Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2678 (7.8.1926)
- Date
- 1926-08-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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, Sstte 6 ». Mett, Gamstag Wiener Morgenzeituns 7. MM 1926 Nr. 2678 Vereine, Varttöge «ad Versammlungen. Zionistische Jugend grnvve Leo pol i* st a d t, 2, Bez.. Zirknsqasse SB. Morgen Sonntag TageSau^ffnq. Treffpunkt */»8 liftr früh Stadtbahnhaltestelle Schottenring. Gaste willkommen. Mittwoch, 8 Uhr abends. Plenarvcrinmmlnnq mit Re erat. -Jüdische D o l k 8 b i b l i o t h e k Zion. W i e n. Montag, '/,7 Uhr abends, Ansschußsttznng. — Jüdischer' Tnrnverein Makkabt U. Die rie?mona>!ge TnrnwtSsitzung findet am 10. d. um '/as Uhr abends int (5afe Bürger, 2. Dez., Praterstraße 11, statt. Serlchtsfaal. Der Mordprozeb Fleffa. .Ins Frankfurt am Main wird berichtet: Im Pro- Zeh gegen die Krankenschwester Flessa kamen nach Beendigung der Zeugenvernehmungen die Sachverständigen zu Wort. Geheimrat Dr. Popp ist der Ansicht, daß der erste Schuß der tödliche war und während der Umklammerung des Armes abgefeuert wurde. Als dieser Sachverständige von der Möglichkeit spricht, daß die Angeklagte an der Kellertür dem Dr. Seitz a u s g e l a u e r t und aus ihn geschossen habe, schreit die Flessa dazwischen: „Sie erschieße ich, wenn ich h e ran s k o m m e!" Das Gutachten über den Geisteszustand der Angeklagten erklärt, wenn auch Besonderheiten bei der Angeklagten nicht festznstellen seien, so habe sie sich immerhin in ihrer weiblichen Ehre schwer g e k r ä n kt'gefühlt und der letzte Zweck ihres Daseins sei der gewesen, mit dem Kinde auch den Dr. Seih selbst zu erlangen. Die psychiatrischen Untersuchungen haben ergeben, daß die Angeklagte eine seelisch vollkommen zermürbte Person sei. Gcheimrat Friedländer-Freiburg vertritt die Auffassung, daß die Frage der Unzurechnungsfähigkeit im Augenblicke der Tat nicht in Frage käme, hält cs aber für möglich, daß die Flessa monatelang im Zustande hochgradiger Erregung gewesen sei, diese Erregung jedoch nicht den Zustand eines Irrsinns herbeigeführt habe Der Staatsanwalt beantragte, die Angeklagte wegen Totschlag zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust zu verurteilen. Sin empörender Roheitsakt. Ein empörender Roheitsakt eines Geschäftsmannes beschäftigte gestern in Form einer Ehrenbeleidigungsklage den Landesgerichtsrat Dr. E t t m a y e r beim Strafbezirksgericht 1. Nach Inhalt der durch Gemeinderat Doktor P l a s ch k e s vertretenen Klage der Modegeschäftsinhaberin Berta Edelstein hatte der Tischlermeister Michael Mucha mit seinen Angestellten die Auslage des am Schottenring befindlichen Geschäftes chergestellt. Am 10. Mai hatte Mucha, der mit einer Geldforderung von der Frau abgewiesen wurde, weil die Arbeit noch nicht fertiggestellt war, der Frau Edelstein in ihre" Geschäft eine schallende Ohrfeige versetzt und sie „T r a mp e l" genannt, war dann ans dem Geschäft geeilt und hatte seine Gehilfen weggeschickt, wobei er von der Straße neuerlich Schimpfworte ausstieß. Der Angeklagte gab' unumwunden zu, der Frau eine Ohrfeige gegeben zu haben, erklärte jedoch, infolge seiner Aufregung sich nicht erinnern zu können, was er geschimpft habe. Ein als Zeuge vernommener Gehilfe, sowie ein Lehrling des Tischlers wollten sich an nichts erinnern. Erst als Dr. Plaschkes ihnen die Folgen einer falschen Zeugenaussage vorhielt, gab der Gehilfe Josef Meditsch zu, das Wort „Trampel" gehört zn haben. Dr. Plaschkes: „Ich mache dem Zeugen in der Zeit der Arbeitslosigkeit keinen Vorwurf, nur dem Angeklagten selbst, der auf Zeugen diesen Druck ausgeübt hat." Nach Schluß des Beweisverfahrens regte der Richter nochmals einen Vergleich an, der zu Beginn der Verhandlung an der Hartnäckigkeit des Angeklagten gescheitert war. Die Klägerin erklärte sich bereit, dem Angeklagten zu verzeihen, da sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle. Mucha verpflichtete sich, eine beim Bezirksgericht Innere Stadt anhängige Zivilklage wegen angeblich rückständigen Lohnes zurückzuziehen, zehn Schilling Buße der Rettzmgsgesellischast zu spenden und Frau Edelstein um Entschuldigung zu bitten und die Prozeßkosten zu zahlen. Darauf zog Dr. Plaschkes den Strafantag zurück und der Richter bemerkte: „Sind Sie froh, denn Sie hätten eine Arreststrafe bekommen. Ich habe sie schon niedergeschrieben." Wenn man eine Steuereingabe nicht rekommandiert aufgibt. Der Landesproduktenhändler Otto Lutz in Linz wurde von der Steueradministration Linz aufgefordert, bis 20. Mai 1926 detaillierte Angaben über sein Einkommen, Warenlager, Lebensaufwand usw. vorzulegen. Die Antwort des Steuerpflichtigen wurde mittels Post am 20. Mai, also noch rechtzeitig, aufgegeben, langte aber erst am 22. Mai bei der Steueradministration ein. Die Schätzungskommission nahm daher unter Anwendung der Säumnisfolgen des 8 213 des Personalsteuergesetzes wegen verspäteter Beantwortung des steuerbehördlichen Dekretes der Veranlagung s e l b st ä n d i g vor und lehnte auch die angebotene Bucheinsicht ab. In der Berufung führte der Steuerpflichtige aus, er habe die Eingabe noch am letzten Tage der Frist, am 20. Mai, bei der Steueradministration überreichen wollen, er habe jedoch die Einlaufstelle nicht mehr offen gefunden, weshalb er das Schriftstück noch am gleichen Tage der Post zur Beförderung übergeben habe. Die Berttfungskommission für Oberösterreich wies diese Berufung ab, weil nur durch rekommandierte, also amtlich bestätigte Aufgabe des Schriftstückes die Einhaltung der Frist auch noch am letzten Tage möglich gewesen wäre. Gegen diese Entscheidung brachte der Zensit die die Beschwerde - an den Verwaltungsgerichtshof ein, in welcher geltend gemacht wurde, es könne nicht jeder Steuerpflichtige wissen, daß man solche Eingaben rekommandiert aufgeben müsse. Auch die nichtrekommandierte Aufgabe innerhalb der gestellten Frist bekunde den Willen des Steuerpflichtigen, die Frist einzuhalten. Der Verwaltungsgerichtshof erkannte aus Abweisung der Beschwerde, weil die Tage des Postlaufes nur in dem Falle nicht zu zählen seien, wenn das betreffende Schriftstück der Postanstalt gegen eine amtliche Uebernahmsbestätigung übergeben worden ist. Die Unkenntnis der diessälligen gesetzlichen Bestimmung rechtsprtin» iwrfit di? Nerlvätnna. Volkswirt. Herabsetzung der Aankrate der Sesterreichlschen Ratlonaibank. Auf sieben Prozent. Der Generalrat der Oesterrcichischen Natioualbauk hat gestern unter dem Vorsitz seines Präsidenten, Bundesministers a. D. Dr. Richard R e i s ch, seine regelmäßige Monatssitznng abgehalten. Im Anschluß au den Geschäftsbericht wurde von der Geschäftsleitung im Hinblick auf den Stand des Noteninstitutes und mit Rücksicht auf die andauernde Geldflüssigkeit aus dem offenen Markte eine Ermäßigung der Bankrate um 0,6 Prozent beantragt. Der Antrag der Gcschäftsleituug wurde nach Ablehnung eines Gegenantrages des Herrn Geueralrates Stern auf Herabsetzung um ein Prozent mit allen gegen dessen Stimme angenomme n. Vom 0. d. angefangen wird daher von der Oesterrcichischen Nationalbauk im bankmäßigen Eskompt von Wechseln der Satz von 7 Prozent in Anwendung gebracht werden. Entsprechend der Herabsetzung der Diskontrate vermindern sich auch die Sätze im' Darlehensgeschäft um 0,5 Prozent. Die Beschlußfassung über einen weiteren Antrag des Generalrates Stern wegen Stellungnahme des Generalrates zil dem Entwurf eines E i n l a g e n s i ch ernngsgesetzes wurde nach eingehender Debatte auf die nächste Sitzung verschoben. Der Gcneralrat. beschloß ferner die Zulassung folgender Wertpapiere zur Belehnung bei der Oesterrcichischen Nationalbank, und zwar der ftinfprozentigen 25jährigen Bundes-Schnldverschreibnngen der Republik Oesterreich (Abrechnungsobligationen), Kat. G, Emission 4, lautend auf Lire, und Kat. E, Emission 9 und 10, lautend auf Pfund Sterling, ferner der von der Boden-Credit-Anstalt emittierten vierprozcntigen und 4,5prozentigen 66jährigen Pfandbriefe in Kronen (ex 1913, bezw. 1912), vicrprozentigen und 4,5prozentigen 65jährigen Kommunalschüldverschreibungen in Kronen (ex 1911, bezw. 1912), 4,5prozentigen 60jährigen Wasserkraftobligationen in Kronen (1., 2. und 3. Emission), endlich der achtprozentigen 65jährigcn Pfandbriefe in Schilling (ex 1926' Dar öüerreichisch-tschechische Eifenkarte«. Verhandlungen über den Anschluß Polens und des Balkans. Prag, 6. August. Wie „Narodui Osvobotni" meldeu, sind Verhandlungen zwischen der tschechosloivakischen und der polnischen Metallindustrie wegen Beitrittes der letzteren zum österreichischtschechoslowakischen Kartell im Gange. Die rumänischen und ungarischen Mctallwerkr hätten erklärt, sich dem Kartell anschließen zn wollen; der Beitritt der jugoslawischen und bulgarischen Werke wird erwartet. Nalifikation des Handelsvertrages zwischen Lekterrelch und Ungarn. Budapest, 6. August. (Tel.-Komp.) Heute vormittags wurden im Außenministerium die Ratifikationsurkunden über den am 9. April d. I. mit Oesterreich abgeschlossenen Handelsvertrag zwischen Außenminister W a l k o und dem österreichischen Geschäftsträger, Legationsrat Rudolf Seemann, feierlich ansgetanscht. Der Handelsvertrag tritt am 14. d. in Krast Nachgiebigkeit Ungarns bei den Handelsvertrags- Verhandlungen in Prag. Ein einmonatiges Provisorium in Sich^. Budapest, 6. August. (Tel.-Komp.) Wie „Magyarorszag" erfährt, hat die Negierung die ungarische Handelsdelegation in Prag angewiesen, bis zur äußersten Grenze der Zug e st ä n dnisse zu gehen, falls die tschechoslowakische Regierung sich geneigt zeigt, die Mininialzölle für Getreide herabznsetzen. Die ungarische Regierung sei bereit, als Gegenleistung bei 150 Tarifposten für tschechoslowakische Jndustrieartikel eine iiamhafte Z o l l h e r a b s e tz u n g zu gewähren. Sollte hierüber keine Einigung zustande kommen, dürfte wieder ein einmonatiges Provisorium auf Grundlage der Minimalzölle in Kraft treten. Die Erhöhung der Zurlerilener in der Tfchechoflowaiei. Vorbereitung eines Zuckerverkaufskartells. Prag, 6. Ailgust. Am 1. Oktober tritt das Gesetz über die Erhöh» n g der Z il ck e r st e u e r in Kraft, wobei gleichzeitig die bisherige gebundene Z u ck e r w i r t s ch a s t aufgehoben wird. Wie verlautet, wird etwa Mitte August eine Beratung zu dem Zweck der Gründung eines Verkaufskartells stattfinden, dem ebenso wie ähnlichen anderen Organisationen aus den frühe reit Jahren die Versorgung des heimischen Marktes mit Zucker obliegen wird. Wirtschastsverhandlungen Mischen Prag und Belgrad. Prag, 6. August. Auf Verlangen jugoslawischer und tscyechoslowakischer Interessenten sollen noch vor dem Herbst Verhandlungen eingeleitet tverden, die darauf abzielen, den bisherigen Handelsvertrag durch einzelne provisorische Aenderungen den Bedürfnissen des Handels anzupassen. Die Schwierigkeiten im Handelsverkehr zwischen den beiden Staaten sollert dadrtrch bis gur Vereinbarung eines endgültigen Vertrages wenigstens gemildert werden. WNEISINKVNKgVSVSVVSSWW » Werbet Abonnenten für die t; „Wiener Morgenzeitung" 1 Verleihung bet Bankkonzeffion an das Bankhaus M. Rohatyn. Das Bnndesministerium für Finanzen hat dem Bankier Moritz Rohatyn, Wien, 1. Bezirk, Maria-Theresienstraße 10, im Sinne der Verorditung vom 17. Juli 1925, R.-G.-Bl. Nr. 263, die Konzession zur Ausübung des Bankgewerbes in Gemeinschaft mit seinem Sohne Artur Rohatyn, öffentlichem Gesellschafter des Bankhauses M. Rohatyn, erteilt. Kein Kassatag am jüdischen Neujahrstag. Nach einer gestern ausgegebcnen Verordnung der Wiener Börsenkammer wird der Kassatag für Anlagewerte von Donnerstag den 9. September auf Dienstag den 7. September vorverlegt. Einreichung 6. September. Die Bergwerksproduktion in Oesterreich im Jahre 18«. Nach den im österreichischen Bundesministerium für Handel und Verkehr verfaßten „Mitteilungen über den österreichischen Bergbau" ist der Verbrauch mineralischer Brennstoffe im Jahre 1926 um 257.727 Tonnen auf 8,429.416 Tonneit znrückgegangen. Der Verbrauch wurde durch 3,178.578 Tonnen Kohle aus der I nl a u d s f ö r d e r u n g (3,033.378 Touneir Braunkohle) und 145.200 Tonnen Steinkohle) und 5,271.180 Tonnen einßeführter mineralischer Brennstosfe gedeckt. Beim Kohlenbergbau waren im Jahre 1925 insgesamt 16.542 Personen beschäftigt. Der A r b e i t e rft a n d am Ende des Jahres bezifferte sich aus 15.344, darunter 7507 verheiratete Arbeiter mit 22.298 Familienangehörigen. Die Schwierigkeiten der Erdöl-A.-G. In den letzten Tagen waren Gerüchte verbreitet, wonach der Großaktionär der Erdol- und Bergban-A.-G., der Hamburger Großkaufmann Bing, sich von dem Unternehmen zurückziehen wolle und daß diesem die Gefahr der Insolvenz drohe. Inzwischen ist aber mit Bing ein Abkommen getroffen worden, ivonach er die Hälfte seiner Aktien an zwei andere Aktionäre abtritt, die an seiner Stelle die Gestion des Unternehmens übernehmen werden. Man hofft, daß es gelingen werde, das Unternehmen zu sanieren, da die vorbereitenden Arbeiten für die Aufstellung der Goldbilanz ergeben haben, daß das Unternehmen durchaus aktiv ist. Schätzungen der Getreideernte Oesterreichs. Nach dem amtlichen Erntebericht hat der Rückstand in der Getreideentwicklung durch die regnerische Witterung mr Juli wesentlich zugenommen. Nach den bisher vorliegenden Schätzungen werden für die heurige Ernte folgende Gesamterträge in Tausenden von Meterzentnern angenommen: Winterweizen 2570 (im Vorjahr 27801, Winterroggen 4510 (gegen 5294), Wintergerste 150 (gegen 133), Sommergerste 1830 (gegen 1873). Es ist also im allgemeinen ein z i e ml ich er Rückgang der Ernte zn erivarten, der sich in langsam steigenden Meylprei'sen auswirken wird. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über: eie ,Zcnna B rüde r W a t l l > m, 2 Bez., Gre.lecstraße 4, low e über das Vermögen der persönlich haltenden Gesellschafter Stegmund Wallisch, 2. Bez, Aloisgasse 6. und Leo Wallisch, 2. Bez., Akorsgasse 6; Richard Singer L C o, 13. Bez.. Ameisgasse 24 f Sportklub Hertha, 10. Bez., Quellenstraße 24 a; Julis F e f f e r, Kaffeehauspächterin. 8. Bez.. Lerchenfelderstraße 78; Moritz F e l d m a n n. Herrenmodeartiket 9. Bez., Note Löwengaffe Nr. 7; Anna G r ü n b a n m, Handelsfrau, 9. Bez.. Grüne Torgaffe 19; Otto B o n d y. Modewaren, 4. Bez., Wiedner Gürtel 26; Johann John, Holzhandlung, 15. Bez., Goldschlagstraße 13; Viktor und Helene Marie Sohr. Inhaber des Schlosses Wieselmiihle, Rodaun, Hauptstraße 30; Berta N e w e s z. Damenhntgekchäit, 7. Bez., Burggasse 53; Hermann Heil, Schneidermeister, 1. Bez.. Habsburgergasse 3; Anton Mayer, Casetier, 7. Bez., Stiftgasse 4; Johanna Graf, Handelssrau in Hornstein, Burgenland. Kommerz- und Privatbank-A.-G. Berlin, 6. August. (Wolfs.) Die in der heutigen Auffichtsratssitzuug der Kommerz- und P r i v a tb a n k - Ä.-G. vorgelegte Bilanz für das erste Halbjahr 1926 zeigt eine weitere erfreuliche Entwicklung der Bank. Die gebesserte Börsenlage hat eine Belebung des Kommissionsgeschäftes in Wertpapieren gebracht. Das Gewinn- und Verlustkonto iveist recht befriedigende Zahlen ans. Der Ausweis der Reichsbank. Berlin, 6. August. Der Ausweis der Reichsbank vom 31. Juli geigt das am Monatsschluß übliche Bild. Die gesamte Kapitalsanlage in Wechseln, Schecks, Lombards und Effekten hat sich in der letzten Juliwoche um 140,4 (letzte Woche des Vormonats 202,2) Millionen Reichsmark erhöht. Infolge der terminmäßigen Zahlnngsmittelsorderungen am Monatsschluß sind an Re i ch s b a u kn o te u 461,6 Millionen Reichsmark neu ln den Verkehr geflossen, so daß sich der Umlauf an Reichsbank Noten auf 3106,6 Millionen Reichsmark stellt. Im Zusammenhang mit diesen Zahlungsmittelanforderungen ergab sich ein Rückgang der täglich fälligen Verbindlichkeiten von 210,6 auf 638,1 Millionen Reichsmark. Die prozentuale Deckung der Noten durch Gold allein ging von 56,4 Prozent am Ende der Vorwoche auf 48 Prozent zurück. Die prozentuale Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen verringerte sich gleichzeitig von 68,1 auf 64 Prozent. Das Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich. Berlin, 6. August. (Wolfs.) Das provisorische Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich regelt, wie den Blättern mitgeteilt wird, etwa die Hälfte aller schwebenden Fragen. Hiebei findet das Ermächtigungsgesetz Anwendung. Das Abkommen wird in der nächsten Woche dem Reichsrat und dem Reichstagausfchnß zugehen und am 30. August in Kraft treten. Leipziger Messe. Um den österreichischen Gewerbetreibenden den Besuch der Leipziger Messe in der Zeit vom 29. d. bis 4. September möglichst zu erleichtern, hat das Gewerbe förderungsinstitnt der Wiener Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie eine besondere Aktion eingeleitet. Die österreichische Ausstellerschaft wird die Reise nach Leipzig in einem eigenen Sonderzug antreten, wobei fiir ldie Hin- und Rückreise ivesentliche Fahrpreisermäßigungen und für die zur Versendung gelangenden Musterkollektionen Frachtbegünstigungen erwirkt wurden. Dxr amerikanische Außenhandel im ersten Halbjahr 1926. London, 0. August. Wie der New-Aorker Korrespondent der „Times" berichtet, belief sich der Wert der Exporte aus den Bereinigten Staaten nach Großbritannien während des mit Ende Juni abgeschloffenen Wirtschaftsjahres auf 194 Millionen Mund gegen 212,8 Millionen im vomgen Wirtschaftsjahr. Die Emführ ans England in die Vereinigten Staaten betrug 82,2 Milliollerc gegen 78,4 Mllionen. Die amerikanischen Exporte des letzten Wirtschaftsjahres waren in MMionen Dollar: Nach Europa 2333, nach Nordanrerika 1167, nach SüdamerAa 420. nach Asien 537, nach dert ozearnschen Inseln 201, nach Afrika 94. Die Importe beliefen sich in MiMonen Dollar: Ans Europa auf 1275, Nordanterika 977, Südamerika 556, Asien 1489, ozeanische Inseln 71 und Afrika 99. Die Tatsache, daß die asiatrschen Importe größer waren als die europäischen, erklärt sich aus der Wertvermehrung der Gmmuiemftchr.