Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-08-12 · Heft 2683 (12.8.1926) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2683 (12.8.1926)
Date
1926-08-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981770--27292-3015211
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

* «*■*« mm, ÄMmersmg Wiener MoVHenzettNNH 12. August 1926 Nr. 2688 vorhandene künstlerische Niveau deer Volksoper herabmindern und sie z» ei«er Schul- und ttebungsbühnc für Amatnre machen würde. Darum fort mV dieser unmöglichen Kandidatur! Da sich die Arbeitsgemeinschaft auf die Dauer ohne Finanzierung denn doch nicht halten kann und eine Finanzgruppe infolge der ivachsenden allgemeinen Wirtschaftskrise und der enormen Stenerrückstände kaum eingreifen wird, gibt es nur drei Möglichkeiten, dem Fortwursteln ein Ende zu machen: Uebernahme der Volksoper oder Finanzierung in irgend einer Form durch die Stadt Wien, Angliederung an die Staatsoper oder — ..Znsperren". Erwin F e lb e r. Noch keine Verpachtung der Volksoper. Der Stadttheaterverein Wiener Volksoper ersucht uns um folgende Feststellung: Um allen Weiterungen zu begegnen, sei hiermit festgestellt, daß zur Vergebung der Volksoperpachtung ausschließlich der Stadttheaterverein Wiener Volksoper unter Z u st i m m u n g der Gemeinde Wien befugt ist, daß jedoch eine Vergebung bis fetzt noch nicht erfolgte. „Sie Art sich hinzugeben ..." Modernes Theater. Vor Ende der Schulferien pflegen die Schüler ihre Dummheiten und Streiche langsam abzulegen Und sich mit ernsteren Dingen zu befassen. Trotzdem wurde dieses Lustspiel von Felix Gandern von Direktor Körner aufgeführt. Wahrscheinlich, um noch rasch zu beweisen, daß eine Frau sich elegan-t hinzugoben verstehen mutz, um einen Freund zu bekommen. Durch drei Akte hindurch bemüht man sich allseits, die arme Frau Colette zum Ehebruch zu zwingen. Weil es so in Frankreich jetzt Mode ist, heißt es zwischen den Zeilen, die von geschmacklosen Offenheiten und blasierten Zynismen strotzen. Von der zarten französischen Livstspiolkultur spürst du nicht einen Hauch. Wozu denn? Wenn das dankbare Publikum auch den unsinnigsten Zoten zuwichert! Als wäre das Theater schon wirklich nichts anderes als eine Kaffeehausgesellschaft, wo zwischen Gähnen und Tratsch Witze von sich gegeben werden. Nein, nicht das ist die leichtgeschürzte Muse; vielleicht ihre unintelligente Magd. Schade um Lucie Englisch, die sich ehrlich bemühte, aus einer dummen „Kuh" eine lebendige, tccktvolle Dame zu machen. Das löbliche Beginnen mußte am Text scheitern: was schert den Autor ein menschlicher Charakter, wenn es eine Redensart oder einen Witz gilt. Auch die anderen Mitpsieler quälten sich ab: Fritz Schrecker als Ehegatte in der Karikatur, Artur D u n i e c k i als kuppelnder Onkel und Benno S m h t t als Liebhaber. Maria Pirka-Riengi durfte eine mondäne Potiphar bis zur Lächerlichkeit und Walter Sima ein galanter, selbstsicherer Chauffeur bis zur Unwahrscheinlichkeit sein. l. th. Eine Shaw-Festwoche im Deutschen Volkstheater. Das Deuriche Bolksrheciler wird Freitag den 20. d. wieder eröffnet. Zur Erstaufführung kommt zur Feier des 70. Geburtstages von Bernard Shaw des Dichters Komödie „H e n ckl e r". Im Radmen einer Shaw-Fe st Woche wird noch in den ersteu Monaten der Spielzeit durch die aufeinanderfolgenden Aufführungen der Werker „Die heilige Johanna", „Mensch und Uebermensch". „Man kann nie wissen", „Der Arzt a m S ch e i d e w e g e". „Die g r o ß e Katharina" und „Heuchler" ein geschlossenes Bild über einen großen Teil der Dichtungen Shaws zu geben verjucht. Lenaus „Faust" auf der Bühne. Die Kammerspiele werden am 1. September mil einem Gastspiel e>nes tührenden ausländischen Ensembles eröffnet. Die Eröffnungsvorstellung der Direktion W e n z l e r ist gegen Ende September angesetzt und bringt eine Uraufführung, die allgemeines Interesse erregen wird. Nikolaus Lenaus dramatische Dichtung „Faust" wurde von Friedrich Schrehvogl und Robert Lohan für die Bühne bearbeitet und wird nunmehr, 90 Jahre nach ihremEntst e h e n. in der Inszenierung Direktor Wenzleis und mit der Mustk eines bekannten ö st erreicht sch en Komponisten zur Aufführung gelangen. Die heutige Freilichtaufführung auf der Hohen Warte verschoben. Da die amtliche Wetterprognose für den heutigen Tag ungünstiges Wetter vorausfagl, muß die für heule anberaumte Freilichtaufführung der Opern „Cavalleria rusticana" und „Bajazzo" auf einen erst näher zu bestimmenden Termin verschoben werden. Eine neue jüdische Theaterzeitung. In Buenos Aires in Argentinien begann eine jüvische Theateizettschrnt „Der Aktor" injiddischerSprachezu erscheinen. Das Blatt wird vom jüdischen Schauspielerverein in Argenttnien herausgegeben. Selma Wolfs vergiftet. In einer Billa in Berlin- Dahlem wurde gestern voimiitags. wie die Blätter melden, die Schauspielerin Selma WolffdurchGaS vergiftet aufgefunden. Das Motiv derTatist noch unbekannt. Die in die Villa eindringenden Kriminalbeamten fanden sämtliche Behältntsseaufgebrochen und durchwühtt. Die Polizei nimmt au. daß vor oder nach dem Selbstmord e i n EtnbruchindieWohnung verübt worden sei. Das Goethe-Museum in Weimar bestohlen. Am Dienstag wurde, wie man aus Weimar meldet, aus dem Goethe-Nationalmuseum ein Oolgemcllde „Die sieben Schläfer", sieben Jungfrauen m einer Höhle darstellend, gestohlen. Jede der Figuren, die einen vergoldeten Heiligenschein tragen, hat einen Namen. Das Gemälde ist auf einer Holzpatte gemalt. Das Zweizentner-Theater. Wer mehr als zwei Zentner wiegt, mag es oft als unbequem empfunden haben, wenn er sich inr Theater auf einen Sessel mederlcissen mußte, der höchstens zwei Drittel seiner Körperfülle aufnehmen konnte. Um diesem Uobelstande adzuhebfen, hat sich das Scalatheater in Paris entschlossen, bei sei,rem Umbau einige Reichen nur f ü r dicke Leute zu reservieren. Und in der Tat bemerkt man jetzt mitten vm Pavkett einige Sitzreihen, deren Sessel ganz ungewöhnliche Dimensionen einnehmen. Selbst der Dickste der Dicken dann aus ihnen bequem Platz nehmen, ohne befürchten zu müssen, daß ihm d,e Sessellehnen oder die Ellenbogen der Nachbarn die Nippen einqueLschen. Allerdings soll es Besucher geben, die trotz ihres Zweizenttveraewichtes um keinen Preis sich in die „dicken Reihen" setzen, sondern sich lieber bei halbem Vergnügen in einen eng«, Schel Mmrgen Gerichtssaal. Ser Rechtsanwaltstarif wird ermikblgt. Im Anschlüsse an die Ge r i ch t s geb n h re n n o vel l e von 192 6, durch ivelche einzelne Gerichtsgebühren herabgesetzt, während die in vielen Fällen jedoch sehr hohen Attssertigungsgebühren beibehalten wurden, hat das Bundeskanzleramt nunmehr mit Wirksamkeit vom 21. d. einen neuen Rechtsa n w a l 1 s t a r t f herausgegeben, durch den eine ganze Reihe von Tarifsätzen herabgesetzt werden. Die Interessenvertretungen beabsichtigen gegen einzelne Ansätze des Tarifs einen Protest an die Regierung zu richten. Ein großer Teil der Rechtsanwälte ist jedoch, wie aus Anwaltskreisen mitgetoilt wird, mit der Herabsetzung des Auwa-ltstarifes einverstanden, iveil man sich von dieser Maßnahme eine Vermehrung der Prozesse erhofft. Die ivirtschaftttche Lage des Anwaltsstanaes ist nämlich sehr trist und häufig kommt es vor, daß Expensen überhaupt nicht hereingebrächt werden können. Die Anwälte haben sich bereits vielfach veranlaßt gesehen, ihren Klienten billigere Tarife in Rechnung zu stellen als die amtlichen Richtpreise betrugen. Durch die Herabsetzung der Gebühren wird demnach nur ein längst schon eingerissener Zustand sanktioniert. Alten Leuten darf der Lebensabend nicht vergällt werden. Die Private Anna G., eine 92jährige, gänzlich verlassene alte Fr an, bewohnt in der Radetzkystraße eine ans Zimmer und Kabinett bestehende Wohnung. Das Kabinett hat sie schon seit Jahren an Frau Helene L. vermietet, die cs aus sich genommen hat, die Greisin zu pflegen. Dieser Pflicht ist sie jedoch nicht nachgekommcn und so hat Frau G. ihr das Zimmer wegen dringenden Eigenbedarfes gekündigt. Sie leide nämlich an Schwindolanfällen und brauche ständig eine Pflegerin bei sich, die sie in den, Kabinett uuterbringen müsse. Bezirksrichter Dr. D i t t m a n n ließ die Klägerin gerichtsärztlich untersuchen und fällte aus Grund dieses Gutachtens das Urteil, daß der Kündigung stattgegeben werde. In der Begründung wird ausgeführt, man könne einer so alten Frau, wie der Klägerin, nicht zumuten, mit einer fremden Person in einem Zimmer zu wohnen. Alte Lenke haben meist Eigenheiten, denen man Rechnung tragen muß. Die Pflcgepevson kann also nur in dem angosprochenen Kabinett untergebracht werden. Eine Forderung der Menschlichkeit ist es, einem alten Menschen den Lebensabend nicht dadurch zu vergällen, daß man ihn in seinen Lebensgewohn-heiten stört. _ Volkswirt. Wirtschaftsbrlef aus Polen. Besserung der Wirtschaftslage. — Die Steigerung des Kohlenexpories. — Die Elektrifizierung Polens. — Die Frage der Ausländsanleihe. — Eine neue Textilschule. — Geld- und Effektenmarkt. (Von unserem Warschauer Korrespondenten.) W a r s ch a u, 8. August. Aus den polnischen Handels- und Industriezentren wird über eine Besserung und lebendigere Bewegung berichtet. Davon zeugt auch die vor kurzem abgehaltene Pressekonferenz im Ministerium für Handel und Industrie, in der Minister K w i a tkowski auf die Besserung der polnischen Handelsbilanz und die Erhöhung der Kreditfähigkeit Polens hinwies. Im Zusammenhang mit dem Fortbestehen des englischen Bergarbeiterstreiks entwickelt sich der polnische Kohlenexport in raschem Tenrpo. In kurzer Zeit erhöhte sich der Export polnischer Kohle von 600.000 bis 700.000 Tonnen monatlich im Juni ans 1,300.000 Tonnen und im Juli auf 1,500.000 Tonnen. Wenn man noch den inländischen Verbrauch von fast einer Million Tonnen hinznrechnet, erhält man eine Monatsproduktton von mehr als zweieinhalb Millionen Tonnen, was der.Vorkriegsproduktion gleichkommt. Es muß bemerkt werden, daß die alten Lieferungsverträge, die noch unter sehr schweren Bedingungen geschlossen wurden, und die ungenügenden Transportmöglichkeiten die polnischen Gesellschaften bisher behindert haben, die Konjunktur auszunützen. In Zukunft wird zwar der Polnische Kohlenexport mit der starken Konkurrenz Englands rechnen müssen, doch glaubt man, daß es von nun an den polnischen Kohlenexporteuren gelingen wird, sich auf den ausländischen Märkten zu behaupten. Die polnische Kohle, die etwas billiger als die englische ist, wurde auf den ausländischen Märkten in der Qualität als gut -"befunden. Die Belebung des Kohlenexportes muß auch zu einer Belebung anderer Industriezweige, wie der Holz-, Eisen- und Waggonindustrie, beitragen. Ein bemerkenswertes Symptom für das Interesse der ausländischen wirtschaftlichen Kreise für die polnische Industrie und für den Polnischen Handel ist der Bau von Getreideelevatoren, zu dessen Finanzierung sich einige dänische Kapitalisten bereit erklärt haben. In Warschau »veilen jetzt Vertreter der Gesellschaft American European Utilities Corporation, die mit der Regierung einleitende Verhandlungen wegen der Elektrifizierung der »olnischeu Kohlenbecken, ferner der Lodzer, Czenstochauer und Biel-itzer Jndustriebezirke führen. Die Amerikaner haben zwar bisher noch kein offizielles Gesuch in dieser Angelegenheit im Ministerium für öffentliche Arbeiten eingereicht, doch soll das in den nächsten Tagen erfolgen. Die Gerüchte über eine große ausländische Anleihe für Polen entsprechen vorläufig nicht den Tatsachen, denn nach bestimmten Regierungserklärirngen wird Polen erst nach Beendigung der Arbeiten der Kemmerer-Mission eine Anleihe erhalten können. In L od z wurde eine staatliche T e x t i l s ch u l e gegründet, die den Rang einer Mittelschule besitzt unb deren Aufgabe es ist, Techniker und Meister für die Web-, Texttl- und Farbenindustrie auszubilden. Die Situation am B a l u t e n m a r k t verbesserte sich in den letzten Wochen soweit, daß eine Intervention der Negierung, beziehuilgsweise der Bank Polski schon jetzt als überflüssig ercheint, unt so mehr, als die ausländischen Börsen auf ein« Hausse des Zloty hinarbeiten. Der Dollar hielt sich die ganze Woche aus dem Kursnjveau von 9.10 für den Dollar bei ganz kleinen Um» sätzen. An der Valutenbörse in Warschau befriedigt weiterhin die Bank Polski den ganzen Devisenbedarf, der zirka 200.000 Dollar täglich ansmacht. Im Gegensatz zur vorigen Woche haben in den letzten Tagen auch Privatbanken Devisen angeboten; es muß aber bemerkt werden, daß das Anbot di« Nachfrage übersteigt, was zur Stabilisierung des Zloty beiträgt. Der Geldmarkt ist sehr flüssig, das Vertrauen zu den soliden Vanken hat sich befestigt. Gute Wechsel iverden mit 1.80 bis 2 Prozent monatlich eskomptiert. An der E f f e k t e u b ö r s e war in den letzten Tagen eine kleine Abschwächung der Lenden, zu verzeichnen. Es notierten: 5°/gtge Konversionsanleihe 41.75, 41.50. 41.76, Eskomptebarik 7.25, Bank Polski 82.50, 80.-. 82.-, Cbodorow 92.-, Warschauer Zucker 2.65, Kohle 64.-, 64.60, Nobel 2.70, 2.56, Starachowbe 1.74, 1.69, 1.71, UrsuS 0.89, 0.85, Cyrardow 9.80, 9.50. Der Ausweis der Bank von Polen. Ter Ausweis der Bau! Polski vom 31. Juli für die letzte Julidekade zeigte eine Erhöhung des Bank Notenumlaufes um 56 auf 611,1 Millionen, bei gleichzeitiger Abnahme des Girokontos um 10,8 auf 86,2 Millionen Zloty. Der B a r s ch a tz hat sich um 1,7 auf 228,9 Millionen Zloty erhöht. Die Kursdifferenz der Wechsel auf fremde Sätze beträgt auf Basis einer Dollarparität von 5,18 58,6 Millionen Zloty. Die Verpflichtungen in ausländischer Währung zeigen eine Verminderung um rund 20,5 ans 31,3 Millionen Zloty; dem steht jedoch eine Verminderung der sonstigen Aktiven nur 44 auf 75,4 Millionen Zloty gegenüber. Die Vorschüsse an den Staat blieben unverändert 60 Millionen. Das Wechselportefcuille hat um 6 auf 73,6 Millionen zugenommen. ' Ans Warschau wird uns telegraphiert: An der Statutenänderung der Bank Polski behufs Erhöhung des Grundkapitals wird eifrig gearbeitet, doch ist die endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit der G e n e r a l v c t \ a m m I u u g derAktionärc, die an: 30. oder 31. d. abgehalten werden soll, Vorbehalten Liquidierung der Bankhauses S.Rathanson in Warschau. L. Warschau, 11. August. Eine der ältesten und angesehendsten Banken der Stadt, das Bankhaus S. N a t h a n s o n, steht vor der Liquidierung. Diese Tatsache hat in der gesamten Kaufmannschaft größte Senfatiou hevvorgerufen. Herabsetzung der kinlagezinsfußer. Nach langwierigen Verhandlungen ist gestern vom Bankenverband der Beschluß gefaßt worden, im Anschluß an die Ende der Vorwoche verfügte Ermäßigung der Diskontrate der Oesterreichischen Nationalbank von 7V, auf 7 Prozent, den Einlagen-- zinsßuß gleichfalls um ein halbes Prozent herabzusetzen. Die Sparkassen, mit denen schon am Freitag Fühlung genommen worden -war, setzten der Ermäßigung des Einlagezinssußes. starken Widerstand entgegen, doch haben die Banken gesiegt, die' offenbar ein großes Interesse daran haben, ihr Effektengeschäft zu beleben. Dies geht daraus hervor, daß seit einiger Zeit, besonders aber seit der Veröffentlichung der Goldbilanzen, mit allen Mitteln versucht wird, die Aufmerksamkeit der in- und « ausländischen Kapitalskreise aus die gut fundierten und eine entsprechende Rentabiliität auswei senden österreichischen Aktien zu lenken. Nach -bert gestern gefaßten Beschlüssen wird der Einlägezinsfuß für sofort abhebbare Einlagen 4^, bei einmonatiger Bindung 51/*, bei zweimonatiger 5V-, bei dreimonatiger 6 Prozent pro Jahr betragen. Der Ausweis der Oesterroichischen 9krtioira1bwrik. Der Ausweis >der Oesterreichischen National bank nach dem Stande vom 7. d. rechtfertigt durchaus die Ermäßigung der Bankrate und ist sogar geeignet, diese als unzulänglich erscheinen zu lassen. Er bestätigt vor allen:, wie recht Generalrat Hofrat Stern hatte, als er eine Ermäßigung der Bank rate um ein ganzes Prozent verlangte. Die Anspannung des Wechselport e f e n i l l e s per ultimo Juli hat sich tatsächlich nur als. vorübergehende Erscheinung erwiesen, denn es verringerte sich in der ersten Augustwoche um 10,6 auf 79,5 Millionen Schilling, während der Notenumlauf um 50 Millionen auf 835 Millionen Schilling zurückgcgangen ist; rechnet man die sofort fälligen Verbindlichkeiten, die in der Berichtswoche von 36,2 auf 84,6 Millionen gestiegen sind, hinzu, so ergibt sich, daß das Wechsvlportefsuille noch immer kaum etwas über 8,5 Prozent des gesamten Noteuunllauses ausmacht. Der Barschatz ist in der Berichtswoche um 6,8 auf 639,7 Millionen Schilling zurückgegangen; der Rückgang betrifft nur die nach Avt. 85 der Satzungen einrechenbave Devisen und Balltten, -wogegen der Goldschatz mit rund 38,2 Millionen Schilling unverändert geblieben ist. Die Kostdevisen weifen eine Zunahure von 3,8 auf 117,1 Millionen Schilling auf. Die Darlehensschuld des Bundes hat sich wieder um zirka 600.000 auf 181,2 Millionen Schilling vermindert. Ungarische NaManalvaak. Der Ausweis der Ungar schen Nationalbank vom 7. August zeigt e.ne Abnahme des Wechseleskomptes um 5,8 auf 155,7 Millionen Pengö aus. Dein Wechselporteseuille stcht ein Notenumlauf von 404,5 Millionen gegenüber, der in der Berichtswoche .um 19,7 auf 404,5 Millionen zurückgegangen ist, während zu gleicher Zeit 30.5 Millionen auf Girokonto neu erlegt wurden, so daß dieses aus 177,4 Millionen Pengö gestiegen ist. Das Mechselportefeittlle der Ungarischerr Nationalbank beträgt noch lminer zirka 23 Prozent des effektiven Notenumlaufes plus Giroverbindlichkeilen, woraus ersichtlich sst, daß die Ungarische Nationalbank die heimische Wirtschaft larger mit Krediten versorgt als die Oesterreichrsche Nationalbank.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.