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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-26 · Heft 2666 (26.7.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2666 (26.7.1926)
Date
1926-07-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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;lPolen; 3S üro.rv I Wien: ZumAbhölen in de» j Expedition, ILTaborstr. 1-3, i oder in eitler Verschleisslelle! (Trafik) mortatl. 5 Schilling! Straasenverkauf ln Wien j durch die Kolporteure der! Firma Q o I dsehmfed, h, Wollaelle 11 I Mit Postversand ffit Wien I und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho« Slowakei; Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Dlrv60. polen:Mon.;6Zloty. Deutschland: Mon. Gin. 4, Frankreich,! Belgien: Mon.Frcs, 35 Machzahl an Sen Ml P i et •»! •‘’rhfthanpen eorbehallen Wiener LJonatun England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl, 2V Lire: Romlnien: Mon. 170 Lei. BdlgarierttMon.lOOLewr. Schweis und das übrige Ausland monatlich Frcs. ä Redaktion, Administration: Wien, ILTaborstr.! Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IXL, Univemitatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann i OesterreiChisches Postspat* Kassen-Konto Nr. 150.69!»r. 2666 Ilm tcböfticncflcn Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein voraugesetzies E gekennzeichnet. Zinoivieiv gestürzt. Der Vorsitzende des Exekutivkomitees der Bolschewiken wegen gehebner Konspiration vor dem Parteigericht. Moskau, 25. 'Juls. (Tel.-Ag. der Sowjetunion.) Das Plenum d e s Z e n t r a l k o m'': t c e s der' kommunistischen .Partei der Sowjetunion hat sich gestern-' Mit Fragen des 'staatlichen und wirtschaftlichen Aufbaues sowie des innerparteilichen Lebens beschäftigt. Es wurde eine R e s o l ution.in Angelegenheit der' Wahrung der Einheit der.Partei beschlossen, in der es heißt: - - „Die bis zur Zeit des 14. Kongresses entstandene und von diesem verurteile Oppoftitibn hat, bei den vom. Kongreß ' festgestellten ' ' I rrt-ü in e r n b e h ä r r 1 und' in ' ihrem Kampfe den Boden der rechtmäßigen Verteidigung, ihrer Ansichten' im Rahmen des Parteistatuts verlassen. In letzter'Zeit-hat die Opposition die Peichlüsse. früherer Kongresse betrefftüdd i e W a h r u-n g d e r P e r t e i e i n he i t v e r l e'tz f und eine il l e gä l e sraltiruell-e Organifatirn zu"schaffen - versucht, die der Partei gegonnberstand uno.gegen deren Einheit vorging. Dieser Versuch äußerte sich zu' der ,A b h a l,'t u ng-i;PX:c.g a I c r .k o nsp i r a t i ve r V e r sä m m l u n ge ü i'iu dein'Dr u ck" und d§r; P e r s e n d n n g .t e n d e n ziös g e s a m in etter 'g eh cini er P a r t e i d o k u ment e. und in der Schaffung illegaler fraktioneller Gruppen. . •; Festgestellt ist,, daß die Fäden dieses srHionellen Vorgehens der Opposition z u m A ppärat d es 'Ex e kn- -1 i v k o ut i t e e s d e r k o m m uni st i sch e n I r. t e r- N a.t i o n a l e l a u f e n, , a n dessen S Hitze S-im o)v f.e.w z-st e.h t. ' '• 'Die Refblution -hebt hefvör, W^fttt e i n e m W a l pe he i M o s k a n eine' -i l l e'gtä l e f.r ei 11 i.o n eile B e rs a nl m l n n g abtzehätten / wurde, die., P e l en.k i, vom Zetferalkomitee der fonünunistischen: Internationale als Vorsitzender leitete. In dieser goheim'en: Versammlung forderte der Kandidat des Zentralkomitees Lafchewitsch die Anwesendeii auf, sich zum K a m p.f,e. mit der P a r t ei und mit dem von dieser gewählten Zentralkomitee zu organisieren. Die fraktionelle Tätigkeit der -Opposition beschränkt sich nicht ans den'Nahinen der.komntunistischett Partei her.Sowjetunion, sondern es wurden Versuche, gemacht, den Apparat des'E-.-tiltivkomilces derlvnununist!scheu Internationale in den Kamps' hineinzuziehcn und die mitffeiner Hilfe verurteilten Ansichten der Opposition in anderen kommunistischen Parteiell' ztt verbreiten, nur dadurch den Bodens zur Aufreizung ausländischer konununiftischer Parteien und der komtnünistischett Partei der Sowjetunion vorznbereiten. Die Resolution betont, die Partei mache den Leiter der Opposition auf dem 14: Kongreß, Sinowjew, für die Zersplitterungslätigkeit in der - Partei p o l i t i s ch verantwortlich. Das Plenum schließt deshalb S i n o w j e w ä u s d e m pol i- ' t i s ch e n Bure a u und Lasch e w i t s ch - aus dem Zentralkomitee aus, enthebt letzteren des Amtes eines ' stellvertretenden Vorsitzenden des Kriegsrevolutionären Rates und erteilt ihm unter Androhung des Ausschilusses aus der Partei wegen seiner fraktionellen Tätigkeit einen strengen Verweis. .. . An Stellv Sinowjcws wurde zum Mitglied'des politischen Bureaus R u d z u t a k gewählt. (Äegcnwärsig besteht das politische )Vnrean ans ^'folgendell Mitgliedern: Stalin. R h ko w,''B n ch a r i n', -To m sk i, Kal ln i n, M o l o t o w, R ud z n t ak und T r o tzk i. Die Zahl der Kaildidaten des politischeir Bureaus wurde von 5 auf 8 erhöht und folgende Kandidaten bestätigt: Petrowskl,' U g l a n o w, O r d sch o n i k i d s e,' Am d r e j e w, K i r äw,' M i k o j a n, K a g a n o w i t s ch und K a m e n e w. Der tschechische Vizekonsul beschuldigt. Berlin, 25: 'Juli. Der „Montag-Morgen" meldet ans Magdeburg: Es stellt sich heraus, daß Kriminalkominissär H o l t und Untersuchungsrichter Kölling die Angabe des Jchröd e r, der Plan zur E r m o r d n n g Hellings sei in den N ä u men des t s ch e ch o s l o w a k i s ch-e n -' K o n s u la-t s verabredet worden, als e ru st e S p n r verfolgen. Schröderhat den tschechosioivaki scheu Vizekonsul Jan da, der die Geschäfte -des Magdehurgex Konsulats führt, der T e i l n ah m c a n do m M o r d P l a n beschuldigt. Men. Montag, 26.8»U1926 8. gahrsan« zionistischen Mionskomstees in London. (Don unserem T.-Korrespondenten.) London, 22. Juli. Die Session des Aktionskomitees, die heute begonnen hat, war in ihrem ersten Teil formeller Natur. Da noch inlmer nicht alle Delegierten eingetroffen waren — insbesondere fehlten die Mitglieder aus Polen zum größten Teil — wurde auf Ersuchen G r n n b a n m s die politische Debatte bis zur Vervollständigung der Präsenz zurückgestellt. Die. Tagesordnung mußte demgemäß abgeändert werden und es ging die Wirtschaftsdebatte der politischen voran. MS erster gab Präsident Welzmann seinen Bericht über den Stand der Bewegung und ihrer Arbeit seit dem Kongreß. Ans den vorhin gezeichnetkir Gründeic behandelte er die inneren Fraget: nicht, über die Kolonel K i sch referieren wird. ' . . 'Präsident W ei z mann wies in der Einleitung zu seinem.Referat ans die Krise.in Palästina hin. Sein Aufenthalt in Palästina int vergangenen Frühling habe ihm Gelegenheit-gegeben, die politische Lage von.allen Seiten, genau lenn.en zu lcr'üen. Seine. Ansichten seien in dein M e m o r a nd,u nt a it der: Völkerbund und dem dazugehörenderr Begleitbrief, ferner in einem an Herrn L i p s k, y gerichteterr Schreiben und in einem ausführlichen Briefandie b'r i t.i s ch e - R e g"i c r u n g über die Fordernngcil und über die Grnndlagei: der derzeitigen Politik , 'ausführlich niedergelegt, Dokumente, welche dem Aktionskomitee vorliegend Dr. Weizm'anns-Ansicht-sei, daß-sich, das Verhältnis zur Mandätarnlächt cm Larlfe des letzten Zähres . wesentlich gebMekt "HM,-'--Insbesotchdre -glanh.!^..Lr,!.sin^^ . .Koloni- - sation-' zri-fÄ'tmentzan'KiO^'Mp^n'' - -- mehr EntgegeMöntmen-als bisher z'.i verspüreii. Er habe sich auf die Hailptfrageit der Zuweisung ciitsvrecheilde^ Bodenfläche>r im B e i s aü - D i st r i k t nnd in: Süden bei''seirien Zilterveiitionen konzentriert.gnd glaube jetzt, schön sagen zu dürfen, daß man in dieser Sache,,in der. nächsten Zeit positive Resultate 31t erwarten habe. Von besonderer Bedeutung — setzte Dr. Weizmann ^ort, — sei die tief 0 e h e n d e W a n d l tut g in der . . Lsfentlichen Meinung Englands zu üüseren Gunsten. Gerade die gestern abends im Unterhause geführte Debat t e ü b e r die Frage einer Palast i n. aa n l e.i h e habe dentlich gezeigt, daß auf allen Seiten eine ernste nnd w0hlw0 llende Bezie hnng zu unseren Forderungen bestehe. Auch werde die Krise in Palästina, über welche die Regierung natürlich Wohl unterrichtet sei, nicht als eine besondere Schwierigkeit Palästinas betrachtet. sondern als ein Teil d e r a l l g e m i n e n W i r t s ch a f t s k r i se. Tr. Weizmaru: glaubt, daß Verständnis dafür bestehe, unjere kolonisatorische Tätigkeit. - im Einvernehmen mit dem arabischen Volke eventuell auch ü b e r d i e Grenzendes W e st j 0 r d a nlnnd es hinaus auszndehncn. Ans den: Gebiete wirtschaftlicher Politik Hat die Regierung bisher keine klare, gradlinige Haltung eingenommen. Sie geht empirisch vor, aber sachlich begründete Forderungen hatten auch hier Aussicht ans Erfolg und in den letzten Monaten sei in dieser Richtung schon manches i n Palästina erreicht worden. Von Moyderer> Bedeutung, sagte Dr. Weizmann, sei das' BerlMtnss D«n Äölkerbund. Der Völkerbund und die Mandatskommission seien, keine legislativen Körperschaften, sondern vielmehr Elearing-Houses für den Meinungsaustausch und für die ‘ Vorbereitung der öffentlichen Meinnng. Die dort geführten Diskussionen hatten auch, wenn keine entsprechende Beschlußfassung erfolgt, die größte Bedeutung, und daher sei das Erscheinen der Delegation des Maad Leumi in Genf und der von ihr hervorgerufene gute Eindruck ein wichtiger Erfolg für m^ere Sache. Dr. Weizmaun begrüßt die bei dieser Gelegenheit zutage getretene yertrauensvolle Zusammenarbeit der Exekutive 'und des Wand'Leumi. 2luch im Völkerbund und in dir Mandatskommission sei festzustellen, daß eine Atmosphäre ernsten und freundlichen Verständnisses besteht. Das Genfer Bureau der Exekutive unter Leitung Dr. Jacobsons habe Ivesentlich zur Schaffung dieser guten Stimmung beigetragen. Dr. Weizmann verzeichnet eine entschiedene Besserung des Verhältnisses der katholischen Kreise zum Zionismus, eine Milderung der früher recht aggressiven Stimmung dem, Ziynismus gegenüber,^Es sei dies vor allem der Einwirkung d e r f r a n z ö,s t s ch e n Elemente in Palästina zuzuschreiben, die anläßlich der Universitätserössnung einen starken und günstigen Eindruck von der zionistischen Arbeit erhielten. . Züsammensossen-d erklärt Dr. Weizmann,, es sei ein stetiger Fortschritt bei der Mandatarmacht und bei den anderen Mächten festzustellen. Die, politische Arbeit sei schwer und m ü.h s a nt, vor. allem aber unlösbar verknüpft mit allen Entwicklungen in Palästina. Die günstigen Etttwicklmtgen kötmkett zur Schaffung r e a l e r' P 0 s it i 0 u e n führen, wenn man imstande wäre, auch weiterhin eine neunenSwerte Zahl produktiver jüdischer' Elemente y»t Lande zu verankern. Dies habe zwei Voraussetzungen, em-e politische und eine finanzielle. Die p 0 l i t i sch e V v r a'u^Ssetztlng sei seiner Ueberzcugung nach gegeben; sie sei nicht vollkommen, aber sie stelle schon heute einen gebahnten Wetz nach'dem Ziele dar. „Wir müssen ihn nur zn gehen wissen. Ein neuer Geist, ein neuer Wille mt'iffe die Zionistische Organisation.bss sw durchdringen, es müsse eine heroische Anstrengung getnäHt werden, u-m unsere Arbeit -im größeren Stile -als bisher weiterzuführen." In Bezttg , apf die Frage der I e w t s h Agency sei Dr. Weizmann " nach wie vor der Meinung, das vom Kongreß beschlossene Projekt müsse weiter' durchgcführt werden. Er habe die Absicht, im Oktober Nach Amerika zu gehen, um dort die ans.den bekannten Ursachen abgebrochene Arbeit wieder anznkntipfcn. „Es ist unsere Pflicht, angesichts der Schwierigkeiten und angesichts der Möglichkeiten keinen Schritt unversttcht zu lassen. Unsere Gegner schließen sich zu einer Front zusammen und es sei unsere Pflicht, alles im Judentum, was palästinensisch fühlr-, a u ch a u ß,e r h a l b d e r Z i 0 n i st i s ch e n O r g a n i s a t i 0 n, 31t einer, Front zusammenznschließen." Bon besonderer Bedeutung waren die sodann folgenden Ansführungen des Dichters - Ehqim Mchnran BßM Er sprach über die Notwendigkeit, die inneren'Zustände im Zi» onismns zu bessern. Er verlangt, mit großen -Plänen und großen Forderungen an das Volk heranzütreten. Unsere Parole muß lntten: . 500.000 J'».inn ün 10 Jujhden nMh Palästina ußch alle Kräfte 'nr<-mu ir^om Vor allem, ruft er die Judetischast auf, einig zu sein. Auch die palästinensischen Juden müssen mehr Einigkeit zeigen. Weiters führt er aus, er habe in AmrlüA Gelegenheit gehabt, festzustellen, daß dort die Arbeit für Palästina auf philanthropischer Basis durchgeführt werde. Es -sei notwendig, aus dieser Einstellung herausz-ukommen und der Arbeit einen großen, neuen Schwung zu geben, Er glaube, es sei erforderlich, daß ein konkreter Plan cnf großzügiger Basis geschaffen werde, und daß Wi zi-aniistischrn KpWs dsr tzckyKru Wett sich mit neuem Schwttng für die Verwirklichung -einer vahrhaft umfassenden Palästinaarbeit großen Stiles einsetzen. Die folgende Rede des amerikanischen Mitgliedes Dr. Sbephen S. Wise ' bot viel des Interessanten. Er berichtete, über die Kämpfe mit dem Joint und lobte die feste Haltung der amerikanischen Zionisten, die nicht zulassen, daß das Krimprojekt an'die. Stelle Palästitras rücke. Die Zionisten Amerikas werben. loyal Weizmann helfen, lvenn er im Oktober «ach Amerika zu den Verhandlungen betreffs Erweiterung -der Jewi-fh Agency ilommt,' sie höffett aber, daß - - . - - -

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