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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-04 · Heft 2675 (4.8.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2675 (4.8.1926)
Date
1926-08-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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' Kette % Wien, Mittwoch Meiler Mvessnzettuns 4. August 1920 Nr. 2675 Sühne und Kunst. Hugo Sulu« öeging gestern den 00. Geburtstag. Sein Werk, nicht allzu umfangreich, nicht durchaus bedeutend, ist »vahrhaftig Dichters Werk. Daß er dort blieb, wohin ihn seines Wesens Art und feine Neigung gestellt haben, daß trotz der Ungunst der Zeiten (und der Mode) der Sechzigjährige ist, was der Poet himmelblauer Jugendtage war, nämlich der Lyriker, ist in der Aera der Erfolgsliteratirr ganz besonders zu schätzen. Andere, darunter solche, die ihm bis an die Nordsee nachreisten und ihn in den diskreten Badestrrnden — irr Schwimmhosen — verfolgten, unr sich seiner Förderung zu versichern (wie in einer seiner Skizzeir aus jener Zeit ergötzlich zu lesen war), verstanden, es, ihr Talent stets rechtzeitig für jene besondere Form der Dichtkunst zu entdecken, welche dem Schriftstellerruhm und den Einkünften jeweils tauglich war, wurden nach einem lyrischen Jugendintermezzo Fenilletonisten, Erfolgsromanschrciber, Erfolgsstückeschreiber. Er blieb der Berseschmied, nannte auch gelegentliche Prosaschöpfungen „Novellen des Lyrikers". - Das brachte damals, als noch die Lyrik im Schwung war, einen klingenden Namen. Unter den Dichtern des „Jugend"- und „Stnnplizissimus"-Kreises kam er weit hinauf unter die ersten. Man stellte eine Tabelle auf, wie sie jetzt bei den Fußballern üblich ist. Liliencron war Erster. In einem Knüttelvers der Neunzigerjahre hieß es: „. . . An die Fünfte, da wird jetzt Hugo Salus hingesetzt." Sein „Ehefrühling", sein „Trostbüchlcin für Kinderlose" wurde hochberühmt und viel gelesen. Inzwischen hat man die Lyrik so gut wie abgeschafft, dre nächste Generation der Poeten hatte eine Spürnase dafür. Salus hatte sie nicht — und dazu beglückwünschen wir ihn ganz besonders. Er blieb der Lyriker und geriet auf der Literaturbörse ins Hintertreffen. In diesem Sinne blieb er sich treu — und das wiegt seine recht verunglückte (auch dichterisch verunglückte) Kriegslyrik auf, mit der sich übrigens von wegen der Konjunktur auch jene belasteten, welche längst auf den Lorbeer des lyrischen Dichters verzichtet hatten. Hugo Salus ist deutschliberaler Prager „Kasinote" bis in die Knochen. Die Knochen sind gut jüdisch. Was von seinem Schaffen späteren, für Lyrik hoffentlich empfindlicheren Zeiten lebendig bleiben wird, hat er diesen Knochen zu verdanken. O. A. Las jüdische Theater in Amerika. Von Julius Adler. Der ‘ bekannte jüdisch-amerikanische Schauspieler, der in Warschau weilt, äußerte sich dem Vertreter des ,Nasz Przeglord" gegenüber über das jüdische Theaterwesen in Amerika. Wir entnehmen diesem Interview einige interessante Aeußerungen: Das jüdische Theater in Amerika hat jetzt eine Krise zu bestehen.. In New-Aork gibt es dreizehn jüdische Theater. Das bedeutendste unter ihnen ist das. Theater von Morris Schwarz, in dem auch ich in den letzten Jahren aufgetreten bin. Obwohl sich Schwarz zur Aufgabe gestellt harte, nur jüdische Autoren auszuführen, war er doch gezwungen, auch fremde Autoren ins Repertoire aufzunehmen, weil die jüdische dramatische Produktion noch zu gering ist. Im Theater von Schwarz werden nur Stücke von literarischem Wert gebracht, die es aber in der jiddischen Literatur nicht allzu viele gibt. Wir spielten A n—s k i s „Dybuk" zweihundertmal, „Towje, der Milchmann" und „Schwer zu scm a Jid" von Schalom A l e j ch e m. Von fremden Repertoirestücken hatten den größten Erfolg „Sabatai Zwi" von Zulawski, „Anatema" von Andrejew und Gogols „Revisor". — Jetzt entsteht unter der Leitung des bekannten Schauspielers B e n- Awi die zweite jüdische künstlerische Bühne. Ein Unglück für.das jüdische Theaterwesen in Amerika ist das schon feil mehreren Jahren in New-Aork bestehende Theater Gebels, in dem „Melodramen", vie der Theaterbesitzer selbst fabriziert, gespielt werden und deren einziger Zweck es ist, den Instinkten der Menge zu schmeicheln. In diesem Theater wird der künstlerische Geschmack des Publikums verdorben. Bemerkenswert, daß in der letzten Zeit auch dieses Theater zu Wanken begann.'H>as Publikum hat scheinbar doch schon genug von den Melodramen Gebels. Die Krise, die ich erwähnt habe, besteht in der Verminderung der Besucherzahl. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, daß diese Erscheinung in der fortschreitenden Assimilierung der amerikanischen Juden begründet ist. Für die jiddische Sprache besteht in Amerika keine Gefahr. Das Publikum hört nur deshalb auf, das jüdische Theater zu besuchen, weil man ihm dort in den letzten Jahren nichts Neues geboten hat. Früher schuf die Masseneinwanderung immer neue Theaterbesucher. Mit der strengen Grenzensperre hat sich auch das geändert. Das Publikum kennt schon das ganze Repertoire urrd ist nicht mehr neugierig. Die Unternehmer und die Theaterdirektoren wollen das nicht einsehen, obwohl sie sich einige Male überzeugen konnten, daß jede gute Neuaufführung eine ungeheure Besucherzahl ins Theater gebracht hat. Die Krise wird jeden Tag schärfer und es wird sicherlich zu einer Katastrophe kommen, die aber für die jüdischen Theaterverhältnisse in Amerika unr heilsam sein wird. Tie Unternehmungen werden zur Einsicht kommen, daß das Wesen der Krise im Fehlen eines tauglichen Repertoires liegt. Ueber die materielle Lage der jüdischen Schauspieler in Amerika erzählt Julius Adler, daß es im allgemeinen den Schauspielern gut gehe. In Amerika bekommen jene Schauspieler größere Gage», deren Auftreten einen Massenbesuch herbeiführt. Ein guter Schauspieler verdient 500 bis 1000 Dollar wöchentlich. In der letzten Zeit begann eine Flucht der berühmteren Künstler zur englischen Bühne. Diese Theater zahlen nämlich noch besser und die Schauspieler können sich innerhalb des amerikanischen Repertoires stärker ausleben. In Amerika "spielt Religion oder Nationalität im Theater keinerlei Rolle. Man sieht hier nur aus die künstlerische Begabung. Die bedeutende jüdische Schauspielerin Frau Kalich begann ihre Laufbahn auf der jüdischen Bühne und ging dann zum englischen Theater über. Eleönore Düse hat ans ihrem Totenlager gesagt^ daß nur die Kalich ihre Nachfolgerin werden kann. Der berühmte Al Ialson, der insbesondere Negerrollen gibt, ist auch Jude. Man könnte eine groß« Zahl berühmter Schauspieler des amerikamschen Theaters nennen, die Juden sind. Dabei muß bemerkt werden, daß jedes Theater in Amerika sich auf einen Prominenten stützt, der das Publikum anzieht. Die modernen Versnchsbühnen haben in Amerika nur wenig Erfolg gehabt und erst in der letzten Zeit hat das Theater von Stanislawski einen großen Eindruck hcrvorgernfen. . Im dramatischen Theater in New-Aork wurde der „Dybuk" englisch gegeben und hatte großen Erfolg. In amerikanischen Schulen wurden Voriräge über den „Dybuk" gehalten und die Presse braa)te darüber spaltenlange Aufsätze. In den amerikanischen Theatern besteht kein Vorurteil gegenüber jüdischen AukorcNi Die Salzburger Aufführungen im Radio. Die Oesterreichische Radioverkehrs-A.-G. hat mit der Saizburger Festspiclhausgemeinde ein Uebereinkommen abgeschlossen, demzufolge di« Festaufführnngen „Entführung aus dem Serail", „Fledernraus", „Don Inan" und das große Orchesterkonzert der Philharmoniker zum Zwecke der Propaganda radiophonisch übertragen werden. Aus den Theatern. Theater in l» e r I o i e f st a d t. Heute, 7,8 Uhr. Elstauffilbrilllg des Lustspiels „Monster H e l ö n e" von Sieg, irled Geyer und Paul Frank. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Z t o n t st i s ch e I u g e n d g r u p v e L e o p o l stabt, 2. Bez., Zirkusgasse 03. Heute, vräzie 8 Uhr abend?, Plenarvertammlung mtt Referat über aktuelle jüdtscbe Jugend- und Kulturiragen. Gaste herzlichst willkommen. — Zionistische Organisation Baden. Morgen, vräzise 8 Uhr abends, findet im Sitzung? aal der i'raelltisch.'N .uultusgemrinde (Baden bei Wien) eine zionistt'che Zusammenkunft statt. Alle gegenwärtig in Baden wei'enden zionistischen Männer uud Frauen weiden ersucht, zuversichtlich zu erscheinen. — Z e i r e M i 8 r a ch t. Heute, 7.8 Uhr abends. Konstituierung Erscheinen Pfbcht. , * Klub radikaler Zionisten. Während, des Monats August entfallen die Mittwochversamnrlnngen. Achad-Haam-Feier. Di« zionistische Bezirksseiktion Brigittenau veranstaltet morgen in ihrem Heim, 20. Bez. Jägerstraße Nr. 3t. aus Anlaß des 70. Geburtstages von Achav Haam einen Festabend. Die Festrede hält Herr Dr. N. M. G e l b e r. Beginn 7.9 Uhr. E Die Reichenberger Messe, Zentraleinkanfsmarkt für tschechoslowakische Jndustrieerzeugnisse. In der Zeit vom 14. bis 20. d. findet in Reichenberg, dem Industrie- und Handelszentrunr der Tschechoslowakei, die s i e b e n te i n t er n a ti o n a l e Messe statt. Alle berühmten. tschechoslowakischen Exportwaren, wie in crftcr, Linie Textilien in jeder Ausführung, sowie ferner Glas, Porzellan, Maschinen, Galanterie- und Spielwaren usw., sind in größter Auswahl auf der Reichenberger Messe anzutreffen, wodurch dem ausländischen Einkäufer die beste Gelegenheit geboten ist, seinen Bedarf an tschechoslowakischer Qualitätsware auf einem übersichtlichen Zentralmarkt direkt beim Erzeuger aus erster Hand zu decken. Auf Grund der Messelegitimationen, die in. allen größeren Auslandsstädten oder direkt um Messeamt in Reichenberg erhältlich sind, genießen die Besucher der Reichenberger Messe paßvisafreien Grenzübertritt in die Tschechoslowakei und außerdem auf den Eisenbahnen in der Tschechoslowakei, Oesterreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Italien Fahrpreisermäßigungen. Gerichtssaal. Die Haftung , der. Gattin für. die Spekulationsgeschäfte des Mannes. Der ehemalige Prokurist der Allgemeinen .Depositenbank, Filiale Schwarzenbergplatz, Stephan Ferencz, war von der Steuerbehörde für das Jahr 1923 mit 6 Milliarden veranlagt worden. Sein Einspruch hatte zur Folge, daß die Schätzungskommission die Bemessungsgrundlage mit 2 Milliarden festsetzte, worin 1.682,060.000 Kronen als Gewinn aus Transaktionen angenommen wurden. In der dagegen erhobenen Berufung bekämpfte Stephan Ferencz die Annahme der Säumnis und Aüfwandschätzung und beteuerte, daß er überhaupt keine Spekulationsgeschäfte gemacht und bescheiden gelebt habe. Die vier Gutachten, die ihn als „Großspekulanten" mit einem Milliardeneinkommen bezeichneten, seien unrichtig. Im Juni 1925 erließ die Steuerbehörde an seine Gattin Josefine Ferencz eine Haftungszahlungsaufforderung auf Zahlung eines Teilbetrages an Einkommensteuer von 21.598 Schilling, weil sie nach dem eigenen Wissen der Kommission an den Spekulationsgeschäfteil ihres Gatten zur Hälfte beteiligt gewesen sei. Gegen diese von der Finanzlandesdirektion bestätigte Entscheidung brachte Josefine Ferencz die B e s ch w e r d e an den Berwaltungsgerichtshos ein, in welcher bestritten wird, daß die Gattin an den Transaktionen ihres Mannes, was dieser ebenfalls bestritt, teilgenommen hat. Das „eigene Wissen der Kommission" sei eine ungenügende Grundlage für den Haftungsausspruch. Die Finanzlandesdirektion erwiderte darauf, die Schätzungskommissiou sei nicht verpflichtet, die Quellen ihres Wissens bekanntzugeben. Der Vevwaltungsgerichtshof hat gestern der Beschwerde Folge gegeben und die angefochtene Entscheidung als ungesetzlich aufgehoben. In der Begründung wird Hervorgeyoben, daß der Gatte bei seiner Beschwerde keinen Anlaß hatte, gegen die Steuervorschreibung an seine Frau Einspruch zu erheben, weil im Beranlagungsverfahren immer nur von den Spekulationsgeschäften des Mannnes die Rede war. Ein Dilemma. In einem Prozeß vor dem Landesgericht Prag kam es gelegentlich der Vereidigung einer Zeilgin zu einer heiteren Szene. Die Frau wurde nach ihrer Konfession gefragt und erklärte, Jüdin zu sein. Der Richter ließ sie denn auch mtt der Faust auf die Bibel gelegt schwören. Deutlich sprach sie ihm die Eidesformel bis zu den letzten Worten: „Dazu helfe mir Gott", nach, dann aber fügte sie aus eigenem, während sie das Zeichen des Kreuzes schlug, hinzu: „Im Namen des BaterS, des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen." Als sie der Richter höchst erstaunt fragte, was denn das zu bedeuten habe, erklärte die Frau treuherzig: .^Bitte, Herr Oberlandesgerichtsrat. entschuldigen Sie nur, aber ich bin erst vor zwei Monaten Jüdin geworden aus Anlaß meiner Verehelichung mit einem Juden. Ich kann die altM Gewohnheiten noch immer nicht ablegen," Sie Lage der polnischen gnduftrie. Das Expose des Ministerpräsidenten Bartel im Senat. — Die Sitnatton!m Handel und tn der Industrie. — Wirtschaftliche Aufgaben der Regierung. — Unveränderter Balutenmarkt. — Kursrückgänge der Effekten. .(Von unserem Warschauer Korrespondenten.) Warschau, 31. Juli. Ministerpräsident Bartel hat in seinem Expose vor dem Senat ein umfassendes Bild der polnischen Wirtschaftslage gegeben. Die wichtigsten von ihm artgeführten Daten betreffen die Handelsbilanz und dön Innenhandel. Ter Aktivsaldo der .Handelsbilanz betrug im ersten .Halbjahr rund 300 Millivnen Zloty. Die Ernte in diesen« Jahre verspricht sowohl einen Quantitätsals auch einen Handelscrfolg. Der Kohlenarbeiterstreik in England belebte viele Gebiete der polnischen Produktion. In« Zeitraum vorit 1. Jänner bis 1. Juli l. I. betrug der polnische Export 770 Millionen Zloty, wogegen >dcr Import sich auf 470 Millionen Zloty verringerte. Nur mit drei Staaten hat Polen einen negativen Haudclssalw, und zwar mit den Bereinigten Staaten, Italien und Frankreich, positiv dagegen ist der Saldo ntit O e st e r r e i ch, Deuts chland, England, der Tschechoslowakei usw. Ein bedeutendes Ueberwiegen des Exports wird sich selbstverständlich auf die Tauer nicht halten lassen. „Wir müsse»! daher", sagte der Ministerpräsident, „eine Konsolidierung unserer interilationalen .Handelsbeziehungen anstreben, indem wir jedes gewährte und erreichte Nachgeben genau kalkulieren. Ter Wegweiser unserer Handelspolitik muß die Erhaltung der Aktivität unserer Handclslbilanz sein." . Im weiteren Verlause seiner Ausführungen besprach der Ministerpräsident den Meerhandel Polens und erwähnte den Ausbau des Hafens in Danzig. „Ter polnische Innenhandel", sagte Bartel, „hat ein weit niedrigeres Niveau als der europäische. Handel. Zu seiner Belebung muß eine Reihegrundsätzlicher Forderungen erfüllt werden: Ein Teil der Kredite muß unmittelbar den« Handel zu ge führt werden, die Steuern müssen z u s a m m e n g e l c g t werde n, den Kauflcuten muß die Erlaubnis erteilt werden, auch in der Mittagszeit ihre Geschäfte offen zu halten u. a. m. Auch die Erreichung ausländischer H a n d e l s p a s s c P o r t e muß wesentlich erleichtert werden." In der i n d u st r i c l l c n P r o d u k t i o n herrscht seit Juli eine merl>bare Belebung. Ter Ministerpräsident verwies hier auf die V e r m i n de ru n g d c r Arbeitslosen von 359.000 im Jänner auf 274.000 im Juli. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit noch immer so groß und die Regierung muß alles unternehmendem den Arbeitslosen zu Hilfe zu kommen. Zur Belebung der Industrie trug die allgemeine Wirt-, schastskonjunlktur bei. Der Export polnischer Kohle im Juni erreichte die Zahl 1,391.000 Tonnen. Obwohl die Produktivität der .8. isen h ü 11 en in den letzten Monaten etwas schwächer wurde, zeigte sich doch im Juni eine deutliche Besserung. De Z i n k- und B l e i i n d u st r i e arbeitet normal und rentabel. Dagegen zeigt sich i n der Naphthain >dustrie eine Schwächung der Bohrbewegung. Am schwierigsten ist die Situation in der Zucker- und S a l z i ndust r i e. Die Ursache ist in der Verschiedenheit der Fabrikstypen und in der oft mangelhaften rückschrittlichen Organisation zu suchen. Die Regulierung der Produktion m diesem Industriezweig muß so durc^esührt werden, daß die Fabriken, die vom.Standpunkte des Konsumenten unzweckmäßig eingcr'chiet sind, liquidiert werden. ..." Die ch c nt i f ch e I n du st r i e entwickelt sich wieder etwas besser und hat in der letzten Ze't ausländische Bestellungen erhalten. Der polnische Holzexport hat sich in der letzten Zeit soweit erhöht, daß auch schon die Schäden aus dem Zollkriege mit Deutschland aufgehoben sind. Zur vollständigen Konsolidierung der polnischen Wirtschaft müssen noch vier Hauptforderungen erfüllt werden: 1. Die Regelung und rechtliche Vereinheitlichung der wichtigsten wirtschaftlichen Erscheinungen, 2. eine gesunde und zweckmäßige Normalisierung einer ganzen Reche von wirtschaftlichen Erscheiimugen durch Schaffung einer Kommission zur Untersuch u ng d er B e t r i e b s 1 o st en und Produktionsbedingungen und e i n e s I n st i t u t s für b t c Forschung der wir ts cha f t l«ch e n K o n ju nk 1 u r e n in der. Exportentwicklung, 3. eine Reorganisierung des Handelsministeriums und 4.. eine Reorganisierung der st a a t l i ch e n U n t e r n e h m u n g e n. Aus dem umfassenden Expose des Ministerpräsidenten Bartel spricht der ernste Wille zur Gesundultg des wirtschaftlichen Lebens.. Wenn die Regierung insbesondere das Versprechen der Zusammenlegung der Stetlern und vielleicht auch denen Verringerung ernst nehmen und erfüllen wirb, hat die polnische Wirtschaft sicherlich Aussichten aus eine bessere Zukunft. Auch die Gründung einer Dollarbank, über die wir schon berichtet haben, wird dazu beitragen. Am Balutenmarkt sind in der letzten Woche nur unbedeutende Aenderungen eingetreten. Die Bank Polski hat ohne dringend Notwendigkeit den Dollar um 5 Grosclien erhöht, der darum am Anfang der Woche a»»ch im private» Umsatz eine gleiche Erhöhung erfuhr. Er korune aber fast die ganze Woche mir 9.09 bis 9.10 gehalten werde«. Zur Erhöhung des Dvllar- Krrses hat auch der erhöht« Bedarf der SpeSlcknion berget ragen, die seinerzeit eine große Menge ausgeliehene: Dollar auf den Markt geworfen hat, um an der Kursechöhrrng des Zloty zu verdienen. Da aber der DollarLurs gehalten rvurde. umßtt sie, um größere Zinsen zu vermeiden, di« Dollar «jeder zuriicSauftn. An der Wa rs chau e r B ö rse konnte auch ew größerer U m* satz der Devisen verzeichnet werben. WÄHrer^ in der vorigen Woche der TqxMjarj 6Q.Q0Q Doll«? bckmg und fast

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