Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2672 (1.8.1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Sobroann Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein Vorangesetztes e gekennzeichnet. VII., Kaltersiraite 123 WIEN IX., Alsersirasse Nr. 6 Am besten sind doch die Ceschka-hüte Spediteur der Korporation der Berliner Buchh&ndler Umzüge / Spezialität: Palästina-Transporte , Prima Referenzen RRRI IN C 1, Hinter der Garnlconkirdte 1 a Amt Norden 9731-9736 W 15. Jfoacfaimslhaler Slratic IS Amt Setlnplatz 3353 f'IANnßUR.Cl Bornstrasse Sl» Amt Nordsee 1166 42"> A. WARMUTH, A.-6 äll O-Beine FUSS-SPE2IALISTI Sofort , keine Ä® und •.iiitch unseren original unsichtbar tragbaren fleischfarbigen Wadenausg eien. Warnung vor Nachahmung 1 Fussbeschwerden aller Art werden unter Garantie durch uioiotn eilen Fachmann nach amerik. System behoben, Knächtliohmerz Rlstschnuirz, Badensobmerz Forscnsehme'z. Hornhaut, Senkung des Fussea. Plattfuss, hühnorauqen, Brenndn'der Sohle, rheumatische Schaerzen bis zum Kreuz. Uebermtidung beseitigt. 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Wahlzensus, Einschränkung der Immunität der Abgeordneten und Aufhebung der Proportionalwahlen wurde a b g e l e h n t. Sodann wurde der gesamte N egierungsentwurf mit einigen unwesentlichen Modifikationen angenommen. Während der Debatte ereignete sich ein aufsehenerregender Zwischenfall. Im Saal erschien pltztzlich ein unbekanntes Individuum und rief, es müsse sofort mit dem Präsidenten sprechen; er habe ein Gesuch für den Staatspräsidenten. Ter Mann wurde von der Wache abgesiihrt. Es stellte sich heraus, daß er identisch ist mit dem kürzlich vor Gericht gestellten F as z i st e n f ü h r e r Witold G o r c z y n s k i, dem Vorsitzenden der Geheimorganisatiön „Bereitschaft der polnischen Patrioten". Gorczynski, der g e i st e s g c st ö r t ist, wurde von der Rettungsgefellschaft dem Krankenhaus übergeben. RStklritt MsudsNr? L. Warschau, 31. Juli. Aus militärischen Kreisen wird mitgeteilt, das; in der nächsten Zeit die Frage der höchsten Militärbehörden durch eine Verordnung des Staatspräsidenten endgültig geinäf; dem Antrag des Marschalls P i ls n d s k i geregelt werden wird. Wie verlautet, soll Pilsndski znnl A r m e e o b e r i n s p e k t o r ernannt werden. Die Leitung des Kriegsininisterinms soll an seiner Stelle General S k i e r s k i oder General N h d z - S z m i g l y übernehmen. Wegen verschiedener Zwischenfälle bei den letzten Manövern an der Grenze haben die Militärbehörden angeordnet, das; in Zukunft keine Nebnngen in der Nähe der Staatsgrenze stattfinden dürfen. Rothschilds Horthh-Anleihe. New-Aort, 30. Juli. (I. T. A.) Die jüdi'che Presse Amerikas nimmt einmütig gegen das Rothschild-.Hans Stellung, das mit der ungarischen Regierung wegen einer Anleihe verhandelt. Sie verweist ans das Beispiel von Jakob Schiff, der seinerzeit die Beteiligniia an einer Anleihe für die Zarenregiernng abgelohnt hat. Der vrlvale DoVnrkimi in Polen. b,. Warschau» 31 Juli. Der Dollar notic te keine tm privaten Verkehr inWar > chan 9.08, tn L r a l a u 0.08. Poincare beruft die Nationalversammlung ein. Ein Antrag an Paris, 31. Juli. Ministerpräsident Poinc a r e wird im nächsten Ministerrat Vorschlägen, von den beiden Kammern zu verlangen, dah sie im Laufe des Monats August zu einer Nationalversammlung zusammentreten sollen. Diese soll das Gesetz betreffend das Statut für die Amortisationskassa genehmigen, um damit diesem Statut den Charakter eines verfassungsmätzigen Gesetzes zu verleihen. Die Firmnzgefetze angenommen. Mit 293 gegen- 188 Stimmen. Paris, 31. Juli. Die Einzelberatung der Steuergesetze in der Kammer ging äußerst rasch vor sich, zumal j den gestrigen Beschluß den Parteien die Möglichkeit, < Abänderungen zu beantragen, genommen war. Die 29 Artij kel des Entwurfes wurden e i n z e l n zur A b st i m m u n g! gestellt, da die K o m mu n i st eit wiederholt obstruierten und stets die Abstimmung verlangten. Schließlich wurde der gesamte Finanzplan mit 296 gegen 188 Stimmen angenommen. Diese Minderheit setzt sich ans den Kommunisten, Sozialisten, einigen Radikalen nnd sozial ist i s ch e n R e p u b l i k a n er n- sowie einigen Mitgliedern der äußersten Rechten zusammen. Poincare hatte drei-ma^ trauen.sfrage gestellt. Premierminister große Ovationen dargebracht. ^. 7 Das KaMett Des BmgWedem. Paris, 31. Juli. In der GenMldebatte über den Finanzgesetzentivurs der Regierung erklärte Ministerpräsident P 0 i n c a r e, es sei jetzt keine Zeit für rückwärtsschauende Betrachtungen. Man habe sich in einem Kabinett des Burgfriedens znsammengefunden und dürfe keinen Fehler mehr begehen, da den Minifterrat. man mitten in einer Krise stehe. Um die Währungsstabililät zu erreichen, seien Uebergangsmaßnahmeen erforderlich, einmal um das Budget anszngleichen, nnd in zweiter Linie um dem Schatzamt die notwendigen Erleichterungen zu verschaffen. Die Sachverständigen hätten erklärt, man müsse zweieinhalb Milliarden verfügbar machen und für 1926 das Budget ausgleichen. Gewiß sei ein Gesamtplan notwendig. Das jetzt vorliegende Gesetz leite ihn ein. Wenn aber die geforderten Stenern nicht bewilligt würden, werde der Staat täglich 16 Millionen verlieren. Poincare beschäftigte sich dann mit den bis zum 31. Dezember 1926 fälligen, insgesamt 2,6 Milliarden betragenden Verpflichtungen. Die Negierung sei entschlossen, das Privateigentum zu achten, aber das bedeute nicht, daßnicht jeder Steuern nach seinerFähigkeit werde zahlen müssen. Die Regierung werde der Kammer schon in der nächsten Woche einen Gesetzentwurf über die Amortisier u n gs kä s s a, deren Autonomie durch weitgehende Garantien gestützt werden soll, vorlegen. Poincare besprach dann die Maßnahmen, «m der Kapitalsabwanderung abzuhelfen. Die übertriebene Entwertung der französischen Devise sei e i n Wirt sch a f t l i ch e r N 0 n s e n s. Es habe gewiß Frankenbaissen gegeben, die zu erklären gewesen-seien, aber" in diesen Tagen seider Franken unter einen. Kurs gefallen,? der seinen eigentlichen Wert darstellt. Die zur Einlösung votgelegten Schatzbons seien eine Belastung des Schatzamtes. Wenn aber der Staat in den Augen des Publikums als ehrlicher Mann dästehe, würden die Bons nicht zur Rückzahlung Votgelegt werden. Poincare schloß mit einem Appell an alle Franzosen zur Mitarbeit. Sodann wurde die Generaldebatte abgeschlossen und mit 38V gegen 150 Stimmen beschlossen, nachmittags in die Einzelberatung einzutretcn. Bei dieser Abstimmung hatte die Regierung die Vertrauensfrage gestellt. Zer fasziftische Staat. Eine Rede Mussolinis. R 0 m, 31. Juli. (Stefani.) In Anwesenheit aller Mitglieder der Regierung, der Spitzen der Behörden, der Vertreter der faszistischen Partei und der gewerkschaftlichen Organisationen eröffnete heute Ministerpräsident M u s s 0 l i n i das neue Ministerium für Körperschaftswese n, dessen Leitung er selbst übernimmt, mit einer Ansprache, worin er unter anderem erklärte, diese Zeremonie beweise, daß das faszistische Regime systematisch seine Reformen in die Tat umsetzt, die dazu bestimmt sind, das Antlitz des Staates zu verändern und einen faszjstischen Staat zu schasse». Das Ministerium für Körperschaften sei kein bureaukratischer Organismus und es wolle sich nicht an die Stelle der gewerkschaftlichen Organisationen in ihrer autonomen Tätigkeit setzen; es sei vielmehr ein.Organismus, der I eine einzige Körperschaft und ein Gleichgewicht zwischen den Interessen und Kräften der wirtschaftlichen Welt darstellt. Das erhebende Schauspiel, das das ganze italienische Volk in den letzten vier Jahren an Gewissenhaftigkeit, A r b e i t s s i n n und Disziplin bietet, fei ein sicheres Unterpfand des Erfolges. Alle Elemente der Produktion, schloß der Ministerpräsident, Kapital, Technik und Arbeit, gehen im Staat auf; sie finden dort organisierte Körperschaften für eine enge Zusammenarbeit und endlich die Fürsorge eines obersten ArbeitsMagistrates. Es ist nicht übertrieben, diese Reformen in Geist nnd Praxis revolutionär zu nennen. Reformen, die anderswo versucht, aber niemals zu einem Ziel gebracht worden sind, wo es das faszistische Regime zu tun gewagt hat, Der ' _ " -bulgarische Konflikt. Mne Demarche in Sofia. — Erregte Stimmung in Belgvad. (Eigendiensr der „Wiener Morgenzeitnng".) Belgrad, 31. Juli. Heute nachmittags.trat ein Ministerrat 'zusammen, in Dein der Text bei N 0 t 0, die die jugoslawische Negierung wegen - des l e tz t e n K 0 m i t a t.sch ieinfall e s bei K r iva-Pa la nka an die bulgarische Regier >u n g z u richten beschlossen hat, e n d g ü l t i g f e st.g e.is e tz.Htui rb e. Der Text der Note wurde pen; König 'telegraphisch nach Veldes übermittelt. Die Note wird, voraussichtlich noch heute abends durch einen diplomatischen Kurier nach Sofia ge andt, wo sje der j u g 0 s l a w i s.ch e G esa nd te unverzüglich de r bn l.ga x ifche n . Reg i e- >rung überreichen wird. In Belgrad ist die Stimmung sehr erregt. Der kleinste Z.wischenjall gibt zu chantastischen Gerüchten Anlaß. So •3. B. ist der Schnellzug aus Sofia heute mit vievstündiger Verspätung in Belgrad eingetroffen. Dies gab deni Gerücht Nahrung, daß die bulgarische Negierung große Truppe nverschie- 'bu nge n an der jugoslawischen Grenze vornehme und daß der Schnellzug wegen einer M o h i l i s i e r n n g verspätet abgelfähren sei. Die hiesige bulgarische Gesandtschaft de m e n t i e t t in entschiedener Form diese A l a r m n a ch r i ch t. Mikbrüuche im polnischen Spirttnsmonopol. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) L. Warschau, 31. Juli. Die Reg ie rn ngskom in Won. die zur Untersuchung der Praxis im Spiritusmonopol, eingesetzt worden war, hat ihre Tätigkeit beendet uiii> dem Finanzminister einen eingehenden Bericht übennittelt. Die Ergebnisse der Untersttchttng haben zu sensationellen Feststellungen geführt: Es wurden Mißbräuche aufgedeckt, welche die Kommiiffion dazu veranlaßten, zu beantragen, den ganzen Akt der S t a a j s a n w a l t > ch a s t z u übergeben. 552856 170413180885948869254