Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2667 (27.7.1926)
- Date
- 1926-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPötent aS dtoigy 1 Wien- ^umAbholeninder Expedition, ILTaborstr. 1^, oder In einer Verschleißteile 'trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kdlporteure der Firma 0 o I d sch m led, U Wolizeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakel: Mon.K22. Jugoslawien: Moti.Din.60. Polen: Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Weltfern Mon. Frcs. 35 ' <icH»«h]uaaeB bei Irel»- »«'mr-rn Vorbehalten Enzian d: öwn. 4 Schilling. Italien: Monatl 30 Life1 Rumänien: Mon. HO Lei. Bulgarien;Mon.lOOLewi. Schweiz und d« übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien» IL Taborstr. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2^2 IX., Universititsstrasae 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69?* •Mt. mi fflie», Sieustag, 27.3ttli 1926 8. gahrgm» Deutschlands ungenögeude Abrüstung. Sine NrgternngserllSrung im Unterhaus. redakUonelleu Teil enthaltene entgeltliche MitteUungen find durch ein vorangesetztes L gekeuttzeichuet. 358 Millionen Pfund Schaden durch den Bergarbeiterstreik. Ein M-ß-rauensvitum Lloyd Georges. London. '26. Juli. Im Unter') mS bez-ii>r:e,d-r km- Aog. Santrel öie durch den G ene r c. l st r e: k >nrd den B c r g a r b c i t e r ft r e i k verursachten Verluste .auf 25>> Mi! l i o u c H P f u lt d.' Premierminister Baldwiu teilte mit, daß er sich gezwungen sehen werde, falls die Krise in der Bergbauindustrie andauert, das Parlament zwecks weiter e v Verl ä it g e r n n g des A u S n a h in S z u st a n d e s zu einer Sitzung wahrend, der Parlantentsfericn eiuzuberufen. In der heutigen Sitzung beantragte die Regierung,, die Bewillig ü n g der K r e d i t c für die Bergbauiudustrie. Lloyd George forderte die Herabsetzung der Bezüge des Grubcnsekretärs um 1.00 Pfund als Zeichen der Mißbilligung für das Verhalten dieses Staatssekretärs im Bergbaukonslikt. Palmares Finanzprofette. ' Paris, 26. Juli. Me im, Flnanzininisterium verlautet, ^iw'das in Ausarbeitung befindliche Finänzprojekt der Regierung!,W e i T e i l e und etlva z c h n X x t i! c I umfassen. Der erste Teil, den Poinoare anscheinend heute vormittags mit den zultättd.tzen Finanzbeamtei: fertiggestellt hat, bezieht , sich auf den 0r : Ng li che n Bedarf des Schatz a m te s, der nach Ansich) der Regierung nur dirrch iN'dir ek te S t eue r n zu deck« sist, und folgt dem Vorschläge M HittäHDoiWttdiKm Aus indirekten Steuern erwartet' Mgn für die zweite HAfteHes/laufenden Jahres 2,5. M ill: arstze n, und zwar wrs der Erhöhung der Abgabe auf K o l o nial wa r e n, wie Kaffee, Tee, Keis :tsw. 1>5 Milliarden, aus der Be re inheitl ich um g d e r XL m s atz ft c u e r auf 2 Prozent etwa 660 Mil- Nichei^chNd aus-der Eie hü h u n g d e s Z o/l l k o es f i z i <t n t e n «twa4OO Millionen. Der Prozentsatz für die beabsichtigte Ei'senb ah n .ta'r i f e rh öhung ist noch nicht festgesetzt.. Die Finanzsachverständigen hgben dafür, 15 Prozent vorgeschlagen. Die vorbereitendenWbetten'W die im zweiten Teil vorgesehenen direkten Steuern(Einkommen-, Wertpapicr- und Erbschaftssteuer)- sind 'dem Handelsminister B o k a n o wski übertragen wovden.'Der für das Jahr 1927 erivartete Mehrertrag soll zu Am o rtisationszwecken'verivendct werden. Born Finanzministerium wurden die Gerüchte dementiert, daß die Bank von Frankreich I n t e.rv e n t io neu auf dem We ch s e l m a r k t unternommen habe. Die' K ü r s st e i g erun^g.des:Franken. sei allein auf die Entwicklung der pol i tis.ch.e wLchge des Landes zumckzrlfuhren. kme Niederlage be^ Franiosen bei Lamasknr. Londö«,': Uegerm'beie den offiziellen optimistischen Melduntzem. Mer die .letzte): Känrpfe gegen die Aufständ'.scheu in der UmMüngOwn Damaskus mäden.die „DaÄY N ewü"> daß dgs •>Ergebnis der Kämpfe der; vergangenen Woche eine Nie.derläge der Franzosen gtzwosen sei.'Sie hätten sich, nach >,erfolgloser Beschießung der Stellungen der Drnsett auf Dantaskns znrückziehen müssen. Alle Verbindungen mit Dantaskns feien daraufhin von den Aufständischen a b g e s ch N i 11 e n worden, so daß man. noch keine näheren 'Nachrichten äu^ btefer erhalten könne. Während das amtliche Communique berichtet, daß die T r it s e l: 1OO Tote und 300 Gefangene verloren haben und die französischen Borlusie sich auf 49 Tote und 27 Vertvundete beliefen, geben die arähischen Berichte die Berlustzahlen der Franzosen bedeutend, hoher an. Die französische Kolonne, die angeblich 18.OOO Mann, stark, gewesen' sei,, soll ungefähr 10 Prozent Berln'st erlitten haben. (Es ist zu beachten, daß dieser Meldung arabische.Mitteilungen zugrunde liegen. — Red.) Irr private Lollarkan i« Pole». 0. Warschau, 26. Juli. Der Dollar nptierte heute im priaalen Verkehr in W erschau 9.03, 904. in K r a k a u 9.03, 9.04. Die Bank P« zahlte für Geld 898. 'für Schecks 9.-. London, 26. Juli. Im Unterhaus fragte ein Abgeordneter den Minister des Auswärtigen, ob er mitteilen könne, ob die Regierung den V. Zustand der Abrüstung Deutschlands als b e f r i e d i g e u d oder u n b e f r i e d i g e n d ansche und im letzten Falle/ in welcher Beziehung. Parlamentssckretär Locker-Lanrpson erwiderte: Die Regierung hoffte im letzten November, daß der - Austausch von Noten, der zwischen der Botschaft e.r k-om s e r'e n z und der d e u t s ch e n .Regier u n g zu jener Zeit stattfand, zu einem schnellen Absck)luß aller noch ausstehenden Abrüstungsfragen führen-würde. Es ist also eine Enttäuschung, daß eine - ■. :• gewisie Zahl von Punkten noch nicht geregelt ist, von denen aber die meisten — ich freue mich, es sagen zu können — von geringerer B e den tu n g sind. Ae vollmachtodekreie in Pole«. . ' 1..' Warschau, 26. Juli. Heute fand unter dem Vorsitz-des Staatspräsidenten eine Sitzung des Ministerrates statt, bei dem Wirtschaftsfragen behandelt wurden und sodann Vorschläge der einzelnen Ressorts über die Verordnungen ‘ entgegengenommen wurden, welche auf Grund des Vollmachtgesetzes'als, Dekretes-' scheinen sollend .v -.-j- ..-.Ä-i-'-'.V.'' . Das'Fin einer heute im Finanzministerium abgchaltenen KoüferelU hshandelt, an der außer dem Mmisterpräsidenten Prof. BÄM ek und .verschiedenen; Experten .Vertreter; des: Sejms und des Senats teilvahmen. In dir- Debatte ergriff im Namew des. jAiischen Klubs. Abg. Ha u s n e x das Wort und - erklärte,: daß das Mil-itärbudget, welches 37 Prozent der allgemeines Em-- kunste Hr. sich in Anspruch ninunt, zu groß für Polen fei. Äer Senator G.grezy nski erklärte, sich dieser Stellungnahme, anzuschließen. Sie volnislhe Regiervng mtb Die SotOeittnfien der Minderheite». Warschau, 26. Juli. Wie bereits kurz berichtet/ bM^- sichtigtdie Regierung die aktuellen Forderungen d e r j'üd.i f ch e n B e v ö l k.e r u n g erst, nach der Vertagung des Sejms und SeMts zu erledigen. Vorher soll eine D e k l a r at i o n herausgegeben werden, die eine Liste aller Verordnungen und Dekrete, die die' Regierung zu erlassen beabsichtigt, enthalten soll. Die Durchführung wird ein 'Ausschuß der nationalen Minderheiten, die beim "politischen Departoment errichtet werden soll, kontrollieren. Dieser ^Ausschuß wird sich nicht mit politischen Fragen befassen, sondern nur di e p r a k t i s che». F o r de r u n g e n, die :nit per Beheblutg der bisherigen Ungerechtigkeit gegotstiber der jüdischen Bevölkerung und gegenüber den änderchr mationaW Minderheiten verbunden sind, verwirklichen helsem Me äM gemein politischen Fragen dagegen, die die ' natiotmlett .Minderehiten betreffen, werden auch weiterhin dem S a'chv e r stä n di g e n der M i nde rh et t e ttf rä'ge anvertraut fein. ' i ’ Me Bevschärfung des Auslärrdergesetzes. ' Warschau, 26. Juli. Der Minister des Jünenu Ml o c?= ziäno w s k i hat eine Konferenz zur Vorbereitung Gesetzes über die Ausländer einberufen, das auf Grund des Vollinachtsgesetzes als Verordnung in Ktaft treten soll. Dieser Entwurf sieht, wie schon berichtet, sehv ivertgehende Bevscharfungen vor. Jeder Ausländer wird, gezwungen sein, 24.Stn.nden nach der Ankunft sich Polizeilich zu melden und nachdem ihn: die ErlänHüs zum ständigen.Aufenthalt erteilt wurde, sich binnen' ächt Tagenf zu r e g u. st Pi e r e n. Jeder Ausländer, der über 16 Jahre Äi ish muß einen Patz und einen PevsonalauAveis, ausgestellt von seinem. Heimatsstaat, besitzen. Uober die Ausweisung eines Ausländers, der eine st ä n d i g e1 Aufenthaltsbewilligung besitzt, entscheidet die M o j w o d f ch a f t. Einen Ausländer, der nur eine vorübergeh en d e Aufenthaltsbewilligung Wenn C h a m b c r t a i n aus diesem Grunde rn ,Muer am 21. d. gegebenen Antwort die Ansicht ausdrückte, daß die Lage nicht völlig befriedigend sei, wünschte er nicht, daß daraus geschlossen.werde,.daß die Regierung die Lage mit irgendwelcher Be unruh igung ansehe. ' Ae militärische Koutrolle Lefterreichs a»d Ungarns. . London, 26. Jul:. Auf eine Anfrage im Uttlerhck^, ob die interalliierten Militärkontrollkommissionen in. L^sterreich und Ungarn zurückgezogen worden seien, mti>,, falls. nicht, w« lange ihre Tätigkeit. voraussichtlich noch sortdauern weche,-,- '■> Parlan:entssekrctär Locker- Lä m p.,s o n, -die Erörterungen des treffs der u n e r l e d i g t.e n Fra g e n dauern Mit der. ost e r-. reichischen und mit der ungarischen. Regierung., noch fort und cs sei noch nicht möglich, den Zeitpunkt,' zu dem die Militärkontrolle beendigt werden könne, vorherzusqgen. besitzt, kann jeder Bezirkshauptmaun ohne 31 o* k u r s r e'ch t a u s w e is e n, wobei' auch diese Behörde berechtigt ist, dem Ausländer einen Z w a n g s w o h nort anzuweisen und ihn auf. seine Kosten-an die Grenze ^zu schaffen. Gegen die E:rtscherdüngen des Ministeriums des Innern steht einem Ausländer ke i n B e tufu ng sre ch t.au den Verwaltü.n.gsgeri chtsh.of zu. Für Uebert.retung der'Novschriiten drobt-eine..Strafe bis 3O9O.Zloch oder MM'Wochen Atr^si. / /-Dieser',iÄMüH' Mkrde 'kn. der mLdrmwMerijelren Kon-.. ferenz//lebhaft' bmtiiitit Es Nurß bemerkt' werden, däß. er sich nicht awf die 's.'o-'g'e-ü'au-rrt'eu' Auslander in dr n Ra n dst a a t e n bezieht," devewMechte ' Noch vor . dem 1, Jänner 1927 geregelt werden sollen. Mr Entwuvsi-spricht ausdrücklich von Ausländern, die mach Polen k o m m e n. Die größte Verschärfung des Entwurfes/ lügt darin, daß über die Ausländer von nun an /die .wwt e rg eo r dn e t eu Behörden zu entscheiden WbM' werden. Sie »nnk Pols«. L'. Warschau, 26. Juli. Dar Bericht/Hqtz- PgHp-MMMsk' die zweite- JulidÄäde zeigt eine und /des/ Besitzes ar:/fremden Valuten. Dep-.^Wfßych'' Weägt- 140 Millionen Zloty, der - Vorrat au ftemtzeO Bällrteü''' Ma 100 Millionen Zloty. : - ein antisemitischer SetretdeenwrtsWchiSU.; L. Warschau, 26. Juli. Hier soll in den -nächten D«mr/ ein Syndikat für Getreideexport gegründet iverdeü, zü HeDem jüdische Kaufleute nicht zu ge lassen werden. . . Bor de« Prozeß gese» Seneral MalkrunM ./ Warfchan, 26 Jstli. In nächster Zeit soll der- Prozeß des gewesenen Kriegsministers General/ Malczewski Hattfinden. Zum Vorsitzenden der Verhandlung wurde das Mt- . glich des Obersten Miljtävgerichtes General Gr über bestimmt. Gleichzeitig hat der Oberste Gerichtshof das Gesuch des Verteidigers Malezewskis, Dr. P ieracki, um Freilasiung seines Klienten a b l e'h n e n d beantwortet/ Das Gericht führt in feiner Begründung militärische Rücksichten ent. Rnssisch-verfische Annähernng. W. Konstanttnopel, 26. Juli. Als Zeichen der r u Is s. i s chpersischen Annäheiru ng' wird von den Soivjetblättern die Ernennm^ des / bisherigen Botschafters in.Moskau, Ali G u l a C h a n A n z u r i, zmn persischen Außenminister betrachtet. Mi GUla Chan, der sechs Jahre Persien in Moskau vertreten hat uni) Doyen des diplmnatischen Korps toar, gilt als besonders sowjetfreuMich. In hiesigen diplomatischen und Politischen Kreisen wird die. englische D e mon st r a t: 0 n bei der Abfahrt des Persischen Ministers besprochen. Während russischerseits diese Abfahrt unter großen in il i tär iscyen Ehren stattfand und das ganze diplomatische Korpr seinen Doyen zmn Bahnhof begleitete, fehlte die englische Vertretung. Iit Stoffen, Seide, Waschbaren, BodeKostümen, -mflnteln,? ’lMBtcn u. s. w. im Warenhaus Telephon 47-1-70, 40-408 Eo p Es detail 0 9414498594