Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2670 (30.7.1926)
- Date
- 1926-07-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Men. Frerrag srener MoeM«zeirm^r " 30. Juki mc> Rr. 2670 'EkM V H- 'M Inhaber einer Flugzeugfabrrk Moto re für Flugzeuge hergestellt habe, ivelche die deutsche Heeresverwaltung als unbrauchbar und gefährlich zurückwies. Castiglloni habe 'diese Motor«, nachdem sie anders adjustiert wurden, in Flugzertge eingebaut, welche dann von der österreichischen .Heeresverwaltung übernommen wurden. Diesen! ' Umstande ist es zuzuschreiben, daß eine Reihe von Fliegern.?abgestürzt ist. Costiglivni und Trucker klagten Dr. Steiner auf Ehrenbrleidigung. Der Beklagte tvar zur Verhandlung nicht erschienen, sondern ließ sich döirch seinen Anwalt Dr. Valentin Rosenfeld verbreten. Irr Beginn der Verhandlung gab dieser im Namen seines Klienten mit Bezug ans das Klagcsaktnm Drucker die Erklärung ab, daß Dr. Steiner di ose Aeußeruug auf Grund einer falschen Information gemacht habe und sie mit dem AusLruck des Bedauerns znrückziehe. Infolgedessen wurde fdiese Klage zurückgezogen, lieber das zweite K L a g e f a k- 'tum wurde in die Verhandlung eirrgegangen. Dr. Rosensold eickkarte, daß.fein Klient die inkriminiertc Äußerung in seiner Eigenschaft als Anwalt getan habe und durch den § 9 der Advokatenordnung vollständig gedeckt sei. Sollte das Gericht aber anderer Ansicht sein, so biete er den Beweis Aes guten Glaubens au. Seine Gewährsmänner könne er nicht nennen, da er als Anwalt zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. Der KIcigeantvalt Dr. Josef Kläger bestritt, daß der angezogene Paragraph der Advlckatenordmtng einem Anwalt das Recht gebe, jedermann zu beleidigen, und bot eine Reihe von Zeugen darüber an, daß die von Castiglioni gelieferten Fürgzenge LirrchruS intakt waren. Der Richter vertagte schließlich die Verhandlung, um in das stenographische Protokoll Einsicht zu nehmen. Er stellte sich nämlich auf den Standpunkt, daß der Beklagte, wenn die Aeußerung vor der Ablehnung der Zeugeneinvernahme Castiglionis gefallen sei, nur den Beweis des guten Glaubens zu führen habe. Wäre aber die Beleidigung nach der Ablehnung der Zeugeneinvernahme Ca-- stiglionls erfolgt, dann hätte Dr. Steiner den vollen Wahrheitsbeweis zu erbringen, denn einem Anwalt ist es nicht gestattet, Rvährcnd der Verhandlung irgend jemand zu beleidigen. Der Prozeß gegen Fvan Hellas. Die Morde von Orgovany. uo? Audape st wrd uns geschrieben: Im November LeS Zabrss 1919 wurden drei jüdische Kaufleute namens Arvad Schmied, Zoltan P a n e a e I und Alexander Bäck in dem Dorfe Iszak von mehreren sogenannten Ger,da men verschKvpt. beraubt und km Walae von Orgovany ermordet. Infolge' dieses Raubmordes wurden sechs Personen vom Militärgericht wegen Raubes zu schweren Kerker st rasen von zwei bis sechs Jahren der ur teilt. Von der Mordanklage wurden sie f r e i g e s v r 0 ch e n. weil bewleün wurde, daß sie den M 0 r d a u f B e f e h l i h r e 8 L arge setzten Ivan Hejjas verübt hatten. Die Verurte'lten haben die Strafe verbüßt bis auf den Angeklagten Johann Z b 0 n a. der zu sechs Jahren verurteil worden war. Die'em Verurteilten wurde der Rest der Strafe im Gnadenwege erlassen. Tie W'iwen der ermordeten drei Juden haben gegen die Tater und gegen Hellas e'nen Schadenersatzprozeß angestrengt, dessen Erled'gunq bisher aufge'choben werden mußte, weit man die Akten des Prozesses beim. Militärgericht braucht. (Nachdruck verboten.) (2. Fortsetzung ) Die MrrweihMg des Tempels. Von Binjamin Segel. (Aus dem Zyklus „Versunkene Welle n".) Es wurde dem alten Rabbi klar, daß ihn Welten von der gangen Umgebung schieden. Der Herrgott, der in diesem -prächtigen Palast thronte, ließ seine Tür von ztvei Polizeidienern und einem Pförtner iit goldenen Tressen bewachen. Und um zu ihm zu gelangen, mußte man ein Stück Papier vorweisen. Nicht Kinder traten hier in das Haus ihres Vaters, um ihm ihr Leid 311 klagen oder ihm für seine Wohltaten zu danken, sondern geschniegelte Herren und Damen statten nach den Anforderungen der strengsten Etikette einem übelgelaunten, griesgrämigen fremden Herrn einen pflichtgemäßen Besuch ab, und wer sich nicht in acht nahm und etwas geräuschvoller auftrat, wurde von den livrierten Dienern des Hauses zur Ordnung gewiesen. War das der alte Gott Israels, der die gebrochenen und denrütigen Herzen tröstet, zu dem die Bescheidenen und Schlichten kommen, zu dem man in der Seelennot schreit, zu dem man in der Freude jauchzend cmfjuhelt? . . . Der Alte ließ den Blick in die Runde schweifen, und jetzt erschienen ihm diese herrlichen Säulen und Bogen und glitzernden Leuchter und Purpurteppiche und Marmovbalustraden wie ein lebloser Hause von Steinen und Metallstücken, die Menschen ringsum wie eine Versammlung von seelenlosen Wachspuppen, herausgeputzt, rrm einer feierlichen und leeren Paradezeremonie teilnahmslos beizuwvhnen. Er glaubte, einen eisigen Hauch zu verspüren, der von ihnen ausging und sich lähmend auf sein Herz legte. Doch konnte er nicht lange diesem Betrachten nachhangen, denn jetzt dröhnte es dort oben in der Höhe wie das Grollen eines Donners, schien herabznfallen, in der Luft zu zittern und sich schwebend über den Köpfen der Versammlung auszubreiten, dann wieder in die Höhe zu entfliehen, mn sich gleich darauf wie ein Purpttrstrom m die Tiefe zu ergießen. Den Alten durchrieselte ein wonniger Schauer . . . Die Orgel! Die Orgel! . . . Sie fang oben bald mit tausend menschlichen Stimmen, bald klagte sie in schmelzenden Flötentöne,i, die in Vogeltrillern verhallten. Nud schon erbrauste es wieder wie ein JDxfa*t d« Es de« Schlummer in ticjcu Abgründen erwacht,. Volkswirt. Sie Sauiekungrgetder ffic Die genlralbank. Wer sabotiert die Rückzahlnng? Der Nationalrat ist in die Ferien gegangen, ohne das Problem der Zentralbank der deutschen Sparkassen, für deren Rettung nach Behauptung der Opposition 626 Milliarden Kronen geopfert worden sind, gelöst zu haben. Mt der Angelegenheit ist der parlamentarische Uniersnchungsansschnß befaßt, der am 31. August zusammentreten wird. Bis dahin wird ihm zweifellos der Bericht des Kura-toriums vorllegen, das unter anderem auch den Status der Zentralbank 31t überprüfen hat sowie dis Gebarung mit den Geldern, die den Provinzsparka sstn, NaifseisenkassLN und anderen Institutionen öffentlich-rechtlichen Charakterzur Verfügung gestellt worden sind. Die Arrfstellungen übet die Verwendung der Regier,mgsgeldcr sind natürlich noch lange nicht abgeschlossen, aber aus den bisher vorgenommenen Stichproben ist zu ersehen, daß mindestens 40 Millionen Schilling eine Aweckentsprechende Verwendung gefunden haben dürften. Im übrigen sind die in der Oefsentlichkeit verbreiteten Ziffern über den Betrag von 626 Milliarden, obioohl die Regierung seinerzeit im Nationalrat diese Angabe unwidersprochen ließ, um 105 Milliarden zu hoch gegriffen. Trotzdem bliebe noch immer ein Betrag von 120 Mill Karden Kronen offen gegenüber der schätzungsweise angenom? menen Ziffer von 40 Millionen Schilling, die zur Rettung der der Zentralbank angegliederten Provinzsparkassen sowie der anderen Institutionen öffentlich-rechtlichen Charakters verwendet worden sind. Aber darüber wird sicherlich, sobald die genauen Daten des Kuratoriums vorlregen, die nötige Aufklärung gegeben werden könne.. Wichtiger ist für die OofsenEchkeit, wie die Sanierungsgelder des Staates diesem refundieit werden sollen. Das Einlagesichernngsgesetz ist bekanntlich gefallen, wozu gerade die Sparkassen nicht wenig beigetragen haben. Die der Zentralbank angegliederte» Provinzsparkassen, Rawsfersenkassen nsw. konnten sich in den ersten Tagen des Schreckens nicht genug tun in Dankbarkeit für die ihnen zuteil gewordene Rettung. Aber als es galt, Mittel und Wege zu finden, um, wenn auch in einem längeren Zeitrauni, die gegenüber dem Bund kontrahierte Schuld zurückznerstatten, zeigten sie sich sehr schwerhörig; die Haltung der Opposition war ihnen sehr willkommen, da sie ihnen die Kastanien aus dem Feuer holte. Die Regierung muß aber unseres Erachtens unbedingt darauf.bestehen, daß diejenigen, die von ihr in der Stunde der Not Gelder empfangen haben, ihr diese auch einnräl ersetzen. Wenn bei der Auszahlung der 52 Millionen Schilling auch an Privatkommittenten, was vielleicht nicht zu vermeiden war, Zahlungen geleistet worden sind, so werden diese selbstverständlich ebenso wie die Provinzsparkassen, Raiffciseukassen und Institutionen öffentlichen oder halböffentlichen Charakters zur Rückzahlung Verhalten werden müssen. Schließlich geht es nicht an, daß diejenigen, die ihr Geld in unzweckmäßiger Weise oder bei einem, wie sich später herausstellte, unsicheren Institut ihre Gelder veranlagt haben, zwar Anspruch darauf erheben,"daß sie aus öffentlichen Mitteln gerettet werden, dem Gläubiger jedoch das Geld nicht Zurückzahlen wollen. Garantien des Staates für Einlagen bei Instituten, die, wie die Zentralbank der deutschen Sparkassen, niemals staatlichen Charakter hatten, kann und darf es unter keinen Umständen geben; wer auf solche Garantien Anspruch erhebt, hätte sein über Berge und Wipfel dahinstürmt und dann in sanftem Säuseln erstivltz. Die Töne füllten den weiten Raum-wie zahllose glimmernde Funken oder wie glitzernde Strahlcnbänder ... Welch ein Wunder! dachte der Alte und ließ sich eine Weile von den Wellen dieses Tonmeeres wiegen, die ihn umschlangen und einhüllten und seine Nerven liebkosten. Es schien ihm, als wäre irgend eine unreine Macht an ihn herangetreten und wollte seine Sinne betören und Gewalt über ihn gewinnen. Er fühlte sich wie von einem Tarunel umfangen, aber er sah deutlich, das; es sticht jener reine, aus dem Innern emporsprudelnde Rausch der Begeisterung tvar, der die Seele emporträgt. Er kam von außen her, ein sinnlicher Kitzel, der die Menschen niederztvang und betäubte. Etwas Fremdes und Mechanisches schob sich starr und leblos wie eine dunkle, schimmernde Wolke zwischen den Menschen und seinen Gott . . . Ter Alte raffte alle seine Kräfte zusammen, erhob sich, trat aus der Bank und wandte sich denl Ausgange zu, von seinen zehn Jüngern gefolgt, begleitet von den indignierten Blicken der Zuschauer, die über diese unerwartete Störung des Gottesdienstes mit Recht entrüstet waren. * Es begann schon die Dämmerung herabzusinken. Der Rabbi mnd seine Jünger schritten rasch über weite Plätze, durch breite Straßen, gewundene und schmale Gäßchen, bis sie sich weit draußen vor dem Tore befanden. Im. Herzen des Alten tobte ein Sturrn. Er empfand etwas wie gekränkte und enttäuschte Liebe und zugleich fühlte er sich von all dem heidnischen und freu,bärtigen Prunk und dieser sinnlich-berauschenden Mitsik wie befleckt und verunreinigt. Dann kanl ihnr der Tempel zu Jerusalem in den Silln mit seinen Priestern in goldschimmernden Gewändern, mit seinen glänzenden Hallen, seinen kostbaren, funkelnden Geräten, die Leviten mit ihren Harfen, Zithern und Posaunen. Er wurde weicher, fast wehmütig gestimmt. Aber der unmittelbare Eindruck, den er soeben empfangen, war so stark, daß er sich alles, was je gegen den Tempel und dessen Dietler gesagt wurde, ins Gedächtnis zu rufen cmsing. Und mit unheimlicher Klarheit stand vor ihm das Wort des alten Weisen: „Als der Tempel zerstört wurde, fiel eine eiserne Wand, die zwischen Israel und seinem Vater im Himmel geschieden hatte." Kühne und trotzige Gedanken huschten ihm durch den Kops, doch hielt er die Zeit noch, nicht für gekommen,. Geld der Postsparkasse übergeben sollen, denn für diese besteht die staatliche Garantie, und nur für dse Gebarung der Postsparkasse kamr die Regrernng verantwortlich gemacht werden. Wer aber sein Geld wo anders hingetragen hat, muß es sich selbst znschreiben, wenn er sein Geld verliert; ist er aber in der glücklichen Lage gewesen, daß ihm trotzdem der Staat geholfen hat, so gebietet kaufmännische Moral und Ehre, daß der Gläubiger, wenn es auch „nur" der Staat ist, befriedigt werde. Die Mineralölzölle im neaen Zolltarif. Ans Grund de« Artikels III der gestern auch vom Bundes rate genehmigten Z 0 l l t a r i f n 0 v e l l e hat die Regierung die Ermächtigung erhalten, einige Zölle nach Anhörung des Hauptausfchuffes im Verordnungswege in Kraft zu fetzen. Die bezügliche Verordnung wurde gestern vom HauptauSschuß angenommen. Sie letzt unter anderem folgende rr e U e Z 0 l l s ä tz e (in Goldkronen für 190 Kilogramm) fest: Stearinsäure 14; Elainläure 6; Kaolin frei; 1. Benzin mit einer Dichte von 740° oder darunter 10; 2. Benzin mit einer Dichte über 740° bis 750* 7; 3. Benzin mit einer Dichte über 750° 4.50; Solaröl und andere leichte Erd-, Braunkohlen- und Schieferleeröls mit Ausnahme von Gasöl und leichtem Schmieröl 8. Auf Erlaubnisschein nicht raffinierte Erdöle (Destillate) für Mineratölraffmerlen und Schmierölfabriken zur weiteren, mit Destillation oder Raffination verbundenen Erzeugung von Schmierölen 5.40; Paraffin, Zeresin, Montanwachs frei; Paraffin, unrein, mit einem Paraffingehalte von höchstens 6G% 4: Paraffm und Zeresin, gereinigt oder versetzt 12. __ Apollo Mineralöl A.-G. Aus Prag wird gemeldet: Wie „Narodni Osvobogeni* erfährt, erhielt die Aktiengesellschaft für die Erzeugung voll Rtineralöl Apollo, die im vergangenen Jahre sich mit der nrährischcn Hüttettgescllschaft fusioniert und dadurch die Gödinger Rohölgruben erworben hat, vom tschechoslowakische,r Staate die Konzession zur Prüfung und Exploiticrung eines rohölhältigcn Distriktes von 6000 Hektar im südlichen Mähren. Nach unseren Jnfornrationcn wird die Apollo A.-G. nach mehrjähviger Unterbrechung die Dividendenzahlurrgen Heuer wieder anfnehmen. Die Dividende pro 1925 wird mit 40 tschech. K. bemessen werden. Sie polnischen Getreidesyndikate. Warschau, 27. Juli. Im Zusanrmerrhang mit der Bildung eines Syndikats der Getreideexporteure unter Ausschluß jüdischer Mitglieder sprach der jüdische Sejmabgeordnete Bernard Hausner beim Landwirtschaftsministcr R a c z y 11 § t i vor. Abg. Hausner verwies 11. a. darauf, daß schon einmal eine solche Organisation dem Staate einen großen Schaden zugefügt hätte. Der Minister erklärte, daß er weit davon entfernt sei, bcstinrmte Organisationen oder Gruppen arrszuschließerr, es liege ihm nur dararr, daß die Qualität des gelieferten Getreides entsprechend sei. Schließlich versicherte der Minister, daß, wenn aus der jüdischen Gesellschaft Gruppen mit entsprechenden Qualifikationen sich nrelden werderr, deren Offerte berücksichtigt werden sollen. Die Antwort des Ministers' wird Slbg. Hausner den jüdischen Exporteuren übermittelu. Serrator Dr. R 0 t t e n st r e r ch erklärt Ihren: Korrespondenten: Die Antwort des Ministers kann ' die jüdischen sie seinen Jüngern nrrtzrrteil-en. Sie schritten rnrnrer weiter und weiter, bis sie sich weit außerhalb der Stadt befanden. Draußen war es schön und still. Miild und freundlich lächelnd erlosch der Tag, wie ein Held, der nach getaner, Arbeit,-, wenn die Stunde schlägt, heiter und friedlich sich zur Ruhe begibt. Der blaßblaue Himmel wölbte sich riesengroß wie ein unermeßliches Zelt, von waldgekrönten.Bergen getragen, am westlichen Rand von flammenden' Gluten eingesäumt. Ein tiefes Schweigen ringsum, nur in der Ferne rauschte der breite Strom und die Wälder flüsterten leise. „Spät, spät, Kinder," rief der Alte einmal nach dem andern. Der Sturm in ihnr hatte sich völlig gelegt, er fühlte, wie die milde und weiche Säbbatstimmung in seine Seele' einzog. „Spät, spät, Kinder!" Es war in der Tat schon Zeit, die Säbbatlieder anzustinmren: Kommt, wir wolle,!- singen de,n Ewigen, jubeln dem Hort unserer Erlösung. Mit ’ Lobhymnen wollen wir ihn grüßen, unsere Lieder sollen ihnl cntgegenschallen. Denn ein großer Gott ist der Ewige- und der größte König über alle Mächtigen. Er hält in seiner Hand die Grundfesten der Erde und die Zinnen der Berge, ihn: gehören sie. Sein ist das Meer, denn er hat's geschaffen, und das Festsand, das seine Hände gebildet. Delln er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schäflein, von seiner Hand geleitet . . . Die Nacht sank herab. Königin Sabbat kanl und breitete ihren strahlen gewobenen, sterneugestickten Mantel hoch oben . über die Welt. Der Wind umspielte das Antlitz der Sänger und brachte ihnen den kräftigen Geruch der schlttnunernden Erde, vermischt mit dem Dust frischen Taues und sprießender, knospender Blrrnten. Und sie fühlten den Oden» Gottes, der durch die Welt wehte: Singet denk Eivigen ein neues Lied, es singe dein Ewigen die ganze Erde. Sprechet unter den Völkern: Der Ewige ist König und fest steht die Welt, sie wanket nimrner. Er richtet die Völker in Milde, es fren'u sich die Himmel, es frohlockt die Erde, es erbraust das Meer und seine Fülle, es jauchzen die Gefilde und all, das sie bewohnt. Es singen all die Bäume im Walde vor dem Ewigen. Den er komrnt, er koinntt, zu richten die Erde, er richtet die Welt in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Treue. So sangen sie, und lange noch hallte ihr Gesang durch die tiefe Stille der blauen, duftenden, heiligen Sabbatnacht.