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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-03 · Heft 2674 (3.8.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2674 (3.8.1926)
Date
1926-08-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Neffe fi ©tcff, $ien*tafl T Israel Zangwill j Ummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmeammai Ein großer Jude und ein großer Dichter ist gestorben. Was im jüdischen Herzen lebte, die Treue zur Art, die Sehnsucht nach Sonne und Freiheit, die Liebe nun Stamm und zur Familie, hat Israel Zangwill vor das Publikum der Menschheit getragen. In vieler!, vielen Erzählungen und Skizzen hat er mit cutcr wehmütigen Heiterkeit das Leben der kleinen Juden irn Eastend beschrieben, der Kinder des Ghetto; der Flug seines Geistes ist aber weit über diese Eltge hinansgegangeiv Die Inden des Kampfes, die Großen, die den Fluch des Exils mit starkem Willen und kräftiger Faust niederreißen, dem jüdischen Volk sein Recht, seinen Teil an der Erde erringen wollten, hat er mit sicherer Feder gezeichnet, die Sturmer des Ghetto, die sich nicht bescheiden wollten mit der Diaspora, die an keine andere Mission des Iudenvolkes glauben wollten als an die, sich seine Heinrat zu werben. Er war eilt Berufener, wenn er Werk und Willen der Heroen der Berbaunung unserer Zeit verständlich zu machen suchte. Auch er war ein Stürmer des Ghetto und aus der silbischen Geschichte der lebten Jahre ist seil! Name nicht mehr wegzudenken. Er ist ein eifervoller, unbeltgsamer Streiter für das gewesen, was er als 'Weihe seines Lebens erkannt hatte. Der Dichter, der das Indeuturn in der leidvollen Verklärung der engen Gasse betrachtete, wollte nicht fehlen, wenn die'Entwicklung iit die stürmische Weite der Historie ging. Er war da, als Herzl rief; er horchte hoch auf und dann bäumte sich sein Llnt gegen die L)ual eines widrigen Schicksals auf, das eine ganze Gemeinschaft vont Mutterland gerissen uitb in die kalte herzlose Fremde gestoßen hatte. Zangwill kam vom Schreibtisch zllm Zionismus. Er gab Großes und Edles, vor allent aber den Mut des Bekenneus und das wurtdervolle Geschenk seitter Rede. Was er bis dahin geschrieben hatte, war für die Welt bestimmt; was er aber vom Augenblick seiner politischen Erweckung an über Judentum und Jüdisches sagte, das ging ins Herz seines Volkes. Zangwill iß ein eigenwilliger Mann gewesen, eine scharf nmrissene Persönlichkeit, die sich selbst den Weg bestimmte und ihn bis ans Ende ging. Er hat die Kraft der Wahrheit gehabt. Als Herzl gestorben war, nahm er in einem hinreißenden Dithyrambus „Fahr' wohl, mein Fürst!" Abschied von ihm. Aber auch vom politischen Zionismus. Er sah den Weg nach Zion versperrt und er suchte die Erlösung überall auf der Welt. Wie die wegmüde Figur Ahasvers, der durch die Zeiten geht, wunderte Israel Zangwill von nun ab einsam durch die Länder. Die Jugend, die Herzl geschult hate, blieb fest auf der Straße; sie verstand Zangwill nicht, aber sie beobachtete sein Bemühen mit dem Respekt urw der Ehrfurcht vor jedem ehrlichen Bestreben, und sie begrüßte ihn mit Freude, als er seinen Irrtum erkannte und sich jetzt vor einem Jahre wieder dem Zionismus anschloß. Zangwill hat trotz seiner Verirrung die Grundwahrheit des Zionismus festgehalten. Er hat die Judenfrage als ein politisches Problem gesehen, als eine Absage an alle Philanthropie; er hat für die nationale Befreiung gekämpft, an deren Berechtigung es nichts änderc, ob dieser oder jener politische Faktor das Vertrauen bewährt, das wir in ihn setzen. Das Ziel unserer und jeder jüdischen Arbeit bleibt unverrückbar unsere nationale und kulturelle Autonomie, die Schaffung der Bedingungen, nach denen das Volk sein Leben und seine Entwicklung selbst bestimmt, getreu den Gesetzen, die in der Seele eines jeden Volkes liegen. Und immer wendet sich getreu unserer Geschichtet das Genie der jüdischen Nation nach Zion, dein einzigen Kristallisationspunkt, der ihr geblieben ist und zu dem' sie der Politische Zionismus wieder hinleitet. Viele Schwierigkeiten sind uns erstanden, viele unerwartete Hindernisse tun sich vor uns auf und es kann, gesagt werden, daß Zangwill manches hat kommen gesehen,- das uns heute bewegt. In seiner Rede, in der er seine Jewish Territorial Organisation auflöste, hat er sehr richtig ausgesprochen, was sich heute zu bestätigen scheint: „daß das Land auf dem Wege ist, eine Kronkolonie zu werden, für deren Entwicklung aber die Juden zur großen Befriedigung der ottomanischen Aktienbesitzer zu zahlen Haben werden. Die Eröffnung der hebräischen Universität erbrachte eine Umwertung der Werte, aber die Schaffung eines geistigen Zionismus, mag es noch so großartig sein, ist noch kein Zionismus. Der bestimmende Punkt ist der politische." Klingt das nicht als wäre es gestern erst gesagt? Und ist das nicht aus dem Herzen Tausender von Zionisten gesprochen, denen der Zionismus mehr ist als eine Kotonisationsbewegung, denen er der Weg ist zur vollen Freiheit und Entfaltung des Volkes auf seinem Boden. Die zionistische Idee ist das Judentum. Zangwill ist davon ausgegangen und dazu zurückgekehrt. Ausweisungen au» der Slowakei. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prey, 2. August. Tie tschechoslowakischen Behörden haben, wie die Blätter aus Preßburg berichten, seit einiger Zeit eine großzügige A u s w e i s u n g s a k t i o n aus der Slowakei in die Wege geleitet. Vor kurzem wurden aus M u n k a c s mehrere angesehene Bürger, darunter der frühere Bürgermeister, ausgewiesen. In den letzten Tagen erhielten weitere 60 Einwohner von Muntacs, sämtlich Magyaren, Ausweisungsbefehle zugestellt. Auch in der Gegend von V e r e g s z a s z nehmen die Behörden Ausweisungen von Bürgern ungarischer Natiomlität vor. _Mener Morqenzeltitns_ 6in Wiener Lrientkenner. Unter dem lockenden Titel „Ein neues Zion in L y r i e n" hat ein Doktor AI e x a n d e r S z a n a für den Wiener „Ta g" «inen Artikel geschrieben, der von Entdeckungen und EnthiMuttgen mir so strotzt Er den ft sich auf „Jerusalemer arabische Quellen", auS denen er erfahren hat, daß Oberkowmissär de Jouvenel während feines vor kurzem i-n Jerusalem erfolgten Besuches die Zionisten eingeladen habe, ihre bisherige Kolonisation von Palästina auch auf Syrien auszudehnen. Er soll bereits dieses Problem auch in Paris mit den englischen Führern des Zionismus behandelt haben. „Ucbrigens handelt «8 sich um keinen neuen Plan," schrcivt Dr. Szcm-a. Er tveiß schon länger davon lntö er hat nur erst die Bestätchung dllrch die Jerusalemer arabischen Quellen abwarten müssen. Qberkommissär I o it o e n e l weilte vom AI. März bis zum 2. April 15)20 in Jerusalem, um mit Lord Plumer verschiedene Abmachung», über die Kontrolle der syrischchalästmelchschen Grenzeu zu treffen. Bei dieser Gelegenheit hatte er am 31. März äbends eine Besprechung mit dem zwei Tage vorher in Jerusalem eingetroffenen Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmann; es wurde eine weitere Aussprache vereinbart, die Mitte April ilt Beirut statt'fand, wohin Meizmann nach einem Besuche des Emir Abdullah in Annitan, der Hauptstadt wit Transjordanien gekommen war. Gelegentlich einer Propagaitdaversanunlung des Keren HajesjcÄ iit Paris richtete auch Herr de Jonvenel einig« freundliche Worte an das zionistische Auditorium, in denen er seine bei der Besichtigung Palästinas gewonnenen Eindrücke widergab, in derselben Weise, wie er dies am 18. April noch <in Syrien einem Redakteur des arabischen Mattes „Merciatal Shack" gegenüber getan hatte. Die Ausdehnung der jüdischen Kolonisation auf den Hauran wtlrde bei alletc diestn Konferenzen besprochen. Bon zionistischer Seite ist keine Festlegung erfolgt i.nd Dr. Wetzmann hat in seinem am 22. Juli, also dieser Tage, in London vor dem Zionistischen Aktionskomitee erstatteten Bericht gesagt, „daß Verständnis dafür bestehe, unsere kolonisatorische Tätigkeit im Cinvernehmen mit dem arabischen Volke eventuell auch über die Grenzen des Westjordanlandes hinaus auszudehnen." lieber alle diese Konferenzen und Erklärungen hat. di« „Wiener Morgenzeitung" und die -gesamte zionistische Presse das Publikum auf das genaueste unterrichtet und es wäre für jeden, der sich mit den Dank der jüdischen Arbeit immer wichtiger tverdendenden Orientsragen beschäftigt, durchaus unnötig, auf Jerusalemer arabische Quellen zu greifen, zumal auch die englische und di« französische Presse sich nrit diesen Beratungen sehr eingeherid besaßt hat. Die Berufung aus. diese Quellen hat aber, den bestimmten, bewußten Zweck, dem Zionismus eines am Zeug zu flicken. Eingestreut in die gange krause Darstellung findet sich nämlich so nebenher die Bemerkung, daß „tr.otz der geringen Zahl der j üdisicheu Einwanderer in Paläst iua das Land vor weiteren Einwanderern gesperrt werden mußte und die Zionisten das Fiasko der Kolonisation s b e w e g u n g nichte i n g e st e h e n wolle -n." Weshalb das Land gesperrt werden mußt e, erklärt Herr Szana nichtweiter. Es ist auch gar n i ch t w a h r und die Einwanderung hat sich lediglich verlangsamt, was mit den durch die allgemeine Wirtschaftskrise heworgerüsenen.Verhältnissen in Palästina zusammenhängt. In fünf Jahren sind hunderttausend Juden aus Europa nach Palästina eingewandert und gegenwärtig hält sich der Zustrom konstant auf der Ziffer von 3000 Menschen pro Monat. Das Fiasko der Kolonisationsbewegung besteht darin, daß sich die Anzahl der jüdischen Bovölkernn-g von 60.000 Personen iw Jahre 1019 auf 160.000 in diesem Jahre gehoben 'hat, daß der jüdische Bodenbesitz sich gerade im letzten Jahre verdoppelt hat und -daß der englische Fiskus eben jetzt Budgetüberschüsse von eineinsünst-el Millionen Pfund aus Palästina als Rückzahlung auf Vorschüsse eingezogeu hat. Dieses Fiasko schildert zum Beispiel de Jouvenel am 15. April in seinem oben erwähnten Gespräch mit einem Araber: „Euer Land ist durch die jüdische Kolonisation in ein Paradies -verwandelt -worden. Ich habe mit meinen Augen vas Merk gesehen, das die Zionisten mit ihrem Geld und mit ihren Menschen geschaffen haben. Ihr müßt dafür Allah danken." Es liegt für den Leiter eines Von Krieg und Aufruhr, heimgesuchten Landes, Wie es Syrien .ist, nahe, an eine Verstärkung des friedlichen produktiven Elements durch Heranziehung Mischer Kolonisten zu denken, und es ist unnötig, dahinter das zionistische Geld als Ansporn zu suchen. Das sicht ja schließlich am Ende feinet langatmigen Ausführungen auch Szana ein, der zu dem Schlüsse kommt, daß in der Sache wenig Sinn, auch kaum die Möglichkeit der praktischen Vertvirklichung liegt. Wozu also wagt sich dieser Ignorant in das Gestrüpp der ganM Frage? Da kommen wir aus das Gebiet der seit einiger Zeit fast aus der ganzen Welt von der jüdischen Assimilation 'betriebenen Kampagne gegen den Zionismus. Tie Argumente Szanas haben wir vor ganz kurzer Zeit erst in der „Frankfurter Zeitung" g-efunven. Es war dort ein ungleich raffinierterer Versuch, die zwischen Juden und Arabern leider Gottes bestehende Tifferen-z noch zu et» tocihH’-n und nebenbei noch den deutschen Nationalismus durch die Jdeenassoziation Z i o n i st e n - F r -a n k r e i ch -gegen den Zionisnnls scharf zu machen. In dem Artikel Szanas -ist die Tendenz noch nicht so weit gediehen. Sie ivill fürs erste nur in dem arabischen Kuchen das Fiasko der Zionisten servieren. Wie -es damit beschaffen ist, haben wir davgelcgt. Szanas Artikel ist ein Beweis H,r_ Die Ignoranz der Publizistik und für ihre Leichtfertigkeit, er entispricht aber auch der antizionistischen Tendenz, die seit je mit Fälschungen treffsicher limM-chen weiß. * Diese Tendenz zeigt er noch weitaus dsutlicher kn einem — steh mal an! — am selben Tag in der „N e i ch spost" erschienenen Artikel desselben Alexander Szana. Kein einziges Detail dieser „Filntbilder aus Palästina" ist richtig beobachtet, keine Ziffer stimmt, 3. Aikgust im m. 9m ..— ..—- —- —— keine Angabe entspricht der Wahrheit. Die Daten, die der ArEck gibt, entsprechen ungefähr dem Stande von 1019 vor der ver. stärkten Einwanderung, dbber die Fälschung ikst mr^Hch^sben «M sie wird ihren Weg machen. Lar »»glückliche Lamarkur. Kairo, 2. August. (Reuter). Das Matt ,LMwir" der. üffentlicht eine Meldung aus Beirut vom 28. Juli, wonach •18.000 Mann französischer Tnippen seit 18. Juli in einer bereits zehn Tage währenden Schlacht in der U m g e b u n g v o n -Damaskus stchen sollen. Die Franzolsen sollen verschiedene -Dörfer, die den Aufständischen Unterkunft gewahrten, vollkommen z e r st ö r t, jedoch keinen entscheidenden Sieg davongetragen haben. Das Kurdenviertcl in Damaskus und ein anderer Teil der Stadt, wo sich die Aufständischen verschanzt hätten, seien beschossen und eingeäschert worden. Die Aufständischen hätten einen von Beirut nach Damaskus fcchrend.m Zug angegriffen und ausgeplündert, wobei ein französischer -Offizier, zwei Soldaten und drei Armenier getötet wvrdelt -seien. Jouvenel seihet nach Syrien zurück. Paris, 2. August. Der Ober-kommissär von Syrieit, de Jouvenel, hat an den Präsirenten .der Republik des Libanon ein Schreiben gerichtet, in dem er erklärt, daß -er sich Ende dieses Monats wieder nach Syrien begeben werde, um seine Arbeiten wieder a-ufzunchmen. Die panaflatische Kontere»». London, 2. August. (Wolfs.) Die „Times" berichtet aus Tokio, daß gestern in Nagasaki die Panasia tische Konferenz unter Beteiligung von 31 Delegierten aus Japan, Indien, den Philippinen, Siam und Korea eröffnet wurde. Wegen ihres Argwohnes gegenüber einigen Koreanern haben die Chinesen die Konferenz boykottiert. Diese ist nach der „Times" nicht politisch. Trotzdem seien die in Betracht kommenden Regierungen wegen r e a k t i o n ä r e r A >u sfälle besorgt und beobachten die Konferenz scharf. Die Japaner fordern unter anderem: Zusammenwirken zwischen den Asiaten, Förderung des Baues transasiatischer Bahnen, Errichtung von Banken zur Erleichterung zwischenasiatischer Kredite und Förderung einer großen Gesellschaft zur Besserung des zwischen asiatischen Handels. Einflußreiche Japaner in Tokio behaupten, daß die Meisten Delogierten überhaupt niemanden v e r tr e- 1 e n und daß die Konferenz kmm etwas Nützliches zustande bringen werbe. „Daily Mail" berichtet aus Nagasaki, es sei -dies der erste Kongreß der Weltgeschichte, auf der die Delegierten der farbigen Rassen die Rassengleichberechitigung fordern und die V o rhe r rs chaf t d e r W e i ß en ve r u r t e > l e u. Verschiedene, namentlich indische Delegierte, hätten scharfe antienglische Roden gehalten und erklärt,, daß England und Australien antijapanisch seien. Die japanischen Redner wiesen vor allem auf die japanseindliche Stimmung Amerikas hin. Von den japanischen Delegierten sind vier Parlamentsmitglieder. Das Programm des Kongresses enthält unter anderem den Vorschlag auf Schaffung eines Bundes der asiatischen Rasse. Asien wolle etwas Konkreteres als -das, was in den Volke rb-undsatzungen niedergelegt sei. Die Kampfe um die polnische Ber> sasfungsresorm. L\ Warschau, 2. August. In der heutigen Sitzung des Landtages wurden die vom Senat beschlossenen Abänderungen zum Gesetz über die Verfassungsreform und zu den. Vollmachtsgesetzen zur Abstimmung gebracht. Es wurden einige stilistische Modifikationen angenommen,, dagegen sämtliche ächliche Aenderuttg abgelehnt. So wurde unter anderem der Antrag auf Erweiterung der Kompetenz des Senates abgelehnt. Eine längere Debatte entspann sich beim Antrag der Linken auf Auflösung des Sejms. Endlich wurde nach einer heißen Redeschlacht mit 161 gegen 12 9 2 t i m m e n 'der Antrag der Rechtsparteien angenommen, wonach sich der Sojm erst dann auflösen wird, wenn er die Aenderung der Wahlordnung durchgeführt hat. Dieses Abstimmungsresultat ist eine s ch w e r e N i e d e r I a g e der Linksparteien. Die heutige Sitzung war die letzte vor den Ferien. Neuwahlen erst htt Herbst nächsten Jahres. L. Warschau, 2. August. Der Seniorenkonvent des Sejms jat heute beschlossen, daß Mitte September eine f ü n f m o n a tiche Budgetsession zu beginnen hat. Dieser Beschluß, Mit dem die Regierung einverstanden ist, hat in allen politischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Es wäre demnach die Aufösung des Sejm erst gegen April 1027 zu erwarterl, woraus dann bestimmungsgemäß die Neuwahlen im Juni stattfinde'.i würden. Im Hinblick darauf jedoch, daß man in der Ernte zekt Neuwahlen vermeiden w:ll, wären diese erst im Herbst 1927 -u erwarten. Polens Außenpolitik. L. Warschau, 2. August. In der heutigen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Landtages ergriff Außenminister Z a l e s k i das Wort, unt ttvchma'ls die N o t w e n d i gleit oet Solidari tät der europäischen Nationen estzustellen. Er erklärte, die Regierung werde im engsten . k o n t a k l mit dem P a r l a ni e n t vckrgchen und weiter eine Politik des Friedens betreiben, ©te wird auf hrem Anfpwch, einen ftändigew Rats!sitz im Volke r-- bund zlt erhalten, b e st e h e n. Das Hauptaugenmerk her Reglerung wird-auf das deutsch-russische Abkommen gerichtet sein, lvelches -in der Herbstsession des Völkevbündrates berührt wechen wich.

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