang des Wodkageschäsies in -chvistlichc Hände, und die Jungen, welche durch absonderliche Mase und Reskripte in ihren Bemühungerl, den Lebensunterhalt sich zu verdienen, gehemmt und gehindert wurden, sie ohne russische Pässe durch Deutschland nach Amerika zu befördern, war zu verlockerid. Vielleicht war es. sogar überflüssiger Köder, wenn d.er schlaue Agent noch geheimnisvoll hinzrlsügte, daß er geheime Informationell habe, wonach ein neuer Blitzschlag demnächst das Ghetto treffen werde, in dem die Dienstzeit der jüdischell Konskribierten auf 16 Jahre und der Dienstbereich bis nach Sibirien ausgedehnt werden solle. „377 Stück!" lautete des Agenten Antwortdepeschc. In eiuenl versiegelten Briefe berichtete er ausfiihrlicher über die. Fracht, die er de« Linie verschaffte. „Fracht", das war das richtige Wort. Ein Regieruugsbericht überschrieb diese „Ausbeute des Muziks", als in ihren Hütten zusammengedrängt, gleich eingesalzenen Heringen in den Tonnen. Was war natürlicher, als daß sie als Waren- «ladung verschifft wurden. Und doch hatte jedes dieser „Stücke" als menschliches Wesen seine eigene Geschichte und eine davon soll hier erzählt werden. II. Nirgends war die Arnrut bitterer als in der Webcrkolome, in welcher Srul sich mit Beile verlobt hatte. Die Mitgift, welche so manchen juilgen Mannes Leidenschaft zu entzünden Pflegt, war'hei'ihr auf dem Gefrierpunkt; und wenn Beile auch keine große Aussicht hatte, bald zu heiraten, so konnte sie sich dafür mit der Tatsache trösten, daß sie romantisch geliebt ward. Selbst die Verlockung der „Kest" *) — das zeitwellige Aushalten des jungen Paares durch den Schwiegervater — war in Beiles Fall nicht vorhanden, 'schon aus dem einfachen Grunde, weil sie keinen Vater hatte, auch keine Mutter. Ihre beiden Eltern waren an den Benlühungen, das Leben zu verdienen, gestorben. Als Ersatz der Mitgift und Kost konnte Belle nur ihre dunkle Schöilheit mitbringen, die freilich etwas gering schien. 9Uemals sah man Beile ohne ihre die Stelle einer Mutter einnehmenden Schwester Mirjam, welche gleich Labans unbegünstigter Tochter „empfindliche Augen" hatte, die, vereint mit einem pockennarbigen Gesichte, sie als frühzeitig alte Maid erkennen ließen. Die errtzündeten Augenlider — das war das einzige Vermächtnis, welches Mirjams Vater ihr hinterlassen hatte. Von Sruls Seite war — wenngleich seine beiden Eltern lebten — keine größere Hoffnung auf den Trauhimmel vorhanden. Sriils Vater war blind — ein weiterer Beweis dafür, daß die lokalen hygienischen Verhältnisse für die Augen besonders schädlich waren —, und Srul selbst, der den größten Teil seiner Lebenszeit dazu verwendet hatte, lnn rabbtnische Gewebe zu weben, hatte eben seine Aufmerksamkeit den Tuchwaren zugewendet, »bschon der Himmel zweifellos mit dem Gewände an Gemara zufrieden war, welches er in seinen kurzen sechzehn Lebensjahren sich bereitet hatte. Der aste Weber hatte —^ in mehr als einem Sinne — bessere Tage gesehen, bevor sein Unglück und die großen Webereien *) Plural von Kost. gekommen waren; Tage, da er unabhängig und nicht mäßig von der frühesten Morgendämmerung bis in die spät Nacht hinein vor dem Webstuhl saß ' und selbst sein Mahlzeiten wegen Zeitersparnis auf dem Stuhle zu sich nahm. Und dabei war damals das „Stück" satinierten Tuches um gar manche Ellen kürzer. „Aber sie machen den Stoff heutzutage um fo viel länger, als sie. die Bezahlung.'kürzer machen", pflegte er mit pathetischem Humor auszurufen. Derselbe Sinn für Humor befähigte ihn, die «nfreiwillige Muße zu ertragen, welche'den Hattdwebern auf-' erlegt worden war, während die Fabriken sich mächtig entwickelten. „s)iun ist das Sprichwort erfüllt," sagte er zu fckmm nicht lächelnden Weibe, „es gibt jetzt zwei GaWate m der Woche." Ach, als die Tage kälter und kürzer wurden, da gab es eine ganze Woche von Sabbaten. Die Räder standen siill; in der ganzen 5lolonic wurde keine Spule abgehaspelt ~ ein noch nie dagewesener Fall. Allmählich hatten, die Fabriken die ganze Kundschaft an sich gezogen. Manche der Handweber saßen betäubt da; sie wußten, daß das vauhe Garn nicht mehr zu ihnen kommen wevde. Andere verließen die Vorstadt und vrfuchten die mannigfachsten Geschäfte in der Stadt im Schatten der Fabvik aufzugreifen — aber keiner trat in die Fabriken selbst ein, obgleich diese bereit waren,' sie unter einer einzigen Bedingung auszunchmen. Aber hierin lag" die Ironie der Tragödie. Diese einzige Bedingung war die einzige Bedingung, welche die armen Weber Nicht akzeptieren konnten. Es stand ihnen frei, die.Woche von. Sabbaten «rf das alte Ausmaß zu rvduzierett, vorauSgetsrtzt, daß der Sabbat ans den Sonntag fiel. Nein, das konnten und wollte« sie nicht annehmen, obgleich die ihnen gebotene tägliche Arbeitszeit geringer und ihr Wochenlohn größer -sein sollte aits ihr früherer Verdienst. Die tiefere Ironie in diefer Ironie lag noch darin, daß die Eigentümer jeder einzelnen dieser Fabrik« Brüder in Israel waren! Jsschüvwn war dick geworden und schlug aus. (Fortsetzung folgt.) mm sr*-: m’ "v>~ Auf Verlange« Vertreterbt euch Alle Männer lieben I den eeh&nen gepflegten Bubikopf. Trogen Sie daher den Bubikcplreifen „DE-PE und Sie sind immer tadellos frisiert. Bubikopf r«|f«n «|D ist tttr Jeden Sport, Autoreisen, Tins, Bureau, fabrlk und Helm unentbebrlieh Preis S 1.- Oeeen Sinsendung von 8 1 — nebst inlandporto 40 q. oder Aueiandporto 70 Q, (auch in »rief* marken erhalten Sie ein Muater sofort augesandt. In den einschlägigen Oesehiften erhältlich. Engros-Verkauf Dukesz & PaschKusz wiener Gelanterlsweroncrseagnlae« I.i Bauernmarkt 24/13, T«1.07*l*55l 63*7-05 >>: Alleinverkauf für alle Staaten »u vergeben i.r SnBMBBBMBMBBBBBJIBBHBHMaBBB Mimte j «■BaiMBHPRHBmBMBBMMlllBK GlatttzgS orthodox iv>Nvstaurant, Wien. VI.. Schmalzdofsafse 18. Selchwaren- und Geflügelverschleiß. Rostouranl Roth, U„ Praterstraße 54. Vorzüglichste Wiener Küche zu billigsten Preisen, «estoueaut Schwarz, U,, Atttstellungsstraße 15, Vorzügliche ungarische, streng •njd Küche, sämtliche Getränke bet mäßigen Preisen. P«ul vpoezynstzi« Raslgueation „Zitahvf", V U. Martabilferstr. öS». 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