Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2652 (12.7.1926)
- Date
- 1926-07-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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*t. MS mt% Msntatz —-n-■— —— m Arbeit »trt tm Frühhervst m Angriff gensmmm an* MSchst der so wünschenStverte Kcmtakt Misch«« den in Betracht kommenden jüdischen Frauen der einzelnen Länder geschaffen wer. den. Es wird sich ergeben, daß manche von ihnen besondere Kennt» niS oder besonderes Material auf einzelnen Teilgebieten besitzt. Die Arbeitsgemeinschaft soll das bisher so lose Vond der natio. nalen jüdischen Frauenbewegung fester knüpfen. Frau Dr. Martha Hof mann wurde mit der Inangriffnahme der Arbeiten betraut. Zum Sitze der Zentralstelle wurde vorläufig Wien destimmt. Sa« Mische 8e»1rn« In der Leovoldstadt. Eine neue Institution der sozial«» Hilf-gemeinschaft «nitta Müller. In der diesjährigen Generalversammlung der PereineS : Soziale Hilfsgemeinschaft erstattete die verdienstvolle Vorsitzende ,Frau Anttta Müller-Cohen den Bericht über die Tätig« keit tm abgelaufenen Jahre und führte tm wesentlichen and: Die Zahl der Armen und Notleidenden, Stechen und Kranken wächst,; die Kräfte aber, dt« Ltttderung und Rettung bringen sollen, neh. : men immer mehr ab, Die Menschen sind müde geworden, ihre Ge« danken sind in eigenen Gorgen und Nöten verstrlckt und auch ihr; Geld glauben sie besser verwenden zu können als für jene, die noch ' LAner sind als sie. Die Parole heißt: Weiterarbeiten, aber in einer neuen Form, welche mehr Aussicht'auf Gelingen hat als andere Arten der sozialen Fürsorge, die in der Zuwendung materieller Werte gipfeln. Es gibt auch andere Wexte, nach denen die Armen hungern, an deren Mangel ft« zugrundegehen. Rabbiner Dr. Feuchtwang führte diese Idee in einer Rede weiter aus. Cs ist nicht der Hunger allein, der die Menschen zu Baden drückt. Der Arme leidet an der Scheidung aus der Ge« meinschaft der anderen, an der unsäglich traurigen Einsamkeit. Nicht nur Geld und Brot braucht er, er braucht oft eine andere Hilfe: einen guten R-at, das Gefühl der Zugehörigkeit zu Gleichgesinnten und — eine Stunde Freude. Dies soll den Juden der Leopoldstadt die neue Schöpfung der Sozialen Hilfsgemeinschaft, da« Jüdische Zentrum, geben, nach der Art des Jewifh Centre, wie es in den Städten Nordamerikas besteht. Cs ist selbstverständlich, daß eine solche Einrichtung, wenn sie in eine Stadt verpflanzt wird, deren Lebensumstände so himmelweit verschieden von den amerikanischen sind, auch entsprechende Abänderungen erfahren muß. Gerade darin^ weil sie sich 'den Bedürfnissen unserer Stadt und unseres jüdischen Lebens anpaßt, liegt ihr Wert. * Wenige Wochen sind vergangen, seit der GÄwnke, das Jüdisch e Zentrum im Judenbrzirk Wiens zu schaffen, von Frau Änitta Müller-Lohen ausgesprochen wurde. Es besteht bereits, und wenn es auch erst im Herbst sich ganz entfalten wird, so kann man doch heute schon seine Bedeutung erkennen. Der erste Eindruck, den das freundliche alte Haus mit dem wunderschönen Garten und den hohen hellen Raumen macht, ist der, daß es der Jugend gehört. Dank der Bemühungen des Kultusvorstehers Dr. I. K la b e r haben die jüdischen Jugendverbände in den Räumen der Sozialen Hilfsgemeinschaft ein Heim gefunden. Jeder Jugendbund hat ein oder zwei Räume Angewiesen erhalten, die er nach swnem Gutdünken einrichtet und verwendet. Der Techelet Lawan, der Bund jtzngjü'dischin Jungwanderer, der Mädchenbund Mirjam ijaben sich häuslich eingerichtet. Es besteht eine K i n d e r l e s e st u b e, vom Mädchenbund Mirjam geführt. Sie bietet den Kleinen, welche sonst ihre freien Stunden unbeaufsichtigt auf der Schatze verbringen müßten, anregende Beschäftigung unter liebevoller Betreuung. Im ersten Stock ist der groß« Bortragssaal gelegen, ein großer, prächtiger Raum, der, in Weiß und Blau eingerichtet,, einen würdigen Eindruck macht. Hier sollen Vorträge, Versammlungen, DiskussionSabende, jüdische Feste und Veranstaltungen stattfinden. Wichtig sind die verschiedenen Beratungsstellen: Eine Mutterberatungs- und Säuglingsfürsörgestelle und ein Rechtsschutzburcau, das schon stark in Anspruch genommen wird. Drei Anwälte, Dr. Moritz M n n k, Dr. Wilhelm Schick und Dr. Laazr M e l l e s, haben sich ihm zur Verfügung gestellt. Wird daS schöne Heim bestehen können? Liebe und Vertäuen besitzt das Jüdische Zentrum heute schon. Es bleibt nur zu wünschen, daß die besitze,wen Juden Wiens ihre Pflicht erkennen und für seine Erhaltung, seinen Ansbau sorgen. I?e KInwandemng nach DalSstlna. Jerusalem, 6. Juli. (I. T. A.) Im Monat Mat sind 1500 Einwanderer nach Palästina gekommen; im Mai waren es 1750, im April 1630 Einwanderer. Ein palästinensischer Ginwnnderunaskommissar fikr Polen. Jerusalem, 8. Juli. (I. T. A.) Der Direktor-Stellvertreter öes Einwanderungsamtes der Palästina-Regierung, Mr. Sulman, der den Direktor Hyamson während seiner Curopareise vertritt, wird, wie hier mitgeteilt wird, demnächst nach Warschau gehen, um dort den Posten eine^ Jinmigrationsbeawten der Palästina-Regierung für Polen zu bekleiden. Die Betrauung des Herrn Sulman wird hier als ein Zeichen dafür angesehen, daß es in der Absicht der Regierung liegt, den Wündererstrom auS Polen nach P a l ä st i n a tn einer Weise zu regeln, haß eine Erleichterung der Formalitäten der Einreise nach Palästina Platz greift. Christen für da» jüdische AnOauwerk. Now-Aork. 1. Juli. (I. T. A.) In Portland hat sich eine Gruppe Nichtjudeu zu einer Organisation zusammengetaii mit dem Zwecke, die vereinigte Kampagne d«S Joint Distr'chntion Committee für jüdische Aushauzwecke zu unterstützen. Das Kircherckvnzii hat den Geistlichen und Beamten der protestantischen Kirche empfählen, sich der Aktion anznschließen. Die Führung dieser christlichen Aktion hat Mr. H. Ltrong übernommen. In dem Aufruf dieser Gruppe heißt cs. öio Juden seien für so Mnhes NiMüdistze tzihHvtzxk A Gck> Wi««rr 12. Juli 1926 Gerte S l> dfcmiü und Energie «Mtreten; jetzt müßten die Chr-fkn sich revanchieren und ein jüdisches btftmt fördern. Hysmson darf nicht nach Rutztmvd. Jerusalem. 6. Jult. Dt« I. T. A. meldet, daß die Sawjetregierung Herrn Direktor Hyamson die Erlaubnis zur Einreise nach Rußland nicht gestattet hat. Herr Hyamson hatte die Absicht, nach Rußland zu gehen, um das Problem der jüdischen Wanderung aus Rußland nach Palästina einer Klärung zuzuführen. Der südafrikanische Landwirtschaftsmlnister für den Keren Hajessod. JohanntSbnrg. 6. Juli. (I. T. A.) Der Landwirtschafts- Minister Südafrikas, Herr Grobler, der vom Wahlkreis Rüste nburg in das Parlament entsendet worden ist, sendete eine Botschaft an die jüdischen Bürger von Rustenburg, in welcher er sie ausfordert, den Delegierten des Keren Hajefsod, Herrn Doktor M. Hindes, gut zu empfangen und das Wiederaufbanwerk in Palästina zu unterstützen. Durch' die Landwirtschaft, heißt es in der Botschaft,kann man am besten ein Bott in demLandverwurzeln, Landkolonisation aber braucht Geld, um zu prosperieren. Der Minister selbst hat für die Keren-Hajessod-Aktion in Rustenburg die erste Spende in der Höhe von 10 Pfund geleistet.' Elne Petition der Sephardim an das Zionistische Aktionskomitee. Jevuscklem, 5. Juli. (I. T> A.) Die Exekutive des Weltverbandrs der stphaidischeu Juden hat dem I i v n i st i j ch e tt A f» tionskomitec eine Petition zugehen lassen, in dev die Frag: einer gesteigerten Einwanderung der Sephardim nach Palästi» a erörtert wird. Sie beläuft sich jetzt auf ein Dr'.ttll der gesamten jüdischen Immigration. Die Exekutive bktet, ünMchts der No: der einwandernden sephardischen Juden, die vom 11. Kongreß nkgunsten der sephardischen Immigration anFmommerie Summe von 10.000 Pfund nunmehr flüssig, zu machen. St Süden «egen Bektelvignng ihrer Synagoge vor Gericht. Bukarest, 9. Juli. (I. T. A.) Wie seinerzeit mitgeteilt, verübte eine Bande Cuzisten am letzten Versöhnungstag eine Attacke gegen die Synagoge in Pl a : e r a -N e a m tz, wobei sämtliche Fensterscheiben eingeschlagen und eine Anzahl Andächtiger verletzt wurden. Die Andächtigen vertrieben die Huligans aus der Umgebung der Synagoge und züchtigten dabei die Studenten H u d i t s ch, B a l a n e S c u, CrotzuleSeu und Herl eg i n. Gegen die Synagogenschänder wurde keine Anklage erhoben, dagegen haben sich jetzt 19 Juden vor Gericht wegen Körperverletzung zu verteidigen. Der Anklageakt enthält GO Bogen. Rauchgase gegen jüdische Kinder. QH.it Cuzalthrsr. — Antisemitische Skandale in der rumänischen Kammer. Bukarest, 12. Juli. (I. T. A.) Die letzte Sitzung der rumäni-; . Kammer stand im Zeichen der von den Cuzisten verursachten Tumulte, die ihren Ausgangspunkt iy der Affäre von Te lene sch hatten. Der dortige Bottsschuillchrer Bod r u g a malträtierte seine jüdischen Schüler und leistete sich zuletzt das folgende Stückchen: Er sperrte jüdische Schüler strafweise in einem engen Raum ein, in den er dann Ra u ch g a s e einführte, so daß einige Schüler nach ihrer späteren Befreiung durch ihre Angehörigen bereits schwere Dergiftungserscheinungen aufwissen. Die Angehörigen der gefährdeten Kinder verabreichten dem unmenschlichen Lehrer eine Tracht Prügel. Euza behauptete nun im Parlament, daß die Juden ein Komplott schmiedeten, um den Lehrer zu ermorden. Die Cuzisten riefen fortwährend „Rache für Telene.sch!" und ließen die Verhandlungen nicht weiter gehen. Innenminister Goga versuchte, die Antisemiten durch die Versicherung zu beruhigen, daß die „Schuldigen" schwer bestraft werden würden. Wie aus Telenesch gemeldet wird, .sind dort mehrere Inden in Verbindung mit der Züchtigung des antisemitischen Lehrers verhaftet worden. Audienz Ir. Güsters beim rumänischen König. . Vukanst, 9. Juki. (I. T. A.) Der König von Rumänien empfing den Im weilenden bekannten Londoner Rabbiner und Gelehrten Dr. G a st e r und seine Tochter in Audienz und drückte dem Gelehrten die Anerkennung für seine Verdienste um die rumänische Philologie aus. Die Audienz dauerte anderthalb Stunden. Bekanntlich mußte Dr. G a st e r seine'zv't als jun sr rumänischer Jude d a » Land verlassen, well ihm verwehrt war, e i u e H o ch s ch u l e z u b e s u ch e u. Iie Konserenr für dar liberale Fndentu«. T. London, 11. Juli. .Heute wmde hier die Konferenz für daliberale Judentum eröffnet. Cs sind ungefähr 200 Delegierte erschienen, darunter au- Amerika Stephen W i s e und Rabbi V i l v e r m a n n. Die Konferenz wich drei Tage dauern. * „Schweigen ist Gold." AUS London meldet unser D-Korrespondentr Auf einer Konferenz der philanthropischen Gesellschaft. R eiw s Zs d e k, wurden auf der Stelle 30.000 Pfund gesammelt. Es sprachen Marquis Rtading, Sir Alfred Mond und Lord Blrkenhead, der zahlreiche Psalmenstelleu zitierte. Zuletzt sprach Bernhard Baron, der aber nur sagte: „Schweigen ist Gold." Gr hat eine größere Summe gezeichnet. Die Konferenz wurde von Lyons! Rothschild mit einigen Dankesworten an afouptö -oachth gdkchloistzN, , : Lissiansky-Schuhe Sommer-Räumungs-Verkauf!!!> \r S2f S2/s' braun diverse Grau foinfSrbigo beige limmm Wzm.piMer HsWux-aDW Molise «.Spangen neueste Modelle frz. Absätze frz. Absätze trz. Absätze tn. 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Die Halbinsel hängt im Norden mit dem Kontinent zusammen und ragt in das Asoiosche Meer hinein. Es gibt dort zwei Eisenbahnstationen, Tschangar und Siwosch, in deren Urngebung sehr guter Boden vorhanden ist. Von dort zur Kreisstadt Melitopol ist eine Entfernung von.etwa 90 Werst. In guten Erntejahren ergab der Boden von Tschangar 260 Pud pro Deßjatin. Die Halbinsel bietet Rarlm für 927 Siedlerfamilien; gegenwärtig wohnen auf der Halbinsel 273 russische Bauern-' samilien. Man plant, dort 350 jüdische Familien neu anzusiedeln. Schon in diesem Jahre sollen 250 Familien dahin gebracht werden. Die Insel Kask-Tisp, die man mit der Halbinsel Tschangar durch eine Brücke vereinigen kann, eignet sich besortders für Viehzucht; sie hat den besten Weidegrund der Gegend, aber kein Wasser. Bei Einführung einer Bewäsiernngsanlage wird die Insel besten Anbauboden geben. >' 7 eine Synagoge wird versteigert. Wie unS aus Paris berichtet wird, soll .sich dort der noch, nie daaewesene Fall ereignen, daß am 22, d. eine große Synagoge versteigerr werden wird, weil die Gemeinde ihre Schulden von 60.000 Franken n ich t bezahlen kann. Obzwar sich im Vorstand 82 P e rs o n en befinden, konnte die Summe bisher nicht aufgebracht werden. Krise im Präsidium der jüdischen Gemebcke in Lodz. 9. Juli. In der gestrigen außerordentlichen Sitzung. der Verwaltung der jüdischen Gemeinde tvmde idem bisherigerr Präsident en Dr. Rosen bla tt düs Mkßttauensvotum ausge-- ,sprachen. Für das Mißtrauensvotum stimnrten die ÄgAÄa, die Parteilosen und die Bolkfften. ' i Anstcktte aus dem Judentum. Kirchmeyer Hedwig gvb. Grünwald, geb. 6. Zsimi 1899,,!b.°Ghalla, 9. Vez, Rotenlöwengasse 5. K o n st a n d Robert, geb. 3. Dezember 1996, Wien, 9. Bez. Lustkaiidlgasse 6. L S w h Jda rb. Koffower, geb. 12. Jänner 1697, Wien. 2. Bez., Taborstraßs 83. S efsely Elsa, geb. 13. Juni 1889. Wien, 2. Bez., Bereinsalle 36. R o t t e r Hella Helene geb. Gtüttwald. geb. 31. Juli 898. Wien, 9. Bez.. Latschkckgasse 4. Strich Golde, geb. 21. April 899, Zawotow, ist. Bez., Leidesdorfgasse 7. W i tt t e r st e i n )tto, geh. 17 Dezember 1600, Antosiae, Hilfsarbeiter, 9. Bez., ilasergafss 6. T i ch o Arnold, geb. 3. Juni 1883, Hollsschau, Znenieur. 9. Bez.. Pichlergasse 3. L a mV l Stephanie Elisabeth geb. iulhanek, geb. 23. Dezember 1885, Wien, 5. Bez., GrÄvgasse 34. e m p e r t Helene, geb. Czernoch. geb. 9V. Juli 1892, Wien, . Bez, Anr Hundsturm 7. Lampt Alfred, g^). 1. Februar 1693, oß-Dre>chan, 5 Bez.. Grüngasse 95. L a m p l Grete, geb. »fhrK 1990 “ - - - - 1 " * iesgasse 11. T h t' a m t n t s ch" Viktors geb. 22. Jänner ' 19Ül". Bez., BräuhauSgafle 52. K a u f m a n n Ehaje geb. Dvorak, b. 30! Oktober 1884. Wien. 5. Bez.. Gartengasse 19. I ©t 11 ne« Mita* geb. 28. Juni 1902, Zglau, 11. Bez., Felsaasse 6. T r ei t sch Lötke geb. Peters, geb. 29. Februar 1907, Berlin. 1, Bez., äckerstraße 1. Spitz Walter, geh. 25. September 1908, Wien. 1 Bez., Wetßherggasse 4b. Weiß Gisela geb. StMtt, geb. l Bovember 1878. Wien. 10. Bez., Zur Spinnerin 4^ G r o ne r Stephanie, aeb. 25. November 1897. Andrhchow, 8. Bez.. Alrstraße 7* Stern Leopold, geb. 25. Ravemüer 1894, Men,, ^oldarbettergehUfe. 9. Rutzdorserstraße 56.