Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2657 (17.7.1926)
- Date
- 1926-07-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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MtzS, SmnSiag Wkener MorOmzettUng 17. Hm 1R6 Ni. S657 US der jüdischen Well Aiouismsr md liberale» Iadentum. Aus Lwndon wird uns gemeldet: Am 12. d., abends, ging die erste internationale Konferenzder liberalen Juden zu Ende. Zuvor winde beschlossen, einen die liberale Jndenschaft aller Länder unrsassenden Weltverband für liberales Ziud-errtum zu schaffen. Der Begriff „Liberales Judentum" umfaßt alle gleichstrebenden Gruppen, mögen sie sich nun liberal, reformistisch oder progressiv nennen. Eine lebhafte Diskussion entspann sich bei der Behandlung der von H)r. Stephen S. Wise zur Erörterung gestellten Frage, ob innerhalb der liberalen Bewegung die Zionisten Platz haben und an ihrer Entwicklung Mitarbeiten können. Die Konferenz müsse unmißverständlich erklären, daß der Liberalismus keine Gegnerschaft zur zionistischen Bewegung bedeutet. Wollte man Gegensätze zwischen den beiden Bewegungen konstruieren, so tvürden ernste Gefahren Heraufziehen. Mr. Claude G. Montefiore habe erklärt, daß Judentum nur eine religiöse und keine nationale Gemeinschaft bedeutet. Das sei sehr kühn. Die jüdische Reformbewegung war hauptsächlich rationalistisch, nicht religiös. Sie litt infolge der geistigen Verfassung, die ihr aus Deutschland ausgeprägt worden war. Man erinnere sich, daß das Reformjudentum mit Beginn der industriellen Aera eingesetzt hat. Ihm fehlte die Kraft, die Liebe nnd Leidenschaft für die eigenen Ideale. Will nun das liberale Judentum in die Fußstapfen des Reformjudentums treten und seine antizionistischen Kriegsrnfe übernehmen? Es gibt zahlreiche junge Zionisten in Amerika, die mit Liebe dem Liberalismus anhängen würden, wenn man ihnen nicht erklären würde, daß Liberalismus und Zionismus unvcreinbarliche Dinge seien. Wenn die Konferenz heute den Zionisten nicht einen Platz in der liberalen Bewegung einräumen, so wird sie es später bereuen müssen. Der jüdische Nationalismus will eine Erneuerung des jüdischen Lebens in Palästinaauf daß die jüdische Religion und ihre hohen Ideale neues Licht ausströmen. Die Konferenz müsse Antwort geben auf die Frage: Haben die Zionisten Raum und Arbeitsmögllchkeit auf dieser Tagung? Wenn nicht, dann habe sich die Konferenz aus der Einheit des jüdischen Lebens ausgeschlossen. Die Konferenz hat die von Wise aufgeworfene Frage n i ch t beantwortet. Unbekannte Gedichte Wisch-spanischer Sichter. Der bekannte jüdische Forscher Dr. G a st c r teilt mit, daß er unter einer großen Zahl von Manuskripten, die er von dem Bühne nnd Kunst. Sa» Arbeitsprogramm de» Burgtheaters in der kommenden Saison. f Die kommende Spielzeit wird ntit Grillparzers „Der Traum, ein Leben" eröffnet. Ferner wird die nächste Spielzeit Neueinstudierungen folgender klassischer Werke bringen; Goethe: „Faust" und „Egmont"; Schiller: „Kabale und Liebe" und „W a l l e n st e i n"; Lessing: „E m i l i a G a l o t t i"; Hebbel: „Die Nibelungen"; Kleist: „Der zerbrochene Krug"; Grillparzer: „König Ottokars Glück und E n d e". Von Nestroy wird „Zu ebener Erde und im ersten Stock", von Anzengruber „Das vierte Gebot" gegeben werden. An neueren Stücken sind zunächst vorgesehen: „Der junge Aar" von Rostand, in der Bearbeitung von Klabund; „Das Genie und sein BruderZ von Sil-Vara; „Kapitän Braßbounds Bekehrung" von Bernard Shaw; „Trieschübel" von Franz Nabel. Im September beginnen sofort die Proben zur „Basantasena" des Sndraka, in einer Bearbeitung von Lion Feuchtwanger, mit Paul Hartmann, Otto Treßler und Hilde Wagener in den .Hauptrollen. Im Akademietheater gelangt als Eröffnungsvorstellung der nächsten Spielzeit das Lustspiel „Mädel von heute" von Gustav Davis zur Aufführung. Ferner werden herauskommen: „Die Äurchgängerin" von Ludwig Fulda; „Madelon" von Sarment; „Volpone" nach Ben Jonsen von Stephan Zweig; „Das Prinzip" von Hermann Bahn; „Mein Vater, das Kind" von Leopold Marchant und „Olla podrida" von Alexander Lernct-Holenia. unbekannten jüdischen Schriftsteller Josef v. H o n g k o n g erhalten hat, auch einige bisher unbekannte Gedichte von Don Tordos, Rabbi Jehnda Halevi und anderen gefunden hat. Unter den Gedichten befindet sich auch ein großer Band, betitelt „Parabeln nnd Rätsel", der in der Mitte des 13. Jahrhunderts in Sevilla in Spanien verfaßt wurde. Das Manuskript zeigt, daß Don Tordos einer der größten jüdischen Dichter jener Zeit war. Sie antisemitische Sesahr. Elite Denkschrift der jüdischen Frauenliga an den iniernationalen Frauenkongreß. Die Liga der jüdischen Frauen in Genf hat dem in der Zeit vom 8. bis 15. d. in Dublin abgehaltencn internationalen Frauenkongreß für Frieden und Freiheit ein Memorandum überreicht, in dem auf die zunehmende antisemitische Agitation hingewiescn wurde sowie auf die Gefahren, die daraus für den allgemeinen Frieden erwachsen. Das Memorandum verwahrt sich insbesondere gegen die Identifizierung von Judentum und Bolschewismus, und verweist auf die kürzlich in Budapest abgehaltenen Antisemitcnkonferenz, in der beschlossen wurde, gegen die Juden mit Mitteln des Terrors vorzugchen und Pogrome zu inszenieren. Angesichts dieser Gefahr verlangt die Liga der jüdischen Frauen, baß der internationale Frauenkongreß eine besondere Kommission zur Bekämpfung des sich unter der Jugend immer mehr ausbrcitenden Antisemitismus schaffe und in einer Resolution erkläre, daß cs von dringender Nottvcndigkeit sei, unverzüglich in jedem Lande gegen die antisemitische Bewegung den Widerstand zu organisieren, um den den Frieden gefährdenden Rassenhaß der Jugend zu bekämpfen. Eine französische Uebersetzung von Schalom Alejchem. In Paris ist eine französische Uebersetzung des Werkes von Schalom Alejchem „Tobias, der Milchhändler" von Edmond Fleg erschienen. Der Uebcrsetzer ist der Autor des Romans ,>Schma Jisroel" und des Dramas „Der Jude des Papstes". Er leitet den Verlag „Judaisme". Der Uebcrsetzer ist selbst ein Jude aus Elsaß und hat hier den jüdisch-französischen Dialekt aus Elsaß benützt. Ein Sammelbuch zum Andenken der Schauspielerin Ka« minska. Zum ersten Todestag der Mutter der jüdischen Bühne, Esther-Rachel K a m i n s k a, der in den Dezember dieses Jahres fällt, wird in Warschau ein großes Sammelbuch zum Andenken an die große Künstlerin vorbereitet. Die Redaktion (Marek Turkov, Warschau, Zlota 75) wendet sich an die Oeffentlichkeit mit der Bitte, Materialien (Briefe, Photographien) zwecks Veröffentlichung in dem Sammelbuch leihweise zur Verfügung zu stellen. bildender Künstler morgen Sonntag eine Feier auf dem israelitischen Friedhof an der Helmstedter Straße, die mit der Enthüllung eines Gedenk st eines verbunden werden wird. Aus den Theatern. Raimund-Theater. Montag aelanqt der Schwank ..Die Abenteuer des Herrn M e i e r m a x" zur 25. Ausführung. Modernes Theater. Heute. 8'/. Uhr abends, Erstaufführung kes Sc!wankes .Haben Sie nichts zu verzollen?" von Maurice H e n n e q n i n und Pierre V e b e r. deutsch von Max Schön a u._ Frau .Jeritza gastiert in Staatsoper. Die Direktion der Staatsoper hat mit Frau Kammersängerin Maria Ieritza ein Uebereinkommen getroffen, wonach sich die Künstlerin im Herbst dieses Jahres bis zu ihrer Abreise nach Amerika der Staatsoper für eine Anzahl von Albenden zur Verfügung stellt. Bon der Photographischen Ausstellung in Frankfurt a. M. Auf dieser Ausstellung, welche am 14. August eröffnet wird, soll auch das große Bild besondere Berücksichtigung finden. Neben Skizzen und Vergrößerungen werden namhafte Vergrößerungsanstalten vorbildliche Uebermalungen in Aquarell, Pastell und Oel zur Schau stellen. Auch wird der E d e l d r u ck in den verschiedenen bewährten alten sowie in den interessanten neuen Verfahren besonders zur Geltung kommen. 8erichtss«at. zwischen Nizza und Wien. Dr. Taubs Erlebnisse in französischen Gesängnisseu. Olga Hirschl Wilhelm Lilien XX. XX. empfehlen sieh als Verlobte Wien Im Juli 1926 HOTEL CENTRAL Wl«n, II. Taberitrane Ss Stadtzentrum » 150 neu eingerichtete Zimmer * Zentralheizung, kalt- und warmfliessendcs Wasser, Telephone, Lift, Cald-Restaurant * Preise von S 5.— aufw., , aufleute 10°/0 Rabatt. 665 konnte, daß ich in Passau in einem unbewachten Augenblick die Freiheit zu erlangen versuchte. Damals dachte ich an gar nichts anderes, mein Denkvermögen tvar geschwunden, seit einem Jahr sprach ich außer mit dem Kerkermeister mit keinem Menschen. In Passau wurden mir nun die Fesseln abgenommen. Als der bayrische Gendarm sich auf einen Augenblick entfernte, rannte i ch i n st i n k t i v, ohne Hut, ohne einen Heller in der Tasche, in die Stadt, lungerte plan- und ziellos die ganze Nacht in den Straßen Passaus herum, in meinem zerlumpten Sommerayzuge von 1924 Das tvar also kein Fluchtversuch, sondern der wilde Sprung eines Verzweifelten ins Freie. Gegen 5 Uhr morgens wurde ich vom Bahnhosportier erkannt und ließ mich widerstandslos festnehmen." Der Angeklagte kam sodann auf seine damaligen Bermögensverhältnisse zu sprechen und behauptet, daß er jederzeit imstande gewesen wäre, Glatzmeyer schadlos zu halten, wenn nicht seine Verfolgung eingesetzt hätte. Ebenso hätte er aus seinem Privatvermögen, das unter anderem aus einer wertvollen Wohnungseinrichtung bestand, die Familie Kralik befriedigen können, deren Wertpapiere infolge der Geldentwertung sehr stark cingebüßt hatten. Dr. Taub kam dann auf seinen Verkehr im Automobilklub 51t sprechen nnd erklärte, nichts Anstößiges daran zu finden, wenn ein angesehener Anwalt im Automobilklub um höhere Beträge spielt. Für die Spiclabteilung war ein Ueberwachungspcrsonal engagiert, unter dem sich auch der Spieldiene» Glatzmeyer befand, der überdies Zählkellner bei Meißl n. Schadn war und als schwerreicher Mann galt. Jedes Spielklubmitglied hat je nach seiner sozialen Stellung einen entsprechenden Kredit vom Klub ans. Ihm sei ein solcher Kredit in der Höhe von 200 Millionen eingeräumt gewesen. Den Spiel« dienern war es verboten, diesen Kredit zu überschreiten. Der Angeklagte bestreitet heftig, daß er mit Hinterlassung betrügerischer Schulden geflohen sei. Er hätte cs nicht notwendig gehabt, zu flüchten, da seine Wohnungseinrichtung allein zur Deckung aller Schulden ansgereicht hätte. Der Verwalter der Konkursmasse des Tr. Taub, Rechtsanwalt Dr. Sache, gibt an, er habe in der Wohnung des Doktor Taub nicht den Eindruck gewonnen, als handelte cs sich um einen Flüchtling, denn die volle Einrichtung war vorhanden, für die insgesamt 44.000 Schilling erlöst und hievon die Gläubiger erster und zweiter Klasse zur Gänze befriedigt wurden. Der Spieldiener des Automobilklubs Glatzmeyer behauptet, er habe die Wertpapiere im Werte von mehr als 50.000 Schilling dem Dr. Taub zu dem Zwecke übergeben, um sich auf diese Papiere ein Darlehen von 15.000 Schilling zu, beschaffen. Dr. Taub weist demgegenüber auf das schriftliche Uebereinkommen hin, wonach Glatzmeyer das Effcktendepot dem Dr. Taub leihweise überließ, wobei das Wort leihweise in der Urkunde rot unterstrichen wurde. Glatzmeyer sagt nun, er habe dieses Wort so verstanden, daß er dem Dr. Taub Geld geliehen habe. Dr. Taub bemerkt, Glatzmeyer habe wohl gewußt, daß er damals bedeutend niehr als 15.000 Schilling brauchte, so daß Glatzmeyer also wissen mußte, daß er ans diese Wertpapiere mehr als 15.000 Schilling anfnchmen werde. Dr. Taub enthaftet. Bor Schluß der gestrigen Verhandlung beantragte Staatsanwalt Dr. W a g n e r, die Verhandlung zum Zwecke neuer Erhebungen zu vertagen. Verteidiger Regiecungsrat Doktor Sieger schloß sich diesem Antrag an, bat aber um gleichzeitige Enthaftung des Angeklagten. Der Gerichtshof beschloß hierauff die Vertagung der Verhandlung, Rückleitung der Akten an den Untersuchungsrichter und Enthaftung des D r. T a u b gegen Gelöbnis nnd Erlag einer Kaution von 10.000 Schilling. Dr. Sieger erlegte diesen Betrag, worauf Dr. Taub enthaftet wurde. Mische» Theater und da» Fenseii». Erbauliches aus Transsylvanien. Die „Wilnaer Truppe" .befindet sich jetzt auf einer Tournee durch die Städte Transsylvaniens, die eine orthodoxe, wenn auch assimilatorisch durchsetzte Bevölkerung besitzen. Fast in jeder Stadt verbieten die Rabbiner den Be s u ch desjüdischen Theaters, welchen sie als „schwere Sünde" erklären. Das Theater hat unter dieser Reaktion naturgemäß schwer zu leiden. Der Schauspieler Josef Kamen schildert folgendermaßen diese Zustände: „In jeder Stadt, die wir aufsuchen, erläßt der Ortsrabbiner eine.n Bann gegen uns und ein Besuchsverbot. Er ruft alle Chassidim zu sich nnd erklärt ihnen, der Besuch eines jüdischen Theaters sei eine schwere Sünde. In Desch war ich selbst anwesend, als der Rabbiner sein Verbot aussprach. Hunderte Gläubige waren im Saal nnd der Rabbi sagte: „Wir haben Gäste in der Stadt: ein jüdisches Theater! Wißt ihr, was jüdisches Theater heißt? Man macht — aus Juden ein Theater! Und wer zusieht, wie man aus Juden ein Theater macht, wird keine Ruhe haben, weder in dieser, noch in jener Welk!" ... ßuthLllung eines Gedenksteine» für 8. M. Men. Wie I. T. A. aus Berlin berichtet, veranstaltet zur Erinnerung an den Maler und Radierer Ephraim Mose IFijen, der am 17. Juli 1825 starb, der.Wirtschaftliche Verband Die Verhandlung gegen den Rechtsanwalt Dr. Taub wurde gestern mit dem Verhör des Angeklagten fortgesetzt. Doktor Taub schilderte seine Erlebnisse in den französischen Gefängnissen und seine Ueberstellung nach Wien in den denkbar schwärzesten Farben. Zwölf Monate hat er in verschiedenen französischen Gefängnissen, mitunter in mittelalterlichen Verließen, geschmachtet. Dann setzte ein langwieriges Auslieserungsversahren ein. Endlich waren die Formalitäten abgeschlossen und es begann, wie Dr. Taub sagte, eine Vergnügungsreise entsetzlichster Art von Nizza nach Wien. „Nie habe ich geahnt, daß so etwas Fürchterliches in Europa möglich ist. Ich bin mit E i s e n s ch e l l c n an H ä n d e n und Füßen gefesselt in einem Zellenwagen gesessen, dessen Jnnenraum einem kleinen Anstandsort glich, ohne Fenster, ohne Tür, nur mit einer kleinen herzförmigen Lnftöffnung, die hie und da geöffnet wurde, tvenn der Kerkermeister die Gnade hatte, mich ein wenig Luft atmen zu lassen. In diesem Zellenwagen v e rbrachte ich volle sieben Wochen, Tag und Nacht auf der Heimreise, zur Winterszeit, in einer ungeheizten Zelle, in meinem einzigen, völlig zerlunlpten Sommeranzug. Auf der Reise Passierte ich 26 Gefängnisse, immer eingesperrt und ausgesperrt, immer au Händen nnd Füßen gefesselt. Ich will mit dieser Schilderung durchaus nicht Stimmung machen, sondern den Herren Richtern begreiflich machen, wie. es kommen Rolly oder Molly? Bor dem Bezirksgericht Favoriten fand vor kurzem eine Ehrenbeleidigungsklage statt,. die einer gewissen Originalität nicht entbehrt. Frau Josefine W. l>at einen Hund, der Rolly hieß. Auf demselben Gang wohnt ein Ehepaar, daS eine Tochter hat, die Molly heißt. Frau W. ist auf besagte Molly nicht gut z,l sprechen und so kam sie auf die .Idee, ihren Hund Rolly in Molly nmznwcindelri. Dies sollte den Zweck haben, um ungestraft der Molly, nämlich der jungen Dame, die fatalerweise gleichzeitig die Enkelin des Hausherrn ist, allerlei Liebenswürdigkeiten, wie etwa „Du Miestvieh", „Du Rabenvieh", „Ich Han dir den Schädel ein", „Du Schlampen", „Du Hatsch'u", zirrnfen zu können. Fräulein Molly klagte, doch Frau W. redete sich yuf ihren Hund aus, den sie doch ungestraft beschimpfen konnte. Der Richter konnte sich diesem Argument nicht verschließen und sprach sie wegen der Ehrenbeleidigung frei. Damit war aber der Rachedurst des Fräulein Molly nicht gestillt. Sie lag ihrein Großpapa, dem Hausherrn, in den Ohren, und dieser mußte gegen Frau W. die Kündignngsklage wegen urrgebührlichen Verhaltens einrcichen. Durch ein umfangreiches Beweisverfahren wurde sestgestcllt, daß Frau W. nur, um das Fräulein zu kränken, den Hund umbenannt habe, was schon daraus erhellte, daß sie ihre Beschimpfungen fortsetzte, wenn auch der Hund nicht dabei tvar, aber das Fräulein vorbeiging, Der Richter kam zum gegenteiligen Ergebnis seines Kollegen und erklärte mit Rücksicht auf das Hundeaktum die Kündigung für rechtswirksam. Jetzt muß die Frau mit ihrem. Rolly-Mosty aus die Wohnungssuche gehet'.