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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-19 · Heft 2659 (19.7.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2659 (19.7.1926)
Date
1926-07-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[Polen: flSflfcmy | Wien- Zum Abholen In det Expedition, U^Taboistr. 1*3, oder in elnerVerschlelsstelle i'Ttatik) monatl. o Schilling 'Strassenverkaur In Wien durch die Kolporteure der I Irma (i o I d scli m i ed, VVollxeile 11 Mit EosIVersand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling 1 sch ec ho* Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Alon. Din. 60. Polen: Mon, 6 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 . Wiener Morgeiyejlung Engl and: Mon.4 Schilling. ItaHem Monatl. 20 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bölgarlen-MonJOOLewi. Schweix und das übrige Ausland monatlich Frcs. a Redaktion, Administration: Wie«, Il.Taborstr. 1 Teiephone: 44*0*33,43*3*19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25-2-82 IX., Universitatsstnsse 6*3 (Druckerei lg. Steinmanni Oesterrelchisehes Postspar* kassen-Konto Nr. 150.69- »Ir. 2659 Wie». Montag. 19. Sttti 1926 8. Seöraaitfl Sine Anleihe für WMm. Bon England garantiert. T London, 18. Juli. Im Unterhaus erttärte offiziell der Regierungs- Vertreter, die Regierung werde am Mittwoch im Unterhaus eine Resolution einbringen, wonach England die Unterbringung einer Anleihe für Palästina sowie die Garantie ihrer Verzinsung übernehme. Die Anleihe werde die Summe von 4,5 Millionen Pfund nicht übersteigen. Die Strmtsbiivgerfcherft in Palästina. London, 17. Irrli. (I. T. A.) Im Unterhause interpellierte Sir Gerald Strickland den Minister des Innern, ob Personen, die sich in Palästina dauernd niedergelassen hatten, bei ihrer Rückkehr Nach England noch d i e Rechte eines britischen Staatsbürgers genießen. Captain Hacking erwiderte im Namen der Regierung, das; die staatsbürgerlichen Rechte durch den Aufenthalt in Palästina und die spätere Rückkehr nach England unberührt bleiben. Oberstleutnant K e n w o r t h y wiederholte seine Anfrage bezüglich der 140 Palästinawanderer aus Mesopotamien, die in Bagdad feftgehalten und dadurch dem wirtschaftlichen Ruin zugcführt werden. Weshalb wird diesen Leuten die Erlaubnis zur Weiterreise und zur Einreise nach Palästina verweigert? N Kolonienminister Amery erwiderte: Ich habe schon am 5. Juli darüber eine Anfrage nach Bagdad gerichtet, es ist jedoch-P'.'i s...he''tt-'ö-e- -t-plnvüA-t^MgelMfen. Die Wnsferleiitung für Jerusalem. , K Jerusalem, 17. Juli. In Gegenwart, des Oberkommissärs Lord Plumer wurde gestern die Wasserleitung für Jerusalem feierlich eingeweiht. Das Wasser wird aus der Quelle Ein Tharah bezögen, die Mehrere Kilometer von der Stadt 'entfernt ist. Achad Haam — Ehrenbürger von Zek-Awlw. G. Tel-Awiw, 17. Juli. Die Stadtvertretung hat beschlossen, dem Philosophen Achad Haam anläßlich seines 70. Geburtstages die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Sine Regirrnngserkiürnng im Unterhaus. — Viereinhalb Millionen Pfnnd Sterling. Vkallk kn London. 7. London, 17. Juli. Der Dichter Chaim Nachmann V i a l i k, der, wie gemeldet, in Begleitung Lipskys hier ein getroffen ist, wird sich zwei Wochen in London aufhalten. Die Wische Grwertschaftsorganlsatlon in PalSliina. Jerusalem, 17. Juli. (I. T. A.) Der letzten Statistik zufolge zählt die p a l ä st i n e n s i s ch - jüd i s ch e G e w e r kschaftsorganisation Histraduth Haowdin heute 21.707 Mitglieder, unter ihnen 4425 im Post-,- Eisenbahn- und Telegraphendienst beschäftigte Araber. 6400 der Histadruth-Mitglieder sind in der Landwirtschaft tätig, und zwar 2600 in den Arbeitersiedlungen, 3800 in den aljen Kolonien. Die Handelsbeziehungen zwischen Paliistina und Sowletrußtand. Moskau, 17. Juli. (I. T. A.) Herr L. A. G l ° f - r, der vor kurzem aus Palästina ausgewiesene frühere Leiter der russisch-palästinensischen Handelsgesellschaft ArcoS, berichtete in einem Interview mit einem Mitarbeiter der „Ekonomitscheskaja Schisn" über den Stand der Handelsbeziehungen z w i s ch e n R u ß l a n d u n d P a l ä st i n a, Syrien, Aegypten. Die russisch-palästinensische Handelsgesellschaft ist im Jahre 1923 in Jaffa gegründet worden, um die alten Handelsverbindungen , zwischen Palästina und Rußland wiedexherzustellen. 1912 gingen von Rußland nach Palästina Waren im Werte, von 100.000: „ uitj) umgekehrt im Werte voü 46.000 'Pfund. HeMwartig steigt die KonsumkraftPalästinas immer höher. Es eröffnen sich daher wieder große M ö g l i ch k e i t e n des Exportes aus Rußland nach Palästina. Zurzeit.besteht ein lebhafter Geschäftsverkehr zwischen den beiden-Ländern. Im Jahre 1925 wurden nach Palästina, Syrien und Aegypten Waren im Werte von 200.000 Pfund eingeführt, und zwar gingen Waren im Werte von 80.000 Pfund , nach Palästina, 16.000 Pfund nach Syrien und 100.000 Pfund nach Aegypten. 1923 gingen nach Palästina Waren im Werte von : 22.000 Pfund. Die wichtigsten Einfuhrartikel für Palästina waren Ho l z, Zement, Kartoffeln und auch Oelprodukte. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Herriot betraut. Gine Regierung auf nationaler Grundlage. K. Paris, 18. Juli. Der Präsident der Republik hat heute vormittags den Kammerpräsidenten Herriot zu sich berufen und ihm die Kabinettsbildung übertragen. Herriot hat die Mission angenommen und sofort die nötigen Besprechungen begonnen, um so rasch als möglich die neue Regierung zufammenzubringcn. Im Sinne des Präsidenten soll kein Vakuum in der Regierung entstehen, um der Frankenspelnlation leine neue Nahrung zu geben. Herriot hat bereits nicht nur mit den einzelnen Parteiklubs, sondern auch schon mit verschiedenen politischen Führern Fühlung genommen. Seine ersten Konferenzen hatte er mit Briand, Painleve und Des Selves, weiters mit L o u ch e u r, B o k a n o w s k i und Louis Marin. Viel bemerkt wurde die - Berufung Poineares zu Herriot, was in politischen Kreisen mit der -Absicht des designierten Ministerpräsidenten in Zusammenhang gebracht wird, auf der G r u n d l a g e einer nationalen Einigung Jem Kabinett zu bilden. Diese Tatsache veranlaßt die sozialistische Partei, sich gegen einen solchen nationalen Block auszusprechen und keine V c r t r c t c r in die neue Negierung zu entsenden. Diese Ablehnung sowie-auch die; teilweise Mißstimmung in der raÜikalerr Partei, der Herriot selbst a n g e h ö r t, sich an einer nationalen Regierung zu beteiligen, hat die Miss i o n Herriots z i e m l i ch erschwert. Die gegen, Herriot auftretenden Fraktionsmitglieder haben beschlossen, aus der Partei a u s z u s ch e i d e n und sich unter dem Namen „Gruppe der progres si st ischen Republikaner" neu zu konstituieren. - Herriot wird sich noch heuje entscheiden. H e r r i o t hat -heute früh erstäxf, daß er h e Uten a chm i'ttags dein Präsidenten die' c tt d g ültige A n t w o r t über seine Bemühungen zur Kabinettsbildung werde geben können. Das Attentat aus Perez Stein. Paris, 18. Juli. Zu dem am Freitag auf den Zeugen in der Untersuchung gegen Schwarzbarth, den Schneider Percz Stein, von zwei unbekannten Personen verübten Attentat wird noch bekannt: Der Anschlag wurde auf einer Wiese in M o n t m dt t r e verübt. Stein hatte sich dort zum Ausruhen hingelegt, da er ein kränklicher.Mann ist. In der Nähe stand sein achtjähriger Sohy. Die zwei maskierten Leute gaben mehrere Schüsse auf den aus der W.iese liegenden Mann ab und riefen in ukrainischer Sprache: „Das ist für Petljura, du Jud!" Stein wurde in bewußtlosem Zustand ins Kraükenhaus gebracht, wo er sich bald erholte. Er ist nicht lebensgefährlich verletzt. D i e Täter sind entkommen. Bei der Einvernahme erzählte Stein, daß er bei einem der Prtljura-Pogrome in? No stop» in der Ukraine seine Frau und zlvei Kinder verloren habe. Das unruhige Indien. London, 19. Juli. In der Nähe von Kalkutta wurde ein neues großes Bombenlager entdeckt. Ferner gelang es den Behörden, eine Reihe von Choimkaillen sichevzustellen, die zur Herstellung von Bombeunvorbereitet war. Auch eine große Menge neuer Dolche wurde sichergestellt. Der Bizekönig von Jndlenhat anläßlich eines Festessens erklärt, daß er die Einberufung e i n e r n e n e n n l l i n d i s ch e n Konferenz in Erwägung ziche. Obgleich er sich davon nicht allzu Viel verspreche, könnte die neue Konferenz dennoch einen faseren Einblick in die gegenwärtigen Absichten der BevölkeHstg bieten. Ratifikation des Moffulverttages. London, 17. Juli. Wie aussKouistautittopel gemeldet wird, sind der e n g l i i ch e B o t s ch a f t e r Sir Auwtd L t n d i c y. miD der M l n i st e r d e § I r a k. Sttleiman F e t Y Y Bei, nach Angora abgereist, um die Ratifikationsurkunden des Maliulvertraaes gusrutauschen. Die UMÄeSmger MardMre. Eine am'lLscÄMsche Mache. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) K. Berlin, 19. Juli. Ter heutige Montag-Morgen" bringt lsenisationelle Einzelheiten über die M-agd-ebuvzer Mordaffäre. So stellt das Blatt auf Grund eingehender Recherchen fest, daß es sich be: den Anschuldigungen gegen den Magdeburger Großindüstriellen Rudolf Ha a s um eine an tisemitische Mache handelt. Das Blatt berichtete über einen z w e i t e n Fa ll H elli n g: Der unmittelbare Anlaß zur Entsendung des Berliner Kriminalkommissärs, die auf Persönliches Eingreifen des Oberpräsidentcn H ö r is i n g zurückättführen ist, sei das Verschwinden des jungen Handlnngsresenden Engelhardt gewesen. Seine Leiche wurde am 30. Jänner dieses Jahres bei N e u h a n s mit Steinen beschwert ans der Elbe gezogen. Der Ermordete war ein Sohn des Spitzenfabrikanten Engelhardt m Plauen. Die Leiche wies auch Schußwunden auf, so daß die Polizei' zunächst an einen Selbstmord glaubte, obwohl die Wertsachen des jungen Mannes fehlten. " ' >" Einen Monat vor seinem Vevschimm-don war der junge Engelhardt in einem Magdeburger Hotel gesehen worden, das in der Nähe jener-Brücke liegt, wo wahrscheinlich auch Helling zum nächsten Stelldichein abgeholt wurde. Um 6 Uhr abends kam Engelhardt im Hotel an, verließ es aber gleich wieder und wurde nicht mehr lebend gesehen. Der Hintergrund der ganzen Affäre gegen den Großindustriellen Haas scheint der zu sein, daß der Magdeburger Kriminalkommissär Tenholt in .engster Verbindung mit der Magdeburger S tahlhelmorgan ifat i o n steht, wogegen H a a s dem R e ich s b a n n e rnahegestanden ist. Windischgratz will nachtzanse.' Budapest, 19. Juli. Wie „A Reggel" aus Kreisen, die den: verhafteten Prinzen Windifchgrätz nahestehen, erfahren haben will, wird der gegenwärtig im Spital befindliche Prinz in den nächsten Tagen dem Strafgerichte ein Gesuch überreichen, worin er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand um eine häusliche Ueberwachung ersucht. Der Töröki-Sonat, der derzeit in Ferien ist, wird sich schon in der ersten Augusthälfte mit dem Gesuche befassen. Da der Prinz einstweilen noch Untersuchungshäftling ist wvd seine materielle Lage die Kosten einer häuslichen Ueberwachung gestattet, dürste dem G e f u ch e w a h r f ch e i n l i ch F o l g e gegeben werden. ,,, Ser englische Bergarbeiterstreik. London, 18. Juli. Mnisterpräsident B a l d w i n hat den Vorschlag der engliischen Bischöfe abgelehnt, wonach die Bergarbeiter unter den früheren Bedingungen die Arbeit in Pen nächsten vier Monaten fortsetzen sollen, wahrend gleichzeitig die Reglierung die Unterstützung an die Grrrbenbesitzer wieder aufnehmen soll. . 8m Wafrlkanlschen Parlamevt. K. Kapstadt, 17. Juli. Im südafrikanischen Parlament hat gestern der Abgeordnete Marvik die Regierung sehr scharf angegriffen wegen der Einreiseerlaubnis, für j ü d i s ch e Emigrant enausLitauen. Der Minister des Innern erklärte, daß die zugelassenen Einwanderer im vorhinein mit Arbeit und Beschäftigung versorgt waren. Sie Wischen Arbeitslosen in Parts. K. Paris, 17. Juli. Im Zusammenhang mit der wirtschaftliche Krise haben heute die jüdischen und r ü s fischen Organisationen eine Beratnng wegen der Fr a g e der auSländischenArbeitSlosen, de«» Zahl sich m i t jedemTagevvrgrößer!, ab-ehaüe».

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