Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-07-16 · Heft 2656 (16.7.1926) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2656 (16.7.1926)
Date
1926-07-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981743--27055-3014947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sette y Men, Freitag Menev Mmegenzettims Nr. 2656 Bühne nud Kunst. „Ser ggel." Theater in der Jofefstadt. Karl Zeternik, seines Zeichens Schuhleistenfabrikant, ist der ansgestorbene Typus eines bürgerlichen Revolutionärs. In dem Schwank von Impekoven und R e iman n war er vermutlich nur ein Nervenpinkel, ein Doppelgänger des Familienvaters in der tschechischen Posse „Dampfmaschine", die seinerzeit Pallenberg nach Wien brachte, tvahrscheinlich außerdem noch ein arger Prozetzhansel. Zu einer Charakterfigur hat ihn wohl der österreichische Bearbeiter S a ß m a n n erhoben. Und d'e ergötzliche Mischung von Spießbürgertum (das noch bei Metternich hält) und gefährlichem Rebellentum, das mit einer fürchterlichen Watschen nicht das Amtsorgan getroffen haben will, sondern bloß das System, welches dieses österreichische Amtsorgan verkörpert, ist bestimmt dem göttlichen Moser zu danken. * Endlich gab man ihm eine abendfüllende Rolle, in der sich seine vis comica ausleben kann. Und wie! Moser im Kegelklub, von den Bereinsbrüdern geuzt; Moser im Familienkreise, als Papa eines Lausbuben, dem er bei der Schulaufgabe helfen soll, einer Verlobten Tochter, deren Bräutigam er nicht ausstehen kann (und der Hemdkragen geht nicht zu, und der linke Schuh ist nicht zu finden); Moser, einen österreichischen Richter frozzelnd; Moser als Angeklagter und Berteidiger in einer Person; Moser, quitschvergnügt im Arrest, die Arrestantennniform beanspruchend, auf Selbstverköstigung verzichtend, um dem Staat keinen Heller zu ersparen — es ist wirklich zum Schreien. H1 Unter den vielen Akteuren, die ihm das Stichwort geben, taucht manche vollsaftige Gestalt Ludwig Thomascher Prägung auf, Herr Neugcbauer gibt einen völkischen Mittelschullehrer (Duckmäusertum und schäbige Feigheit in der gewölbten, mit nationalen Abzeichen geschmückten Brust), Herr Behal einen ausgezeichnet gesehenen Amtsdiener, Herr I w a l d einen feschen Untersuchungsrichter, die Fingernägel sorgfältiger behandelnd als die Akten, und alle anderen fördern den großen Heiterkeitserfolg, der sich gestern, rund um Hans Moser, von Bild zu Bild gesteigert hat. O. A. Reinhardts Wiener Rechenschaftsbericht. Das Spreljahr 1926 im Jofefstädter Theater. Die Direktion des Josefstädter Theaters versendet einen Bericht über das abgelaufene Spieljahr, dem wir folgendes entnehmen. Die höchste Ansführungsziffer erreichte Galsworthys „Gesellschaft". Es folgen in der Aufführungsziffer: „Die Gefangene" von Bourdet, „Riviera" von Molnar, „Natalie" von Turgeniew, „Alles und nichts" von Nestroy in der Bearbeitung von Friedell und Saßmann und „Mein Vater hat recht gehabt". (Die angeführten Stücke gingen mindestens zwanzigmal in Szene.) Häufig gespielt wurden ferner: „Der Diener zweier Herren", „Lob des Diebstahls", „Mein Freund Teddy", „Spleen" und „Ihr kleiner Freund". Mit letzterem Werke fand die diesjährige Winterspielzeit ihren Abschluß. Die österreichische und deutsche Literatur war in dieser Saison im Repertoire des Theaters in der Josefstadt durch Brecht, Hofmannsthal, Lieblein, Nestroy, Schiller und Werfel vertreten. .Von Hofmannsthal wurde „Christinas Heimreise" (Regie Stephan Hock) und das Vorspiel „Das Theater des Neuen" anfgcsührt, von Werfel „Juarez und Maximilian". Das „Theater des dienen", welches gegen Ende der Saison gegründet wurde, setzt sich zum Ziel, wertvolle Werke der allerjüngsten dramatischen Produktion im Rahmen von Matineen zur Aufführung zu bringen. In Anbetracht der vorgerückten Zeit waren in diesem Jahre nur zwei Veranstaltungen möglich, an denen „Baal" von Brecht und „Ter Niemand" von Lieblein aufgeführt wurden. Das französische Theater war im Spielplan mit Besnard, Birabeau, Bourdet, Geraldy, Guitry, Nathanson und Rivoire vertreten, die an 113 Abenden zur Aufführung kamen. Die Engländer Cowald, GalsworHy, Milne und Shakespeare teilten sich in 87 Abende, die Italiener Goldoni und Signorini erzielten 26 Aufführungen. Die amerikanische Literatur erschien mit O'Neills „Kaiser Jones", Rußland mit Turgeniew („Natalie"), Ungarn mit Molnar („Riviera"), schließlich Indien mit „Sakuntala" von Kalidasa 11 Abende. Außer den regelmäßigen Nachmittagsaufführungen, die auch zahlreichen Kindermärchen gewidmet waren, fanden auch eine Anzahl außerordentlicher Vormittagsvorstellungen statt, bei denen unter anderen Gunnar Tolnaes zum ersten Male vor das Wiener Publikum trat. * Dieser Bericht ist hübsch frisiert. Man muß zwischen den Zeilen lesen: Reinhardt, der seinerzeit verkündigt hatte, just Wien sei der Boden für sein künstlerisches Wirken, kam nur gelegentlich, den „Schauspielern des Theaters in der Josefstadt unter Führung Max Reinhardts" die Hand zu drücken. Bei diesem Anlaß hat er während der ganzen Spielzeit sage und schreibe zwei Premieren eigenhändig inszeniert: „Riviera" und „Die Gefangene". Die Repertoirebildung blieb so ziemlich dem Zufall überlassen. Man ruhte teils auf dem Lorbeer aus, den man in früheren Jahren geerntet hatte, teils holte man recht alte Ladenhüter a la „Mein Freund Teddy" hervor. Daß die Reinhardt-Bühne das „Theater des Neuen" zu der eigenen Sache nlacht, ist löblich. Aber diese Sonntagsvormittagsvorstellungen erlebten nicht „unter Führung Max Reinhardts" das Rampenlicht, sondern sind der Initiative eines jungen Schauspielers zu danken. — Es gab gute, sehr gute Theaterabende. Gewiß. Auch einen überragenden („Die Gefangene"). Aber nach dem Reinhardt-Rummel anläßlich des Einzuges des großen Theatermannes ist der diesjährige künstlerische Ertrag bestimmt nicht überwältigend. Nicht einmal die Feststellung des Berichtes, daß Gunnar T o l n a e s in der Reinhardt-Bühne zum ersten Male vor das Wiener Publikum trat, kann über den Niedergang dieser Bühne während der letzten Spielzeit hinwegtäuschen. _CENTRAL-KINO_ II., Ta bo r s t r a s s e 8 Telephon 42-3-41 Von heute bfs 19. Juli Ilgeuim im Frack Sch windelpeschichte In 6 Akten mit Cd WEY TEARLfi EILSEN PRINGLE und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen' Vt6, >/,8. %9 Uhr Freilichtaufführungen auf der Hohen Warte. Das Direktorium der Arbeitsgemeinschaft der Wiener V o l k s o p e r, die im letzten Jahr so manche Krise zu überdauern hatte, geht an die Arbeit, um ihren Künstlern und Biihnenangcstellten Verdienstmöglichkeit zu verschaffen. Die Hohe Warte wurde gemietet, wo bereits Donnerstag den 22. d. die erste Freilichtaufführung stattfinden wird. Das Wiener Publikum soll an derartige Vorführungen unter freiem Himmel gewöhnt werden. Des schlechten Wetters — wie die Erfahrung lehrt, geradezu eine Folge derartiger gewagter Unternehmungen — will man sich derart ertvehren, daß man nur jeden zweiten Tag eine Vorstellung ansetzt. Sollte ein Tag verregnet sein, findet die Vorstellung am nächsten spielfreien Tag statt. Wenn cs, was leider nicht so ausgeschlossen ist, an beiden Tagen regnet, dann muß die Vorstellung entfallen. Die zweite Schwierigkeit, der man zu begegnen wußte, ist die schlechte Akustik, die bei einer so großen Anlage wie die Hohe Warte, eine nur allzu natürliche Erscheinung ist. Man hat deshalb nur einen Sektor der großen Arena, der 10.000 Personen saßt, als Zuschanerraum adaptiert. Eine eigene Biihne wurde errichtet, die 21 Meter breit, 18 Meter tief ist. Zur Verbesserung der Akustik wurde eine drei Meter hohe Rückwand errichtet. Das Orchester, das sich direkt an den Zuschauerraum anschließt, faßt 100 Mann. Als erste Vorstellung ist „T a n n h ä u s e r" bestimmt. Dirigent ist Tr. K o l i s k o. die Regie führt Oberregisseur Haas. Tann gelangt „Der Z i g e u n e r b a r o n" und als Festaufführung die Oper „W i l h e l m Teil" zur Aufführung. An Mitwirkenden werden vorläufig genannt: Kammersängerin Kiurina, Renee Psiffer-Lux, Käthe Rantzau, Friedl Böhm, Rose Mathe, Hilde Salingcr, Ruzena Herlinger, Rosa Wagschal und Paula Bäk. von den Herren Albin Rittersheim, Rudolf Bandler, Geza Brand, Hermann Frischler, Tr. Krögler, u. a. m. Die Preise der Sitzplätze — Stehplätze gibt es keine — betragen 1 bis 5 Schilling. Ein neuer Theater in Warschau. Vor Mei Wochen wurde in Warschau ein neues Theater unter de-n Namen: „Unabhängiges Theater" eröffnet. Das Theater wird von Andrej Marek, einem bekannten polnischen Regisseur und Schriftsteller, geleitet. Marek ist insbesondere durch seine Inszenierung des An — skischcn „Dybuk" in seiner eigenen polnischen Uebersetzmig berühmt geworden. Dem Vertreter Oer jüdisch-polnischen Zeilung „Nas; Prze^ond" gegenüber äußerte sich Direktor Marek über die Ideen und Absichten des neuen Theaters. Die Unabhängig^evt des Theaters kann nicht mit der der Malerei verglichen werben. Ein Theater muß immer mit einem Publikum rechnen. Ein unverkauftes Bi>ld kann schließlich doch noch in der Ausstellung hängen. Ein Theater ohne Publikrmr ist nicht denkbar. Wir wollen aber, daß unser Theater von den uns eingeimpften gesellschaftlichen Bedingungen, die in Wirklichkeit antisozial sind, befreit wird. Die städtischen Theater und auch das Theater Schissmonns nehmen doch zu viel Rücksicht auf den, Geschmack des bürgerlichen Pu-biikums. Längst schon sitzen nicht mchr im Parkett und in den Logen unserer Theater die FinanzweLt und auch« nicht die Aristokratie, und doch haben die Theater immer noch das Bild dieses Publikums vor den Augen, werm sie die Bildung des Roperloirs vornehmen. Bemerkenswert ist, daß das neue Theater schr stark das jüdische Genre pflogen will. Jetzt wurde „Gott der Rache" angeführt. Das nächste Stück, das Direktor Marek anssühren will, heißt „Israel in der Wüste", von dem polnischeit Dichter Julian L e n: o m s k i, das schon im Jahre 1897 einen Preis erhalten hat und trotzdem bis jetzt nicht aufgoführt wurde. Die Erneuerung dieses Werkes betrachtet Marek als seine schr ehrenvolle Aufgabe. Dann soll ein Stück aus dem Loben der amerikanischen Juden: ,Ihe Jazz Singer" von Samson Rasaeison «folgen. Ferner sind Meistevwevke der jiddischen Literatur, darunter Perez und Qpatoschn (die von ihm selbst vorgenonunene 'dramatische Bearbeitung seines Romans den Wäldern Polens" und „Das Jahr 1863") vorgesehen. Aus den Theatern. B u r g t h e a t e r. Als letzte Vorstellung in der diesjährigen Spielzeit findet eine Aufführung von „Wilhelm T e l l" statt. Im September wird das Buratbeater mit Grillparzer« »Der Traum ei «Leben", das Äkademietheater mit Gustav Davis' „E i n M ä d e l v o n h e u t e" wieder eröffnet. Modernes Tb rarer. Heute letzte Aufführung von „Bobbys letzte Nacht". Samstag, 8‘/4 Uhr abends, Erstaufführung tes Schwankes „Haben Sie nichts z u verzollen?" von Maurice Hennequin Md Piene V e b e r, deutsch von Max Schönau. Dins jüdische Haus 9 as jüdische Blatt » \ 'iiiWiiiii 16. Huli 1926 Gerichtssaal. Der Prozeß gegen de« frühere» Rechtsanwalt Sr. Alfred Taub. Die Laufbahn eines Spielers. Gestern begann vor einem Schöffensenät unter Vorsitz des Hofrates Wüstinger der Prozeß gegen den ehemaligen Rechtsanwalt Dr. Alfred Taub wegen Betruges und Veruntreuung. Die Anklage wird vom Staatsanwalt Dr. Franz Wagner vertreten. Als Verteidiger fungiert Regierungsrat Dr. Stöger. Dr. Alfred Taub lebte auf sehr großem Fuß. In seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt hatte er die Vermögens- Verwaltung der Familie des Schriftstellers Dr. Richard K r a l i k zu besorgen. Es wurden ihm eine Anzahl von Wertpapieren in Verwahrung gegeben, die er veruntreute. Zu seiner Verantwortnrig gibt Dr. Taub an, daß ihm diese Wertpapiere zum Zwecke der gemeinsamen Spekulation übertragen wurden. Es wird dies von der Anklage als unhaltbar bezeichnet, da Dr. Taub die Familie Kralik vollkommen im Dunkel gelassen und bei ihren Mitgliedern sogar den Glauben erweckt habe, ihr Vermögen sei ungeschmälert vorhanden. Dr. Taub, der allgemein als leidenschaftlicher Spie/er bekannt war, verkehrte auch viel im Automobilklub. Ende Juni 1921wußte er den Kassier des Automobilklubs, Glatzmeyer, zu überreden, ihm 15.000 S. zur Bezahlung einer Spielschuld zu überlassen. Glatzmeyer entnahm einem bei der Länderbank erliegenden Effektendepot, das zum größten Teil seiner Schwester gehörte, Werte in der Höhe von 7250 S. und ließ sie auf das Deckkonto Tanbs in der Anglobank überweisen. Er gibt an, die Papiere dem Rechtsanwalt nur leihweise bis zum 30. August 1921 überlassen zu haben. Dr. Taub hat die Wertpapiere verkauft und den Erlös zur Bezahlung seiner"Spielschulden verwendet, Der Beschuldigte bestreitet auch in diesem Falle jede strafbare Handlung und erklärt, daß in diesem Falle nur ein nach bürgerlichem Recht zu beurteilendes Schuldverhältnis vorlicge, keineswegs aber der Tatbestand einer strafbaren Handlung. Im November 1921 wurde .über Antrag des Glatzmeyer über das Vermögen des Dr. Taub der Konkurs eröffnet. Es stellte sich heraus, daß den Passiven in der Höhe von 014.000 S. Aktiven von 40.000 S. gegenübcrstehen. Taub ist dann geflücht e t, wurde in Paris wegen Verausgabung ungedeckter Schecks zu 1000 Franken Geldstrafe verurteilt und dann über Ersuchen der österreichischen Behörden verhaftet, lieber diesen Vorgang erzählt der Angeklagte, der sich n i ch t s ch u l d i g erklärte, folgendes: Ich bin im August 1924, wie alljährlich, fünf- bis sechsmal nach Belgien und Frankreich gereist, weil ich dort Klienten und Geschäftsverbindungen gehabt habe. Bei der letzten Reise hatte ich in Aussicht, von einem Klienten 2,5 Milliarden zu bekommen. Von dem Gelbe wollte ich die Schuld an Glatzmeyer abtragen, konnte jedoch das Geld nicht bekommen, weil mein Schuldner plötzlich Selbstmord beging. Bald darauf las ich in den Pariser Blättern von nieiuer Strafverfolgung und wurde auch verhaftet. Da ein Attslieferungsbegehren von Wien nicht gestellt wurde, ist meine Enthaftung erfolgt. Ich mußte mich nun als schwer kompromittierter Mensch um eine neue Existenz umsoheu, da inzwischen auch meine Streichung aus der Wiener Rechtsanwaltsliste erfolgt war. Ich begab mich nach Nizza, wo ich von Uebersetzungen, volkswirtschaftlichen und literarischen Arbeiten lebte. Hier wurde ich auf Grund eines neuerlichen Steckbriefes abermals verhaftet und jetzt an Oesterreich ausgeliefert. Der Angeklagte berichtet weiter über feine mit der Familie Kralik vorgenommenen Transaktionen. Als Anwalt und Finanzfachmann sei er ersucht worden, über die ihm anvertrauten Wertpapiere nach freiem Ermessen zu verfügen, damit eine weitere Wertverminderung, die nach dem Umsturz eingetreten war, verhütet werde. Auf Wunsch und Vorschlag des Verteidigers Doktor Stöger wurde die Vernehmung des Dr. Richard Kralik und der Fxau Marie Kralik auf heute verschoben, bis über neue Beweisanträge, die der Verteidiger einbringen will, vom Gerichtshof entschieden sein wird. Heute wird zunächst das Verhör mit dem Angeklagten wegen des Faktums Glatzmeyer fortgesetzt. Volkswirt. Bor der Stabilisierung der schwanlendeu Währungen. Das Zusammenairbeiten der Noteninstiiute. ,-Westnrinster Gazette" behauptet, daß trotz der Dementis geheime Verhandlungen zwischen den Präsidenten der Notenbanken Englands, Amerikas und Deutchlands, Montague Norman, Benjamin Strong und Dr. Schacht, ferner mit dem Generalagenten für die Reparationen Gilbert Parker an der Riviera statffmden, und man dürfe erwarten, daß sie nunmehr nach Unterzeichnung des englischsranzölsischen Schnldenabkommens bestimmte Gestalt annehmen werden. Wahrscheinlich wird nun auch Moreau, der Leiter der Bank von Frankreich, an den Unterredungen teilnehmen und sich zu diesem Zwecke an die Riviera begeben. Auch der amerikanische Schatzkanzler Mellon sei im Begriffe, von Amerika an die Riviera zu reisen. Unter den erörterten Fragen stehe in erster Reihe die Stabilisierung des französischen Franken, ferner — und dies rechtfertige die Anwesenheit Gilbert.Parkers nrÄ» Dr. Schachts — die deutschen Reparationszahlungen. In diesem Zusammenhänge werde auch die Einräumung neuer Kredite seitens Amerikas und Englands cm Frankreich von Deutschland besprochen, die diese Länder instand setzen sollen, ihre finanzielle Lage zu stabilisieren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.