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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-20 · Heft 2660 (20.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2660 (20.7.1926)
Date
1926-07-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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AM 4 Men, D'rensftg «BiefvCt awucgeiiyiimig Sv. JMKöb Kt AW Rothstocks Lifionen. Der Mörder lernt Sinters „Sünde wider de» Seift" auswendig. Der HakenLreu^jüwgling Otto Rothstock, der bekanntlich den Schriftsteller Hugo Bettauer meuchlings ermordet hat, wurde im Oktober v. I. von einem Schwurgericht freigesprochen, weil ein Sachverständigengutachten seine geistige Minderwertigkeit dargetan hat. Gleichzeitig wurde die Abgabe Rothstocks in die Irrenanstalt Steinhof verfügt. Rothstock, der während seiner Verhandlung ein äußerst Prä- Potentes Wesen an den Tag gelegt hat, hat sein Verhalten auch in der Irrenanstalt nicht geändert, so daß es wiederholt zwischen ihm und seinen Mitbewohnern zu heftigen Kontroversen kam. Jedermann war es von Anbeginn klar, daß die Geisteskrankheit Rothstocks nur fingiert war. Es bestätigt sich nun, daß die Vevantwortungsmethode .des Mörders Rothstock ihm von seinem Verteidiger, dem abgesägten Hakenkreuzgeneral Dr. Walter Riehl, auf das sorgfältigste eingelernt wurde. Rothstock hat während der Verhandlung immer davon gesprochen, dZß er Bettauer nicht getötet, sondern ihn nur ins Jenseits gedrängt habe, um seine Seele zu bessern. Diese Phrase findet sich 'wörtlich in dem Buche des deutschen Hakenkreuzschmierers Arthur Dinier „Die Sünde wider den Geist". Dieses Sudelwerk befindet sich in der Gefängnisbibliothek. Von dort bezog Rothstock auch seine Einbildung von seiner göttlichen Sendung und von seiner Nachfolgerschaft Christi, die ihn berechtige, derartige Handlungen wie die Ermordung eines Menschen vorzunehmen. Man sollte meinen, daß eine Gefangenhausbücherei dazu da ist, um den Häftlingen durch Vermittlung guter Bücher eine moralische Festigung angedeihen zu lassen oder durch didaktische Lektüre ihren Bildungsgrad zu heben. Beide Eigenschaften wird man Wohl dem Machwerk des Herrn Dinter nicht nachfagen dürfen, das Eingang in die Gefangenbausbücherei gesunden hat. Otto Rothstock hat wahrscheinlich über Geheiß seines Verteidigers gerade nach diesem Buch Verlangen gezeigt und es nicht nur eine Woche, wie dies nach der Gefangenhausordnung Vorschrift ist, Lei sich behalten dürfen, sondern es wurde ihm eine viermalige Verlängerung dieser Frist bewilligt. Rothstock hat also genügend Zeit gehabt, seine Rolle zu studieren, das Textbuch wurde ihm ja bereitwilligst von der Gesangenhausdirektion betzestellt. Dieser Vorfall bedarf seitens der genannten Behörde dringender Aufklärung. Otto Rothstock ist es gelungen, die Psychiater und die Geschworenen mit seinen „Visionen" zu düpieren: Als er auf den Steinhof gebracht wurde, kursierte das Witzwort, dgs Otto Ro-thstock sagen ließ: „Ich habe schon wieder eine Vision. Ich werde da nicht lange bleiben." Seit seiner Internierung wurden denn auch alle Anstrengungen unternommen, um den geistig Gesunden aus ftiner Umgebung zu entfernen. Rothstock wurde, wie dies Vorschrift ist, bereits einige Male ärztlichen Kommissionen vorgeführt, die erklärt haben, daß eine weitere Anhaltung auf dem Stemhof zulässig ist. Am 17. Juni wurde der Mörder einer neuerlichen Untersuchung unterzogen und diesmal kamen die Aerzte zu dem Schlüsse, daß in dem Gesundheitszustand Rothstocks eine derartige Besserung eingetreten sei, daß gegen seine Uebergabe gegen Revers in häusliche Pflege keine Bedenken mehrobwalten können. Die Angehörigen Rothstocks haben nun. bei der Polizei das Ansuchen gestellt, die Bewilligung zur Entlassung Rothstocks zu erteilen. Diesem Gesuche wurde, wie wir erfahren, keine Folge gegeben. Dagegen brachten die Angehörigen den Rekurs an die Landes regierung ein, der aber ebenfalls abschlägig beschieden wurde. Otto Rothstock bleibt also |stock zu entlassen. bis auf weiteres noch auf dem Steinhof. Wie wir erfahren, haben die Angehörigen dieser Tage ein neuerliches Gesuch um Entlassung durch das Polizeiko-mmis sariat Margareten gestellt. * Die Korrespondenz Wilhelm versendet oibends das folgende Communique des Magistrats: Das Reversgutachten, welches in der Anstalt Steinhof vorliegt, hat folgenden Wortlaut: Otto Rothstock wurde der Anstalt am 26. Oktober 1925 wegen einer paranoischen Geistesstörung übergeben; er hat am 10. März 1925 das Attentat gegen den Schriftsteller Hugo Bettauer verübt, dem dieser zum Opfer fiel. Auf Grund des Beschlusses des Bezirksgerichtes Hietzing vom 4. De zcmber 1925, wurde die weitere Anhaltung Rothstocks in der Anstalt auf die Tauer von acht Monaten für zulässig erklärt. Bei einer zweiten gerichtlichen Untersuchung, die am 17. Juni 1926 stattgefunden hat, wurde seitens des Gerichtspsychiaters eine gewisse Affektentspannung konstatiert so wie die Meinung ausgesprochen, daß derzeit von einer vollerÜrickelten Geisteskrankheit bei Rothstock nicht oesprcchen werden könne, und nur die Möglichkeit des Aufsleckerns einer solchen unter dem Einfluß äußerer Momente in Betracht käme. Auf Grund dieses Gutachtens hat sich das Bezirksgericht Hietzing gegen eine plötzliche" E n k l a f s u n g, -ohne >daß Vorbereitungen und Vorkehr» n^°n Mt Schutze des Rothstock getrosten werden, ausgesprochen und weiters vorgebracht, daß Rothstock in der seiner Entlassung nächstfolgenden Zeit noch einer Heiter vachung und Führung durch einsichtige Personen bedürfen dürfte und d ß es zweckmäßig wäre, wenn er in eine ganz neue, ihm fremde Umgebung käme.. Zum Schlüsse vermeint das Gericht, daß eine Anhaltungsfrist von zwei Monaten ausreichend ist, um jene Voraussetzungen zu schaffen, die nächst den Sachverständigengutachten .für die Entlastung notwendig erscheinen. Die Direktton der Heilanstalt Steinhof schließt sich dieser Ddeinung des Gerichtes an und erklärt, daß Rothstock gegen Revers entlassen werden kann, wenn die im Revers stehenden Bedingungen erfüllt werden und wenn sich der Reversleger verpflichtet, den Rothstock sofort nach der Entlassung in eine ihm fremde Umgebung zu bringen. Zum letzteren Punkte wird bemerkt, daß nach Angabe des Vertreters des Rothstock bereits seine Uebersiedlung in die Tschechoslowakei in Aussicht steht. Aus diesem Gutachten geht hervor, 1. daß Rothstock selbstverständlich nach wie vor in der An st alt Sternhof ist, 2. daß von einer äugen blicklichenEntlassung nicht die Rede sein kann. Die Polizei stellt nun jene Behörde dar, welche auf Grund des gerichtsärztlichen Reversgutachtens zu prüfen hat, ob und unter welchen Bedingungen Rothstock entlasten werden kann, vor allem, ob die verlangten Voraussetzungen überhaupt zu schäften sind. So müßte beispielsweise nachgewiesen werden, daß Rothstock sofort in die Tschechoslowakei gebracht wird. Ob diese mit dem Zuwachs einverstanden i st, muß erst nachgewiesen werden. Schließlich wird bemerkt, daß nicht die Aerzte der Anstalt Seinhof, nicht die Verwaltung/ sondern einzig und allein die Behörden — Gerichtsärzte,' Gericht und Polizei — verantwortlich sind. Denn ebensowenig wie die Aerzte und die Verwaltung Rothstock ausgenommen haben, sondern zugewiesen erhalten haben, ebensowenig sind sie berechtigt, Roth- Eine amtliche ErMrung zu der „Siunde"- AMe. Im Wege der amtlichen Nachrichtenstelle wird abends mitgeteilt: Hinsichtlich der in einigen Zeitungen behaupteten Verbindung des Postsparkassenamtes mit dem Kronos-Verlag und der daran geknüpften Politischon Schlußfolgerungen wird auf Grund der eingeleiteten Erhebungen mitgeteilt: WederdieRegierungnochdasPostsparkassenamt haben mit der Gewährung eines Darlehens an den Kronos-Vorlag etwas zu tun. Was die „Treuga" anlangt, konnte festgestellt werden, daß . sie im Jänner 1926 im eigenen Wirkungskreis und vollkommen selbständig zwei Akzepte des Kronos- Verlages in der Höhe von S. 35.000 und S. 5000 zu den üblichen Beugungen eskomptiert hat. Diese Transaktion stellt sich weder als Subvention, noch als Geschenk, sondern als ein normales Esk o mp t ege schüft dieser Bank da r. lieber Kreditgeschäfte der i d e s" mit dem genannten Verlag ist an amtlichen Stellen nichts bekannt. Diese Erklärung bezieht sich aus die am Sonntag veröffentlichte Behauptung der „Arbeiter-Zeitung", daß die Regierung den Kronos-Berlag des Herausgebers der „Stunde", Bekessy, durch ein Darlehen in der Höhe von 1,5 Milliarden Kronen unterstützt habe, und zwar sei dieser Betrag!durch die'Postsparkasse in der Weise beigestellt \ worden, daß sie 500 Millionen durch die „T r e n g a" und : eine MiMachtz durch ihre Dreuhandbank „F i d e s" zur Auszahlung gebracht habe, wobei die „Arbeiter-Zeitung" darauf anspiolt, daß der jeweilige christlichsoziale Finanz m i n i st e r zweifellos von diesen Aktionen gewußt haben müsse. Die „Arbeiter-Zeitung" schreibt dann weiter, daß es sich hiebei nicht bwß um dieses Darlehen handle, sondern daß die Postsparkasse die 1,6 Milliarden Kronen geradezu herzuschenken beabsichtige. Es sei nämlich geplant, den Kronos-Berlag in eine neue Aktiengesellschaft umzuwandeln, was nicht schwer fallen soll, da die Aktiengesellschaft, die derzeit ihn bilde, nur 10.000 Schilling Aktienkapital hat. Es handle sich hier um einen Rettungsversuch der privaten Gläubiger, die hoffen, mit Aktien einer neuen Aktiengesellschaft eine Bezahlung ihrer Guthaben zu erlangen. Die Postsparkasse als staatliches Institut will nun als Begleich ihres Darlehens ebenfalls Aktien der neuen Gesellschaft annehmen. Die „Arbeiter-Zeitung"' schreibt nun wörtlich: „Da nun diese Aktien ein bloßes Luftgeschaft sind, Aktien aus Schulden ausgegeben, so bedeutet es, daß die Postsparkasse diese papierenen „Aktien" als Zahlung ihres Darlehens annimmt, daß sie dem Erpresserverlag Bekessys diese 1,5 Milliarden schenkt." Das verqlftete Kloftem-Hl. Innsbruck, 19. Juli. Dem „Vorarlberger Tagblatt" wird gemelbet, daß am Donnerstag in der Abtei M ehrerau bei Bregenz der Generalabt und der ganze Konvent nach einem Festmahle, das anläßlich der Weihe eines ungarifchen Abtes gegeben wurde, erkrankt sind. Es dürfte sich um eine Vergiftung handeln. Der Abt sowie zwanzig Patres liegen derzeit noch krank danieder. Sie befinden sich jedoch auf dem Wege der Besserung. Verhaftung des Raubmörders LUva. Der MS-chenmord itt MeiEng. Nach einem gestern abends erfolgten Arfruf des GendavmeriepolstenLommandos Gmünd an das Wiener Sichecheitsbureau ist es gelungen, den 17jährigen Raubmörder Josef Oliva dort auszuiforschen und zu verhaften. Er gab bei dem ersten Verhör zu, das Verbrechen an der Hausgchilfin Anna Friedel he, gangen zu haben. Laut Aviso des Wiener Sicherheitsbureaus, daß sich OKva im Waldviertel versteckt halten müsse, hatte im Lauft des gestrigen Tages der Gendarmevieposten Gmünd bekanntgegeben, daß sich Oliva Sonntag bei Kirchberg im Walde im Waldviertel aufgchalten habe. Es wurde erhoben, daß ein junger Bursche, auf den die Beschreibung Olivas paßte, Sonntag in Ulrichs bei Kirchberg erschienen ist und von dort aus einen Burschen ersucht hat, eine Visitkarte an einen Knecht seines früheren Dienstgebers in Kirchberg zu übergeben. Die Visitkarte lautete auf den Namen ,Wilhelm Leixner". Das ist der 'Nmne des Geschäftsleiters des BackergeschLstes in der Mlhelmstraße 16, dem Oliva am Morgen nach der Tat die Brieftasche entwendet hat. Der jugendliche Mörder wurde vorläufig dem Bezirksgericht Weitra eingeliefert. Wien, 20. Juli. 1 * Zum 9. Ab. Uebevwältigend ist die Beharrlichkeit, mit der das jüdische Volk durch alle Länder, alle Schicksals den Tag der jüdischen Nationaltrauer bewahrt hat, ein Sinnbild der geistigen Kraft des Judentums und seiner Verbundenheit mit dem historischen Baterlande. — Nach dör 6. Mischnah des Traktats Taanis erinnert der neunte Ab an fünf furchtbare Ereigniffe: Ueber unsere Väter in der Wüste wurde verhängt, daß sie nicht in das verheißene Land kommen sollten. — Am gleichen Tage wurde der erste und zweite Tempel verbrannt. — Betar wurde zerstört, die letzte Stütze des sinkenden Staates. — Schließlich wurde über Jerusalem der Pflug gezogen als Zeichen, daß die Stadt aus immer ein Trümmerhaufe bleiben sollte. — Erinnert soll heute an die mannigfachen Ursachen sein, mit welchen der Talmud dieses/ furchtbare Strafgericht erklärt. Einige seien hier angeführt. Nach Rab Hamnuna fiel Jerusalem, weil man den Jugendunterricht eingestellt hatte. Nach Ula, weil Schamlosigkeit herrschte. Nach Rabbi Jehuda, weil man die Thoragelehrten verachtete. Nach Rabba, weil das Vertrauen unter den Menschen aufgehört hatte. — In der Aera der Erneuerung des jüdischen Volkes in Erez Israel, da in Emek und in Obergaliläa die jungen jüdischen Bauern säen und ernten und rund um das alte Jerusalem ein Kranz jüdischer Gartenstädte ersteht, gedenkt man in Ehrfurcht der ungezählten Generationen, die sich durch. achtzehn Jahrhunderte am 9. Ab in Sack und Asche hüllten. * Titel ohne Mittel. In Ermanglung überflüssiger Gelder, die die Regierung ihren Beamten zuwenden könnte, gibt sie ihnen jetzt funkelnagelneue Titel, die, sorgsam untevschreden nach den verschiedenen Dienstzweigen und Verwendungsgruppen, dazu angetan sein müssen, wohl das Selbstbewußtsein^ niwr ade» den Geldbeutel der, Beamten zu stärken. So ist zum Beispiel im Lrchiv- und Bibliotheksdienst durch die gestern verlautbarte Bdrovdrnmg sogar der Generalsrang erckgeführt worden. Es . wird von nun ab Generalstaatsarchivare und Generailstaatsbibliothekäre geben. Zu jedem Funktionstitel oibt es noch einen „Ober". Zum Ädministrationsrcrt einen Oberavministrationsrat, zum QuErsturrevidenten einen Quasturoberrevidenten, ftrner Oberbergmelster, Oberhüttenmeister, Oberstraßen-, Oberstrom-,, Oberhafen-, Oberbrückenmeister. Natürlich darf ein Oberwirtschafter; wenn es schon Wirtschaftsoberoffiziale gibt, auch nicht fehlen, wobei nur zu bemerken ist, daß der Titel Oberwirtschafter, wenn das „O" so mundfaul, wie das in Wien üblich ist,^ ausgesprochen wird, sich sehr fatal anhört. Besonders Boshafte könnten auf die Idee verfallen, daß nunmehr das „Oberwirtschaften" nach der neuen Atelverordnung eine offiziell zugegebene österreichische Beamtenfunktion ist. * „Der Jahrmarkt von Rohanh." Die Fortsetzung dieser mit großem Beifall aufgenommenen Novelle von Brnjamin Segel muß heute infolge Stoftandranges auSbleiben. * Zum Ableben unseres Kollegen Dr. Max Rosenberg haben uns noch kondoliert: Der Pressechef der polnischen Gesandtschaft in Wien Prof. Dr. Edmund Parnes, die Jüdische Telegraphenagentur in Berlin, die Redaktion der „Menorah" in Wien, Herr Philipp Geiger, Korrespondent südaMerikanischer Blätter, u. v. a. * Absturz eines Exportakaderrrkkers bei Admont. Aus Graz wird gemeldet: Am Oedstein bei Admont ist der 22jährige Erportakademiker Otto Bernard aus Wie» tödlich ab ge stürzt. Sein Begleiter, der MedUner Lengsfeld, erlitt leichtere Verletzungen. * Tödliche AutounfAle. In der Nacht zum Sonntag wurde in der Herualser Hauptstraße die 62jährrge Wäscherin Juliana Sa rau er von dem Äutotaxi 18 462 mvdergestoßen. Sie erlag ihren Verletzungen. — Sonntag nachts gegen halb 11 Uhr wurde in der Wahvrngevstvaße, Ecke Schulgasse, eine zirka Züjährrge unbekannte Frau von dem Auto A 6 5i6 überfahren. Auch sie starb an den erlittenen schweren Verletzungen. Die Frau wurde als die Gemischtwarenhänolevin Marie Groß, Canongasse, erkannt , * Die Opfer der Badezeit. Gestern wurden wieder einige neue Ertrinkungsfälle durch wildes Baden^ gemeldet. Der 7jäyrige Volksschüler Franz Seidel, der 25jährige Portier David Scharrer, Große Sperlgasse 8, der Fleischhauer Joses Widder und der Hilfsarbeiter Michael Basst über sind dabei ums Läben gekommen. * El» vermißter Zuckerbäcker. Seit Sonntag nachmittags ist der 52jährige Zuckerbäckermeister Bartholomäus Fab er, Bräuhausaasse 48, aus seiner Wohnung spurlos verschwunden. Gr hatte sich, ohne ein Wort zu sagen, wre gewöhnlich entfernt und seither ftt kein Lebenszeichen von ihm eingetroften. * Das Skelett im Walde. In einem dichten Jungwalde bei Kaltenleutgeben würde das Skelett eines vermutlich 40- bis 50jährigen, großen, starken Mannes gefunden. Der Tote dürfte schon zrrka ein Jahr an der Stelle gelegen sein. Nach den Erhebungen besteht die Vermutung, daß der Tote mit dem akademischen Maler Renee St engl, 1880 zu Hallstadt geboren, nach Esseg zuständig, identtsch ist, der seit dem 5. Oktober vorigen Jahres aus seinem Wohnort in Währing spurlos verschwunden ist. Er hat damals einen Brief zurückgelassen, in dem er bekanntgab, daß er sich, an einem einsamen, schwer auffindbaren Orte töten werde. * Nicht aus dem Elsenbahnfenster hinausbeugen! Wie der „Tiroler Anzeiger" meldet, wurde gestern abends einem Reisenden im Arlberg tu nn el, der sich sehr weit aus dem Fenster hlnausgebeugt hatte, von der Fuhrungsstange der Lokomotive eines Gegenzuges die Hintere Schädeldecke eingedrückt. Der Mann war aus der Stelle tot. Angeblich soll er Paul Mattis heißen.

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