Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2686 (15.8.1926)
- Date
- 1926-08-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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MU1 Wien, Sonntag (l" - Cjervais darf.) Das Kind weint, dann tröstet man es bannt, das sei nur Spaß gewesen, und zum Schluß wird, unter allgemeinem Amüsement, das Kleine grlobt, weil es Len Vater lieb hat. Ich bin nicht neugierig, ob mich mein Kind lieb hat» verzichte aber insbesondere auf einen derartigen experimentellen Beweis. Was .Me ick darum, wenn ich v-n Tanten be-Lringen könnte, daß ein Kind Phantasie hat, und immer, im Spiel aber besonders, ernst genommen werden will. Wenn es also jemandem eine alte Tramwaykarte gibt, mit dem Bemerken: »Hier hast du Geld," so hat man diese Karte genau so ernst zu behandeln, wie man eS sonst mit Geld täte. Aber ohne lächerliche Uebertreibungsn. Idiotisch ist es jedoch, dem Kind , zu sagen: „Wie kannst du so lügen, das ist doch eine Tramwaykarte. Lügen darf man nicht." Dieselbe Tante, die das sagt, scheut sich aber nicht, dem Kinde alles, was eS nicht cmruhren soll, als „heiß" auszugeben. Man soll die Kinder mit Engeln und Teufeln verschonen. Es liegt im Jnteresie aller drei, wenn sie möglichst spät die einseitige Bebmntschaft machen. Was würden die Tanten dazu sagen, wenn ich mich mit ihnen partout über unbestimmte Integrale und Kurven vierten Grades unterhalten wollte? Und dabei ist das leichter zu verstehen, als Metaphysik. Aber ich bin nicht rücksichtslos. Warum sind sie es aber bei einem wehrlosen Kind? Wenn sich ein Kind anschlägt und weint, ist es absolut unzweckmäßig, daß alle sechs Tanten auf einmal das Kind trösten wollen und eine die andre überscyveit. Dadurch'wird der Krawall nur größer. Aufs energischeste ersuche ich aber, folgendes zu unterlassen: das Kind zum Kasten zu führen — an dem es sich weh getan hat — und den Kasten durchzuhauen. „Peitsch: geben," sagen sie so schön. Erstens ist das Möbelstück völlig unschuldig, da es beim besten Willen nicht immer ausweichen kann, und dann bin ich ein Feind jeder Justiz, insbesondere der eindeutigen Rachejustiz. Ich hau nicht einmal die Tanten, die mir — weiß Gott *— schon viel Weh angetan haben. Dann möchte ich den Tanten zu bedenken geben, daß das Kind gar kein Interesse sür ihre Vorstellungen vom männlichen Geschlecht hat. Wenn die Tanten an einen bösen Plann glauben, will ich nichts dagegen tun. Ich zweifle nicht, daß sich mancher Mann in ihrer Gegenwart in einen bösen verwandelt. Aber einem Kinde hat man mit dieser Vorstellung wicht zu drohen. Mo bitte ich, die Floskel: „. . . sonst kommt der böse Mann," ein für allemal zu unterlassen. Ich sehe es bestimmt wicht gern, wenn ein Kind Daumen lutscht; weil das unhygienisch ist. Ich verbiete es auch meinem Kinde und mache ihn — 'N diesem speziellen Fall — die Gründe sogar plausibel. Wenn ich aber eine Tante sagen höre: „. . . sonst schneidet man dir mit der Schere den Daumen weg," wird mir totenübel. Man stelle sich nur vor, das Kind glaubte das und nimmt nun die Vorstellung auf, daß ein Mensch imstande sein kann, ihm — dem kleinen Kinde — den Daumen wegzu schneiden. Ich bin überzeugt, haß alle Mörder 6t ihrer Kindheit einmal eine derartige Drohung gehört haben. Aber diese Zusammenhänge werden die Tanten nie verstehen. Auch bitte ich alle Tanten inständigst, Weisheiten zu unterlassen, die keine sind, sondern mir jeder Erfahrung und dem gesunden Menschenverstand im Widerspruch stehen. Es ist —- namentlich bei der gegenwärtigen politischen Lage — völlig aussichtslos, daß ein Kind dafür, daß es feilten Teller leer ißt, Kaiser wird. (Ganz abgesehen davon, daß die Welt unter solchen Umständen mit der Zeit aus lauter Kaiser bestehen müßte. Aber auch als Vorstellungsideal paßt mir dieser Beruf nicht.) Wiener Morgenzeitun« Ob alle Tanten genau wissen, wie die Kinder auf die Welt konrmen, interessiert mich nicht. Wenn es von mir abhinge, würden sie nie in oie Lage kommen, rS praktisch zu erfahren. Daß sie aber der Storch bestimmt nicht bringt, das wissen die Tanten gewiß auch. Also sollen sie das, namentlich wenn sie niemand darum fragt, dem Kind auch nicht einnden. Was ich einmal dem Kinde darüber sagen will, sollen sie mir überlasten. Heute weiß ich das selbst noch wicht. DaS wird von der Frage abhüngen. Ferner ersuche ich, alle Belehrungen darüber, tvaS ein braves Kind zu tun und zu lassen ha:, bei sich zu behalten. Erstens gehen da die Ansichten der Tanten untere! minder auseinander, und zweitens stehen sie in Widerspruch mit meinen Anschallungen. Ein gesundes Kind braucht nicht „brav" zu sein, und ein krankhaftes kann cs nicht. Ein gesundes Kind, das nicht hungrig und nicht schläfrig ist, will beschäftigt sein — damit ist das ganze Bravheitsproblem gelöst. Womit es beschäftigt wird, das ist ein Punkt, nach dem man die Bravheit der Eltern beurteilen kann. Damit mein Kind auch folgsam ist, dazu? brauche ich nicht die Autorität der Tanten. Und meine Autorität stützt sich weder auf' Kraft, noch Gewalt. Einem Kinde etwas mit Gewalt wegzunehmen, ist eine traurige Kunst. Ebenso traurig, wenn man seinen Willen nur mittels Schläge durchzuseyen vermag. Ich schlage mein Kind nicht, und wenn alle patentierten Pädagaginnen darob zerspringen. Weil ich den Zweck des Schlagens nicht einsehe. Als Symbol ist es mir zu derb, und wenn es mehr sein soll, also den Zweck hat, weh zu tun, dann müßte cs logischevweise auch durch andere Mittel ersetzt werden können, zum Beispiel durch Zwicken, oder Beißen, oder durch Zufügung einer Brandwunde. Und nun stelle man sich vor, jemand würde zu feinem Kinde sagen: „Laß das steh'n, sonst verbrenn ich dich mit der Zigarette." Nichtwahr, das wäre brutal; Nun, und Schlagen ist es etwa nicht? Also unterlasse man alle Schlägeairdrohungen, für jeden Fall jedoch eine faktische Tätlichkeit. Ist sie aber geschehen, dann wundere man sich nicht, wenn zum Beispiel mein Kind zuvückhaut. Das ist selbstverständlich, und ich wünsche ihm, daß es sein ganzes Leben lang ohne Scheu zurückhau'n möge. Ich habe es leider nicht immer getan. Ach Gott, ich könnte noch seitenlang fortsetzen, angefangcn von den gräßlichen Liedern und Gedichten der Tanten, bis zu ihren unappetitlichen Begrüßungs- und Abschiicdszerenlonien. Aber — cs nützt mir ja nichts. Die Tanten werden bleiben, wie sie sind. Meine einzige vage Hoffnung rst, daß diese meine Klage abgedruckt wird. Dann werden es die Tanten lesen. Und werden bös sein. Und ich und mein Kind werden endlich Ruhe haben. .Das Pabvisnm im Asenbechnzug. Prag, 14. August. Wie die „Prager Abendzeitung" erfährt, hat das Innenministerium die an internationalen Eisenbahnstationen liegenden Grenz st atio n e n - ermächtigt, Durchreisevisa f ü t N eise nd e-. auSzuMlen, tvenn^fich diese mit einer Fahrkaite in die Station e i it e-'S : & en achbarten S t a at e 8 a u 8 w e i s e n k ö n n e n. Für tiefe Visa ist außer der Vtsumgebühr noch eine Manipulationsgebühr zu bezahlen. _._ Ter zweite FrankenfSlfchervrozeß. Budapest, 14. August. In dem am Montag beginnenden Berufungsprozeß gegen die Frankenfälscher werden der erste und der zweite Tag der Verlesung des Protokollmaterials gelvidmet sein. Den dritten Tag wird die Verlesung des erstgevichtlichen Urteils in Anspruch nehmen, und erst am vierten Tag werden die Angeklagten Gelegenheit haben, zu Wort zu kommen. 15. August im Nr. S686 Möbelfabrik J. Spira Feine °>« RIO, III. I—2 Wohnungseinrichtungen (Eeke K arl - Sch welghof er-Gasse) Ae Waffen Im Vargenland. Der „Abend" hatte kürzlich berichtet, daß im Burgsnland seitens der Regierung Waffen an Frontkämpfer verteilt werden. Die burgenländisch« Landesregierung ecklärt demgegenüber, daß im Zug« der nach der Uobernahme des Burgenlandes analog wie im übrien Bundesgebiet durchgeführten allgemeinen Entwaffnungsaktion alle Waffen durch die Genüarnierieposten gesammelt, an das LandesgendarmevieLmmnmdo abgeführt und sodann auftragsgemäß der nächsten militärischen For ma t i o n,. dem Infanterieregiment Nr. 1 in Wiener-Neustadt, übergeben worden sind. Unter der Zivilbevölkerung sind daher keine Militärwaffen mehr vorhanden. Soweit es sich um Waffeusendnngen an die P ol ize iabteilung des Amtes der burgenländischen Landesregierung handeln könnte, kommen nur Waffen ttt Betracht, h;.c Wilderern ufw. von den Unterbehörden abgenomnum werden. Solche Waffen werden von der Landesregierung »ach den Vorschriften des Waffenpatents behandelt. Sie gelangen gemäß den Weisungen des Ministeriums des Innern an die zuständige Dienststelle zur Abfuhr. Von einer Waffenverteilung an Frontkämpsirvereinigungen oder an sonstige Körperschaften im Burgenland kann somi£!c t n t Rede sein. * Die Behauptung, daß es unter der' ZivilbevöKevuny keine Militärwaffcn gibt, ist ein reuig zu kautschukmäßig gefaßt. Es sei mir die Parallele zu den Wiener .Halenkreuzlern in Erinnerung gebracht, die irotz aller EntwaffnungSaltionen über Schuß- und Stichwaffen verfügen. Me Zfitfettlofe. Nach einer Mitteilung der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Kouftantlnopel an das Prager Finanzministerium werden die aus türkische Lose gemachten Gewinne ohne Rücksicht auf die Staats5ugehörigkeit aus bezahlt. Die bis zur 268. Ziehung gezogenen Lose werden in vollem Wert in französischen Franken ausbezahlt. Die von der 269. Ziehung aufwärts bis zur 300. Ziehung, die am 1. Februar 1920 stattfand, gezogenen Lose werden ebenfalls in französischen Franken, aber iu Räten honoriert, vorläufig mit zwei Raten, die erste zu 16 Prozent und die zweite zu 9 Prozent, zusammen also mit 25 Prozent. Die von der 301. Ziehung bis zur 315. Ziehung gezogenen Lose werden im vollen Betrage in französischen Schecks aus Paris ausgezahlt. Die später gezogenen oder amortisierten Lose, also von der 316. Ziehung aufwärts, werden vorläufig überhaupt nicht honoriert. Rltualmordphmüafien. Das Berliner „Deutsche Tagsblatt" brachte in seiner ddrmmer 148 vom Nl. Juni 1906 unter der llebevschrift „Der Blutsäuser von Kaschau" Nachrichten über angeblich gcheimnisvolle Mordfälle in Kaschau, Eperjes, Äosoncs und Miskolz. Die Notiz ließ dnrchblicken, daß es 'sich hierbei um Ritüalmorde handlL. Der Vorstand der Kafchauer israelitischen Kultusgemciwde versendet hieraus ein« Richtigstellung, 'der wir folgende Erklärung der zust-aMgen Polizeidirecktion entnehmen: „Seit dem Bestehen der Poilizoidireftiou ist in ihrem ganzen Bereich niemals «in Kriminalsall vor gekommen, bei 'dem auch nur die leiseste Spur darauf Hinweisen könnte, daß die Recherchen in der Richtung eines Ritualmordverdachtes geführt werden müßten." das Geld ein und geht . . . Einige Tage 'später trifft der Reiche den Schneider wieder; deffen Rock ist zerrissen wie zuvor. Er stellt ihn: „Betrüger, warum hast du dir deinen Rock nicht geflickt?" — ,-Wisten Sie, ich Hab' mir die Sache überlegt: für den Preis lohnt sich die Arbe t nicht." In der Kategorie ,Mben dem Gesetz" gehören natürlich die unzähligen Pleitewitze, die der Humor der Mischen Masse im Osten ebenso kennt, wie der geläufige jüdische Witz Mittel¬ und Westeuropas. Einer der besten, der das übliche Niveau dieser Kategorie weit übersteigt, ist in der -ennrächst erscheinenden Olsvanger-Schm'.tzschen Sammlung ,Jüdische Schwanke" zu finden: Reb Kalman ist Großkaufrmnn. Geld hat er wohl keines, aber er macht große Geschäfte, hat einen guten Namen und Kredit. Wenn er ein größeres Geschäft durchzusühren hat, nimmt er das dazu notwendige Geld 'n der Handelsbank gegen Wechsel ans; wenn der Wechsel der .Handelsbank fällig wird, nimmt Kalman, der euch bei der Landeshank gut akkreditiert ist, Geld in der.Handelsbank auf und bezahlt die Handelsbank pünktlich mit dem Gelder Landesbank. Wenn er der Landesbank das Geld zurüchahlen muß, nimmt er wieder Geld in der Handelsbank auf und bezahlt damit die Landest« nk. So bezahlt er die Handelsbank mit dem Geld der Landesbank und die Landesbank mit dem Geld der .Handelsbank. Drei Jahre lang pendelt Reb Kalman zwischen den beiden Banken hin und her, bis chm die Geschichte zu dumm wird und er die Zahlungen überhaupt einstellt. Es regnet Vorwürfe: „Was soll das heißen? Wie kannst du das?" Darauf Reb Kalman: ,-Was wollt ihr eigentlich von m.r? Bin ich ein Laufbuffch oder ein Schanunes? Ich muß von der Handelsballt zur Landeshank lausen und von der Landesbank zur Handelsbank. Seiber können sie sich gogenseitig yicht auszahlen? Ich lause sür Der Schnorrer ist natürlich auch im Volkslwitz eine beliebte Type, an der auch eine ganze Reihe von Berufskategorien (der Kinderle'hrer, der Melamed, ferner die zahlreichen „heiligen" Berufe und ihre Unterabteilungen) gehören. Die Schliche und Kniffe des Schnorrers um seine Existenz, die natürlich oft „gegen das Gesetz" sein müssen, sein — durch das jüdische Gesetz .sanktioniert — Anrecht auf das Almosen, das alles findet treffsichere Beleuchtung. Dafür zwei Beispiele: Der reichste Mann der Stadt erkrankt lebensgefährlich. Die Aerzto haben ihn bereits aufgegeben. In solchen Fällen wenden sich die Juden direkt an Gott, und so rufen die Angehörigen des Kranken alle Schnorrer der Stadt z»isammen und geben jedem eine Krone, damit sie Psalmen sagen und für die Genesung des Reichen 'beten. Die Schnorrer versprechen es. Wie sie aus dem Hau.se sind, sagt einer: ,^Ist das nicht eine Schmutzerei, nur eine Krone zu geben? So ein Geldsack kann doch jedem zwei Kronen oder drei geben?" — „Reg' dich nicht aus," beschwichtigt «in anderer den Aufwiegler, „so Gott will, wird beim Begräbnis noch einmal Geld verteilt." Weniger „rücksichtslos" in der Pointe, aber charakteristisch kmrch die Ueberspitzung der Situation ist das andere Beispiel dieser Gattung: Zwei Schnorrer gehen hungrig durch die Stadt. Da sehen sic eine Semmel ans der Straße liegen. Beide stürzen sich darauf und fassen nach der Semmel, jck>er will sie^ zuerst gesehen hoben und behalten. Da nran aber nicht lange streiten kann, wenn man hungrig ist, kommen sie überein, daß sich beide schlafen legen woÄn; wer den-schönsten Traum hat, dem soll vre Semmel gehören. Gesagt, getan, die beiden Schnorrer legen sich schlafen. Nach einer Stunde erheben sich beide mrd erzählen einander ihre Träume. Der erste: ,Mie ich so liege und schlafe, sehe ich im Traum einen weißen Vogel; der hat mich aus seinen Nückerl genommen und ist mit mir geradewegs in den lHsyMrl gestcyes. Das ist Min Tvaum; Ms Aast fetf geträumt?" — ,-Ein sonderbarer Zufall!" sagt der andere. „So wahr ich lebe, ich will so gesund sein mit dir zusammen und allen unseren Freunden, ich habe genau dasselbe geträumt; ich habe gesehen, wie du in den Himmel fliegst. Da dachte ich: der kommt bestimmt nicht mehr Kwück und Hab die Semmel aufgegessen." Inr Znisammenhang mit der charakteristisch überspitzten Form, die der eben evzichlte Witz zeigt, ist — zürn Abschluß dieser Betrachtung — ein Formmerkmal hervorzuheben, das, dem konstruktiven und 'dem destruktive» jüdischen Witz gemeinsam, wohl die eigentliche Ursache seiner besonderen Stellung in der Witzliteratur aller Völker gibt: seine govÄwzu schrankenlose Assoziativ n s k r a s t. Die Fähigkeit, gedanklich zu assoziieren, beginnt beim Inden anscheinend erst, wo sie anderwärts aufhört. Diese ins Unwahrscheinliche Wersteigerje Affoziationsfähigleit ist das Geheimnis des jüdischen Witzes und seiner überwältigenden Wirkung. Gin typisches Beispiel sei 'hiehergesetzt, 'das geradezu als Symbol des jüdichen Witzes dienen kann: Jankel mrd David treffen einander im Gffenbahneoupe. Begrüßung. Ein Gespräch beginnt: ,-Wohin, Jankel?" ~ »Mich Warschau, etwas Getreide, einkaufen, lieber David." David Wckt Jankel lächelnd an. ,Mrs lachst du, David?" fragt Jankel. ,^Ich lache, «veil ein Jude immer schwindeln will." — ,-Schwindeln? Was heißt schwindeln? .Habe ich dich schon so oft beschwindelt, David?" — ,Mer, aber, Jankel'! Du sagst doch zu Fleiß, daß du nach Warlschau um Getreide fährst, damit ich glauben soll, du fährst nach Lodz um Tuch. Ich weiß aber, daß du wirtlich nach Wavschqu um Getreide fährst, was lügst du dann?" Diese ,/Wahrheit als Lüge" '&föbet die vife cotnica des jüdischen Witzes in der ganzen Welt.