Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-08-10 · Heft 2681 (10.8.1926) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2681 (10.8.1926)
Date
1926-08-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981768--27274-3015191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Steife 4 Wien. Diensmg Wiener Moegenzertung 10. WM 1926 Nr. 2661 Mn frecher Raubüberfall in Berlin. Berlin, 9. August. In einem Hanse in Westend wurde Heute nachmittags die allein anwesende Haustochter, die 23jährige Lotte A uerba ch, von einem etwa Löjährigcn Mann überfallen, der sie an den Händen fesselte und ihr einen Knebel .in den Mund steckte. Sodann durchsuchte er sämtliche Behältnisse nach Schmuck und Wertsachen. Durch Ems Hinzukommen einer .Hausbewohnerin wurde der Räuber verscheucht, ohne Beute gemacht zu haben. Jüdische Themen aus dem ksperantofongreh. T. London, 9. August. In der gestrigen 'Nachmittagsfitzung des achtzehnten internationalen Espera n t ok o n g r e ss e s in Edin b u r gh hielt unter unteren der Vertreter Jerusalems, Tr. Olschwa nger, ein Referat giber hebräische B o l k s t y p e n. Nachher fand ein rednevischer Wettbewerb statt, zu dem neun Teilnehmer gemeldet waren. Das Thema, worüber die Konkurrenten frei zu sprechen hatten, wurde ihnen erst eine Stunde vor Beginn des Wettstreites bekanntgegeben. Tic Redezeit betrug für jeden sieben Minuten. Den ersten Preis errang Tr. O l s ch wa n g e r für seine glänzende Rede über eine Reise n a ch P a l ä st i n a. Ten dritten Preis erwarb der polnische Vertreter Kornfeld. Die „Str-fiottferenj. Berlin, 9. August. In der gestrigen „Ort"-K-nserenz gerichtete der aus Rußland eingetwsfene Agronom Z e g e l- «l itzkh über die Tätigkeit der Gesett'chast „Ort" in Rußland mnd ihre Einwirkung auf die jüdische Kolonisation. Ter Redner gab ein anschauliches Bild der tristen Lage der Juden;i n Rußland. Insbesondere sind »s die halbwüchsigen jungen Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren, die fast Haibverwildert sind. Tie Perspektive aus eine Besserung der L>age der Juden ist minimal, der A n t i s e m >. t i s m u s st e i g t, die I n d e ii werden aus dem B e a m t e it t u in herausge drängt. Tic Gesell! cha st „Ort" hat beschlossen, mit der Somietregierung einen Vertrag auf Einfuhr von Maschinen aus deni Ausland im Betrage von einer halben Million Rubel zu gestalten, weil diese in Rußland dreimal so teuer sind. Ein Jeriimat kür Erzberger, Rathenan und Eberls. l<. Berlin, 9. August. Aus de Nt Horenstein wurde dcgcrn r.'.'m Reichs bann er Schwarz-Rot-Gold das T-enkmal für E r z b e r g e r, R a r h e n a u und E b e r t eingeweiht. Es wägt die In'chrift: „Ten drei großen Republikanern Erzbergor, Renhenau Eberl." An der Ioier nahmen Vertreter der sozialdemorratisch'en Partei, der demokratischen Partei und der Zenbvzmisparte: teil. FlelMarrer- «ul» WAerstreik in Lemberg. Lemberg, 9. August. Seit drei Tagen dauert hier der Streik der Sch'äch'.er. Fleischhauer und Bäcker an. Die Fleischtrauer und Bäcker verlangen von der Regierung die Auf-, hebu n g d e.s M a x i nt a l t a r i f s, der es ihnen unmöglich macht, gegen d:e Konkurren; der Provinz, wo es einen solchen Tarif nicht gibt, aufzurmmnerl. Bemerkenswert ist, daß die Verkäufer koscheren Fleisches cm Streik nicht teilnehmen, da ihnen der Maximaltarif so lbrBe Preise zu billigt, daß sie das Fleisch' noch einige Groschen unter dem Tarif verlausen können. Die EmlMmtnnn der ArberLszert in Polen. L. Warschau, 9. August. Tie Verordnung wegen Verlängerung der Arbeitsstunden im Handel, die schon in diesen Tagen veröffentlicht werden sollte, wurde wegen der Schwierigkeiten, die sich während der Unterhandlungen zwischen den Interessenten und dem 'Ministerium in der Frage der Sonntags r u h c ergaben, verschöbe?' Das Fest der Legisnrrre in Kieke. Warschau, 9. August. In Kielce siuder jetzt eine Konferenz der gewesenen Legionäre und Schützenverbände Polens statt, die mit großen Festlichleiren im ganzen Lande anläßlich der Wiederkehr des Gedenktages der Gründung der ersten Legionärsormarion. durch Marschall Pilsubski am 6. August 1914 verbunden ist. An die'er Konferenz nehmen zahlreiche Minister, hohe militärische Würdenträger und Beamte mit Marschall P i l s u d s k i an der Spitze teil. Ein sehr warmes Begrüßungsschreiben, das in ein Hoch auf Marschall Pilsudski ausklingt, sandte an die Leitung der Festlichkeiten der Präsident der Republik, M o s c i c k i. schweres Unwetter in Jugoslawien. Unfall des Wiener Schnellzuges. e^raz, 9. August. Wie die „Tagespost" aus Laibach berichtet, ging gestern über Cilli und Umgebung ein s ch.w e r e s Unwetter nieder. Die W a f f e r m a f f e n überfluteten die Stadt und die umliegenden Ortschaften. Bei S a l o ch ging ein Erdrutsch auf das Geleise der Südbahn nieder. Ter Wiener Schnellzug, der um 16 Uhr 69 Min. fahrplanmäßig nach Laibach kommen sollte, schleifte den Erdrutsch 480 Meter vor - sich, ivoraus die Lokomotive u m k i p p t e und den Bahndamm h i n a b f i e l. Der Lokomotivführer erlitt eine schwere Quetschung a m Fuße, konnte jedoch noch rechtzeitig den Zug zum Stehen bringen, so daß die Waggons auf deni Geleise blieben. Bon den Reifenden tarn niemand zu Schaden. Das Geleise ist bis auf weiteres gesperrt. Auch über A g r a in und die Umgebung ging ein W o l k e n b r u ch nieder, der Re nach Agrüm führenden Bahngeleise unter Wasser setzte. Tapeten Wallis Wien,!., Wlppllngerstrasse 15 / Tel. 67307, 69292 ein U-Boot gesunken. London, 9. August. Die Admiralität teilt mit, sie habe vom Marinekomittandattten in Devonport die Nachricht erhalten, daß das Unterseeboot N 29 im Dock von Devonport während der Ausbessernngsarbeiten gesunken sei. Man fürchtet, daß der Chefmaschinist und vier Dockarbeiter hiebei ums Leben gekommen sind. Neue Forderungen der Krlegssnvaliden. Das Milliardengeschenk der Regierung an die Z e n t r a lbauk hat zuerst die Beainten und jetzt wieder die Kriegsinvaliden ermutigt, mit neuen Forderungen an die Regierung her.'nzutreten. Gestern sprach unter der Führung des Obmannes Schn ü r m a ch e r eine Deputation des Zentralverbandes der Kriegsinvaliden beim Minister für soziale Fürsorge Dr. Reisch vor ltnd verlangte eine Aendernng des Jnvalidenetttschädiguilgsgesetzcs und die Gewährung einer N o t st a n d s a u s h i I f e Der Minister machte der Deputation die Zuisege, daß in der zweiten Hälfte September die Reg-erungsvorlage über eine R e n t e n e r hö h u ng und Novellierung des Gesetzes der ständigen Jnvalidenfürsoigekommission vorgelegt werden wird. Weiters gab er die Zusage, daß den Kriegsopfern im Oktober eine dritte Notstandsaushilfe gegeben werden wird. Wie wir erfahren, sollen die Forderungen der österreichischen Kriegsbeschädigten Gegenstand einer Mitte September in Genf zuisammentresfendcn internationalen Konferenz der .Kriegsbeschädig t.e n sein. Wien. 10. August. * Das Wetter. Der Witterungscharaktcr ist äußerst sprunghaft. Sonntag abends war es nach' dem Regen bitter kalt In Wien gab es 11 Grad int Augnst. Gestern herrschte wesentlich höhere Temperatur ohne Miederschläge. * Trauung. Ant 12. d. nnt 0 Uhr abends findet im Seitenstettenlemvel die Trauung unseres Mttatbelters Herr» v)r Tuto N u > f e tt b I a 11 mit Fraulein Tamara G u t t m a u it statt * Selbstmorde. Gestern früh wurde der 60jährige Kaufmann Ludwig P i ck, 7. Bezirk, Seidengasse 14, ln der mit Leuchtgas ersülltett Küche seiner Wohnung tot aufgefunden. Es handelt sich augenscheinlich um einen Selbstmord aus bisher unbekanntem Motive. — Der Miährige W i r ts ch a s t S u n t c r o f f iz ier der 6. Kompagnie. Johann Schuh, hat sich in der Stiktskaserne in seinem Unterstände durch einen Schuß aus einem alten Kavallcriestutzen in den Kopf derart schwer verletzt, daß er während der' Intervention der Rettungsgesellschaft gestorbett ist. Finanzielle Verlegenheiten dürften die Ursache der Tat gewesen sein. — Die 48jährige Private Else Liebherz, Embelgasse wohnhaft, hat sich durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Das Motiv ist unbekannt. — Den gleichen Tod wählte die 33jährige Jngenieursgattin Marie Sraudigl, Haydngasse wohnhaft. * Ein Streit mit tödlichem Ausgange. In der Baracke 3 in Simmering, Hasenleitengasse 0, entstand gestern gegen viertel 7 Uhr abends aus geringfügiger Ursache ein Streit zwischen dem 41jährigen Maurergehilsen Anton Prossek und dem 59jährigen Hilfsarbeiter Gustav A lbri ch t. Die .Männer wurden handgemein. Prossek ergriff eine Heugabel und führte mit ihr Hiebe gegen Albricht. Er brachte ihm zwei erhebliche. Wunden bei. Mitten im Handgemenge stürzte Prossek leblos. zusammen. Prossek ist wahrscheinlich infolge der Aufregung einem Herzschlage erlegeit. Verletzungen waren an ihm nicht ztt ersehen. Albricht konnte in häuslicher Pflege bleiben. * Eine vermißte Touristin. Die 42jährige Offiziantin des Bundesministeriums für.Finanzen, Helene Träger, hat am 24. Juli ihren. Urlaub angetreten und ist nach Lienz gereist, um Hochtouren in den Dolomiten ztt unternehmen. Bis heute ist noch kein Lebenszeichen von ihr gekommen. * Ein Defraudant. Der bei einer Baufirina beschäftigte 29jährige NPrivatbeamte Heinrich Endrizzi, 15. Bezirk, Sechshauserstraße wohnhaft, hat seine Firma durch Fälschung von Kassabelegen um mindestens 6000 Schilling geschädigt. * Eröffnung des direkten Radioverkehres Oesterreich- Holland. Gestern vormittags wurde der direkte radiotelegraphische Verkehr Oesterreich—Holland ausgenommen. Durch Umlegen eines Einschalthebels stellte der niederländische Gesandte die direkte Radioverbindung Wien—Amsterdam her. Nach wenigen Minuten waren bereits die ersten Telegramme ans Holland in Wien eingetroffen. * Ein Abgang in der Sauerbrzinner Gemeindekassa. Aus Säueibr»un wird eiumel; Bet eu er ©ioiutieuttiß oei hiesigen ^emeindekassct durch Beamte der Landesregierung e gab sich ein Abgang von 5000 Schilling. Die Landesregierung bat eine Unter "chung eingeleitet. * Unveränderte Kanalräumungögebnhren. Für beit Monat August bleiben Die Geonaren tüi >e nam>irelli>gtu>a unucuun-eit.: S>e betragen das Dreißigkache des Mietzintes, der süc den Monat August 1914 bezahlt worden ist * Vermehrung der NahpersonenzüAe auf der Franz-Josefs- Bahn. Vom 15. d. ab werden in der Strecke Wien (Frantz- I o ' e t s - a h n h o ft—K r t tz e n o o r t uno zu nick me Ncwverlolierrzüge Nr 1031 und 104 2 a täglich nacli iolaender Fah'vrdnung nerkebren: Zug 1031 ab Wien lFranz-Jo e's-Babnbot) um tO Uhr und Zug 1042 a ab Kr-tzendorf um 11 Uhr 30 Mi^. mit Anfentbalten an allen Haltestellen * Ein Kind von Bisamratten übersatten. Nach einer Meldung des Berl'Uer ..Momag- .argen wmoe oas ech ja.,rige Soynaie» eines Atheners in L'i ch t e r r e l b e beim Baden in einem Wassergräben von mehreren Bisamratten überfallen. Die Tiere brachte.« dem Kinde stark blutende Wunden b ei. * Tartakower und Mattison Sieger im Bartfelder Schachturnier. Das in Bartfelv äbgehnltene Schachturnier ist bellder. Dr. T a r t a k o w e r und der Meister Lelttands, M a 1* t i s o n, teilen mit je 8'/, Punkten den ersten und zive>len Preis. A 8 z t a l o s und C o l l e folgen in "er Placi rung. * Unersedlich ist der Verlust Ihrer Zähne durch Schlechtweiden. Str vtzuuewen den eiben venu Gebruna, von W. iw« r» dys D e nttflore 1 B e z, K o d li m a r k t 11. * Der Keren Kajemeth veranstaltet in Baden bei Wien eine einmalige Anstübiung des neuen Palaitwaitlm ,.D a S a l i e u n d n e u e P a l ä " i n a* am Samstag den 14 d um '/„IO Uhr tut Zenira k no. Alle Gesinnungsgenossen werden er-ucht, den Film auszuehen. Bühne und Kunft. rrübe Ausfichten für Die nächste Aeatersaifon. Die kommende Spielzeit ist noch keineslvegs in allen Theatern gesichert. Es sollen im Gegenteil nicht weniger als f ü n f Wiener Bühnen im Herbst nicht wieder eröffnet werden. Wie wir erfahren, hat Frau Direktor Eiben schütz nicht die j Absicht, das Ca rl-Theäter im Herbst zu eröffnen, denn sie j fühlt sich außerstande, die ungeheuren Rückstände an Lustbarj keitsstener, Krankenkassn und öffentlich-rechtlichen Abgaben zu begleichen. Da sich bisher für dieses Theater, wie auch für die Neue Wiener Bühne und die Stolz-Bühne in der Annagasse kein neuer Bewerber gemeldet hat, werden diese Theater geschlossen bleiben. Auch Jakob F e l d h a in m e r hatte kein Glück mit seinen Direktionsabstchtett im Rottacher- Theater. Seine Pläne scheinen an Kapitalmangel gescheitert zu sein. Der Züricher Dheaterdirektor W e n z l e r, der in der nächsten Saison auch ein Theater in Straßbnrg leiten wird, hat sich über die Uebernahme der K a m m e r s p i e l e noch nicht endgültig entschiedett. Er soll erst in den nächsten Tagen etn- Ireffen und sowohl die Kautionsfrage als auch die Spielerengagements regeln. Schließlich ist noch die Direktionsfrage in der B o l k s o p e r in Schwebe und erst eine neue Vollversammlung des Bolksopernpersonals, die für Donnerstag aitsgeschrieben wurde, wird die Entscheidung zwischen V o l k n e r, dessen Aussichten sehr gestiegen sind, A n d e r i c t h und R a i n e r S i m ons bringen. An« den Theatern. R e n a i s i a n c e b ü f> « e. Freitag den 13. b beginnt die neue Spiel«elt. Zur Erstaufführung gelangt das französische Schauspiel „Das Grabmal des unbekannten Soldaten" von Paul R e y n a l. Modernes Tlieater. Heute Erstaufführung des dreiaktigen Lustspiels „D i e A r t. s i ch b t n z u g e b e n" von Felix C a n d e r a, beut ’d) von Robert Blum. Morgen „H a b e n Sientchtszu verzollen?" Heute Freilichtaufführung auf der Hohen Warte. Al«ü dritte Freilichtopernaufführung geht heute um halb 8 Ilhr „Carmen" in Szene. Die Titelrolle singt Rose Mathe, den Don Jose Mbin Rittersheim, den Escamillo Geza Bratvd, die Micaela Käthe Stotter-Staller. Sollte heute schlechtes Wetter eintreten, so findet die Llnfführung morgen statt. Die Festspiele in Salzburg. Die „Jedertn,ann"«Aufführnngen der Salz b n r g e r F e st s p. i c I c unter der Spielleitung von Max Reinhardt in diesem Jahre.haben am Sonntag begonnen' und finden weiterhin am 10., 11., 12., 16., 19., 24. und 29. d. auf dem Domplatz zu Salzburg statt. Für die diesjährigen Salzburger Lluffithrungen hat Domkapellmeister Joses Meßner" eine Musik und einen Schlußchor komponiert. Der Schlußchor wird von der Salzburger Sängervereinigung und den Knabenchören der Dom- und Peterskirche gesungen. Eine Raimund-Feier in Gaaden. Sonntag den 15. d. um 10 Uhr vormittags wird in Gaadan an dem Hmlse, in dsm Raimund den zweiten und dritten Akt seines „Verschwenders" schuf, eine Gedenktafel enthüllt. Am Nachmittag M)rt die Sängervereinigung Gaaden den „Verschwender" auf. Mascagni Direktor des römischen Constanzk-Theaters. Zum künstlerischen Leiter des Constanzi-Theaters in Rom, das vor kurzem von der Stadt Rom erworben wurde, ist Pietro M a s c a g n i bestellt worden. Das Theater wird in dieser Saison, entgegen der bisherigen Tradition, das ganze Jahr hindurch spielen. Felix Weingartner beschäftigt sich jetzt mit der VvLendung einer kurzen, in der römischen Kalsewzeit spielenden Oper. Gletchzeitig arbeitet der Komponist.an einem B l ä s e r k a nt m e r m n s i k w e r k, das in der kommenden Saison in Wie n zur Uraufführung gelangen wird. Der Urfaust als Kammerspiel. Im Heidelberger Schloß fand im Rahmen der Heidelberger Festspiele eine Ansführung von Goethes Urfaust als — Kantmerspiel statt. In der bemerkenswerten Aufführung zeichneten sich besonders Pölzig als Faust, Gerda Müller als Grctchen und Albert Steinrück als Mephistopheles ans. Meyerhold Regisseur des internationälen Theaters in Paris. Im Fri'chjahr wird die vom Pariser Theaterdirektor Ge m ier gegründete Untversalgesettschaft für Theater und Kunst ihre ersten Aufführungen veranstalten. Der bekannte Theaterfachmann Meyerhold wird die Regie führen. Eine Jugendkomödie von Dickens. In Amerika ist eme Komödie, die Dickens int Alter von sechzehn Jahren geschrieben hat und die den Titel „The Stratagems of Rosanga" führt, gesunden worden. Es ist eine Liebesgeschichte, die in einer Herberge in Venedig spielt. Verwandte von Dickens haben das Manuskript nach'Amerika gebracht, von wo aus es jetzt dem Dickens-Museum in England überwiesen wurde. Gerichtssaal. Keine Alimentenhinterziehung bei Arbeitslosigkeit. Beink Wiener Zivillandesgericht , ist ein Eh et r e n n u n g sv ersah r e n anhängig, dem schon ein Verfahren wegen Hinte rziehung der Alimente vorausgegangen war. Der Schuhmacher Georg Rodler war im zweiten Kriegsjähr in russische Kriegsgefangenschaft geraten und hatte in Petersburg den Entschluß gefaßt, eine I ü d i n, die er dort kennen gelernt hatte, zu heiraten. Um dies tun zu können, mußte er selbst zum I u o e n t u m übertreten, worauf er eine konseflionelle Ehe mit ihr emging, die durch die S o w i e t b e h ö r d eit b estä t l gl werden mußte. Nach Friedenssmlnß kam Rodler mit seiner Frau nach Wien. Die Utchaltbarkeit der Ehe hatte sich bald gezeigt und der Mann veranlaßto beim Zivillandesgericht die Einleitung des Ehemtgultigkeitsverfahrens, das jedoch abgewiesen wurde. Seilte Gattin antwortete mit einer Anzeige wegen Berwetgernna der Alimente an die beiden der Ehe entsprossenen Kinder, für die er seit 1924 nichts bezahlt habe. Bei der Verhandlung bestritt der Angeklagte, aus Tlrglist oder aus strafbarem Verschulden seiner Alinwntattonspflicht nicht nachgekommen zu sein. Er sei seit 1924 fast ununterbrochen arbeitslos und beziehe erst (teil kurzer Zeit die Arbeitslosenuntersttttzung. Seme Frau habe ihn« die Tür gewiesen, indem sie erklärte, sie brauche ihn nicht, sie habe schon einen anderen Mann. Der Angeklagte wurde f r e i g e s p r o ch e it, weil er bei der Verhandlung erklärt hatte, daß er fiir die Kinder, sobald er wieder Arbeit bekomme, sorgen werde. Er sei als ein Opfer der gegenwärtigen, allgemeinen wirtschaftlichen Lage zu bezeichnen. Nunmehr wurde beim Zivillandesgericht die EhetrennungMage eingebracht, die noch ntcht endgültig erledigt ist,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.