Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2639 (29.6.1926)
- Date
- 1926-06-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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! Polen; 25 «aroaiy1 | Wf e n -'um Abholen in def , : I Spedition, Jl.,Taböfstf. KV; oder in einerVetschlcisstdle . Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolportettte der Firma Goldschmied, >.. Wollzelle 11 i Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon, 6 Zloty. Deutschland: - Aion. Gm. 4, Frankreich, 1 B el gi en: Mon. Frcs. 25 aehtthlontieti bei frei»- fl h « n ' f* n vötbebnnW Vir. 2630 * A l'ffrili111 ■"'! . Engl a n d: Mon. 4.ScWlhng. r II «tieft Mon««. D Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien tMoeJOOLaw, Schweiz und die fibtige Ausland monatlich Pf» S Redaktion, Admtotsttation: W!etif II. Tabor*tr. 1 relephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universltfitsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmanni Oesterrelchisches Postspat* kassen-Konto Nr. 150.69- Wie«. Dienstag. SS. 3mti 1926 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes x gekennzeichnet. Berschörfung des > i i ♦ MttttSrrevolntion in Stzanien. Diu englische Kabinett lehnt alle Handelsbeziehnngen ab. Aufruhr in Valencia. Berlin, 28. Juni. Stach einem Madrider Telegramm des „Berliner Tageblattes befindet sich die Garnison von Valencia unter Leitung ihrer Offiziere im vollen Sl u s r u h r. Die Truppen, die die Regierung von Madrid zur Unterdrückung des Aufstandes nach Valencia senden wollte, verweigerten den Gehorsam. Einige Generale haben sich von Madrid nach Valencia begeben, um die Leitung der Aufstahdsbewegung zu übernehmen. Die Garnison von Palma auf Mallorea, wo der 88jährige General Weyler in seinem Hause gefangen gehalten wird, ist zu den Aufständischen übergegangen. UNauru ndo, der alte Gegner Primö de Riberas, soll in Palma eingetrofsen sein. In der Oeffeirtlichkeit nimmt man es König A l p h o n s sehr übel, daß er das Land in diesem kritischen Augenblick verlassen hat. Es heißt, der König sei nach Paris gereist, um dem Diktator Primo de Rivera f r e i e H a n d zu lassen. Die Stimmung in der Armee ist durchaus nicht parlamentsfeindlich. Die Offiziere sind ebenso wie die bürgerlichen Politiker der Meinung, daß die D i l 1 a 1 ur eine der Größe der spanischen Nation unwürdige Regierungsform sei. In Madrid und in allen ,Garnisonsstädten Spaniens zirkuliert ein M a n i f e st d e s p r o g r e s s i st i sche n P ol i t i It,xMA,lv a-je...herste klung der Verfussung, sofortige Wahlen in die Corfez und eid Aushebung der Pressezensur fordert - Genf oder Wie«. Zur Diskussion, über die Uebersiedlung des Völkerbundes.. Eine kürzlich rn Genf ftatlgehabte Rauferei zwischen Sozialisten und Faszisten ^t in einer Anzahl bedeutender ijalienischer Organe den Vorschlag gezeitigt, den Sitz des 'Völkerbundes von Genf nach Wien.zu verlegen. Dieser Gedanke hat keinen besonderen Widerhall gefunden, wohl in Anbetracht der n'cht unbeträchtlichen Schwierigkeiten und auch '.'us Besorgnis, die Schweiz zu stark zu verstimmen.. , Die „Baseler Nationalzeitung" macht zu diesem -rtaltenU scheu Vorschlag, den .wir wegen seiner/heilsamen Wirkungen auf die österreichische Politik begrüßen möchten, die folgenden pikanten Bemerkungen: ' ■ ,I!enn gewisse Völikerbundsmitglieder Wer die mangelnde Volkev'bunSSfreundlichkeit der Genfer klagen, so klagen die Genfer ihrnstits bekanntlich über den Sans-Gene mancher Funktionäre, ' so über deren Steuerfreiheit, über zu häufige Välutafahrten und --einkänfe in Frankreich, ribrr den schon vorgekommenen Mangel an Begeisterung gewisser Attaches, sich ritterlich als die Urheber intimer Folgen. bei ihren hereingefallenen Genfer Freundinnen zu bekennen ustv. Wir sind gespannt, wie Gens ans die Wiener Anregung antworten wird, und am Ton der Antwort dürfte auch die wahre, von lden genannten Kleinigkeiten .unberührte Sympathie der Genfer für >den Völkerbund abzuschätzen . sein. Eines dürste allerdings sicher sein: Wenn der Völkerbund Genf verläßt, so fällt er auseinander. Fasziften. Kommunisten, Royalisten. Paris, 28. Juni. (Tel.-Komp.) In Reims fand gestern eine Faszisteiiversammlung statt, an der etwa 3000 Fasziften teiluahmen, die hauptsächlich ans Paris.gekommen waren. Das Organ der Fasziften, der „Nouveau Siecle", spricht heute allerdings von 10.000 Teilnehmern und erklärt, daß es sich um die Nationalversammlung der f a s z i st i s che n F r o n t k ä mps er imd Familienväter gehandelt habe. . . , Gleichzeitig veranstalteten die Kommunisten eine Protestkundgebung. An zwei Punkten kam es zu Znsammenst ö ß e n zwischen den Manifestanten. In beiden Fällen griff die Polizei so energisch ein, daß sich keine ernsten Folgen ergaben. Die R o y a l i. st e n veranstalteten ebenfalls eine Kundgebung, wobei Leon D a u d e t das Wort ergriff. Er wandte sich 'besonders gegen die antonymistische Bewegung in Frankreich, die nach seiner Ansicht von Deutschland inspiriert wich. Es kam zu Zusammenstößen mit Kommunisten, wobei zwei Polizisten und ein Zuschauer verletzt wurden. London, 28. Juni. In der heutigen Sitzung des Unterausschusses fragte ein liberaler Abgeordneter den Premierminister, ob die Regierung , die Ansicht ihres Schatzkanzlers Churchill teile, der gestern in einer Rede erklärte, das Schatzamt werde für Ka ufleu t e, die mit R u ßl a nd Handel treiben, keinerlei Verantwortung übernehmen. , C h a m b erlain erwiderte, die Regierung mache bei der Wahrung der Interessen britischer Staatsangehöriger keinen Unterschied darin, ob diese in Rußland oder in einem anderen Staate lebten. Im übrigen übernehme er die v o l l e V e r a n t w o r t u n g f ü r alles, tvas er oder seine Kollegen in der letzten Zeit über Rußland gesagt hätten. B a I d w i n fügte hinzu, alle Reden B i r k e n h e a d 's, Churchills, B a l f o u r s und C h a nl b e r l ai n s über die englisch-russischen Beziehungen charakterisierten tatsächlich die englische Politik gegenüber den Sowjets. Als darauf derselbe liberale Abgeordnete bemerkte, einige Minister hätten sich zu allzu tendenziösen Aeußerungen Hinreißen lassen, meinte Baldwin, es besäßen eben nicht alle Minister das gleiche Temperament, daher könnten auch nicht alle auf die gleiche Art ihren Gefühlen Ausdruck verleihe Vom Siebenstundentag z«m Achtstundentag. London, 28. Juni. Das Unterhaus beriet heute in zweiter Lesung die Regierungsvorlage wegen W i*e d e r e i nfüh ru ng des Ach tstu nd e n t ages im Bergbau. Der Avbeitsmmister erklärter es gebe bei der gegenwärtigen Lage der Kohlenindustrie kein anderes Mittel, wenn man Lohnherabsetzungen vermeiden wolle, und versicherte, daß die Regierung, entgegen den Behauptungen der Arbeiterpartei, nicht daran denke, nach Annahme dieses Gesetzes einen weiteren Entwurf einzubvingen, durch den die.Arbeitszeit' auch in anderen Industriezweigen verlängert werden soll. Der Labour-ALgeordnete W a l s h beantragte Ablehnung des Entwurfes, der nur eine Erschwerung der Lage in der Kohlervinduftrie mit sich brächte, und wies darauf hin, daß die Regierung den Empfehlungen der königlichen Kohlenkommission zuwiderhandl^. ßitt neuer KoloniMonM. Nach Marokko — S^ffinten* (Eigendiertst der. „Wiener Morgenzejtung",) Paris, 28. Juni., Die zwischen .Rom und-London geführten Verhandlungen über die 'neue 'Äüfwllüng der a b e s s i n i'sch e n F r a g e' werden in den Pariser, diplomatjlschen Kreisen mit wachsendem Mißtrauen'verfolgt. Der hier vorherrschende Eindruck ist, daß Eng la Ed. u nd Italien unter Nichtachtung des Drei-Mächte-Abkonynens des Jahres 1906 Frankreich in. Abesis-iniett beiseite zu schieben versuchen. DieserIEindruck wird verstärkt durch gewisse Aeußerungen der englischen Presse, in denen man in Paris den Beweis dafür erblickt, daß es um nichts Geringeres geht als um die A u f t e i l u n g A b e s s i n i e n s in je eine englische und italienische Einfluß- und Interessensphäre. Die französische Regierung hat bereits in London und in Rom sehr energische Vorstellungen erhoben und Aufklärung über das Ziel der schwebenden Verhandlungen verlangt. Sie berief sich dabei auf das zwischen Frankreich, England und Italien.abgeschlossene Abkommen vom Jahre 1906, in dem.die drei Mächte unter Anerkennung der vollen Souveränität Abessiniens sich gewisse wirtschaftliche Konzessionen, darunter 'den Bau und den Betrieb von Eisenbahnen, sicherten und begründet ihr Verlangen, an den Verhandlungen beteiligt zu werden, mit dem Argument, daß eine Modifikation ditzses Abkommens nur mit ausdrücklicher Zustimmung der französischen Regierung erfolgen könne. Dieser Demarche scheint ein Erfolg bisher nicht beschieden gewesen zu sein. Darauf läßt eine sehr scharfe, gegen England und Italien gerichtete Polemik des „Temps" schließen, in der das Blatt die englischen und italienischen Ansprüche aus eine wirtschaftliche Vormachtstellung' in Abessinien als eine 'lagrante Verletzung der . ab essinischen Souveränität bezeichnet und Abessinien den Rat gibt, an den Völkerbund zu aPPelli.eren, wo es der nachdrücklichsten Unterstützung Frankreichs sicher sein könne. 8i« enMches Weißbuch «nd ei« italienischer Kommentar. Rom, 28. Juni. Die Regiernngspresse veröffentlicht die Inhaltsübersicht über das englische Weißbuch betreffend die.Verhanldklwgen zwischen Eugland und Italien über die wirtschastliche Erschließung von Abessinien. 'Der italienische Kommentar betont dazu, daß die Souveränität von Abessinien nicht angetastet werden solle. „Die öffentliche Meinung in Italien ist durchaus zufrieden", heißt es weiter, „daß die italienische Regierung nicht außerhalb bleibt, »venn von der Verbesserung der wirh'chfftlichen Beziehungen AethioPiens zur europäischen Zivilisation, die Nede ist. Aber.man wirft damit eine Frage aus, die zurückstehen muß, h i n t e r a n d e r e n v i e I e r n st e r'e n Frag e n,. auchaus kolonialem und afrikanischem^ Gebiete." Diese Fragen werden zwar nicht genannt, aber, es handelt sich natürlich, um Tang e r, und' äüch die- T uwi s f-r a g e spielt nach wie vor hinein., '! Die unsre der Mtoria-MWe» in »«d«chB. (Eigendienst der „Wiener MorMlzeitüng".). Budapest, 23. Juni. Wiedie AbenMätter. berichten, ilautet die gegen den Präsidenten ider 'Mtorjtl-MW>?n-AM., Emil B ach er, erhobene .ÄnAa^ .untverre. Gebarnog^ mit dem ihm anvertrauten Vermögen. der Gesellschaft. V a ch'e r'soll, ohne von der GmeralidersamMlüng da-u ermächtigt worden zu sein, von einer englischen Finanzgruppe' auf Rechnung der Geisellschaft eine. Anleihe von IV« Millionen Pfund? Sterling ausgenommen und'dafür eine jährliche VerNr^nvg von I? .Prc^ent garantiert-haben. - > : Die Verteidiger Bachers, Dr. Ludwig S-z ekelh und Julius Ras sah, betonen demgegenüber, daß die Dkrsktion des Viktoria-Konzerns die Vollmacht zur Abwicklung ' derartiger Transaktionen hatte und daß es in keiner. Aktiengesellschaft üblich sei, dafür rm vorhinein die Ermächtigung der. GenerÄversammlung einzuholen. Daß außerdieser vom Finanzministerium erstatteten Anzeige auch noch- , wie nach der Verhaftung Bachers verlautete, Anzeigen jugoslaw i sch er. und ' dentfche r F i r m e n eingelaufen wären, ist der Verteidigung nicht bekannt. Bacher wurde heute vormittags von seiner Frau und seinem. Sohn im Gefängnis besucht. Der Staatsanwalt hatte' für die Unterredung nur-zehn Mrnuten^bewilligt. Bacher war mach -dem- Besuch seiner Angehörigen sehw . ui-ede rgeschlagen. - i Die Untersuchung gegen den gleichfalls verhafteten stellvertretenden Generaldirektor der Concovdia-Mühlen-A.-G., Oskar Fab r i, hat bisher,ergeben, daß' Fabri und der aus dem Leben .freiwillig geschiedene Generaldirektor H ümi ch chne Genehmigung der Generalversammlung eine englische Anleihe von 50.000 Wrndfür die Gesellschaft abgeschlossen haben mk> daß Fabvr sich für persönliche Zwecke aus der Anleihesumme einen Vorschuß, von anderthalb Milliarden Kronen nahm, deren Rückzahlung von vornherein als ansgeschlosien zu bettachten war. . Auch gegen Fabri wurde das Verfahren wegen ungettmer .Gebarnng mit anv'ertrauten Geldern eingeleitet.?! . - ' —---- DentWlmü fordert da« SIWoffwerk Sßorzow r«M. ' ‘ (Eigendienst der „Wiener Morgenzertung") Berlin, 28. Juni. Die deutsche Gesandtschaft in Warschau hat der polnischen Regierung am 25. d. eine Note überreicht, in der auf Grund des,Urtelles des ständigen internationalen Schietdsgerichtes im Haag dom 25. Mai d. I. die Rückgabe des Stickstoffwerkes Chorzow in Ostoberschlesien und Ersatz des durch die BeWagnahme entstandenen Schadens gefordert wird. " i > . s! ' in Stoffen, Wofchwaren, Hmrln« 0AkSlfmann II. Taborsfrasse 48 BadekoffSmen, -mönleln, onillKi iif.iHillilHllll „ 'hontzen «fw. im Warenhaus I IIiIUIIII Lll gros Bu Uatall