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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-30 · Heft 2640 (30.6.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2640 (30.6.1926)
Date
1926-06-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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♦?Palen; 25 ttrosgy ] . VVl eil r Zttm Abholen in de* Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer Versehleisstelle rtraflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkanf ln Wien durch die Kolporteure der Plrrna Oo 1 d schmied, J„ Wollzeile 11 : Mit Poetversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowak-el; ■ Mort. K 22. Jugoslawien: i Mon.Din. 60. Polen;Mon. 6Zioty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien; Mon. Frcs. 25 Nach Zahlungen bei Prell« -rhßhttfi^en Vorbehalte» wirrjrci'iiwiiiii'inrn Rr. 2640 Wiener Wie». Mittwoch. 30.3nni 1826 IFr5T?»a"l England: Mon.4 Schilling. Italien; Monatl. 20 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Vulgär! en :Mon.l00Lcwr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 relephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stetamann) Oesterrclchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69? 8. Jahrgang Im rednltioncllen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein voraugssetztes E gekennzeichnet. (Bin Tclegvanrm bet ProÄkurolvev Lan-Smttrmschaft in Argentinien an den Verteidiger Schwarzbarths.— Die Sichtung des Materials Mer die Pogrome. Paris, 27. Juni. (I. T. A.) Der Verteidiger Schwarzbarths, der Advokat Torr es, erhielt ein von dem Präsidenten der Landsmannschaft Prosknrow, John Kraitzer, und mehreren anderen Hinterbliebenen nach ukrainischen Pogromopfer die in Argentinien eine zweite Heimat gesunden haben, nnterzeichnetes Telegramm, in welchem ihm der Dank dafür ausgesprochen wird, daß er die Verteidigung Schwarzbarths, des Mörders Pelljuras, übernommen hat. In dem Telegramm wird bclnndet, daß Petljnra die Hauptvcrantworturrg für die Metzeleien und Grausamkeiten getragen hat; als oberstem Befehlshaber in der Ukraine standen ihm genug Machtmittel zur Verfügung, um dem Wüten Einhalt zu gebieten, wenn es ihm ernst darum gewesen wäre. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprochen, daß die französischen Richter der Tat Schwarzbarths Verständnis entgegenbringen und ihn sreisprechen werden. Der Verteidiger Torrcs erklärte dem Vertreter der I. T. A., daß Schwarzbarth in allen bisherigen Verhören kategorisch bestritten hat, im Einvernehmen mit i r g e n d e i n e r D? 8 a LllHt r.o u o d e r Gru P Pe gehandelt zn haben. Er habe a l l c i n den Plan gefaßt, den für dir Pogrome Verantwortli chen zu richte n, da sich bis jetzt kein anderer irdischer Richter gefunden hat. Täglich melden sich zahlreiche Juden bei Torres,die als Zeugen einvernommen zu werden wünschen. Inzwischen wird das Material über die Pogrome von Schwarzbarth und seinem Verteidiger gesichtet, damit während des Prozesses die g a n z c furch t e r liche Trag öd re d e r I ud e n s ch a f t in der Ukraine zur Zeit der Pogrome e n th ü l l t wird. Genf, 28. Juni. (I. T. A.) Der Delegierte des Waad Lmmi, Dr. Ehaim A rl o s o roff, pflog eingchende Besprechungen mit dem Direktor -des internationalen Arbeitsamtes beim Völkerbund, Albert Thomas, und dem Vertreter des internationalen Arbeitsamtesbei der Mandatskormnission, Arimfhatu, über Herstellung von Beziehungen zwischen der organisierten jüdischen Arbeiterschaft in Palästina und dem internationalen Arbeitsamt. Sowohl Herr Albert Thomas als auch Herr Grimishaw betonten die Wichtigkeit der Herstellung eines intimeren Kontaktes zwischen der palästinensischen Arbeiterschaft und dem internationalen Arbeitsamt. Es sollen m Palästina Informationen über das.Arbeitsamt verbreitet werden. Tas Arbeitsamt wird eine s y st e m a t i s ch e B e h a n d I u u g der Arb e i t s f r a g e u Pal ä st i nas in Angriff nehmen. Das Ergebnis der Besprechungen wurde in beiderseitigen k o n t x c .t c n V o r s ch l ä g e n formuliert. Im Verlauf der Besprechungen zeigte sich insbesondere G r i m sha w als ein guter Kenner der' palästinensischen Arbeiterfrage. London, 29. Juni. Wie der Vertreter der „Times" aus Nairobi moldetz hat Kolonialsekretär Amery für die Prooinz Kenia lBritisch-Ostafrika) ein Verteidigungsgesetz genehmigt, ' das die obligatorische Mikitärdienstpflicht für Europäer zwischen 16-unjd 60 Jahren Vorsicht. Das Gesetz wird demnächst der gesetzgebenden Versammlung zugehen. Hakoah—Wvnriea 2:2. SjmmeviM—W. A. C. 2:1. Amatenve-—Rudolfshügel 3:1. Mit diesen drei Spielen wurde die Wiener Fußtmllmeister- Mst 1925/86 bürndet. Meister wurden dir Amateure; hakoah hat den 7. Platz besetzt. Bor der Stabilisierung des Franken. S«gla«d und Amerika steifen ein. — guteufive Beratungen der Notenbunlgouderneme Englands, Frankreichs und Amerikas. (Eigendienft der ,Mener Morgenzeituug".) Paris, 28. Juni. In sämtlichen Finanzkreisen wird den Beratungen der drei führenden Bankgouvernenre der Welt, des englischen Gouverneurs Montagne Norman, des Gonvernems der New-Aorker Federal Reserve Bank Benjamin Strang und des nenen Gouverneurs der Bank von Frankreich Morreau, mit großer Spannung entgegengesehen. Schon aus dem Umstande, daß diese drei Gouverneure heute ununterbrochen den ganzen Vor- und Nachmittag Geraten haben, wird geschlossen, daß nicht im französischen Parlament, sondern im Beratungssaale der Bank von Frankreich das Schicksal Briands und der französischen Währung entschieden wird. Bei den bisherigen Stiitznngsmaßnaymen Englands und Amerikas für den französischen Franken haben die offiziellen. Vertreter der Notenbanken niemals direkt miteinander verhandelt. Die erste Stützungsaktion vor zwei Jahren wurde mit Morgan ans privater Basis ohne Anrufung der New-Iorker Federal City-Bank vereinbart. Jetzt aber werden die wichtigsten Faktoren, dir für den Geldmarkt der Welt von ausschlaggebender Bedeutung sind, für die Stützungsaktion mobil gemacht. Schon ans der Toner der Beratnngen, deren JnWt streng geheim gehalten wird, kann geschloffen werden, daß Maßnahmen sehr; tirfgreiseHder undMLMeigter Natur sind. Menn. S t r o n g zu diesem" Zwecke gleichzeitig mitWöntague Norman, der gerade in den letzten Wochen sehr stark von den Sorgen des Londoner Geldmarktes in Anspruch genommen war, nach Paris geeilt ist, um endlich entscheidend einzügreifcn, so kann die Bedeutung dieser Reisen und Beratungen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wie Ihr Korrespondent von gut informierter Seite erfährt, beruht der Plan der französischen Regierung darauf, die Oontermine, die sich ebenso wie vor zwei Jahren nicht nur in Amsterdam und New-Iork, sondern in Paris selbst stark betätigt hat, nunmehr in eine ernste Zwickmühle zu bringen« Die Frage der englisch-französischen und englischamerikanischen Schuldcnrückzahlung soll hier nunmehr endgültig gelöst werden, damit kein Hindernis für eine Stabilisierung des Franken besteht. : s Caillaux hat auf jeden Plan einer eventuellen Erholung des Frauken verzichtet und will nur die französische Wahrung für die Dauer der Stabilisierung auf dem heutigen Niveau halten, um dann auf die Goldwährung wieder zurückgreifen zu können. Caillaux hat, wie es jetzt bekannt wird, zu diesem Zweck bereits vor seiner Wahl, zum Finanzminister dahingehende Verhandlungen mit Montagne Norman gepflogen und wär seinch Erfolges sicher, als er die Absetzung des früheren Bankgouvern e n r s und die Vollmacht zur Ergreifung energischer Maßnahmen orderje. In französischen. Wirtschaftskreisen werden für die lächsten Tage sehr einschneidende Ereignisse, die von ungeyenxex/Bedeutung für die künftige Wirtschastsentwicklung Frankreichs sind, erwartet. Jas Bertranemvoium sSr Briand-SMan;. 162 Stimmen Vkehrheit, 148 StimmenenMtnngen. Paris, 29. Juni. Die Karumer hat heute mit 292 gegc« 130 Stimmcu hem neuen Kabinett Briand- Caillaux das Vertrauen ausgesprochen. Die Kammersitznng, die um 3 Uhr nachmittags von H e r r i o t eröfftret wurde, fand bei dicht gefüllten Bänken und vor vollbesetzten Tribünen Mt, Der Minffterpriisideni. ' ergriff sofort das Wort zu der Reg ie ru ngscrklär« n g, in dpr die F i n a n zPro bl e m e den breitesten Raum einnähmen. Nach einein Hinweis daraus, daß die Zusammensetzung der neuen Regierung ein Beweis dafür sei, baß jede Politische Erwägung in den Hintergrund zu treten habe, besprach Briand die Einzelheiten der F i u a n z p r o j e k t e. Die Steuerreform ziele auf größere Ertrage und eine Stärkung der Spartätigkeit und einen Rückfluß der Kapitalien. Vor allem aber muß die Währung stabilisiert und auf der Grundlage einer «cue n, aber echten Pa r.ij ä t die Sicherheit des Geschäftslebens wiederh e r g e st e l l t werden. Die Regierung hofft, der SDvierig- 'keiten mit Hilfe der Bank v o u F r a n k r e i ch Herr' M' werden, deren UnM)ängigteit auch weiterhin geachtet und deren Kredite von denen des Staates getrennt bleiben sollen. Internationale Hilfe 'sei nützlich unter der Bedingung, daß die volle S o u v e r ü n i- 't ä t F r a n k r e i ch s erhalten bleibt. Unentbchrlich für die Stäbilisicruirg der Währung fei ferner die Regelung der interalliierten Schulden. Die frauMsche Wrrffchast muß durch eine stärkere Produktion Md eine EürschräMmg M KonstMs wieder auf die Hohe gebracht werden. Am Schluß seiner Ausführungen bezekchnete-Briand die internationale Lag e Frankreichs als gut urö trat für ■ eine Ausdehnung der ntit den verschiedenen Völkern Europas im Geiste des Völkerbundes geschloffenen Abkommen ein. Im. übrigen bleibe die Ncgierungspo'k'itik die gleiche M pre-.deL vorängegangenen Kabinetts. .Die Regiemrigserklärung wurde. säwM m der Äammer. als auchÜM Senat, wo sie JnstiZminister Lava-l zur Dorlchmg brachte, . 1 ,' zieMich ÄM ausgenommen. Die finanziellen Ausführungen wurden fchweigerrd angehört, die Erklärungen über die Unabhängigkeit der Bank von; Frarffreich von i r o n i s che n Z w i s ch e n r u f e n unteri brachen. Am Schluß der Rehe erhob sich mäßiger Beifall^ im Zentmm der Kammer. Auf Antrag des Ministerpräsidenten wurde die Diskussion der eingebrachten Interpellationen auf Dienstag vertagt und der Regiemng. mit 2 92 g e g e n 13 0 S1 i m men da s V e rtrauen ausgesprochen. Die Sozialisten und die Mehrheit d e r r ePubl ika n i s ch e n ll n i o n, insgvsamt 148 Abgeordnete, enthielten sich der Stimmenabgabe. Auf bic Aufforderung Tardie us, zu versichern, daß die Kammer am Dienstag nicht vor eim vollzogene Tatsache hinsichtlich der Bank v o n F r a n k r e ich gestellt werde, gab Briand eine , ausweichende Antw.-ort, was' allgemeine Sensation hervorrief. Nr. Benesch legt sei» Mandat nieder? (Eigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".)' Prag, 29. Juni. Die Partei der tschechischen Sozialvsten,; die den Anstoß zu der Krise im Außenministerium gegeben ‘ hat, hat heute beschlossen, Dr. Benesch freie Hand z-n lassen, ob er sein Mandat niedevlegen wolle oder nicht. Der" Ausschuß der Partei spricht Dr. Benesch sein Vertrauen aus und anerkennt, daß er aus gesamtstaatlichen Rücksichten weiterhin die äußere Politik der Republik führen müsse. Nach den stüvrnischen Ereigniffen de:» letzten Wochen, insbesondere der Beteiligung der Sozialisten an der turbulenten O b st r u k t i o n im Abgeordnetenhaulsc ist anzunchmen, daß Dr. Benesch sein Mandat n i e d erlegen und als Beamtenminister die Geschäfte des Außenministeriums weiterführen wird. Als Nachfolger des Außenministers Dr. Benesch als Abgeordneter wird Bohumil P r ohazka, der.Vorsitzende der Bereinigung der Staatsbahnangestellten, genannt. Blutige Kundgebungen in gugoslawim gegen den Bertrug mit gtolien. Belgrad, 29. Juni. (Avala.) Gestern, kam es insbesondere t» S p a l a t o, S e r a j e v o und L a t b a ch an Kundgebungen gegendte Rattfik a t ion derAbkommen mit .3 t a l i e n. In L a i b a ch mußte die Polizei ehrgreifen, um zu verhindern, daß die D e m o n st r a n t e n vor das i t a l t e » i» f ch e K o n i u l a t zogen. Bei dem Z u f a m m e »stoß gab eSj auf seiten der Polizei und der D e m o n st.r a « t e «•! mehrere erheblichc Verletzt e... 7 H

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