Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2655 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JGOJDkijr* i pplen 2S aroaay I vV■ e n /um Abholen ln def Kxpcdition, 11., Tabotstf. 1-3, oder ln einer Verschlelsstelle Trafik) monatl. 5 Schilling Strassen verkam in Wie» durch die Kolporteure der Firma Goldschmied,' , I.. VVoll2eilc 11 Mit Postversand litt Wien und Oesterreich monatlich o Schilling i sch e cli o-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, ' } el g i '#n: Mon. Frcs. 35 «cnzafrtragen bet frei»« «- ' ft h o n ■ n irorbchAu^n litt. 2655 Wiener argen; eiümg Wien. Donnerstags. Fuli 1828 0 England.1 Mob, 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Ute: Rumänien: Mon. 170Lei. Huf gafl en rMon.IOOLew«, Schwele und das übrige Ausland monatlich Fr«. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Tobontr. 1 Telephone: 44-0*38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchlsches Postsparkassen - Konto Nr. 150.69 ggggggggggggggggggBgjQBJj S. gahrgann Im redakttoncllen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetzieS E gekennzeichnet. Der Minorttätenküngreh. Die Lagesovdnung. Nächtliche Maffeuhimlchtungen in Smyma. Das Ende der Berfchwörerprozeffes. — Dreizehn Galgen ans offener Straße. (Eigendicnst der „Wiener Mmgenzcitilng".) K. Berlin, 14. Juli. Nach einer Meldung des „Berliner Tageblattes" besteht die Tagesordnung des europäischen N a t i o n a l i t ä t c n k o n g r e s s e s in Genf ans folgeitden Punkten: Sicherung der kulturelleit Entlvicklnngsfreiheit, Regelung der Sprachenfrage, Sicherung der wirtschaftlichen Gleichberechtigung, Sicherung des Rechtes auf Staatsbürgerschaft, Gleichberechtigung im Wahlrecht und in seiner Ausübung, Wege zur Regelung von Konflikten zwischen Regierungen und nationalett Minderheiten. .Das Sekretariat des Kongresses befindet sich in Gen f, Hotel Viktoria. Die Kämpfe um die Berkaffung in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) L. Warschau, 14. Juli. In der heutigen Sitzung des Verfassungsausschusses wurden die Gesetze betreffend die Vollmachten für d e n S t a a t s p r ä s i d e n t e tt in zweiter Lesung angenommen. Der jüdische S e j m k l u b e n t h i e l t sich der A b st immung. Die angenomntenen Beschlüsse schränken die Regierungsvorlagen dahin ein, daß der Staatspräsident nicht das Recht erhält, das Budget zu veröffentlichen, das Rekmtcnkontingent zu bestimmen,.Krieg zu erklären, internationale Abkommen zu trefi^n, neue Steuern und neue Monopole einzu-führon und die Wahlordnung abzuändern." ' ' Maßnahmen der polnischen Regierung gegen ' die auMSrtige Preffe. L. Warschau, 14. Juli. Ein Mnifterrat hat heute beschlossen, gegen ausländische'Zeitungen, die falsche und tendenziöse Nachrichten über die Verfassungsberatungen in Polen' verbreiten, mit Repressalien vorzugehen. Der „Oberschlesischen Zeitung" in Gleiwitz wurde das Postdobit entzogen. Die polnischen Staatsschulden. Q.. Warschau, M Juli. Unter Vorsitz des Senatsmarschalls Trompynczky hat heute eine Beratung der Mitglieder der S t aa t s s ch u l de n k o n t r ol l k o m m i ss i o n stattgefunden. Es wurde sestgestellt, daß sich die auswärtigen Schulden Polens in der Hauptsache wie folgt, belaufen. A mer i ka 233 Millionen Dollar, Frankreich eine Milliarde Franken, E n g l a n d 4,880.000, Pfund. Die innere Verschuldung beträgt 9 Milliarden polnische Mark, 180 Millionen Zloty, 44 Millionen Franken und 3,390.000 Dollar. Der polnische Kohlentranfit durch Deutschland. L. Warschau, 14. Juli. Der polnische Kohlentransit durch Deutschland hat heute wieder voll eingesetzt. Es wurden fünf Züge durchgelassen. Polen lauft ein Panzerschiff.!_. Warschau, 14. Juli. Der Ministerrat hat heute aus Antrag des Kriegsministers P i l s u ds k i beschlossen, ein französisches Panzerschiff anzukausen. Lord Plumer beglückwünscht Sir Herbert Samuel. Jerusalem, 13. Juli. (I. T. A.) Der Oberkommissär für Palästina F e l d m a r s ch a i l Lord P l u m e r, hat seinem Amtsvorgänger, Sir Herbert Samuel, aus Anlaß der P e r l e i h n n g d e« „B ath"-Ordens ein G l ü ck w u n s cht e l e g r a m m gesandt. In dem Telegramm wird zum Ausdruck gebracht. daß die Ehrung Sir Herbert Samuels besonders in Palästina wo man seine hohen Verdienste zu würdigen weiß, E i n d r u ck g e m a ch t h a b e. Der prioate Dollarlurs ln Polen. L. Warschau, 14. Juli. Der Dollar notierte hettte privat in Warschau 9.30, in Krakau 9.30 Zloty. X. Konstantinopel, 14. Juli. Gestern ist der Verschwörerprozeß wegen des geplanten Attentats auf den Präsidenten der türkischen Republik zu Ende gegangen. Dreizehn anwesende Angeklagte wurden zum To d e verurteilt, darunter die berühmten Jungtürken Exminister S ch ü k r i und Expolizcichef D j a m b u l a t als Hauptanstifter, ferner fünf oppositionelle Abgeordnete als Mitwisser und sechs Abenteurer als gedungene Täter. Zwei abwesende Angeklagte wurden zum Tode verurteilt, nämlich der bekannte Jungtürkenführer Kara Ke mal, der im Kriege die türkischen Einkaufsgesettschaften organisierte, und der frühere Generalgouverneur von Angora Abdul Kadir. Die Todesurteile wurden an den in Haft befindlichen Angeklagten heute bereits vollzogen. Die Hinrichtung war auf 2 Uhr nachts festgesetzt und wurde öffentlich an der Stelle der Stadt vorgenommen, an der das Attentat Katastrophale lleberschwemnmngen in Jugoslawien. Neusatz unter Wasser. Belgrad, 14. Juli. Die Hochwasserkatastrophe in der SB a c S f a, B a ranya und der Woiwodina nimmt neuerlich g e f a h r d r o h e n d e Dimensio n e n. an. Bei N e uf o tz ist die Don a u fr4 eb e-t:fMlr jit are ftr daß im Laufe der heutigen Nacht die ganze Stadt ü b e rflutet werden dürfte. In der Bevölkerung herrscht Panikst immun g. Die tiefer gelegenen Stadtteile' wurden heute nachmittags von Gendarmeri e ger äum t Zwischen A p a t i n und Z o m b o r. droht ein D u r chb r u ch d e r H a u p t dam m l i n i e. Seit gestern arbeiten über tausend Pioniere fieberhaft an derBefesti' gung der zw eit e n D a m m l i n i e. Es besteht jedoch keine Hoffnung, daß die zweite Linie dem Druck dar ungeheuren Wassermassen Widerstand leisten könnte, sobald der H a u p t d a m m g e b o r st e n i st. Die Rationalkeier ln Parks. Krawalle gegen den spanischen Ministerpräsidenten. Paris, 14. Juli. Der französische Nationalfeiertag wurde heute mit der traditionellen Parade vor dem Präsidenten der Republik in den Champs Elhsees begangen. Außer den zahlreichen offiziellen Persönlichkeiten, den Mitgliedern der Regierung und dem diplomatischen Korps scwie den französischen Mavschällen nahmen an der Parade als Gäste des Präsidenten der spanische Diktator Primo de Ribera und der Sultan von Marokko mit seinen drei Söhnen teil. Die Ankunft Primo de Rivera entfesselte einen wahren Pfeifenorkan. Der Lärm Tausender von Trillerpfeifen übertönte sogar die Militärnmsik. Dazwischen wurden Ruse laut: Nieder mit Primo de Ribera! Nieder mit dem Krieg! Es lebe die Freiheit! Etwa hundert Personen, die sich an dem Pfeifenkonzert gegen Primo de Rivera beteiligt hatten, und einige Spanier, die Flugblätter verteilten, wurden verhaftet. Unter den Festgenontmenen befand sich auch ein Stadrat von Paris, der jedoch nach Feststellung seiner Personalien wieder freigelassen wurde. ' Der neue Krieg in Marokko. Paris, 14. Juli. Wie aus Fez gemeldet wird, haben btc französischen T r nppe n in der vergangenen Nacht die seit längerer Zeit angekttndigte Offensive gegen Taza begonnen. _" Riesenbraud in einem amerikanischen Hotel. New-Aork, 14. Juli. In der vergangenen Nacht brach in einem Hotel in Haines Balls (Staat New-T)ork) ein Jener ans, durch das 7 Personen getötet und mehrere verwundet wurden. Die Gäste und Angestellten mußten im N a ch t g e w a n d ans den F e n st e r n flüchten. hätte stattfinden sollen. Nur wenige Leute hatten Zutritt M der Exekution, die durch eineu Zigeuner ausgeführt wurde. Die Verurteilten sprachen k ei M Wort, nur H u r d s ch i, der Heiterkeit zeigte, sagte: „MachK schnell! In einem Lande, wo keine Freiheit herrscht, will ich nicht länger leben!" Die Leichen der Gehenkten bleibe« einen halben Tag öffentlich am Galgen ausgestellt. Die anderen beiden zum Tode Verurteilten, bei dener) die Vollstreckung des Urteils noch nicht erfolgt ist, sind de» frühere Mali von Angora, Abdul Kadir, und der Abg, Kara K e m a l. Die Verlesung des Urteils, die im Kino Alhambra erfolgte, dauerte eineinhalb Stunden. Der Prozeß gegen den Admiral Rauf Bei, der ittf] Ausland geflüchtet ist, wird in der nächsten Zeit stattfinden' Dir Beschuldigungen gegen den General Saldo Prag, 14. »Mi. Das Geheimnis, das die Affäre G a j d ( umgibt, soll, nact) Mitteilungen des Ministeriums für nario>' nale Verteidigung, in bett nächsten Tagen gelüftet werden die gegen Gajda erhobenen Einwände liegen, der gleicher^ Quelle zufolge, mehrere Jahre zurück. Eine Rehabilitie' rung des Generals sei nicht ausgeschlossen. In die Ange llegencheit 4eM nur d r e i Personeneinaeweibt. worden. darunter ein" Hoher''Offizier,v minister Sirovy damit betraut wurde, den Fall zu über prüfen. Nach dem Bericht dieses Generals wird man über bqi. weitere Vorgehen schlüssig werden. * Prag, 14. Juli. „Narodni Listy" widmen heute den mili« tärischen Fähigkeiten und Erfolgen Gajdas, des „National-' Heros der Tschechoslowakei", einen überschwenglichen Artikel. Die sozialistische Presse zitiert Stellen aus d-ew Buche des tschechischen Legionärmajors K r a t o ch v i l übe: die Tätigkeit Gajdas in Sibirien. In Krasnojarsk sei! Gajda der erste gewesen, der, ohne Rücksicht auf die provisorisch«' sibirische Regierung, Feldgerichte errichtet und aus eigene: Machtbefugnis russische Bürger erschießen uni hängen ließ. In diesem Buche wird auch erzählt, daß iv einer Kadettenresolution über die Lage im Osten gesagt wurde: Gajda tvar der erste Mllitärkonrmandierende, welcher die Masse« erschießen und die Hinrichtung roter Gardisten handhabte, mtfc der durch seine rohen Taten ixrs Verhältnis zur Einge. bornenbevölkerung trübte. Weil ein in bolschewikische Ge» fangenschaft geratener tschechischer Kapitän von den Bolschewiken erschlagen wurde, hat die tschechisch-russische Abteilung des Generals Gajda in Ostsibirien sechshundert Soldaten hingerichtet. Kratochvit sagt: „Diese w i l d a s i a t i s ch e tt tt \ unsinnige Maßnahme war die Erfindung von Gajdas Geist und politische Talente." Gajda habe weiter in Tjumen den Befehl zum Erschießen von 180 tschechischen Legionärsoldaten gegeben, welche sich der Weißgardistischen Koltschcck- Armee nicht anschließen lwollten. Die Ügyptische Kammer. Kairo, 14. Juli. (Reuter.) Der Kabinettsrat hat dem An« trage, d e n A b g e o v b tt e t e n , ® i ä ten int Betrag« von1600 ägyptische« Pfundzu gewähren, zugestimmt. Man hofft, daß die Budgetdebatte biunendrei Woche« beendet sein und das Parlament sich dann vertagen wird. Bodenreform ln Mauen. K. Kofrno, 14. Juli. Eine Abordnung jüdischer Landlvirte erschien heute beim Minister des JMern »nd führte Beschwerde darüber, daß die jüdischen Bauern bei der Agrarreform durch die Zuteilung von zu wenig und schlechtem Boden benachteiligt worden seien. Der Minister erklärte, daß die Regierung eine Revision des Reformgesetzes vornehmen werde. in Stoffen, Seide, Mueoren, Badekostomen, -mttnteln, -hauben u. s. u. Im Warenhaus l IMIÄMI Telephon 474-99, 43M0B En p fn dstan mmmmmm—mm msm 9979541289