Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2679 (8.8.1926)
- Date
- 1926-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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t I Polen? 3S arorrv f Wien: Zum Abholen in def r.xpedltton, IL Tabor str. 1-S, oder In einer verschleisstelle 'Trafikl monatl. 5 Schilling Straasertverkaut ln Wien durch die Kolporteure der Firma Ö o I d Schmied, Wollaeile 11 Mit Postversönd für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling " 1 stchecho» Slowakei: Mon. K 22. Ju go s I awf e n: Mon.Din.60. Polen:Mon. ■ 6 Zloty. Deutschland: , Mon. Gm. 4,'Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 ' N te4iMhlunaen »ei ,P t e I »• n ■ h « h <? n •< » n «m>brfr«llc* Wiener orsmsettung i Jnrnn En fl * t di Mm 4 SehNHng. tteNe« MoeMI. 90 Lire: Ra mini e«: Mon. 1 fl) Lei. Bat garte« »Moo.tOOUwi. Schwelt und da» übrige Ausland mooatfeh Fm 5 Redaktion, AdwiolMMtfonr Wten,n.Tabor*hM Felephone: 44*0-33,40-3*19 Ab 6 UhtrH, 96*9*62 IX., Universtt4tsstras*e 6-8 (Druckerei fg. Steinmanoi Oestetrehdtlsches Poatapai» kassert-Konlb Ni. 150.N0 Mr. 2079 Me». Sonntag, S.Auguft ISS« 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil entHaiteNE entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Schwere Reinseideh-Strümpfe S 4.50 nsch-ÄM'S 5.90 Sfr^mpfmode, Wien, II., Ulienbrunngasse 2, vis-a-vis Hotel Dianabad Postversand per Nachnahme. äTS Am besten sind doch die i 'LeSGHKA-HÜTE i Hj_VU'. KaUerliraiie Ir, WIEN IX.; Al.entra.ie Nr, fl jiii 5 Blaim Scheins PFLANZEN FETT^«*»/ 100 Prozent Fettgehalt uw Xfx iw lMfiSip.voi« ww n .wanmnnn^nnrcn) Erzeugt uhter Aufsicht Seiner .Ehrwurdeu Herrn-. Oberrabbiner J e s a i a Fü r t (Adas Jisroel)'. g :rFiibrik:: iöienrxir Dferenbachgosse M Z Sie Einberufung der framöfifchen Rattonalverfammluns. Voy: deV Kirmmer mit 418 getzdn 133 Sitimmen angenommen.! >.' Paris,;?.'Angüst,Die Kammer hat, nachdem die' Regisrün-g e;r t.r.a n eu s f r ag e gestellte hat. mit '4 1.8. g ege n 1' 81!':'©• t i m'm e n.den: Entschließungsantrag' der. Regierung betreffend die Einberufung der N a t i o n a l v e rsa m m l u n g angenommen. Die F i n a n z k o m m i s s i o n der Kammer hat beschlossen, einen fünfgliedrige« U n t e r .a u S s ch u ß einzusetzen der während der P a r l a m e n t 8 f e r ie n die Alten betreffend die i nt e r a ll.she r.tieit' Sch.'u l d. e-n p;t ü f c.'n soll. Die Poinkaresche Amottisiernngskaffe. Paris, 7. August. Der.Senat hat heute den Gesetzentwurf betreffend die Ämortisierungskasse mit 261 geg c n 3 Stim nt e n und den Gesetzentwurf betreffend das Abkommen mit der Bank von Frankreich über den Ankauf von Gold und Devisen mit 271 gegen 11 S t i M m e n angenommen. Da an dem Gesetzentwurf betreffend die Ämortisierungskasse entsprechend den Maßnahmen des Finanzausschusses einige Abändemngett vorgenommen worden sind, .kommt er heute nachmittags nochmals vor die.Kammer. . In der Diskussion kündigte Ministerpräsident P o i n e ä r e an, daß die Regierung, für die Schatzborts, mit längerer Laufzeit als einem Jahre die f r ü h e.r e K o nv'e r tierung ins Auge fasse. Im übrigen behalte sie sich.das Recht vor, bei langfristigen Staatsanleihen die Konvertierung urch Amortisierung der öffentlichen Schuld zu beschleunigen. - Der rechtsstehende Senator Delahaye bezerchnete alle > diese Maßnahmen als illusorisch und'erklärte, man fei auf dem Wege zum Bankrott und.die Revolution werde alles über den'Haüstn werfen. Jn B e rfa i ll'e s müsse di e Monarchie erdichtet werden. Die Kammer nahm nachmittags an dem vom Seimt mit einigen Abänderungen verabschiedeten Gesetzentwurf 'betreffend die Ämortisierungskasse weitere Aendernngen vor, so daß der Entwurf nochmals an den Senat znvückverwiefen werden mußte. Der Senat hat Mi'eßlich den Entwurf in der von der Kammer angenommenen Fassung verabschied^ 2er private DoHarknrs in Polen. L. Warschau, 7. August. Der Dollar notierte heute im prioaien Verkehr in Krakau 9.16. Der Generalstabschef als Spion. Penfioniernng des Seaerals Saida. — Die Untersuchung abgeWosie». Prag, 7. August. (Tel,-Komp.) Die amtliche Untersuchung über die Affäre Gajda ist zum Abschluß gelangt. Ihr Ergebnis ist die P e n s i o tt t e r n g des früheren Generalstabschefs - Das Cömiintruchie, das die von drei Generälen gebildete Untersuchüngskont'mission äusgearbeitet hat, wurde vom Minffterrät genehmigt. Es lautet: „DaS Verfahren gegen General Gajda wurde g e st e r n b e-e n d e t. Es ergab sich kein Tatbestand einer gerichtlich verfolgbaren» strafbaren Handlung. General Gajda reicht heute ein Gesuch um Superarbitrier u n g ejn. Diesem Ansuchen wird st a t t g e g eb e n werden." Zu dem Abschluß des Falles Gajda, der mit der Beseitigung dieses Generals, dessen faszistische Neigungen allgemein bekannt sind, geendet hat, erfährt die Tel.-Komp, von informierter Seite: General Gajda wurde beschuldigt, in den Jahren 1920 und 1921, während seines Aufenthaltes in Paris, wo er die Kriegsschule besuchte, der sowjetrnssischen Spionage französische militärische Dokumente in die Hände gespielt z^ hahen,He für Rußland damals von besonderer Wichtigkeit waren, da Rußland in einen Krieg mit dem Verbündeten Frankreichs, Polen, verwickelt war. Es ist erwiesen, daß General Gajda dem russischen Obersten Krakowiecki in Prag Dokumente übermittelte, welche dieser kopierte und dann an Gajda zurückerstattete, und dem Obersten wichtige Jnform a t i o n e n erteilte, die er sich in Paris vevschttfft hatte Es ist ferner einwandfrei festgestellt wordenbftjj Gajda von Rußland Geld erhaltest hat. Dem General konnte in der Tschechoslowakei Prozeß gemacht werden, weil nach : tschechoslowakischem Gesetz Spionage in einem fremden.Staat für einen fremden Staat nicht strafbar ist: . UeberdieS weilen, die wichtigsten Belastungszeugen gegen Gajda in Ostsibirien und wären gegebenenfalls durch die Sowjetregierung nicht von ihrer Schweigepflicht enthobest worden. Saida und die Farziste«. Prcy^. 7. August. Wie „Narrdni Lisch" Mitteilen,, wird in einem Orte bei Turnan eine Festakademie znM;Andenken an die Schlacht von Zborow unter dem Protektorat des Generäls G a jda veranstaltet wevden, zu welchen die Bereinigung der unabhängigen. Legionäre einen Mqsftn-befuch in , Aussicht gestellt hat.. Auch- Generäl^^ Gajda. hat sei versprochen. - . ' %S'" i&i’ Haar »och «W eWastü. Berlin, 7. August. Wie die Blätter aus , Magdeburg melhen, hat. der Untersuchungsrichter Landesgerichtsrat K ö ls i ng einen Antrag des O be r sta a t sa n wa l t s betreffend Aufhebung der Haftbefehle gegen Haas,' Reuter und.Fischer abgelehnt. 'Die 'Untersuchungsakt-en. in der Mordsache Schröder sind mmmehr dent Vorsitzenden der Beschwerdekamnter, Landesgerichtsdirektor Dr. L ö w e n t h a l, zugegängen. 'Die Beschlußfassung der Kammer über den Antrag ist frühestens für Montag zu erwarten. Ein Brief Költings in brr HKkenkreuApresse. K. Magdeburg, 7. August. Der Untersuchlingsrichter Kölling, der heute seinen Urlaub angetreten hat, veröffentlicht in der Rechtspresse einen Brief, in dem er an dem Verhalten des Oberstaatsanwalts im Falle Haas eine merkwürdige i t.i k. übt. Er teilt mit, daß er dem Oberstaatsanwalt gegenüber immer dabai geblieben sei, daß er' Mit den Berliner.Kriminalkommisfären nichts zu tun habe und jedes Zusammenarbeiten mit ihnen ablehne. Dieser Abschiedsgruß des renitenten Untersuchungsrichters trägt nicht dazu bei, den Konflikt abzuschwächeu und die int preußischen Landtag eingebrachten Interpellationen werden wohl für die nächste Zeit die Erregung noch vermehren. Schröder teilt mit. r. ■ MosKÄKirg, 7. August. (Wolff.) ' Die „Mggdsburgtsche Tageszeitung"' meldet, S ch r o der habe' feinem Verteidiger erklärt, daß er sein Geständnis nur znm Sch ein abgelegt habe. Er sei n'i ch t de r M ö r d e.r H e l l i n g s, sondern-än der- Tat nur insofern beteiliigt, als "er an der Autofahrt, 'hei der die Leiche in seine Wohnung geschafft, worden fei, teilgenommen und die Leiche dann bei sich-vergraben habe. Die Er-mo rdnn g h a b e e r j e d och n i ch t a n s g e f ü h r i. Schröder - bleibt im übrigen bei feiner Behauptung, daß die Ermordung Hellings auf An st i ft e n Rudolf Haas' erfolgt sei..Erhabe.mir deshalb die Schuld auf sich genommen, damit fe ine Braut nicht als Mittäterin in Frage komme. Das Amtsverönechen in Mag-deöupg. Die s o z i. a l d e m o k r a t t s che Fra H’t o. n des preußischen Landtages hat eine Anfrage eingebracht, in der. es unter, anderem heißt:' Wird das Staatsministerium, gegen. Kölling und Ten Holt nicht nur die disziplmare,'sondern auch die strafrechtliche Untersuchung wegen Amtsverbrechens einleiten? Gedenkt Ars Staatsministerium noch Zweiter den p r e u ß i sch e n Nicht e r verein als Standesorganisation anzuevkennen, der den Untersuchungsrichter Kölling mit aller Kraft gedeckt hat? Der Kirchenkampf in Mexilo. Die Bermittlnngsversuchr gescheitert. -New-Iork, 7. August. Nach einer Meldung der. Associated Preg aus M e x i k o .werde eine länge r e; Dauer des Kirchenstreites erirartet, nackHeiu die Vermittlungsversuche gescheitert seieu. Die Frage der Tauer und der Wirkungen des Wirtschaftsboykotts werde eifrig erörtert. Ans dem Staate Gnerrero werde oi ne neue Erhebung der Brüder Vidales, die über 500 Anhänger verfügen, gemeldet. .Mine EinmenFUna Amerikas. My-Aork, 7. August. Präsident Cool idge hat bei einem Presseempfang in Plymouth (Vermont) erklärt, die Vereinigten Staaten seien lediglich am Schutze ihrer eigenen Bürger in Mexiko intereffic^kt. Wie aus Washington gemeldet wird', hat. das Staatsdepartement betont, daß hie dem Auswärtigen Amt in Mexiko übermittelte Note m i t der mex ika n ische w Kirchenkrife in,keinem Zusammenhang stehe und daß in ihr lediglich erörtert werde, inwieweit amerikamfche Rechte durch das mexikanische Petroleum- und Landgesetz betroffen werden. SeneralMm« Pilsudrv. Warschau, 7. August. (Wolfs.) Die Verordnung des Staatspräsidenten, die die Neuordnung der obersten Komnrandoftellen im polnischen Heere regelt, besagt:'Ob'srster Kr i egs- Herr der polnischen Republik istverfassungsgefnäß der Staatspräsid-ent, Oberbefehlshaber der Armee im Kriege ist der neu zn ernennende Generalinspektor. Im Frieden ist dem Generalmspektor, der gleichzeitig st e l l v e r t r e t e n d e r l K r i e tz s m i n i st e r ist,. der Generalstab mit dem Chef des Generalstabes unmittelbar unterstellt. Dem Generalinspektor des Heeres oÄiM die Ausarbeitung und Kontrolle über Mobilmachung- «ich. , ^Perationsarbeiten sowie die Verteidigtingserweiterpng.. -l'iM,^Aalle eines kriegerischen Zusammenstoßes. Die Einemmpg.des'.-Ma^. schälls Pilfudski zum Generallnfpektor der Armee soll m den nächsten Tagen erfolgen. \ r ‘ , . ’ Der Kongreß der WMen 3»grnd in Varls. K Paris, 7. August. Ans der Reise nach Palästina stich B i a 111 und tlis»ichkin am Mittwoch hier cmawotKU. Beide wurden zum Kongreß der jüdischen Jugend eingrladen. U s' i s ch k i n hielt am Donnerstag abends und Bia l i C Freitag abends in der Schlußsitzung Ansprachen übertzchMüfgabe der Jugend.