Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-08-04 · Heft 2675 (4.8.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2675 (4.8.1926)
Date
1926-08-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981762--27215-3015126
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I Polen; asarosgyf Wien: Zum Abhölen in der bxnedltlon, JI„ Tabotttk. 1-3, oder in einet Verschleißteile Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Pirma Gold sch mied, l„ Wollzeile 11 Mir postversand für Wien und Oesterreich monatlich b Schilling 1 scheeho-Slowakel: Mon. K 22, Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 3Zioty. Deutschland: Mon. Gm. 4» Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 f M idiMhinnMA bei f*» e i »• n h 4 h o n ' «-N *0l<beh«ii«f) Rk. 2679 Wie«, MÜMllch, 4. August mm iiTirtvii England: MoMSdtfffing. Italien: Monti. SO Ufe: Ra minien: Mas« 170 Lei» Bul garten iMmAÜOUtm» Schwei« «nd da* Übrige Ausland monatlich Fm. S Redaktion, Administration: Wien, II. Taborah*. 1 felephone: 44-0*38,434-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX., UniversitStsstrasae 6-8 (D.uckerel lg. Steinmann! Oesterrelchisches Postspar, kassen- Konto Kr i50.nn mmummmnmmmm 8. Mrgana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Nie englische Anleihe für Palästina. Die Emission soll im Herbst erfolgen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) T. London, 3. August. Wie Ihr Korrespondent in Ergänzung der Meldung vom 21. Juli erfahrt, ist das Zustandekommen der palästinensischen Staatsanleihe bereits als gesichert anzüsehen. Die Emission dieser sowie aller anderen^ Sleichsanleihen für die Kolonialländer wird im Herbst erfolgen. Die Verzinsung soll im Hinblick aus die Garantie des Parlamentes nur 4,5 bis 5 Prozent betragen, die Amortisation soll im Laufe von 41 Jahren erfolgen. Für die Verwendung der Anleihe ist einstweilen, der folgende Plan vorgesehen: An das britische Kriegs minister! um, dem die Palästinaregierung 2,000.000 Pfund schuldig ist, wird ein- Million bezahlt werden, womit laut einem soeben zustande gekommenen Vertrag die gesamte Schuld als gelöscht gilt. Dem Staatsschatz ist ein Betrag von rund 1,900.000 Pfund zurückzuzahlen, die von ihm seit 1920 auf Rechnung der zukünftigen Anleihe ausgelegt worden sind. Für den Pan. des Hafens von Haifa ist eine Million Pfund bestimmt, für Verbesserung des Hafens von Jaffa 115.000 Pfund,.während der Restbetrag in der Höhe von etwa 400.000 Pfund für Erweiterung und Ausbau des Eisenbahnnetzes bestimmt sek, worüber aber Einzelheiten noch nicht ausgearbeitet sind. so muß.jedenfalls sehr bedauert werden, baß U'eH'r als d i e Hälfte dieser ersten palästineNstschcn-Staatsanleihe nicht für produktive Ausgaben, sondernf ü r S ch u l d e n z a hlung verwendet werden muß, nachdem soeben erst der große lieber schuß des letzten Budgetjahres säst ganz für Schuldenzahlung an die britische Regierung verwandt wurde. Bei den für Palästina geplanten. Arbeiten wird es natürlich darauf ankommen, daß sowohl bei.dem H äsen b a u wie bei' d en Eise n bah n b a u t c n: die jüdischen Interessen gewährt und jüdische Arbeiter in weitestem Umfang beschäftigt werden. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) - ' . K. Berlin, 3. August. Ihr Korrespondent erhält Einzelheiten über.das Projekt der Ausdehnung der. jüdischen Kolonisation über die Grenzen Palästinas. Es handelt sich um zwei Gegenden und zwar erstens um Go lau in Transjordanien und zweitens um die O a s e v o n P a l m y r a östlich von Damaskus. Beide gehören dem französisch e« Ma n da t s gebiet an. In G ola n hat. Baron Rothschild seinerzeit den Boden der Siedlung Bne' Jehud a angekauft und außerdem hat er später noch ungefähr 40.000 Dunam Land erworben. Gegenwärtig leben dort nur sehr wenige Juden. Betreffs der Kolonisation von Golan ist die Stkmnmng seitens vieler Mitglieder des Zionistischen Aktionskomitees eine positive, weil. G.olau als ein Teil P a l ä st i n a s angesehen, wird. Dagegen herrschen in Bezug auf P a l-m y r a schwerwiegende Bedenken.. ... . - . -„ Ae französische Nationalversammlung. Zusammentritt am 10. Juli in Bersa-illes. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 3. August. Es heißt, daß die N a 1 i o n a l v e rf a m m l u n g' in Versailles am 10. d. zusammetttreten wird. Da die Negierung nicht die Absicht hat, die Session zu schließen, würden die beiden Kammern an demselben Tage a u s e i n a n d e r g e h e n, jedoch notwendigenfalls von ihren Vorsitzenden einberufen werden. Die Ratifizier n n g d e r S ch u l de n a b k o m m e n von Washington und L o u d o n sei sohin vor Wiederzusannnentritt des Pclrlaments im Oktober nicht zu erwarten. Annahme des Ftnanzentwnvses durch den Senat. Paris, 3. August. Der Senat hat den Finanzentiv u r f mit 2 5 0 gegen 13 S t i m m e it unverändert a rill e n o m m e n. Der private Lollarkurs in Pole». L. Warschau» 3. August. Der Dollar notie>ie heute im privaten Verkehr inWarschauundin Är a lau 9,08. ♦ Die Beschlüsse der panastatische» Kongreffes. — gapanfeindNche Stimmung. Tokio, 3. August. Auf dem Panasiatischen Kongreß, der am 1. d. in Nagasaki in Anwesenheit von 60 Vertretern aus C h i n a, I a p a n, I n d i e n und den P h i l i p p i n e n begonnen hat, forderten die chinesischen Vertreter die unverzügliche Annullierung, der der Gleichberechtigung widerstreitenden Verträge und drohten, sich von dem Kongreß zurückzuziehen. Die Vertreter Japans überredeten sie jedoch, zu bleiben, indem sie versprachen, alles mögliche zu tun, um den Wünschen C h i n a s e n t g e g e n z n k o nl kn e n. Ter Kongreß beriet sodann in Spezialdebatte einen Entwurf betreffend die Bildung eines Bundes der asiatischen Völker und lehnte den Vorschlag, Tokio zum Sitze dieses Bundes zu machen, ab. Ferner wurde die Gründung einer Panasiatischen ^ank und den Bau einer astatischen Eisenbahn.sowie die Einführung einer Einheitssprache für alle asiatischen Länder beschlossen. In der Frage der astatischen Einheitssprache wurde trotz längerer Diskussion keine Einigung erzielt. r ' Esperanto wurde einstimmig als eine Sprache der weiße« Nasse abgelehnt. Durch die j a p a n f e i n d l i ch e H a l t u n g der ch in e s i s ch e n Delegierten wurden drei von den vier japanischen Delegierten veranlaßt, den Kongreß zu Verlässen. Ein Antrag, den Kongreß nach Tokio zu verleg e n, wurde abgelehnt.; : ■ Zahlreiche Organisationen von chinesisch e n K a u sle n t e n und Arbeitern nahmen eine a blch n e nde Haltung gegenüber der Panasiatischen Konferenz ein, da sie Japan beschuldigen, daß es seinen S Inderin teressen zu dienen versuche. Abends wurde der Panastatische. Kongreß bee n de t. Zn Direktoren des neuen Bundes der asiatischen Nationen wurden z w e i I a p a n e r, zwei E h i n e. s e n, .z w e i I n d e r und ein P h i l i p p i n e gewählt.' Der n ä ch st e Kongreß soll in Peking stattfinden. ' > ’ In der Schlußsitzung machte ein chinesischer Delegierter den Vorschlag, daß der Panasiatstche Bund insbesondere Indien zur Wiedergewinnung seiner Nnäbhängigkett - verhelfen soll, . da hiedurch der westliche Einfluß automatisch '.Vernichter werden würde. Der Vorschlag soll später . g e heim erörtert werden. . . . Vf' L. Warschau, 3. August. Beim Sejmmärschall Ra t t ah. fand heute eine Konferenz statt, an welcher' der Regierungschef Dt. Bartel, der Justizminister M ä kowski und der Senatsmarschall Trompezynski teilnähmen. Die. Konferenz war^angesetzt wordeir, um die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kammern in der Frage des weiteren Schicksals d e r v o nr S e j m b e sch l o s s e n e n A e n d erungen a m V e r f a s s u n g s g e s e tz zu' klären. Der Senatsvorsitzende T rompezy n s k i ist der Meinung, daß alle Abänderungen des Sejms vom S e n .fl t bestätigt werden müssen, daß also der Senat das entscheidende Votum habe. Dann erst könnte das Gesetz im Amtsblatt publiziert werden. Dagegen steht Marschall R a t t a y auf dem Standpunkt, daß die Entscheidung ausschließlich beim Sejm stcht und daß die Aenderungen nicht mehr der Kompetenz des Senates unterliegen. Es zeigt sich, daß die Regierung mit dem Stau d- Punkt d e s S e j nr ü b e r e i n st i in m t. Es wurde über den Konflikt eine längere Debatte geführt, welche jedoch die Meinungsverschiedenheiten n i ch t a u s g l e i ch e n konnte. Die Regierung ist der Ansicht, daß nunmehr der Staatspräsident das letzte Wort zu sprechen habe. Man nimmt an, daß die Regierung noch vor der für Donnerstag einberufenen Senatssitzung das ganze Gesetz veröffentlichen wird, ohne das Gutachten des Senates abzuwarten. Ob der Senatsmarschall in diesem Falle die Sitzung, die bereits einberllsen ist, absagen wird, ist noch fraglich. Prüffdent Morrirki und die Mische Kausma»,.- schait. Warschau, 2. August. Wie Ihr Korrespondent erfährt, hat der Plüsident der Republik. M o 8 c i c k i, den Wunsch auSgednickt, persönlich die Vertreter der iiidischen Kanfmmm^chaft ke'Men zu lernen. Der Präsident sagte, daß der HandelSmlnister K w i a tk o w S k t ihm' sehr viel Güsts über die jüdischen Kanfleute erzählt habe. Der P äsident wird n o ch i n d t e s e m M o n a t die Vertre'er der jüdischen Kanfmaunschaft zu sich einladen. den Herbsb geplante Gesetz übev - dies M f r * ch» t u n g d e s M)a gnake n h a ms e s und-die 'Umwandlung der Nationalversammlung in ein Abgeo i du oF&nch^rüs mit einer fünfjähvigen Legislaturperiode^ eine gesetzliche Handhabe böte. :-y;: - Diese Erklärung des..-Präsidenten des- Hauses hat in , politischen Kreisen und in der. Ooffentlichk.eit! nächhaltigeil Eindruck gemacht. „Esti Kurir" meint, die. Ankündigung Szitovszkys laste darauf schließen,, daß die Verlängerung der Mandatsdauer der Nationalvevsammlüng be.r er.ts bes ch l o s s e n e S a ch e sei und rechnet mit einem 'e r b i t t e r-. t e n Kamps der Opposition gegen die geplante Maßnahme der Regierung, durch die die gegenwärtigen Majoritätsverhältnisse um eine weitere Reihe von Jahren stabilisiert werden sollen. _ / . . Zorns Gegenkandidat von Maurice Rothschild. K. Paris, 3. August. Der Deputierte Maurice R o t hs ch i l d, der sich infolge des AnnullierungSbefchluffeS der Kammer einer Nachwahl unterziehen muß, hat einen sehr ernste» Gegner in d-r Person Henry T o r r e S', des Verteidigers Schwa^barihS. erhalten. TorreS hat seine Kandidatur ,ür denselben Wahthezirk ans» gestellt und der Kampf wird ein sehr lebhafter sein. Soktdauek d« Zudenhetze in Tunis. Tunis, 29. Juli. (I. T. A.) Ungeachtet der Zusichevungen. die >der König von Italien und der Premier.Mussoll n i dem Vorsitzenden ' der jüdischen Gemeinde in Tunis, Salvatore Cal o, gegeben haben, setzen die italienischen Faszisten m Tunis ihre Hetze gegen die UlnMchen Juden fort. Im Alsammenhang mit dieser Hetze wurde" idreser Tage ein Duell zwischen.dem Herausgeber >des.Faszistenorgans ,^Unione", di Pilt'o.'rio, und..dem..'Präsidenten der jüdischen Gemeinde, Signor Salvatore Calo, cmsgefochten. Keiner >der beiden Gegner wurde verletzt. Die nervöse Stimmung dauert an. Die sranzösvsche Regievllng hat dem jüdischen 'Großl'ntzllstriellen Jakob Chw e l.a, einer unter der Judenschasi von Tunis sehr populären Persönlichkeit, Orden der Ebreul^ion verliehen. -^ , Keine Herbftwahien in Ungarn. Budapest, 3. August. Der Präsident der Nationalversammlung,' Bela v. S z i t o v S z k y, erklärte vor Prestevertreterrr, daß das Mandat der gegenwärtigen Nationalversammlung, das im Juni 1927 abläuft, höchsttoahrscheinlich verlängert werden dürfte. Die Dauer der Verlängerung wird zwei bis drei Jahre betragen. Der Zweck der Maßnahme, erklärte Szitovszkt), wäre, dem Lande die Aufregung von Noulvahlen zu ersparen. Der Präsident der Nationalversammlung fügte hinzu,. es sei auch nicht ausgeschlosten, daß die Mandatsdauer der gegenwärtigen Nationalversammlung um fünf Jahre verlängert Mrde, wozu das für Menbahnunfall in gngoflawir«. Belgrad, 3. August. Der Schnellzllg Belgrad—Agram fuhr beute nachts bei der Station V o g a n j. dret Kilometer von der Stadt Ruma entfernt, auf einen Lastzug auf. Die SchnellzngSlokomotive wurde bei dem Anprall aus den S ch i e n e n g e f ch l e u d e r t und u m g e w o r f e n. Der L o k o r» o t i v f ü h r e r war anf der Stelle t o t. Mehrere Waggons des Schnellzuges entgleisten, wobei zahlreiche Reifende verletzt wurde«. Durch den EisenbahnMfall ist der B v r k e h r anf der Linie Belgrad-Agram u n t e r b r o ch e n »«d uchd dvrch Umsteigen an der Unsallstelle abgewickelt. ,11,1 II, IW null 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.