Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2678 (7.8.1926)
- Date
- 1926-08-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Iprall Mai England: Mon.4 Schilling. Italien: Monitl. 2v Lire: Rttmätileil! Mon. 170 Lei. Bti 1 gar loh jMotr.lOOLewr. Schwel« tiaddas übrige Ausland monatlich Fit». 5 Redaktion, AdmtoWratlom Wien, U. Taboratr. I Telephone: 44-0-38.43*3*19 Ab 6 Ohr: 21-102. 25-2-82 IX., Unlversltatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stelnnumn) Oesterreichisches Postspat* kessen-Konto Nr. 150.fi9‘j Wie». Samstag, 7. August 1SSK 8. Jahrgang Me Bandengefahr auf dem BÄkan. Sine Beschwerde an den DMerbund. — Kein Ultimatum an Bnlgarie«. — Forderung nach Auflösung des mazedonischen Komitee«. Wien: Zum Abholen ln der Expedition, 1U Tabors«. 1-3, oder in einer Verachlelsstelle H'raflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma Ool d schmied, 1„ Wollaetle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling lscheeho-Slowakeb Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon« 6Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Ffts. 35 N«chMhlmigeii Val Frei» e' HAhunxe« f«rlMh«lie9 «r. 2678 Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Set »Schfte Zionisteukongretz. Die Sitzung des Aktionskomitees. (Eigendienst der „Wiener Morgeirzeitung".) I. London, 6. August. Ueber die weiteren Ergebnisse der Sitzung des Altionskomitees wird Ihrem Korreipondenten nrlgeteilt. daß bezüglich der Frage der Einberufung des nächsten Kongresses eine interne Besprechung deS Präsidiums mit der Exekutive stattgesundeu hat. ES wurde festgestellt, daß die Enticheidung der n ä ch st e n Sitzung des Aktionskomitees vorzubehalten ist. welche im Frühjahr ungefähr um die Peisachzeit.in Jerusal e m stattfinden soll. In den Ward of Governors der I e r u s a l e m e r Universität wurden als zionistische Vertreter entsendet die Herten: Herbert S a m rr e l. Nakium S o k o l o w. Cha'm B i a l i k, Professor B r o d e tz k p, Dr. R u p p i n Dr Stevhen W i s e, Dr. Schmarjahu L e w i n, Norman B e n t w i ch und Doktor Kalis k y. Das Aktionskomitee hat weiters beschlossen, im Zusammenhang mit dem jährigen Jubiläum des Keren Kajemeto eine groß angelegte Nationalfondskam vag ne m der Zeit von Chanuka bis zum 1b. Cchewath zu veranstalten. Pröflüent Weizmann besucht Sfleuropa. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) T. London, ü. August. Es bestätigt sich, daß Präsident W e 1 z m a n n ncch vor ieiner Ävrei e nach Amerika die < O st. iänber.8 u r op. q S besuchen wird. Er/will einige Tage Insbesondere in Pol e n nnd.L e t t l a n d verbtingen, Herbert Samuel. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) X. Berlin, 0. August. Zn der bevorstehenden Reise Herbert H a m u e l s n a ch Amerika erführt Ihr Korrespondent: Der ge>ve ene Oberkommistär hat seine prinzivielle Zustimmung zu der R<ise,. wie bekennt, schon vor längerer Zeit gegeben Das Zionistische Aktionskomitee hat diese Zusage zur Kenntnis genommen. Herbert Samuel weilt zurzeit auf einem ErbolungSurlaub in Titeniee im Schwarzwal o. Dieser Tage werden Louis L i v S k y und Dr. Bertold F e i w e l im Auftrag des Aktionskomitees ihm einen Be uch 'nachen. lim mit ihm die Einzelheiten der Reise zu besprechen. 87SPa1Wna-8inwanderer im Fuui. Jerusalem, 3. August. (I. T. A.) Nach einem heute veröffentllchten Bericht sind im Monat Juni d. I. 875 Perwven in Pa'ästina eingewandert, unter ihnen t03 Juden. Der Hase« in Haifa. Jerusalem, 4 .August. (I. T. 21.) Die Regierung Palästinas veröffentlichte heute eine offizielle Erklärung, die besagt, daß der Hafen in Haifa angelegt tverden wird. . Die syrische Presse nimmt einmütig gegen den geplanten Bau des Hafens in Haifa Stellung und fordert die französische Regierung auf, gegen das Haifaer Hafenprojekt aufzntreten. Die Presse weist daraltf hin, daß bei der Anlage des Hafells in Haifa Petrolenmröhren vo n Mossul nach Haifa gelegt tverden würden, während sonst solche Leitungen nach denk Hafen von Alexandrette gehen würden. Alexandrette ist 150 Meilen näher zu Mossul gelegen als Haifa, und ,die Strecke zivischen Mossul und Alexandrette trage tveniger Gebirgscharakter als die zwischen Mossul und Haifa. Die Zeitungen führen ans, daß laut dem Vertrag der Alliierten vom, Jahve 1916 2l l e x a n d r e 11 c als der Ausfuhrhafen für Petroleum aus den: Irak bestimmt worden sei. Mwinow in Warschau. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) l. Warschau, 6. August. 2*uf der Fahrt nach Moskau (jat sich heute der Stellvertreter des.Volkskommissars' 'des -leußer» Herr Litwinow in Warschau. aufgehalten. Jyi' Gespräch mit den auf dem Bahnhof»anwosendeu Pressevertretern erklärte er in der bestimmtesten. Form alle Meldungen über eine Umwälzung in Rußland für e rdich-t.e t. Der vrivate Dollarturr in Baien. L. Warschau, 6. August. Der Dollar notieite heute im privaten Verkehr in W a r sch a u 3.0/ bis 9.0V, in Krakau 9.12 bis 9,16, ... Betzruid, 6. August. In ntaßgebenden Kreisen wird versichert, daß der geplante Schritt der jugoslawischen Negierung in Sofia keineswegs einen ultimativ en Charakter tragen wird. Die Regierungen Jugoslawiens, Rumäniens und Griechenlands beabsichtigen vielmehr, , . eine gemevnsanne Note an den Völkerbund ' zu richten und gleichzeitig i n S o f i a zu überreichen,. In der Note werden ernste Vergeltungsmaßnah m e n stir den Fall in Aussicht gestellt/ falls die bulgarische Regierilng nicht unverzüglich das mcHadonische revolutionäre Komitee auflöst und alle nolweudigen Maßnahmen' trifft, um den u e b e rtritt von K o m i ta t s ch i ba n d e n auf jugoslawisches, rumänisches oder griechisches Gebiet für die Zukunft unmöglich zu machen. Diese Note an den Völkerbund und die bulgarische Regierung wird i m La u fe des morgigen Tages abgesandt werden. Wie Ihr Korrespondent weiter erfährt, hat die jugoslawische Negierung die AbseiLuug der Protestnote an den Völkerbund erst auf einen Schritt der Großmächte in Belgrad hin beschlossen, die in freundschaftlicher Weise auf eine i > sriodliche Boilegmig des Konfliktes mit Bulgarien gedrängt haben. Daher ist die jugoslawische Regierung von der ursprünglich geplanten energischen Aktion abgekommen. 1 < Die Situation wird aber auch noch weiterhin für . <' sehr kritisch angesehen, weil man die bulgarische Regierung für zu schwach hält, um energische Maßnahmen gegen die Komitatschis zu ergreifen, zweitens aber, weil man hinter dem bulgarischen Vorgehen , * 1 italienische Einflüsse *.' ';",r| vermutet. Tatsächlich entfaltet die italienische Diplomatie seit anfangs dieses Jahres eine äußerst rege Aktivität, der es gelungen ist, mit R u m ä n i e n zu einer herzlichen Verständigung zu kommen, mit Griechenland alle Mißverständnisse zu bereinigen und Albanien ganz in das Schlepptau seiner Politik zu ziehen. Daß der Konslilt 'zwischen der Berliner Obsrstaatsanwaltschast ur.d den Magdeburger Saboteuren fortdauert, könnte matt gestern aus dem amtlichen Communiqüe erkennen, das der preußische Pressedienst versendete. Es war mit großer Vorsicht äbgesaßt und nannte, entgegen der sonstigen Uebung die Namen der Beamten, die nach Magdeburg entsendet worden waren. Zu allem Ueberfluß waren die entscheidenden Verhöre in Gegenwart des Magdeburger Polizeipräsidenten vorgenontmen worden. Der Behörde in Berlin handelte es sich darum, allen weiteren Angriffe« der Rechtspresse unbestreitbare Tatsachen zu schaffen. Aber die Entschlußkraft der Regierung reicht nicht dazu aus, ihren Willen restlos durchzusetzen. Tie muß sich gegen die Kreise zur Wehr setzen, die sonst nicht genug von der Autorität der Obrigkeit zu reden wissen und deren ständig wiederholtes Credo cs ist, daß die Judenrepublik den Gehorsam untergraben habe. Jin ganzen Verlauf der Magdeburger Affäre hat sich die Schwäche des Staates gezeigt, der vor der Liga der reaktionären Rassenschützler keinen Augenblick sicher ist. Zwischen den politisierenden Kommissären und den Organen der Hakenkreuz-Maffia besteht ein sehr inniges Verhältnis, an dem alles Rechtsempfinden zerschellt. Diese Verhältnisse führen zu ganz unglaublichen Vorgängen, die doppelt bedauerlich sind, weil sie sich unter den Lütgen des eben in Wietl tagenden internationalen Juristenkongreffes abspielrii. Die Rechisgelehrten aller Völker bekommen hier einen Einblick in die innere Entwicklung des deutschen Volkes, dessen öffentliches Leben durch die geheimen und nicht geheimen Einflüsse völlig in Verwirrung geraten ist. Die Negierung steht in einem schweren Kampfe gegen dis Beamten und sie kann es nicht verwehren, wenn sie von ihnen lächerlich gemacht wird. Es ist nichts anderes, wenn der angeblich in Disziplinaruntersuchung gezogene Kölling nach der Abreise der Berliner Organe sich seinen Freund Schröder aus dem Gefängnis wieder vorführey läßt, wie dies .gestern geschehen ist. Nachher läßt Kölling «durch seine Presse mittcücn, daß Schröder in dem „Verhör", das unter vier Augen stattfand, sein Geständnis w i d e r r.u f e n Hab e. Die Berliner Beamten . werden also wieder mach Magdeburg fahren müssen und die .Haft des unschuldig verdächtigten .Haas verlängert sich wieder. * K. Magdeburg, 6. August. Der Oberstaatsanwalt hat heute die sofortig e H a f t e n t l a >s s n n g des Rudolf Haas beantragt. Die Beschwerdekammer wird Samstag vormittags zusammentreten, «in über diesen Antrag, ' der gleichlautend .ist. mit einer Eingabe des Verteidigers, die Entscheidung zu fällen. Sollte dem Antrag stattgegeben werden, so erwartet man, daß Haas noch morgen vormittags gemeinsam mit dem Chauffeur Reuter und dem Schriftsetzer Fischer auf freien Fuß gesetzt wird. FnftMandal. ' ' /Hildegavde Götze, die Braut des Schröderwurde heute abermals einem st u n d e n l a n g e n Verhör unterzögen urch - sodann wieder - .... .. . . mit Schröder konfrontiert.! Dies geschah unter der Leitung des Untersuchungsrichters K ö Hin g, ber vorher den Schröder aus dem Polizeigefängnis . in das Untersuchungsgefängnis hatte überführen lassen. Hildegarde Götze ist ein schmächtiges Persönchen und macht den Eindruck einer Vierzehnjährigen, obwohl sie 21 Jahre alt ist. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie ganz unter dem Einfluß Schröders, eines brutalen Individuums, gestanden hat. ° Uober den Inhalt und die Resultate der heutigen Verhöre wird das strengste Stil>lschw eigen beobachtet und auch der Untersuchungsrichter Kölling verweigerte am Nachmittag jede Auskunft. Dies ist Wohl darauf zurückzuführen, daß heute vormittags der Oberlandgerichtspräsident Werner aus Naumburg in Magdeburg eingetroffen ist, um sich persönlich über den Stand der Seirsationsaffäre zu unterrichten. Es fanden in seiner Gegenwart mehrere Konferen z e n der leitenden richterlichen Beamten statt. Werner ist der Vorsitzende des Naumburger Disziplinarsenats, der für das Verfahren gegen Kölling zuständig ist. Die Braut Schröders wurde heute um 6 Uhr nachinittags von der Magdeburger Polizei entlassen mit der Erklärrtttg, daß sie nicht als Angoschuldigte, sondern als Z e tlg i n verrronrnlen wurde. Gin politischer Mord in Frankfurt. Frankfurt a. M., 6. Augllst. (Wolff.) Gestern nachts würde der Artist Lippold ans dem Roßmarkt mit schweren Hieb- und Stichwunden aufgefnnden. Die Unterßrchung hat ergeben, daß Lippold von einer großen Anzahl komm n n ist i s ch e r Parteigänger überfalleri, über das Gitter des Gutenberg-Denknials geworfen und dort in furchtbarer Weise zugerichtet wordeu ist. Er ist gestern im Krankenhaus g e storb e n, ohne das Bewußssein wiedererlangt zu haben. Siuowlewr Ausschluß. Moskau, 6. August. In der letzten Sitzung des Vollzugsausschusses des „Komkutern" wurde die von dem Politbuveau offiziell vertretene Richtung der Stalin-Gruppe von der Atehrheit des Ausschusses gutgcheißen. Die Opposition, deren Standpunkt S i n o w j e w in einem mehrstündige» oindrttcksvollen Referat Web in der Mrbdecheü.