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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-10 · Heft 2681 (10.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2681 (10.8.1926)
Date
1926-08-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Maghebmg, 0. August. Nach vierstündiger Beratung, die um 8 Uhr früh begonnen hatte, beschloß W Magdeburger Beschwerde Kunmer um 12 Uhr mittags, die in der Mordaffäre beschuldigten Haas, Fischer und R e u t e r sofort aus der Haft zu entlassen. Die Genannten befinden sich bereis ln Freiheit. Di« gesamte liberale Presse ist über den Moudeburger JustizsKmdal empört und fordert energisch die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen den Untersuchungsrichter K ö l l i n g. Die uwrgige „Vossische Zeitung^ veröffentlicht umfangreicheAuszüge Msdem Tagobuch des unschuldigen Rudolf Haas, das dieser im Gefängnis geführt hat. _ Rahm» Sakalaw i» Jerusalem. Jerusalem. 8. August. (I. T. A.) Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive Nahum Sokolow ist in Jerusalem kingetroffen. 8iv gesetzgebender Rat für ei« enMches Maudatrgebiet. London, 9. August. (Wolfs.) „Daily Mail" berichtet ans Dar-es-Sailam, daß jetzt die königliche Zustimmung^ zur Schaf- Mg eines gesetzgebenden Rat es'für das Tanga- « y i k a g » b i e f erteilt worden ist. Dies sei das wichtigste Ereignis in der Geschichte dieses Gebietes M der Mandatsübervchtzme hprch Großbütauuien. Stzrien bedangt bar Berbkeiben Zouvend». Paris, 9. August. Minister des Auswärtigen, B ria n d, jttchreü gestern ein vom syrischen StaatsPrGdenten Damade Ahmed Rami Bei und dam Stadtpräsitzenten von Meppo stntertzeichneles Telegramm, in welchem namens des gesamten Kl Volkes nm die Weiterbelaffung de Jouvenels auf >flen des Obevkommiffärs für Syrien und den Libanon ersucht wird. Die Angelegercheit des Oberkommiffärs — heißt 'es in der Depesche — fei für die erfolgreiche Vollendung des unter deu günstigsten Auspizien in Angriff genonünenen Paziifrzierungswerkes und die Wiederherstellung der Mnigfe.it unerlaßliich. I« gleichem Sinne wandten sich der Präsides der libanonischen Rtzmblik, De b ras, die Präsidenten der Kammer und des Senats sowie mehrere angefchene PÄit-We ^evsönlichkeiten aus Syrien und Libanon an Brimck». MennfgedeSte Arnberverschwömng. L. Jerusalem, 9. August. Die transjordanischen Behörden Haben eine große Araberverschwöru'ng bei, zwei Stämmen der Wahabiten ausgedeckt, deren Zweck es ‘fein sollte, alle in dem Bezirk wohnenden Christen zu erworden. Mehrere Regierungsbeamte find in die Affäre verwickelt. Ueber S i'r a?,'ww die Metzelei beginnen sollte, erschienen e n g- 'l i s ch e Flieger. Alle DemvnistraÄonen und Scheichberfamm- 'ktngen sind Verbofen Ivorden. Fünfzig Drusen- 'famiilKen wurden ausgewiesen. Ser Religionskrieg ia Mexife. Mexiko, 9. August. Präsident Calles erklärte in einem Interview, daß in Mexiko.alle Religionen g eduldet würden, sofern sie dem Geseetz gehorchen. Rur der katholische Klerus verweigere diesen Gehorsam. Calles beschuldigt ferner den Papst, den Katholiken im Kampfe gegen die Regierung beiznstehen. In einem Brief des Vatikans werde die mex i kän i s ch e G e se tzg e b n n g a/h g e l e h n t. Jeder Akt, der ans Verneinung dieses Gesetzes ausgelegt werden könnte, müsse verurteilt werden. „Was würde die Washingtoner Regierung sagen," schließt Präsident Calfts, „wenn der Papst des amerikanische Volk zuin Ungehorsam gegen das amerikanische Gesetz ausfordern würbe?" _ , Der Urinale Dollarkm» in Pylea. L. Warschau, 9. August. Der Dollar notierte heute in Wa r schäu und Arakau unverändert 9,09. Ae französische Rationalversammlung. Schaffung und . K. Paris, 9. August. Kammer und Senat haben, wie schon berichtet, noch Samstag nachts die Anträge der Regierung aus Einberufung der Nationalversammlung angenommen, und zwar die Kammer mit 418 gegen 133, der Senat mit.275 gegen 17 Stimmen^ Demgemäß ist die Nationalversammlung für Dienstag den 1 v. d., halb 1 v U h r v o r m i t t a g s, nach Versailles einberufen. >' Die bezügliche Verfügung ist bereits gestern früh im „Journal offieiel" kundgemacht worden. Die- Tagesordnung lautet: Einfügung eines Artikels in die Verfassung. Seit der Annahme der Verfassung der dritten Republik 1875 ist der ,-Kongreß" nur noch 1879 und 1884 zu anderem Zweck als der Wahl des Präsidenten der Republik zusammengetreten. Immerhin ist das Verfahren schon aus der Praxis bekannt. Es besteht in der Hauptsache darin, daß der Präsident der Republik zunächst jeder der beiden Kammern den „v e r f a s su n g sänderüden" Gesetzen tw u rf Unterbreitet, der von ihnen in vollkommen übereinstimmendem Text m i t a b s ol nt er Mehrheit gutgeheißen werden mutz, um zur Einberufung des Kongresses führen zu können. Eine Beratung von anderen Gegenständen als den im voraus bestimmten kann n i ch t st at t f i «den/; '-Ser Men: Versailles-Besuchern bekannte Kongrehsaal im Südflügel ves Schlosses war/ ursprünglich für die Tagnngen deK ÄbWeördnetenhauses bsst'mmt, _das'^^ in feine» ansteigenden Pankereihen bietet er, wenn' miD nicht besam dcrs geräumige,, so doch ausreichende Unterkunft für die ins^samt 883 Mitglied (570 Abgeordnete und 313 Senatoren), die sich unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten de Selbes versammeln werden. Bei dem vorliegenden .Falle ist es an. sich nicht ersichtlich, was die GiÄndung eines'Instituts, dem . die Tilgung der schwebenden Schuld mch i« Zusammenhang damit die Ausbeutung des Tabakm oft o p ö l s obliegen soll, mit' der Berfassnntz zu tun hat. Doch mag es auf die Phantasie der Bevölkerung nurum so anregender Wirken, wenn gleichwohl der Apparat der BerfaMngsanderung in Bewegung gesetzt wird,;um ans dem üblichen.Wege zustande gekommenen BeschjUtffen b.e.s o ndeif$ Gewicht zu verleihen. . Srwelterung der ragesorvnans? s Parts, 9. August. Die in den Parlamenisvebatten der letzte» Tage zum Ausdruck gekommene'Befürchtung, daß die Tabakmonopal. Ilationalve-rsammlung, weun sie erst einmal einiberufeir sei, sich nicht auf das vorher sestgelegte Programm beschränken könnte, scheint sich zu bestätigen. Mitglieder der Opposition haben bereits ihren Willen kundgegeben, in Versailles für anderweitige Verfassungsänderungen ei'nzutreten. Sie berufen sich dabei auf ihre in der Verfassung anerkannten Rechte. Nienrand könne vorher die Tagetzordnung der souveränen Nationalversammlung emschränken. Der sozialistischc Abgeordnete Renaudel hat im Auftrag seiner Gruppe dem Vorstand des Kongresses, Senats- Präsidenten de Selbes, mitgeteilt, daß er feinen von der Kammer abgelehnten Antrag auf E i n s ch r ä n k u n g: d e s V e t o r e ch t p s -d e s S c n a t s in der Versammlung wieder hervorholen werde. Ta weitere Debatten durch kommnn i st i s ch e und r o y a l i st i s ch e Anträge zu erwarten sind, rechnet man bereits ganz allgemein nicht mehr damit, die Versammlung an einem Tag zu beenden, sondern schätzt die S'i tz u n g s d a u c r auf m i n d e^st e n s z w e i Tag e. Paris, 9. August. Es bestätigt sich, daß die Regierung am Tage nachdem Abschluß des Kongresses von. Versailles, am Mittwoch oder Donnerstag, durch ein Dekret die Parlamentssession für geschlossen erklären wird. L.... , Sie Svarmaßnahmey. ‘ty.!t.^ m: I;r:utigen . K-aUnettsrat. -'würde-' zunaM die P r ü f n ng d e r S p a r nt a ß it a h m e u f-ort- Mehti Jnnerhal-b des Kabinetts wurden zivei .Ausschüsse gewähltvon denender eine,- bestehend aus P o i n c a r e, Louis Marin und Dar dien, sich mir der o-r.age der Ersparnisse in - der Verwaltung befassen wird. Der zlveite^ Ausschuß, dem unter Vorsitz B a r > h o n-s die Minister B o ka nw w s k i, O u c u i l l e und S a r'r a ü t angehören, wirddas Programm der Einschränkung Und der ^Verteuerung der Lebensbaltung beraten. In der Absi6)t, die Preise entsprechend der Besserung des Frankenknrses herabzudrücken, hat der Min-isterrat Händelsnrinister Bokanolvski beauftragt, schnellstens die Vertreter der großen Handels- und Jndustrievevbände sowie, des Lcbensm-ittel*shndikats znsammenzuberufen. . Minister für öffentliche Arbeiten - T a r d i c u unterrichtete über die Maßnahmen, die zur Beseitigung des durch den englischen Grubenarbeitevstreikentstandenen K o h l e nmangels ergriffen worden sind. Wie' hiezu bekannt wird, hat der Ministerrat beschlossen, keine Erktulnris zur Ausfuhr von Kohle nach England zu erteilen. . Meski über die palnifche AubeatzaUtÜ. > / (Eigettdienst der „Wiener Morgenzeitung".) . Paris, 9. August. Der Korrespondent' des „Petst ParWn" in Wärschau hatte mit dem 'polnischey^WiHEr'tzeD. Aeyßern Zaleski c'üe Unterredung^ in der viesHb'lbtidnie,- 'die Pczi ehu ng e n zu Sowjetrußla nD.gegmwörD a n s g e z e i ch n e t seien, daß Rußland mit U vollkommener LoyMtät und wirklich gutem Willen für die Äüstechter^altuug >dcr. Peziehungen eintrete und für die UntepdrsidisiM der 'irreg-Mren Banden, die über die Grenze wechselten, sorge. Was - Pie ‘ k o m nt ü nist i s che P rvpa gan d?q betreffe, fp sei siem Polen nicht weiter zu befürchten. ) Dos Berhälütis P olens--z ur Kl e inen E n idnke!sei tz st s g c z e i ch v e 1. Polen gehöre der KleinSn EnteW 'nicht -tzn, weil, die Nationen, die sie bildeten, einerb-c f o tz d e r e iGrüpPe seien, zü der Polen nicht gehöre. " , - 2S>tc Frage der. U m b i^l d u n g des Bö lßk e r h.ü n rasHs würde-gleichfalls q^fgeworstn. Der Mhrpespotzdent »fragte, oh. Polen die Absicht hübe, seine, Haftung-in. dieser Hinsicht zü ändern. Der Minister erklärte: Nein, - wir - wüuscheit 'int ^Phlk er bundrat ' wirkungsvoll :Mi-t:zu-. a r b,e-.i t e n. ' >' Die deittsch-valaischeu MrtfchaftrverhaMvaaen v L, Warschau, 9. August. Der „No»vi Dziennik" veröfsentlicht ein Interview mit dem Mitglied der polnischen Delegation bei der deutsch-polnischen Handelskonferenz in Berlin Dr. -D i-a m a n t. Dieser äußerte - sich sehr optimistisch über den- Erfolg dieser Verhandlungen, Er stellt fest, daß die wichtigste Frage der Zolltarife nun endgültig bereinigt ist. Uober die Frage der Schuld und Konsequenzen des Z o l lk r i e g e s zwischen Polen und Deutschland erklärte Dr. Diamant, daß.Polen als wirtschaftlich schwächerer Teil deit größeren Schade n erlitten hat. Eine Handelskonvention mit Deutschland wird für Polen viele wirtschaftliche Vorteile bringen und wird für ein Berttauensvotnm sein, das unserer Wirtschaft gegenüber der ganzen Welt ausgestellt wird. Das Abkommen wird Polen gewiß viel praktischen und moralischen Nutzen bringen. tzrhShaag der Weavahntnrife in Polen. L. Warschau, 9. August. Wie Ihr Korrespondent erführt, beabsichtigt das Eisenbahnministerium eine Erhöhung der Eisenbahntarise von 5 bis 6 Prozent. Die Mehreinnahmen sollen Mr Eisenbahuinvestitionen verwendet werden. *" i ijijtotfen. Seide, wascltasren, BadeKostQmen, -mflnteln, Meii U.S.W. im Uartniimu Telephon 47-1-79, 43-408 341449^534

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