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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-14 · Heft 2654 (14.7.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2654 (14.7.1926)
Date
1926-07-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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mu e Men, Mittwoch Wiener Morgenzettimg 14. J«N 1USV ' 3tr. trm [HMuMEMffi MÜIMHI Nus der jüdischen Welt Internationaler Kongreß der Wischen Invaliden Aries ans Jugoslawien. Danzig, 12. Juli. Am 15. d. um 7 Uhr cibends wird, wie schon angekündigt, im Schützenhaus der Internationale Kongreß der jüdischen Kriegsinvaliden, Witwen, Waisen und Kricgstöilnehmer eröffnet. Zn diesem Kongreß werden einige hundert Delegierte aus allen Ländern erwartet. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem folgende Punkte: 1. Bericht über die rechtliche, moralische und materielle Lage der jüdischen Kriegsopfer in den einzelnen Ländern. 2. Die Bildung einer Weltorganisation der jüdischen Invaliden, Waisen und Kriegsteilnehmer. 3. Möglichkeiten der materiellen Selb st Hilfe und eine große Sammeltätigkeit zur Existenzsicherung der Kriegsopfer. 4. Wahl der Leitung der zentralen Weltorganisation, Für isicfcit Kongreß, der eine lebendige Jllnstrarion der Beteiligung der Juden am Weltkrieg sein wird, z.'igt sich in allen Kreisen lebhaftes Jnteress' Eine indische Sonderabteilung auf der ISS-Fahr. Ausstellung zu Philadelphia. Der Anteil der Inden am Aufbau Amerikas wird in einer Sonderabteilung der Ausstellung zu Philadelphia aus Anlaß des Hundertfünszigjahrjubiläums der Stadt dargestellt sein. Die jüdische Abteilung wird allein 110 Qudratsuß des Hauptansstcllnngsterraitts umfassen. Der Vorraum wird jüdische Kunstwerke und Bilder aus der jüdischen Geschichte sowie jüdische Städtebilder zeigen. Die Ausstellung selbst wird alle Zweige der jüdischen wirtschaftlichen kulturellen und religiösen Arbeit in den Vereinigten Staaten umsaffen. Der Geschichte der Juden in Amerika wird ein besonderer Raum gewidmet sein, der die Tatsache veranschaulichen wird, daß Kolumbus mütterlicherseits jüdischer Abstanrmung gewesen ist. daß ein Jude es gewesen ist, der die S c e k a r t e n für Kolumbus entworfen hat und daß es Juden gewesen sind, die mit Kolumbus die große Fahrt mitmachten. Die Beteiligung der Juden an den Befreiungskriegen, der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung bei Gründung der Republik sowie Photographien berühmter jüdischer Männer und Frauen Amerikas, das jüdffche Wohlfahrtswcsen ustv. werden in anschaulicher Weise zur Darstellung gelangen. Eine Ausstellung der hebräischen DruSe h, Prag. In Prag veranstaltete Pros. Oskar Lieben eine Ausstellung bon 50 Büchern, die die Entwicklung des hebräischen Druckes in Prag von den Anfängen bis zum Jahre 1750 'charakteristisch darstellen. Prag steht bekanntlich unter allen Druckereiftätten Mittel- und Nordeuropas an erster Stelle. Hier wurden hebräische Bücher von 1512 bis in di« zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hergestell-t. Da ditzse Drucke aber in Prag selbst nur in sehr geringer Anzahl vorhanden si«d, ersuchte der Leiter der Sektion für Ausstellungen beim Bibliochekarü)ngreß, Dr. Dolensky, den einzigen Prager Fachmann ans diesem Gebiete, Prof. Dr. Lieben, eine Ausstellung solcher Drucke zu veranstalten. Nach Ueberwindnng mancher Schwierigkeiten ktzm tfte Ausstelluilg doch zustande. Besonders schön ist ein Exemplar eines, großen Gebeebuches aus dem Jahre 1606 mit dem Prager Stastwappen als Titelblatt. Im Katalog der Ausstellung zeichnet Doktor Lieben in einem größeren Anjsatz die Geschichte der betreffenden Druckereien. Die erste jüdische Druckerei in Prag ist im Jahre 1513 durch den jüdischen Drucker G e r s ch o n b e n S ch l o m e H äk o h e n gegründet worden. In den ersten drei Jahren druckte er nur Gebetbücher, Selichat, Kinoth und ähnliches. Nach dieser Zeit gab er eine prachtvolle Bibel heraus. Seine Druckerei haben seine Kinder geerbt und so ging es von Geschlecht zu Geschlecht bis hinein ins vierzehnte Jahrhundert. Seit dieser Zeit hört man von der Druckerei nichts mehr. Die Firma K a tz („Kohen Zedek") hatte den Ruf, schön ausgestattete Bücher herauszugeben. Sie besaß immer die besten Typen, die immerfort erneuert wurden. Sie betrachtete ihre Arbeit als einen heiligen Dienst. In späteren Zeiten trug die Druckerei den Namen: „Die Druckerei von Mosche Katz, erneuert durch Israel Bar, Beer Jteles." Diese Druckerei hatte große Erfolge zu verzeichnen und so wurden bald in Prag andere hebräische Druckereien gegründet, unter denen die Druckereien von Abraham Haida und von Jakob Bach einen angesehenen Platz einnahmen. Diese Druckereien druckten meist Werke der rabbinischen Literatur, aber auch jüdische Lieder und manchmal aktuelle Chroniken. Interessant ist, daß, da das hebräische Druckerciwesen ein gutes Geschäft war, sehr oft auch christliche Drucker hebräische Werke gedruckt haben. Die letzte hebräische Druckerei in Prag ist im Jahre 1820 von M. Landau gegründet worden. Nach seinem Tode ist seine Druckerei verfallen, die einzelnen Setzer sind in die verschiedensten Gegenden der Welt gereist: nach Berlin, Wilna, Krakau, Warschau und Lublin. In der Geschichte der hebräischen Druckereien in Prag spiegelt sich die Geschichte der Prager jüdischen Gemeinde ab. Mit dem Zerfall der letzten Druckerei hat eigentlich Prag auch seine große Bedeutung als jüdische Gemeinde verloren. Eine Landeskonferenz zionistischer Hochschüler in der Schweiz fand am 19. und 20. Juni in Basel statt. Es wurde di« Gründung eines Landesverbandes beschlossen. Die jiwische Sprache in der Wilnaer Krankenkaffa. Wie „Nasz Przeglad" berichtet, wird in der Wilnaer Krankenkaffa ein jüdischer Beamter alle Auskünfte an Juden in der jiddischen Svraäbe «steiLeu. t w P w In der sephardischen Judengemeiude Belgrads tvurdcn die Wählen in den Ausschuß dnrchgesührt. Man kann nicht der schweigen, daß bis knapp vor dem Wahlakt zwei Listen bestanden, die beide zionistisch waren, ohne daß prinzipielle Unterschiede erkenntlich gctvesen wären. Es ist erfreulich, daß noch rechtzeitig eine der beiden Kandidatenlisten zurückgezogen wurden. Die Majorität des neuen Gemeindeansschnffcs besteht aus zion ist i s ch e n Mandatare n. Die Belgrader Juüenheit steht vor wichtigen und schtvierigen Aufgaben. Am brennendsten ist die Frage der A u s g c st a l t u n g der jüdischen Volksschule sowie der Errichtung eines jüdischen Volksheimes. Herr Dr. Egon Zweig vom Hauptbnreau des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem hat Jugoslawien bereift. Er trat insbesondere mit -er Zionistischen Organisation in Belgrad und Zagreb in Fühlung und wirkte eindringlich durch eine Reihe von Vorträgen Wer das Leben in Ercz Israel. In vollem Gange ist die K e r e n - H a j c s s o d - A k t i o n in Jugoslawien, die von den Delegierten des Keren-Hajessod-Diroktoriums Gold mann und Steiner geleitet wird. In den Städten Del. Kiikinda, Vcl. Veokerek und Zenta sowie in Esseg und Agram hatte die Aktion vollen Erfolg. Man darf bei diesem Anlaß hervo,heben, daß die Belgrader Kultusgemeinde volles Verständnis für den Palästina- Aufbau zeigt und daß alljährlich wachsende Summen für die beiden Ausbanfonds in das Budget eingestellt werden. Der Herzl-Tag wurde in ganz Jugoslawien feierlich begangen. Besonders eindrucksvoll verlief die Gedenkfeier in Belgrad, wo Herr Dr. I. Kalderon die Festrede hielt. In Sarajevo sprachen die beiden Oberrabbiner Dr. Lcvy und Dr. Wessel, in Zagreb der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Hugo Kohn, und in der Gedenkfeier, welche in der Synagoge ahgchaltcn wurde, Herr Rabbiner Tr. Schwarz. Es wurden auch im ganzen Lande Sammlungen für den Herzl-Wald des Jüdischen Nationalsonds Vorgencnnnren. Fi Ajn. Ein Wischer Ahnherr Sven Hedinr. Der Slockholmer Be'.ichlerstatter des „Berliner Tageblattes" ha:tc kürzlich eine Unterredung mit Sven Hedin und seiner Schwester, Fräulein Alma Hedin. Dabei kam die Rede aus die Abstammung der Geschwister. Die Hcdins sind eine älieing.'sessene Stoclho.'mer Familie, die ihnen Stammbaum bis ins 10. Jahrhundert verfolgen kann. Geistliche, höhere Beamte und ein berühmter Hosmcdikus Vif der väterlichen Seite; müt:erlicherseils ist der bekanntest.' Ahnherr ein Frankfurter I u d e. Diesem Ahnherrn — so schreib: der Korrespondent — ist cs wahrscheinlich z„- zuschreiben, daß der berühmte Enkel, nich: wie Hödur aussieht und daß in deni sausten, beseelten Antlitz seiner Schwester etwas an die Glückt von Hanwln eri,inert. Der Korrespondent erzählt, das; Svett Hedin während des Krieges von deutschfeindlichen schwedischen Blättern seine jüdische Abstammung vorgcworfen als der Forscher seine Stimme für Deutschland erhob. Diese Blätter erklärten, Sven Hedin sei vom deutschen Kaiser gekauft, und das sei nur deshalb möglich, weil er eben kein echter Schwede, sondern ein Jude sei. Akim VolinSky gestorben. Aus Leningrad wird gemeldet, daß der bekannte Kunsthistoriker nnd Literaturkritiker Akim Vol-insky (Flexer) gestorben ist. Volinsky war in den Achtzigerjahren einer der Gründer des zionistischen „Raßwjet". Später widmete er sich mrr der Kunstkritik und hat unter anderem das beste Buch über Leonardo da Vinci geschrieben. Dank der H a b i m a kam er später wieder in Berührung mit dem Judentum uttb schrieb ein Buch „Meine Bekehrung zum Judentum". Das Manuskript des Werkes befindet sich im Besitz der Habima. Oberrichler Mamelok in Zürich gestorben. In Zürich starb am 5. Juli der Oberrickler des dortigen Zivilaerichtes, Doktor Artur Mamelok, im Alter von 50 Jahren. Der Verstorbene, der als scharssinniiger Jurist und außerordentlich gewissenhafter Richter in hohen, Ansehen stand, promovierte nach Abschluß seiner S.'ndien in Berlin und Zürich an der Züricher staatswissenschaftlichen Fattltät. war kurae Zeit als Rechtsanwalt tätig und wurde -dann Obergerichts,sekretär. Im Jalirc 1915 wurde er auf Vorschlag der sreisinniaen Partei vo>m Kantonsrat znm Oberrichter gewählt, -in welcher Eigenschaft er zuletzt in der ersten Zivilabtcilung tätig war. Obcrrickter Mamelok, ein hi'ngcbiinasvoller Jude, war auch als juristischer Gelehrter anerlkanm. Sein Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Teilnahme aller Bevölkert ngsschichten von Zürich statt. Dr. Karl Oppenheimer in München gestorben. Der bekannte Kinderarzt Geheirnrat Dr. KarlOppenbcinrer ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Geheimrat Oppenhein,er hat in Bayern die Kindcrfürsorge, vor allein die Sänglingsfürsorge geschaffen, die dann vorbildlich für ganz Deutschland geworden ist. Der Verstorbene erwarb sich auch wegen seiner weit bekannten Selbstlosigkeit und Opferwilligkeit große Popularität in Bayern. 60. Geburtstag von Prof. Adolf Wreschner. Am 9. d. wurde der bekannte Psychologe der Züricher Universität Professor Dr. Phil, et med. Adolf W r e s ch n e r 60 Jahre alt. Professor Wreschner ist in Breslau geboren, erwarb 1891 in Berlin den philosophischen Doktorgrad mit einer preisgekrönten Arbeit „Ernst Platner und Kants Erkenntnistheorie". Später erwarb er den Doktorgrad an der medizinischen Fakultät zu Gießen. 1903 erhielt Wreschner die Venia legendi an der Züricher Technischen Hochschule und 1910 ein nengegründetes Gftraordinat an der Züricher Universität. Ein jüdischer Kabinettschef sm französischen Ministerium. Im jüngsten Kabinett Brianb befindet sich, wie uns aus Paris berichtet wird, auch der jüdische Professor der Rechte. Doiktor William Analid, der zum Kabineltsdirektor im Unterrichtsministerium ernannt wurde., Ein Fonds zur Stärkung der jüdischen TrMtion. Eine vor einigen Tagen im jüdisch-theologischen Institut in New-Port abgehaltene Rabbinerkonferenz hat beschlossen, einen Fonds von fünf Millionen Dollar zur Stärkung der jüdischen Tradition wie Kaschruch, Sabbatruhe, jüdische Erziehung ujw. zu schaffen. Volkswirt. 3ic Stabilisierung der AloH. Der Zollkrieg mit Deutschland. — Bezirkskonserenz der lansmännischen Organisationen in Bialystok. — Bilanz der Bank Polski. - Lebhafte Effektenbörsen. (Von unserem Warschauer Korrespondenten.) ‘ Warschau, 11. Juli. Das wichtigste wirtschaftliche Ereignis der Woche ist wohl die Erhöhung des Z l o t y k u r s e s und die Diskussion über das Problem einer Stabilisierung. Der Zloty muß auf einem Kursniveau erhalten werden, das weder dem Export noch dem In,Port schadet. Er darf nicht zu niedrig sein, denn dann stellt er eine Prämie für den Export dar und bewirkt eine Teuerung auf den inländischen Märkten, während ein zu hoher Zlotykurs eine Prämie für den Import wäre und die heimische Industrie gänzlich vernichten könnte. Die ganze Schwierigkeit der Harmonisierung dieser verschiedenen volkswirtschaftlichen Jnieressen liegt darin, daß die Schwankungen des Geldwertes sehr gering sein müssen, damit sie ans keinen Fall zum Spekulationsobjekt werden. Ein solcher Zustand existierte in Polen vöm Jänner 1924 bis zum Juli des nächsten Jahres, als der Zlotykurs mit 5,18 für einen Dollar stabilisiert war. Die Krise des Zlotykurses von der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres führte zn einer wirtschaftlichen Kalamität, deren Liquidation jetzt beginnt. In dieser Hinsicht hat in den letzten Tagen das Interview des Direktors der Bank Polski, Miecgkowski (über welches schon berichtet wurde), großen Eindruck hervorgerufen. Mieczkowski erklärte, daß es nicht im Interesse der Bank Polski liegen kann, den Dollarknrs unter 9,20 Zloty zu drücken, denn das würde sicherlich der Handelsbilanz und somit der ganzen polnischen Wirtschaft schaden. Interessant ist die Aenßernng des .Handelsministers K w i a t l o w S k i, die er gegenüber Vertretern der Auslandspresse über den \ Zollkrieg mit Deutschland gemacht hat. Der Minister sagte: „Ich bin überzeugt, daß diese Angelegenheit ans den, besten Wege zur Lösung ist. Ich bin ein heißer Anhänger der internationalen wirtschaftlichen Zusammen, arbeit. Ich bin bereit, in jedem Augenblick den Zollkrieg m i t Dcutschland zu beenden, wenn nur die grundsätzlichen tvirtschaftlichen Forderungen Polens, die eine tiefe Berechtigung besitzen, von unserem großen westlichen Nach, bar akzeptiert werden. Wir verstehen sehr gut, daß ein Handelsvertrag das Resultat eines Kompromisses, gegenseitigem Entgcgcnkommens ist; cs geht darum, daß auch die andere Seite diese gewinnt. Im Prinzip, von, rein wirtschaftlichen Stand« Punkt, stellt die B e r st ä n d i g u „ g Polens mit Deutschland auf dem H a ndc ls g eb i e t keinerlei Sch wierigkeiten. Die landwirtschaftlichen Produkte, Holz, Petro«, leuni, Kohle und eine ga:rze, Reihe anderer Rohprodukte und Halbfabrikate — das ist das Hanptgcbiet fiir den polnischen Export nach den, Westen und für den Import nach Deutschland. Umgekehrt, konsumiert Polen fast alle wichtigsten Exportobjekte Deutschlands. Hat in solchen Bedingungen ein längerer ökono- Mischer Krieg, den man ja doch im allgemeinen nicht als schöpferisches Monient betrachten kann, noch irgend einen wirtschaftlichen Sinn?" Wenn diese Aeußernngen des Ministers nicht nur eine diplomatische Phrase sind, ist eine schnelle Erledigung des Zollkrieges mit ^Deutschland zn erhoffen. An, 4. Juli fand in Bialystok eine Bezirkskonserenz .der k ci u'f m ä n u i s ch en Organisationen der Bialystoker Woiwodschaft, die dem Zentralverband der Kausleute in Warschau angeschlossen sind, statt. Die verschiedenen Delegierten schilderten die .-> trostlose Lage der Kaufmannschaft in dieser Woiwodschaft, deren Ursache insbesondere in der rück«- sichtslose,, fiskalischen Politik der Regierung zu suchen ist. Es wurde in diesen, Sinne , eine Resolution angenommen, die die Regierung warnt und eventuell die Schließung aller Geschäfte als Protest ankündigt. Mit Steuerdruck allein kann man eben keinen Staat sanieren. Die B i l a n zJ e r B a n k Polski für die dritte Julidekade zeigte eine bedeutende Verbesserung, und was das wichtigste ist, zum ersten Male ein Aktivsaldo der D e v i s en und Voluten. Der Goldvorrot erhöhte sich verhältnismäßig um die kleine Summe von 92.000 Zloty und beträgt jetzt 134.69 Millionen Zloty. Der Valuten- und Dovrsenvorrat erhöhte sich um 6.26 Millionen Zloty Bn,tto und noch Abzug der erhöhten Verpflichtungen in fremden Voluten im Betrage von 2.47 Millionen beträgt der Saldo plus 5.1 Millionen. Zloty. Der Äktivstand der Devisen «nd Valuten beträgt 78.54 Millionen Zloty und der Paffivstand 68.96 Millionen Zloty, so daß der Saldo ein plus von 9.8 Millionen Zloty ausweist. Es muß bemerkt werden, daß in dieser Dekade die Bank Popski dem Finanzministerium für die ^Bezahlung der Zinsen und der Amortisationstratten der baltischen Anleihe über drei Millionen Dollar vevkanft hat. Das WechselportefeuMe erhöhte sich um vier Millionen Zloty, der Umlauf der Banknoten wurde um 32 Millionen Zloty vergrößert, aber gleichseitig verringerten sich die Girorechnungen um 26 Millionen. Andere Positionen haben keine Aenderung erfahren. “ ' . Ander Effektenbörse zeigte sich eine festere Tendenz. Das Anbot der Papiere ist minimal, denn niemand will halb umsonst die Aktien verkaufen, und so sind die Umsätze sehr gering, doch haben die meisten Aktien eine Erhöhung mn 10 Prozent erfahren. Auch Prozentpapiere geigen eine stärkere Tende,^. Die fünsprozentige Konversionsanleihe war in Warschau sogar mit einem Kurs von 36,5 gesucht. Staatspapiere zeigten keinerlei Aenderung. Die wichtigsten Aktien notierten: Bapk Polski 64,50 bis 62*75 bis 63,00* MMthaM 5*30 bis 5*25 M 5,HO, Handelsbank

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