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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-08 · Heft 2648 (8.7.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2648 (8.7.1926)
Date
1926-07-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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uunnkirt I Polen: 33 gfoigy j Wien Zum Abholen in det Expedition, IL Taborstf. 1-3, oder in einer verschleisstelle 'Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, U Wollzeile 11 Mit Postversand Hit Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon, 6Zloty. Deutschland: Mon, Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 25 achMhtangeii bei frei»* rhrthunrten worbehalhet» Nr. 2648 Wiener orgenfeitung Men. Donnerstag. 8. gntt 1826 Ln g i a n d: Mon. 4SvhMng. kbittie« Monat!. 2V Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien -. Mon.lOOLew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Tabors*r. 1 Telephone: 44*0-38,43-3-13 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Untveisitätestmsse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.69- 8. Zahrgau» Die ftanzSfische Kammer vor der Entscheidung. Sanieruugsplan kalllaux' oder der Zozialiften? Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefehtes x gekennzeichnet. Ae BerfajfuugskSmvfe in Polen. (Eigendiensi der „Wiener Morgenzeitung".) L. Warfchmr, 7. Juli. Der Ministerpräsident Bartel hatte heute eine M.eistüudigc Unterredung mit dem Sejmmarschall Ra taj. Der Ministerpräsident erklärte, es liege der Negierung sehr viel daran, daß die Verfassnngsgesetze bis längstens 20. d. verabschiedet werden. Die Regierung beabsichtige, eine intensive Arbeit zu beginnen, müsse aber >:azu die in den Entwürfen vorgesehenen Vollmachten besitzen. Der Scjmmarschall antwortete, der Landtag werde die Regiernngscntwüvfc zum entsprechenden Termin erledigen und annehmen. - Im B e r w a l t n n g s a u s s chuß des Landtages beantragte Abg. I n s l e r (jüdischer Klub) die Annullierung der bisher angenommenen Bestimmungen des Gesetzes über die R esorm der Gemeindewahlordmlng. Wie bekannt, ist die Annahme dieser Bestimmungen auf Betreiben der Rechten in einer hinter dem Rücken der nationalen Minderheiten währeno einer Plenarsitzung des Landtages erfolgten- Beratung borgenomr'.ten worden. Ter gewesene Minister Thngu t unterstützte den Antrag Jnsler und sagte, die Taktik der Majorität sei eine dumme Komödie, die dem Prestige des Parlaments schade. Trotzdem wurde der Antrag abgelehnt, worauf Thug-ut d e m o n st r a t i v den S « alverließ. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden s ä m t l i che A n t r ä g ederMin ori tä t abg e l e h n t. . . - Wie verlautet, wird demnächst «der Professor der Hoch-, schule für Bodenkultur sn HrakauM c emkowsk i zum Unterrichts mi.n ist e r. ernannt werden. Heute hat sich der Sej r« au ssch uß für die Frage der Vergebung des Zündkjölzch en m o n o p o l s konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde der gewesene Finanzmmister Abgeordneter Al i chä l s k i, zu seinem Stellvertreter Abg. R os m a r in vom jüdischen Klub gewählt. Der Ausschuß wird in einer der nächsten Litzungen den gewesenen Finanzminister Grabski zur Auskunsterteilung über die merkwürdigen Vorgänge bei 'der Konzessionserteilnng vorladen. Die B u d g c t ko m m i s s i o n '.des Landtages begann heute mit der Verhandlung über das Eisenbahnwesen in Polen. Es wurde beschlossen, die Regierung ausznfovdern, die Schuldigen an den Mißbräuchen in den Direktionen von Rado m, W i l na und L e m.b erg zur Verantwortung zu ziehen. Ferner wird die Regierung aufgesordert, Aufklärung zu geben Wer das Abkommen mit der Reisegesellschaft Orbis, welches dem Staate großen Schaden verursacht hat. Aus dem Wischen Seimklub. Warschau, 7. Juli. Gestern nachmittags hat.eine Gruppe von Abgeordneten deS jüdischen Sejmklubs, und zwar die Herren R eich,. R e i z e s, Schipper, W y g o z k i und S t u e z y n s k i, an den Präsidenten des jüdischen Sejmklubs Abg. Hartglas esn Schreiben gerichtet, in dem sie erklären, daß sie gegen den Entwurf des Verfassungsgesetzes stimmen werden. Im übrigen überlassen sie es der Entscheidung des Präsidiunis, ob zur Bereinigung dieser Frage das Plenum des Klnbs' einzubetufcit fei. In einem zweiten Schreiben erklären die genannten Abgeordneten, daß sie f ü r die sofortige Auflösung des Sejm stimmen werden. Im Zusammenhang mit diesen Erklärungen sprach man von einer Krise im jüdischen Sejmklub und sogar von einer D e m i s s i o n s a n k ü n d i g u n g des Präsidenten Hartg l a s. Im letzten Augenblick zogen aber die zionistischen Abgeordneten mit Ausnahme des Abg. Reich ihre Unterschriften zurück und die endgültige Stellungnahme soll nach einer neuerlichen Beratung erfolgen. Inzwischen hat im Sejm der Abg. Grü'nbaum, wie wir gestern berichtet haben, im Namen des jüdischen Klubs gegen die Verfassungsänderungen und nur für die Erweiterung der Rechte des Präsidenten zur Sejmauslösung gesprochen. Der Lollarlurr in Polen. I.. Warschau, 7. Juli. Dep Dollar notierte heute im Privatvert'ehr 9.40. Paris, 7. Juli. Die heutige Kammevsitzung brachte eine Reihe heftigerAngrifse gegen das W a s h ingtoner Schuldenabkommen, so daß es den Anschein gewinnt, als würde die Regierung die Ratifizierung des Abkommens in der Kammer nicht durchsetzen können. Als erster Redner bentängelte F r a n kl i n - B o u i ll o n, der Vorsitzende des Kommission für auswärtige Angelegenheiten, daß Frankreich in Amerika nur eine 50prozentige Herabsetzung seiner Schuld erreicht habe, während die italienische Schuld um 70 Prozent reduziert worden sei. Uebrigens hätte man wohl, wenn die Verhandlungen mit Amerika rechtzeitig eröffnet worden wären, eine Annullierung der Kriegsschulden erreichen lönnen. Daß dieser günstige Zeitpunkt versäumt wurde, sei ein Verbrechen gegen Frankreich. (Rufe: Tardieu! Clem e n c e a u!) Ministerpräsident B r i a n d gab dem Redner zu bedenken, daß die Kammer noch nicht alle zur Beurteilung des Abkommens nötigen Dokumente habe. Darauf kritisierte auch Fonts Marin das Washingtoner .Schuldenabkommen. Er fragte die Regierung, ob sie wenigstens Ein SutwmuWStzersvch Ir. Rmtelens. Un-terrichtSminkster Dr^R^ n-Le le n,!hat,^rn dem Bürgermeister S-eitz als den Obmann des Verbandes der soziäldemökratifchen Abgoondneten und Bundesräte heute ein Schreiben folgenden Inhaltes gerichtet: ' „Ich habe bei Antritt meines Amtes eine Lage vorgesunden, welche mit Rücksicht aus die allgemeine Situation -einer Lösung bedarf. Es ist mir bekannt, daß die sozialdemokratische Partei der Ansicht ist, daß bei den. stinerzeitigen Besprechungen bei Herrn Minister Dr. Schneider bereits abschließende Abniachungen getroffen worden seien, nn>) daß sie daher die Nichtdurchführung dieser Abmachungen als N i ch tcinhaItung verbindlicher Vereinbarungen betrachtet. Ich brauche wohl nicht erst zu betonert, daß die Regierung selbst den g r ö ß t e n Wert daraus legt, daß diese b e-!da u e r l i ch e n M i ß v e r st ä n d n i s s e befestigt und das normale Verhältnis zwischen Regierung und Opposition wieder h e r g e st e l l t wird. Ich würde daher, damit die geeigneten Maßnahmen in ■ dieser Richtung erfolgen können, Wert daraus legen, eine Aussprache mitder Opposition herbeizuführen, welche die Sicherheit bietet, jene Maßnahmen zu finden, die geeignet sind, das normale Verhältnis wieder h e r z u st e l I e n.1 ' Ich beehre mich daher, hiermit die Einladung zu einer solchen Anssprache zum Ausdruck zu bringen." Das Präsidiunt des Verbandes der sozialdemokrat-ischen Abgeordneten und Bundesrätc hat den V o r st a n d d e s V e rb a n d e s e i n b e r n f e n, damit er zn diesem Schreiben Stellung nimmt. Alan wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß sich Dr. R i n t e l e n ror Absendung dieses Schreibens vergewissert hat, daß es aus sozialdemokratischer Seite eine zustimmende Erwiderung finden werde. Er kommt hier als „Homo regius", der den Versuch unternimmt, mit der Opposition, die seit der Ablehnung der Schulvereinbarnngen zwischen den Christlichsozialen und denn Wiener Siadtschnlratspräsidenten G l ö ck e l alle Brücken zur Regierung und zu den Mehrheitsparteien abgebrochen hat, wieder normale Beziehungen herzustellen. Zu den Verhandlungen mit den Sozialdemokraien wird er wohl auch eine Generalvollmacht des Gesamtkabinetts mitbringen. Ob er die Entwirrung für den Bundeskanzler Doktor Ramek versuchen oder doch etwa, wenn es sich im Laufe der Verhandlungen eben schicken sollte, selbst den Anfst-ieg zur Kanzlerschaft.probieren wird, wird sich bald zeigen. Daß das Unterrichtsministerium ein viel zu enges Betätigungsfeld für ihn biete, war vom ersten Tage seines Eintrittes in das Kabinett kein Geheimnis. als Gegengewicht gegen die drückenden Verpflichtungelt diese? Abkommens Kreditzusicherungen erhalten habe. Ministerpräsident Briand wich dieser Frage aus und erklärte, die Ratifizierung des Abkontmens mit Amerika sei notwendig, wenn man die Stabilisierung des Franken wolle- Der Deputierte A c e a m b r a y forderte die obligatorische Einführung der Goldbilanzen und die Verpflichtung für die französischen Kaufleute, ihre Preise auf G o l d b a s i s zu erstellen, da nur so einem @ u bst a n z v e r l u st vorgebeugt werden könrre. Schließlich erklärte Leon B l u m, daß er und seine sozialistischen Freunde gegen die Regierung stimmen würden und kündigte die Einbringung e i nes Gegenprojekts zn dem Sachverständigenplan an. Er erklärte, die Kammer müsse sich entweder für den Plan der Sachverständigen oder den der Sozialisten aussprechen. Die Debatte müsse mit einer formellen Weisung für die gegenwärtige oder die kommende Regierung abgeschlossen werden. - Eine sieche PrüvyMsn. 'Denii-kin-FÄ'hvei: verlangen Vchrrtz vor Mdefcheri - Ättt-entQten. - ^;. K. Paris, 7. Juli, Mehrere bekannte nkraimsche Persönlichkeiten, die auch ehemals Führer in der.Denikin- Armee waren, haben sich an die Pariser Polizeibe>hörde mit der Bitte um Schütz gewendet. In ihrer Eingabe behaupten sie, daß „die Juden Attentate gegen sie p lanen" und verlangen deshalb, daß ihnen die Polizei ihren Schutz gewähre. In den Kreisen der jüdischen Gesellschaft hat diese Behauptung die stärkste Entrüstung hervorgerufen. Die jüdische Presse bezeichnet das Gesuch als e i n e P r o v o k at i o n und weift die Behauptungssn mit Empörung zurück. Eine blutige Schlacht zwischen slowalischru Fasziften und KammmÄen. Prag, 7. Juli. „Ceske Slovo" berichtet Von blutigen Zusammenstößen, die sich in Alt sohl vorgestern zwischen f a s z i st i s ch e n Eisenbahnern und K o m m u n i st e n ereignet haben. Die der slowakischen Bolkspartei angehörenden Eisenbahner feierten eine Fahnenweihe, an der sich auch slowakische F a s z i st e n beteiligten. Durch eine Unvorsichtigkeit ritten während der Feier die Fasziften in das Publikum. Aus der allgemeinen Panik entstand schließlich eine Schlägerei zwischen Volksparteilern und Komnmnisten, die sich unter den Zuschauern befunden hatten. Aus Rache überfielen nach Beendigung der Feier die Faszistert das komntuniftische Standquartier. Es kant zu einer blutigen Schlacht, in der 15 Kommunisten schwer verletzt liegen blieben. Erst als Gendarmerie eingrisf,- trat wieder Ruhe ein. Der blutige Zwischenfall hat auch e i n M e n s ch e nl e b e n gefordert. Die Mutter eines Schwerverletzten wurde vom Schlage gerührt und stavb, als sie die Nachricht von der Verwundung ihres Sohnes vernahm. Wie weiter gemeldet wird, befindet sich unter den Verletzten auch der kommunistische-Abgeordnete- Schafrank o. Bitte Abordmm» der polnische» Rabbiner beim amerilanischen Boischasler. Li. Warschau, 7. Juli. Eine Delegation der- Rabbiuervereinigung in Polen erschien heute beim amerikanischen Botschafter Herrn Stetson, um ihm anläßlich der Unabhängigceitsfeier die Glückwünsche ansznsprechen. Auf die Ansprache des Abgeordneten Rabbiiurs Lew in antlvortete der Botschafter, die amerikanische Nation hatte imnter volles Verständnis für das jüdische Volk, das der Mertschheit so viel Licht gebracht hat. in Stoffen. Seide. ' ' Jade-, taten, -mänteln ■' ' usw. im Warenbaus Mer Sehinanii MSMHHWnnI II.. MIM 1 Telephon 47-V79, 43408 En SIDS En Detail 2414496564 029468 A$B

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