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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-24 · Heft 2664 (24.7.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2664 (24.7.1926)
Date
1926-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IPolen; 23 grosgy t Wi en: Zum Abholen in 6« Expedition, II^Taborstr. 1-3, oder ln elnerVerschlelssielle ('TraHk) monatl. 6 Schilling Straasen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I d sch m led, 1^ Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1achecho-Slowakeb Mort, K22. Jugoslawien: Mon, Din. 60. Polen:Mon. 6 Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, B et g 1 en: Mon. Frcs. 35 ^«(hMhiwteii b«( Frei*- -rhAhait«en vorbehtlln Wiener Nr. 2664 Wie». Samstag, 24.3ttU 1926 IPfol« dflal Engl and: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. lfOLel BulgarieniMon.lOOLewi Schweis und das übrig« Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborair« 1 Telephone: 44-0-38,43-3-1! Ab 6 Uhr: 21*102, 25-2-85 IX.. Universitfltsstrasse 6-1 (Druckerei' ig. Steinmann; Oesterreiehisches Postspai* kassen - Konto Nr. 150.69'- 8. Jtohtflait« Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Die neue französische Negierung. Sie Anleihe für Palästina. Die Berhairdlung vor der Ünterhemskommifsion. K. London, 23. Juli. Uever den Verlauf der Verhandlungen über die Palästinaanleihe berichten die „Time s": Die Vorlage wurde vom Kolonienminister A m e r y nicht dem Plenum des Unterhauses, sondern der Finanzkommission unterbreitet. Die Vorlage verlangt die Zustimmung für eine 4'/2-MiÜtonen-Pfund-Änleihe für Palästina sowie für eine 10-Millionen-Pfu.nd-Anleihe für Uganda, R h o d e s i a und andere englische Kolonien in Afrika. Insgesamt wird also die Zustimmung zu einer Anleihe von 14V, Millionen Pfund angesprochen. Ter Minister begründete die Vorlage mit e i n e r l a n g e r e n Red e, in der er insbesondere ausführlich die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in Ziffern ^schilderte. Er sagte u. a.: „Wir haben alle vor fünf oder sechs Jahrest nicht aeglaubt, daß Palästina heute imstande sein wird, einen so bedeutenden Ueberschüß zu zeigen und so große Summen zurückzuzahlen." Der Minister sprach weiter über den zukünftigen Hafen in Jaffa und insbesondere über die Wichtigkeit des Hafens von Half a. „Ich sehe die. Bedeutung des Hafens von Haifa voraus nicht nur für Palästina, sondern für den ganzen mittleren Orient." In. der Debatte sprachen verschiedenes Abgeordnete, so ttisbesondeke G r aha m und . H a qki'l..t'oA. , Alle . Redner, auch die. der. L a b o n t P a 11 y, vörbreiketett sich über die Einzelheiten der Anleihen für hie Kolonien, während P aläst i n a i n der Deb a 11 e n i ch t erwähnt w ü r de.; Ter Ausschuß stimmtewie uns weiters berichtet wird, der Auslegung der Anleihen zu und die weitere Behandlung vor dem.. Plenum des Unterhauses hatte nur mehr formelle Bedeutung. ' Poinrare - Miniftervriisident und Finanzminister: Briand - Außenminifter: Herriot richtrminister. — Am Dienstag Darstellung in der Kammer. Unter- 2 Millionen Pfund zu 7 und 7"/- Prozent. Budapest, 23. Juli. Im Finanzministerium fanden heute vormittags entscheidende Beratungen zwischen den Delegierten des Londoner Bankhauses Rothschild und Handels- Minister Walko über den Abschluß einer Anleihe von zwei Millionen Pfund für die ungarischen Komitate statt, die, wie die Abendblätter Mitteilen, zu einem günstigen Ergebnis geführt haben. Die Anleihe wird auf dem Londoner und New-Norker Markt zu einem Zinsfuß von 7 oder 7'/- Prozent und einem Kurs von 97 oder 98 aufgelegt werden. Die erste Tranche der Anleihe wird der ungarischen Regierung schon Mitte August zur Verfügung gestellt. Der Erlös der Anleihe soll in erster Linie für Stratzenbauten in den ungarischen Komitate» verwendet werden. K. Paris, 23. Juli. Poineare hat sich heute mittags ins Elysee begeben und um halb 2 Uhr, nach dem Verlässen des Präsidentenpalastes folgende o f f i zi e ll e M i n i st erliste mitgeteilt: Ministerpräsident und Finanzminister: P o i n e a r e Justizminister und Vizepräsident: Barthou. Außenminister: Briand. Kriegsminister: P a i n l e v e. Marineminister: L e y g u e s. Oeffentliche Arbeiten: Tardieu. Bauten: Andre Fallieres. Oefsentlicher, Unterricht: Herriot. Handelsminister: B o k a n o w s k i. Landwirtschaft: Queuille. Innenminister: Albert Sa r r a u t. Pensionen und befreite Gebiete: Louis Marin und Kolonien: Perrier. Das Neue Kabinett besteht aus vier Senatoren und neun Abgeordneten. Unter den Senatoren befinden sich zwei Mitglieder der republikanischen Union und zwei der republikanisch-demokratischen Linken, da sich der neugewählte Senator Albert S a r r a u t-bei dieser der. radikalen Kamniergruppe entsprechenden. Parsei. einschreihen lassen 1 dürfte-Hön den KänimergrüpPen^siM' vertreten: die sozialistischen Republikaner und die Radikalen mit je zwei Mit gliedern, '-die republikanisch-demokratische.Linke, die Linksrepüblikaner, die radikale Linke und die republikanischdrmokMi'che Nnwn durch je ein Mitglied. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Tardieu, gehört keiner Gruppe an. Es ist bemerkenswert, daß das neue Kabinett nicht weniger als sechs ehe malige M i n i st e r p r äs identen umfaßt. Ob die Hauptschwierigkeiten bei der Kabinettsbildung, der Widerstand der R a d i k a l e n gegen die Minister- Präsidentschaft-Poincares, durch de» Eintritt Herriots und seiner beiden Getreuen Qneurlle und Perrier überwunden ist, bleibt abzuwarten. Bisher sind die Rad ikalen zu einer Einigungen dieser Beziehung nicht gekommen. Sie haben daher für heute abends eine gemein sm me Sitzung ihrer Senatoren und Abgeordneten einberufen, um sich über die Teilnahme der Parteimitglieder in der Regierung auszusprechen. Herriot wird an dieser Sitzung voraussichtlich teilnehmen. Das neue Kabinett hielt nachmittags seine erste Beratung ab. Nach einer Erklärung Poineares wird die Regierung vor« aussichtlich am kommenden Dienstag vor die Kammer treten und die sofortige Beratung der von ihr vorgelegten Finanz- Projekte fordern. Erklärungen Poineares. Beim Verlassen des Elysees erklärte Poincare den Presse* Vertretern: Wir haben ein K a b i n e 11 d e r weilestgehenden nationalen Einigung gebildet, ohne dem, Stärkevechältnis der Fraktionen Rechnung zu trägen. Ich muß sagen, daß ich keinen Schwierigkeiten begegnet bin, weil ich es mir habe airgelegen sein lassen, ein Ministerium zu bilden, ohne die einen oder die anderen zu bevorzugen. Herriot über seinen Eintritt in die Regierung* Im Senat wird die Bildung des Kabinetts günstig ausgenommen und dabei besonders, die Besetzung des Innenministeriums mit Albert Sapraut als begrüßenswert bezeichnet. Ferner wird die Selbstverleugnung Herr i o t s rühmend hervorgehoben, der ein in zweiter Linie stehendes Portefeuille angenommen hat, um die repu.blika n i s che U n i o n f e ste r z u k i t t e n. Herriot hat an den Präsidenten der sozialistisch-radikalen Gruppe, Caza ls, ein Schreiben gerichtet, worin er die Gründe angibt, die ihn veranlaßten, das Unterrichtsporteseuille anzunchmen, ohne die parlamentarische Gruppe vorher zu befragen. Er sei der Ansicht gewesen, daß er die Bemühungen, eine nationale Union zu verwirklichen, nicht hab e ve r e i t e l n1, dürfen. Hcrribt fügt hinzu, daß er die Verantwortung für seine Entscheidung auf sich nehme. , , Mellon in Frankreich. Paris, 23. Juli. Schatzsekretär Mellon erklärte kurz nach seiner Ankunft in Cherbourg vor Pressevertretern, daß er keinerlei Verhandlungen mit dem Gouverneur der Bank von England,' Montague Norman, geführt habe. Da er über die gegenwärtige politische Lage in Europa nicht auf dem Laufenden sei, könne er ich weder zu den Erklärungen Churchills noch zu den Vorgängen in Frankreich äußern. London, 23. Juli. Mellon und Morgan hatten noch vom Dampfer „Majestic" aus an die Londoner Vertrauensmänner der amerikanischen Hochfinanz gefunkt, daß 'ie in Ccherbourg, statt in Southampton landen werden/ Zwecks Rücksprache mit Strang und eventuell Moreau werden sic sich an einen bisher unbekannten Ort außerhalb Paris begeben. Es ist auch eine Konferenz mit Montagn N o r m a n, dem Gorwernenr der Bank von England in Aussicht gcnvmmeit. Die Dekrete in Dolen. Da» volnische Budget. Die Londoner Sitzung der zionistischen Aktionskomitees. London, 23. Juli. Bor der Eröffnung der Tagung des Zio istischen All'onSlomitees bat eine Besprechung btzr Exeknli.oe mit den amerikanischen Mitgliedern und den Palästina- Vertretern stattgefunden. In dieser Besprechung, der Präsident W e t z m a n .n. U s s i s ch f i n und L t p 8 l y beltvot nten. beschäftigte man sich insbesondere m't den Fragen des Heren H a i e s s o d. mit der Organisietung und Siärlung der Sammela tion. Deutschland und der Völkerbund. Berlin, 23. Jrrli. Die „Vossische Zeitung" schreibt in ihrer Ausgabe vom 24. d.: In Londoner diplomatischen Kreiselt verlautet, daß Deutschland anfangs Sepie m b e x in der e r st e n Sitzung des Völkerbundes lind des. Völkerbundrates zum Mitglied des Bundes und ZNM ständigen Mitglied des Rates gewählt werden soll, ine zwar ohne vorhergehende V e r ha n dl n n g e n, einfach auf Grund eines Antrages des Vorsitzenden der st^enaimien ersten Kommi>sion, daß Dentschland die Voraussetzungen seiner Mählbärkeit erfüllt habe. Der private Lollarkurr in Dolen. I* Warschau, 23 Juli. Der Dollar notie te beu:e im vrtba'en Belkebr in W a r >' ch a u 9.14. in K r a f a u 9.10. Die Baut PolSki zahlte >nr Geld S —. ,ür Schecks 6.0ö. L. Warschau, 23. Juli. Als erstes Dekret, welches von der Negierung auf Grund der vonl Sejnl gestern beschlossenen Vollmachten heransgegebcn wird, soll eine Verordnung über die Regelung der A n s! ä n d e r f r a g e in Polen erscheinen. Zwischen denl Reichspräsidenten unb bem Arinisterpräsidenlell fand heute eine Beprochtlng statt, in welcher eine Reihe von Verfügungen beraten wurde, die als Dekrete in Kraft gesetzt werden sollen. Grabski vor dem Staatsnericösßof V L. Warschau, 23. Juli. Heute trat der Sesinausschnß zur Beratlliig des Z ü n d h ö l z ch e n mo n o P o l.s zusammen. Der Referent gab eine Darstellung.des Sachverhaltes und erklärte, daß dem Staate sehr groß e r Sch a.d e n durch dcas Vorgehen der seiilerzeitigell Regierung erwachsen sei. Er beantragte schließlich, es sei gegen 'den geivesenen Millisierpräsideltten und Finanznlinister G ra b s k i die Anklage vor d e m S t a a t sg e r i ch t s h o f zu erheben, daß er die Verfassung verletzt und ein für den Staat schädliches Uobereinkonmlen abgeschlossen habe. Ferner beantragte der Referent die Revision de s V e rträges. < Die Abstimmung über diesen Antrag iuivo in der nächsten Sitzung am 30. d. vorgenvmnien werden. Aushebung per MiUillrattache» Im Ausland l.. Warschau, 23. Juli. Als Zeichen einer friedlich orientierten Politik ist anzusehen, daß der heutige Ministerrat tatsächlich beschlossen hat, die Posten s ä m t bi ch e r M i l i t ä ra i t a ch e s im Ausland a n f; n l a s s e n. . 1^. Warschau, 23. Juli. Wie im Sejm verlautet, bestchen zwischen den einzelnen Ressorts und der Finanzverwaltnng Unstimmigkeiten bezüglich der Pr äli m i ni eru ng des Budgets. Nach dem Entwurf ldes Finanzministers soll das Budget 1,75 Milliarden Zloty betragen. Die Gesamtfordemngen der Ressorts erreichen jedoch die Höhe von 3 Milliarden. Insbesondere fordert der K r i e g s m i n i sie r eine Echöhung um 700 Millionen. Auch der E i je n b a h n m i n i st e r will sei nett Etat na mhaft erhöhen. Senator Ringet beim Fnnenminister. ft. WarsckM, 23. Juli. Senator Dr. Ringel erschien heute beiin Minister des Jnnerrr in der Angelegercheit der An slandsPässe und der Herabsetzung der Gebühren. Er verlangte, daß alle ü verflüssigen S ch i k a n e n eingestellt werden. Der Minister sagte die Berücksichtigung der Forderung zu. Die sönmigeo Steuerschuldner in Polen. I... Lüarschmt, 23. Juli. Vor einigen Tagen war in vielen Zeitungen berichtet morden, die Regierung beabsichtige, die in der Postsparkasse liegenden Guthaben säumiger Stenerschuldner zu sequestrieren. Eine heute erschier^ne Erklärung des Finanzmknisterinms betont, daß eine solche Verordnung nicht ausgegeben worden fei. Es bestehe jedoch ein österreichisches Gesetz, das der Finanzverwaltnng das Recht zu solchen! Vorgehen einräunre, jedoch Steuerschulden bis zur Höhe von 2500 Zloty ansnehme.

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