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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-06 · Heft 2646 (6.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2646 (6.7.1926)
Date
1926-07-06
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Me«, NenMg Mtmt MEMWeVm« ff «smp «na u. iJW JuJ2ö ^efunLe Sinn der Selbstversorger sagt sich: Jo, aber na! und iHat's gleich heraus: Das Radio ist schuld, der Wiener Großjfender. Seine elektrischen Wellen verursachen Blitz und Donner, 'Wolkenbrüche und Uebmschwemmungen. Das Haben nicht nur i^ie Bauern von Groß^erungs-Ebersdorf erkannt, nein, auch ^ic ron «der ganzen Umgebung sehen es ein. Was stellt sich Heraus? Das Radio geht ans oic Wellcncntdeckung eines gewissen Heinrich Herz zurück, der a Jud tvar. Also diese malcsiz- 'Israelitischen Juden sind schuld an diesem Wetter. No, haben die :„Weisen von Zion" nicht rech:? Der Großsender muß weg. Die : Welle der Empörung im ganzen Land, sctveit die Bergländerburchhymne klingt, falls sie als solche erkannt wird, verlangt dies ^gebieterisch. Wenn da nur kein neuer Weltkrieg herausschaut! Neuwahlen kommen sicher! Ali. * Das Wetter. Der gestrige Tag war in Wien bis auf einen kurzen Regenguß niederschlagsfrei. Die Voraussage lautet: Wechselnd wolkig, schwül, lokale Gewitter. Ein vermißtes Mädchen. Seit dem 19. v. M. ist die MpenLändern, nröglicherweise Aussee oder Heinsel-, zu verbringen, sollte aber am 2. Juli wieder zurückkckhrem Seither fehlt von ihr jede Spur. * Tödlicher Fenstersturz. Sonntag nachts ist der 28jährige Bankbeamte G. R. im 9- Bezirk von dem Rayonsposten mit zerschmettertem Schädeldache bewußtlos am Gehsteig aufgofunden worden. Der Mann ist bald darauf gestorben. Ob es sich um einen Anfall oder Selbstmord handelt, ist noch nicht festgcstellt. * Die Jltfkription an der Technischen Hochschule in Wien. Das Prosessorerckollegium hat beschlossen, daß die Inskriptionen für das Studienjahr 1929-57 in der Zeit vom 2 3-. September bis 9. Oktober stattsindc-n. * Geänderte Telephonnummer. Frau Dr. Anna Sucher, 6. Bezirk, Moriahilserstraße 113, har jetzt die Telephonnummer 55*13. . oder MMchenmörder? Gestern Hot srch t^ Franz Wisnetzky der Povtzei mit der' _, . „ ^..eN, er habe vor einigen WoHm ein junges Mädchen, von dem er nur den Vornamen Steffi kannte, berm Döblinger Steg in den Donaukanal geworfen. Er will mit der Ermordeten ein Verhältnis gehabt haben, das nicht ohne Folgert blieb. Nur sich des Mädchens, das von ihm ein Kind erwartete, zu entledigen, habe er es bei einem Spaziergang an einen: reg- ■ .* cs lautlos Verdes gewesen sein und brünetten Bubikopf gehabt haben soll. Bei einem neuerlichen Verlwr erklärte Wisnetzky. daß seine Angaben erfunden seien. Cr habe die Absicht gehabt, sich als .pungerkünstler zu produzieren, doch sei ihm von der Polizei die Bewillmurig hiezu nicht erteilt worden. Er habe nur deshalb die Erzählung erfunden, um, wenn er in Haft sei, sofort mit dem Hungerstreik beginnen zu können. Tie Angaben des jungen Mannes .. , . ll -c. ■ _ - .. — werden von der Polizei cinaehend aeprüst. Angaben über ein werter so ern Wetter bringt, zun, Donnerwetter noch einmal! Der ^Ges Mädchen, das rm 2. Bezirk bedientet gewesen sein soll, W i e it, 6. Juli. *"DaS RtBio ist schuld. Wenn die berufsmäßigen Wetter Macher sich kleinlaut hinter „eine tvesentliche Aenderung" zurück Ziehen, dann gelangt im allgemeinen der Spcziallaubfrosch unsrer biederen LaMeute zu Glzren. In den letzten Jahren war M ja regelmäßig so: Wenn es draußen stürmt, wettert und gießt, ^idaß der Wunsch nach k>'n Winterröcken beim abgebauten und lmoch nicht abgckauten Wiener einen Run ans das Dorotheum .bckvirken würde, falls da;n Kassa verenden wäre, dann — ist Nter Sommer da. In d'm Fall misten unsere Agrarier: der Wosdag ist schuld. Heuer aber ist die Geschichte gar u-nheinllich. Wer Lostag hak schließlich nur daun einen Sinn, wenn dadurch >^der Landbevölkerung der Weizen blüht. Das heißt, das Korn siim Preise steigt. Bei der Henrigen Sintflut wird aber das ganze 'Merstl hin. Das kann kein bodenständiger Lostag gewesen sein, sind an das Sicherste itsbi.rcau, 9 Bezirk, Roya-uerländc 7, an Dr. Klauser zn richten. * Mn neues .KindererholungSheim in VSslau. Sonntag den 4. Juli wurde in Böslau das neue Erholungsheim des Luinan ität sverc in es für di e westlichen Bezirke Wiens feierlich eröffnet. Ein wokkenbruchartiger Regen überraschte die Gäste, die sich im Freien versammelt hatten, doch konnte dieses Intermezzo die Festesfreude nicht, stören. Der Verein hat ein prächtig gelegenes Haus mit herrlichem Garten, das 16 0 Kindern Platz bietet, gepachtet und völlig neu eingerichtet. Außer dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Prof. Dr. Alois Pick und den ossiziellc» Vertretern der Gemeinde Vöslau befanden sich unter den^Festgästcn bloß Vertreter von Korporationeu, inelche ihre armen Schützlinge, meist zu ermäßigten Preisen, in dieses Erholungsheim entsenden. Der Delegierte des Vereines Bibnr Chanlim in Graz, Herr Samuel Weiß, betonte die Notwendigkeit der Errichtung jüdischer Er^ holungsheime für die jüdischen Kinder aus der Steiermark. Nach der offiziellen Feier erfreuten die kleinen Sommergäste des Erholungsheimes durch eine „Vorstellung". * Die Schlacht von Kömggrätz. In diesen Tagen hat sich die Schlacht von Königgrätz, deren katastrophales Ende das Ausscheiden Oesterreichs aus dem deutschen Bund zur Folge hatte, zum sechzigsten Male gejährt. Es sei hier daran erinnert, daß in dieser Schlacht, die trotz ihrer kurzen Dauer eines der blutigsten Gefechte war, sich in der österreichischen Armee zwei Juden so hervorgetan haben, daß sie ausgezeichnet und in den Darstellungen der Schlacht erwähnt wurden. Wolf B a r d a ch, der vom gemeinen Husaren bis zum Rittmeister avanciert war, führte mehrere Reiterangrisse, nachdem seine Vorgesetzten gefallen waren. Er wurde zum Ritter von Chl umber.q ernannt. Sem Regimentskamerad, der Husar Samuel Stapler, rettete die Kriegskasse und wurde hiebei schwer verwundet. Er wurde zum Rechnungsführcr befördert. * Prof. Hupka Dekan der juridischen Fakultät. Das ProsessorenLollegmn: hat zum D5kan der juridischen Fakultät ftir das Studienjahr 1926*27 den Ordinarius für Handels uiid Wechsel recht Prof. Dr. Josef Huplka gewählt. Als Prodekan lvrrid Prof. Gleispach fungieren. ifttit Htt w rrwMilvi SMQRBEwM wp UWCTUCp* wicn^ JU Sövft+f Nr. 8. Die koiMm-erwde GeneralversaMmrung findet Domwrstag dm 8. d. in dm Klubrünmen des Caife AtläShak statt. Begttm pWst M 9 Uhr M Für das vorbereitende Komitee: Gememderat Dr. Plaschkes. Dr. Israel Waidmann. KE «Me, Buch Mw den Theatern. B ur g-tch e a t e r. Morgen, lfa8 Uhr abends, „2 a d i) W i n d e r m eres Fächer*. Overnlbeater. Morgen, 7 Uhr abends, „3) l c Fledermaus* _ Theater tn der Jotefstadt. Morsen Doimerstag und Freitag finden die letzten Vorstellungen von Board ets DieGefangene" statt. Renatstancebüyne. Donnerstag zum letzteit Male tn dieser Spielzeit ^Totentanz". Freitag Premiere der Komödie .Die Glatze und der Bubikopf" von Lajos L u r i S. R o l a n d b ü h n e. Da8 Lustspiel „D ie s ch ö n e M e l us i n e* gelangt nur bis Donnerstag oen 8. d. zur AuMhrung. Freitag den 9. d. um 8 llhr abends gebt ^Cafe Elektrik, die Tragödie einer Gefallenen* von Felix P'i s ch e zmn ersten Male in Szene. _ Johaun-Stranß-Theater. Ralph Beruatzkys li«benswürLrge Operette „Adieu Mimi" wurde zum 25. Male erfolgreich aufgeführt. Unter den Mitwirkenden taten sich neben der ausgezeichneten Soubrette Rita Georg -Hern Im ho ff und Frau Gribl besonders hervor. Moses Nadir, der berühmte jüdische Schriftsteller, ist ans New-Nork in Warschau eingeirossen. Nadir wird auch Lodz.und andere polnische Städte besuchen, wo er Bortrage über-die jüdische Literatur in Amerika halten wird. Gerichtssael. gegen US drr jüdischen Welt lNUWWMll llf=ÜIIE?3 WWIIIZIIM Für die jSdischen Notleidenden in Polen. Lvnbera, 3. Juli. Abg. Dr. Leon Reich erhielt gestern die telegraphische Nachricht, daß das Präsidium der Föderation der vereinigten Hilfsorganisationen in der letzten Zeit eine Aktion unternommen hat, um 50.000 Pfund Sterling fiir die Inden in Polen und in der Ukraine zu sammeln. Für den 25. d. iist ein Meeting in London einbcrufen, auf welchem Abg. Dr. Reich sprechen wird, der anläßlich der Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees in London weilen wird. Bou den jSdhcho« landwirtschaWche« Kolonien in Polen. Die Generaldireötion der Jewish Colonisation Association in Paris erhielt dieser Tage einen Bericht ihres Warschauer Vertreters über den Saatenstand in den jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien in Polen, dem zu entnehmen ist, daß die Wintersaat im allgemeinen gut steht, vorausgesetzt, daß die schweren, übermäßigen Regengüsse der letzten Zeit rechtzeitig ihr Ende finden. Tie starke Feuchtigkeit ist für die Kulturen der sumpfigen Gebiete vorteilhaft. Hier stehen auch die Saaten vorzüglich. Die atmosphärischen Unregelmäßigkeiten haben in verschiedenen Gegenden, besonders im Wilnaer Gebiete, die Arbeiten stark verzögert. Die Ica beauftrage eine Warschauer Firma mit der Lieferung der erforderlichen Maschinen, die unter. der Kontrolle eines Inspektors der Gesellschaft ausgeführt wird. Der amenwaWe Gesaudte m der WaMarrer Cyuvgose. Aus W a'rf«ha«u wird uns geschrieben: T»e Warschauer jüdische Gemeinde veranstaltete im Anschluß an den Sabüatgottesdienst am 3. i>. eine Festfeier anläßlich des ISO. Jahrestages der Gründung der Bereinig.ken Siaa^n Nordamerp-ka s. Um die festgesetzte Zeit fand sich der amerikanische Gesandte Stetson in Begleitung des Gesandtschaftssekretärs ein und wurde vom Synagogerworstand Mr ersten Sitzreihe geleitet. Der Synagogenchor stimmte das große „HalleLnja" von Sulz er an, Otberckantor Strota brachte einen Psalm zum Vortrag, worauf Rabbiner Prof. Dr. S ch o r r in einer sehr stimmungsvollen Festrede rä polnischer und englischer Sprache all der Wohltaten gedachte, welche die verschiedenen Völker Europas, nicht an letzter Stelle die Juden, aus der Hand der amerikanischen Bölkerfamilie empfangen haben, was ganz besonders während und nach dem Weltkriege tutage trat. Zum Schlüsse wurde die amerikanische und polnische Staatshymne gesungen. Der Feier wohnten namens des j-üdisch-pavlamentarischen Klubs Vizepräsident Deputterter ^Far bst ein, ferner Äe Senatoren S-ze r e s, r ews ki und Bo- ^d^-kbei. Rot unter den Fuden von Tunis. Die I Eine Fotze der Frankerrkatastrophe. T. A. meldet: Infolge des Sturzes des Franken herrscht unter der Jridenschast vor, Tunis große Armut. Von den 50.000 Juden der Stadt sind etwa 14.000 aus Gemeindehilfe angewiesen. Es gibi außerdem noch eine gwße Anzahl verschämter Ärmer. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde beschloß, bei der Regierung wegen Hilfe vorstellig zu werden. Eine Bäckerei und Schlächterei wurden eröffnet, um der verarmten Bevölkerung L e b c n s-m i t t e l zu nie d r i ge it» Preis e n abgeben zu können. Sie Faden unter dem Bolschewismus. Der gewesene Ministerpräsident und gegenwärtige Vizepräsident der ungarischen Nationalvcrsammlring, Karl H u s z a r, bespricht in seinem dieser Tage in Bndapest in ungarischer Sprache erschienenen Werk „Das brennende Rußland" auch die Frage, ob der Bolschewismus ein Werk des Judentums sei. Huszar tritt dieser landläufigen Legende, mit der jetzt besonders die z a r i st i s ch e n E m i g r a n t e n in. Auslände den -Haß gegen die Juden zu schüren trachten, mit nachdrücklicher Entschiedenheit entgegen. Der Verfasser weist an der Hand eines sorgfältig ausgewählten statistifcheii Materials nach, daß die Bolschetviken alle Konfessionen in gleichem Maße verfolgten und auch heute »wch verfolgen. In den ersten Jahren der Revolution haben die Beherrscher Sowjetrutzlands -- nur um ein Faktum herauszuheben — mehr als 100 Synagogen unb 127 jüdische Anstalten und Wohlfahrtseiiirichtlmgen zerstört. Angesichts solcher Tatsachen können nur dumme oder böswillige Menschen behaupten, der Bolschewismus sei ein Werk des Judentums. Ei« Aaatsanwait vor Gericht. Wilna, 3. Juli. Gestevn begann hier ein SettsaSonsprozeß den Staatsanwalt Witold Hurczyn, der angeklaht wurde, in seiner Eigenschaft als Kammevstaatsarvwalt Staats-« gelber in der Höhe von 60.000 Zloty, die ihm anvertrcmt ~ Waren, unterschlagen zu haben. Die Anklage erwähnt 14 bewiesene Fälle, in denen die Geschädigten meist Mische Firmen waren. Die Bildung des Gerichtshofes stieß auf große Schwierigkeiten, -denn e§ kamen nur Richter in Betracht, die mit Hurczyn nie in amtlichen Verkehr standen. Als Ehrenrichter wurde -der Professor des Strafrechtes an der Wilinaer Universität, W roblewski, eingelaben. Der Angeklagte gesteht die Tat, doch will er über die Motive keinerlei Auskunft geben. Hurczyn wurde seinerzeit in Saratow aus dem russischen Justizdienst entlassen, doch erklärte er bei seinem Eintritt in den polnischen Gerichtsdienst, baß er freiwillig aws'-kpeck-r-e-te-n sei. Das Urteil soll morgen gefällt werden. Die Autonomie der Mischen Gemeinden in Atttnmiinken. Aus Bukarest wird uns berichtet: Im Verlaufe des Kongresses der jüdischen tÄemeinden des Regals, über dessetl Verhandlungen wir bereits kurz bevichtcten, wurde auch die Frage der Autonomie der jüdischen Gemeirrden eingehend erörtert. Es wurde jedoch beschlossen, zurzeit keine Schritte bei der Regierung zu unternehmen, sondern abzuwarten, bis die Kamnler das Gemeindegesetz verabschiedet haben wird, durch welchrs die jüdischen Gemeindeii als jüdische Personen anerkannt werden. Der Kongreß rrahttl eine Protestresolution gegen die S ch ä n d u u g v o n S h na g o g e n durch H a k e n k r e u z «st u d e n t e n an. Auszeichnung jüdischer Kolonisteil. Wie aus Bueilos Aires gemeldet wird, wurde die jüngst in Rosario (Provinz Entre- Rios) abgohaltene internationale landwirtschaftliche Ausstellung von den jüdischen Kolonisten sehr stark beschickt. Von den jüdischen Msstellern wurden 22 mit höheren Ehrenpreisen ausgezeichnet. Mu Hochvenatsprozeß tn Wie«. Aus Lemberg, 4. d., wirb uns berichtet: Nach ein-» monatiger Verhandlung gelangte gestew vor dem hiesigen Schwurgericht ein Prozeß zum Abschluß, in welchem zwölf junge Ukrainer, Mitglieder einer Jntelligmzgruppe, wegen Verbrechens des Hochverrates angeklagt waren. Die Beschuldigten sollen «durch längere Zeit eine hochverräterische Propaganda entfaltet haben. 2luf Grund des Wcchrspruches «der Geschwornen wurden zwei Angeklagte freigesprochen, zchn Angeklagte für schuldig erkannt unb zu schwerer: Kerkerstrafen in der Dauer von drei bis acht Jahren verurteilt. Die Geschwornen hatten bezüglich der Angeklagten, bei denen sie die Schuldftage bejaht hatten, das Ansuchen an «den Gerichtshof ge-« stellt, nröglichst mtlbe Strafen zu verhängen unter Berücksichttgsrng des idealer: Motives, welches die Angeklagten bei Begehung der Tat geleitet hätte. Sämtliche Verurteilte meldeten die Mchtigkettsiboschiverde an. Rächt« Herausgeber und die Mitarbeiter des SensationMattchens „Wiener Nachtleben" gefällt. Der Hauptangeklagte Karl Dauer wurde zu sieben Monaten, Johann Ahlers zn sechs Monaten, Ernst Reidlrnger und Johann Jonas zu je fünf Monaten schweren Kerkers verurteilt. Gegen Sauer, Ahlers und Reidlinger wurde außerdem die Landesverweisung ausgesprochen. Bei der Urterlsverkündigung beteuerte Sauer seine Unschuld und drohte mit Selbstmord. Der Einfluß des Kinos. Vor den: Schwurgericht unter Vorsitz des Obevlandesgerichtsrates Dr. Kiel Hof hatte sich gestern der 17jahrige Dapeziererlehrling Karl Hunger wegen Raubes zu verantworten. Der Bursche hatte im Kino ein Stück gesehen, in dem ein Ranbanfall borkam. Ws er nach Hcnrse kam,?ackte er plötzliche seine Meisterin Marie Watzel am Hals und würgte sie heftig, um sie dann zn berauben. Mit dem Gelbe wollte er in die Schweiz fahren, wo er durch eine FürsorgeaMon >:ach den: Umsturz sechs Monate geweilt hatte. Der Angeklagte bekannte sich schuldig und erfltärte, daß er sich nur dmch das Kinostück, das er kurz vorher gesehen hatte, zu der Tat habe hinreitzen lassen. Me Äeschwornen beantworteten die Hauptfrage auf das Verbrechen des Raubes mit 6 Sttwmen ,L!a" nnb 7 Sttmmen „Nom". Auf Grnd dieses Verdikts verbündete der- Vorsitzende den F r ei-sp r u ch des An-geklagten Hu n-ge r. i

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