Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2651 (11.7.1926)
- Date
- 1926-07-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j Polen:aSdroigy] Wi en. Zum Abholen in der Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer verschlelsstefle Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkant in Wien durch die Kolporteure der Pima Qol dschmied, 1, Wotlzelle 11 Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling l schecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 achzahitragen bet frei *•;; '• >7 n - n vorbohftlien Wiener rppsnrira orötufcmum England: Mon.4Schillin Italien: Monatl. 20 Life Rumänien: Mon. 170 Lei But garten - Mon.lOOLew« Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. - Redaktion, Administratioi Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38.43-3-1 Ab tz Uhr. 21-102, 25-2-82 K.. Universitatsstrasse 6-8 (Dt uckerei lg. Steinmann Oesterreichisches Postspa kassen-Konto Nr 150.69 '3 •M. 28S1 Wie«. Sonntag. 11. gmi 1926 8. gatzrgaag 3m redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche MitteUungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. KMliiaWU—gwithwmulw '.jiiiilnlillll'llnilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ | üBEIiML ERHÄLTLICH ( D Blaimscheins D IS Spezial PFLANZENFETTSpezial | USEROLI 100 Prozent Fettgehalt i ISO W (vnwS'V vcnD w1 n mn Din nrawn nnn) D =5 Erzeugt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn =5} Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) | Fabrik: Wien, Xlü. Diefenbachgasse 59 | Ischias-Schnellluren len« System) auch gegen Hexenschuss and Armneuralgten. Gagen Rheumatismus und Gicht, und Moorbäder, Packungen. Diathermie, Heissiuft, Höhensonne, rebSder, Kaltwasserkuren, täglich 8 bis 6 Uhr im, „Thermia*1- Mstitut, I. Bexlrk, Franz Josefskai 1. Telephon Nr. 79-1-37. feMamm- RoStenaän VII«, Kaisersfarasse 123 WIEN IX., AlserttraMc Nr. 6 A. WARMUTH, A.-G. 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Warschau, 10. Juli. Der Direktor der Bank Polski äußerte sich über die Ursachen der Steigerung des Zloty, daß als Hauptursache die aktive Handelsbilanz anzusehen sei, welche im Herbst des vorigen Jahres eingesetzt hat sowie der Umstand, daß die Frage der auswärtigen Schulden fast ganz geregelt ist. Die Besserung des Zloty begann nach dem Umsturz im Mai, entgegen allen damals geäußerten Befürchtungen. Im Juni wurden 27 Millionen Dollar angekauft und in der ersten Dekade Juli 12 Millionen. Eine weitere Steigerung des Zloty wäre aber wegen der ungünstigen Auswirkung auf die Industrie nicht wünschenswert. Deshalb wäre der heutige Kurs von 9.20 am günstigsten für die Aufnahmsfähigkeit Polens. Die Bank Polski wird M» der Kreditpolitik nunmehr einen liberalen Kurs eivschkye«. Es ist keine Rede von einer neuen Emission des Zloty auf der Grundlage des erhöhten Devisenvorrates, vielmehr wird der gesamte Devisenvorrai als Reserve benützt. Die Nachricht, daß die Regierung eine Stabilisierung auf dem Stand von 10 Zloty für den Dollar plan-' ist unrichtig. Sie Bersosinngsresorm in Polen. L. Warschau, 10. Juli. Der Versassungsausschuß ist heute in der Verhandlung der Verfassungsrevision ziemlich weit vorwärts gekommen. Er hat an den Regierungsent'würfen einige nicht u n w i ch t i g e Aenderungen vorge- ,nommen, aus denen jedoch die Regierung, wie es den Anschein hat, keinen Casus belli machen wird. Der Ausschuß hat das Recht des Präsidenten aus Auflösung des Sejm angenommen, jedoch mit der Einschränkung, daß die Auflösung nicht zweimal aus demselben Grund erfolgen Vars. Die N e u Wahlen zum Sejm haben binnen neunzig Tagen nach der Auflösung stattzufinden. Dem V e t orecht des Präsidenten wird zugestimmt, jedoch mit der Einschränkung, daß es nur während der D a u e r v o n vierzehn Tagen nach der Erlassung des betreffenden Gesetzes Gültigkeit hat. Ebenso wird das Recht der Notverordnung akzeptiert, jedoch mit Ausschluß der Anwendbarkeit auf die Berfa s s u n g s ä n d e r u n g und auf eine Kriegserklärung. Ae drastiische Bertretnng beim BöUerbnnb anfgehoben. Genf, 10. Juli. (Wolfs.) We „Journal de Geneve" «Wekdet, hat der Präsident von Brasilien die Aufhebung der brasManifchen Delegation beim Völkerbund verfügt. klar italienische Truppe in Tripolis Überfallen. 28 Tote. Rom, 10. Juli. (Wolfs.) Am 30. Juni wurde in der Cyrenaika ein aus fükf Wagen bestehender Kraftwag e u z u g, der zur Unterdrückung des RäuberunWesens unterwegs war, angegriffen. Auf italienischer Seite wurden 22 Soldaten, 6 Zivilisten und ein Gendarm getötet. Herangezogene Verstärkungen zerstreuten die Räuber und brachten ihnen schwere Verluste >bei. Als Geisel wurden angesehene Stammeshäuptlinge festgenommen Wrangel geht ins Privatleben. Belgrad, 10. Juli. Wie das Blatt „Politika" meldet, habe General. Wrangel seine Organisation aufgelöst. Er werde nach Belgien gehen, um dort als einfacher Privatmann zu leben. _ AntiWische Umtriebe In Mgn. K. Riga, 10. Juli. Wie schon berichtet, haben sich in der jüngsten Zelt die Ueberfälle auf jüdische P a ssantenam Rigaer Strand in auffallender Weise vermehrt. Der Strand ist jetzt für Juden in den N a ch t ft u nd e n außerordentlich gefährlich geworden. In der vergangenen Nacht wurden wieder in der Gegend des Bahnhofes Karlsbad drei jüdische Studenten angefall e n und schwerver w u n d e t. Die Angreifer wurden verhafte t. Der Polizeichef des Bezirkes erklärte, er habe zu wenig Mannschaften, um die Gegend zu sichern. Ministerpräsident Alb er in teilte einer jüdischen Abordnung mit, daß die verhafteten Banditen bis zum Prozeß in Hast bleiben werden. Leider Wurden sie aber bereits auf freien Fuß gesetzt. Ae elsüffischen Fuden für Frankreich. K. Paris, 10. Juli. In der heutigen Sitzung des Gemeinderates von Saar bürg im Elsaß brachte der Gemeinderat Artur D e u t f ch, der Präsident der Mischen Gemeinde, eine Resolution gegen die separatistische Bewegung im Elsaß ein. Die Resolution bewnt, daß die Inden Frankreichs der französischen Republik treu bleiben. Die Resolution wurde einstimmig angenomme n. Auch in anderen Städten des Elsaß ist die Stimmung der Inden, wie der Pariser „Haint" berichtet, gegen die separatistische Bewegung. Die französische Regierung zeigt sich wegen der Propaganda des separatistischen Heimatbundes sehr beunmhigt. Es wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet, die schon zu zahlreichen Verhaftungen und Beamtenentlassungen geführt hat- Der Vatikan gegen Ksrthy. . (Eigendienst der „Wiener Mortzenzeitung":) Budapest, 10. Juli. In hiesigen Regierungskreisen herrM gviwe Konsternation wegen eines scharfen Ausfalls des offiziellen Organs des Vatikans „Osservatore Romano" gegen den. ungarischen Epistopat wegen Teilnahme an -lesen Zeremonien sowie seiner Teilnahme an kirchlichen Feiern mchtkathol sicher Konfessionen. Jnsbesond'ere aber wendet sich das Blatt der Kurie gegen die von Horthy eingeführten H e I de nw e ih e n, bei denen Lieblinge des Reichsverwssers mit konfisziertem- Boden beschenkt und mit einer „heidnischen Zeremonie", in der der Kriegsgott Hadur eine Rolle spielt, in den Heldenordm ausgenommen. — Natürlich ist noch kein Judevon Hortb^ zum .Helden geweiht worden. Kn Attentat gegen Perfian. Budapest, 10. Juli. Gegen den bekannten Journalisten!^...un Persian, der vor einigen Wochen in Konstantinopel Werlte und ein Interview mit dem aus der Frankenfälschungsaffäre bekannten Prof. Julius Meszaros im „A Reggel" veröffentlicht hat, wurde heute nachts ein Bombenattentat verübt, das jedoch ohne schwere Folgen blieb. Persian, der wegen seines Artikels in den letzten Wochen ständig von und ekannten jungen Leuten überwacht wurde, kehrte erst spät abends in seine Wohnung in der Jpargasse zurück und arbeitete bis halb 1 Uhr nachts in seinem Arbeitszimmer. Um halb 1 Uhr hörte er aus der Richtung des Schlafzimmers, wo seine Frau schlief, eine Detonation. Es war von der Straße her eine Bombe gegen das Fenster seines Schlafzimmers geschleudert worden, sie blieb jedoch auf dem Balkon hängen und kam dort zur Explosion. Das Gutachten des Gewchrsachverständigen stellte fest, daß die Bombe aus MannIicherkugeln auf eine ganz eigene Art hergestellt worden war. Keine Erhöhung der Menbahntarife in Polen. (Etgendienst der „Wiener Morgenzeitung".) L. Warschau, 10. Juli. Von kompetenter Stelle wird Ihrem Korresponldenten mitgeteilt, daß die Negierung derzeit nicht daran denke, eine Erhöhung der Personenuv^ Frachttarife auf den Eisenbahnen eintreten zu lassen. Ein Ranbüberfall ln Benthe«. Beuthen, 10. Juli. In der vergangenen Nacht drangen in die Karbidfabrik E. B o b r e k vier gutgekleidete, inaSkierte und bewaffnete Männer ein, die es offenbar auf die Kantinenkasse abgesehen hatten. Sie wurden von einem Wächter bemerkt. Es kcmr zu einenr regelrechten F e u e r g e f e ch t, bei dem der Wächter emen Schuß erlitt. Einer der Banditen wurde später, noch mit der Maske vor dem Gesicht, in einem Kornfeld erschossen misgefunden. Die drei anderen Räuber entkamen unerkannt. i