Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2632 (22.6.1926)
- Date
- 1926-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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f Polen: aS flrouy f Wien: Zum Abbolen in des Expedftfcm, ILTaborstr. 1-3, oder in einet V erschleisstefte rriaflk) moaatl. 5 Schilling Strassenv^kauf in Wie« durch die Kolporteure der Firma G o I d sch m ied, U WbHzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T sc liee h o- S lowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mo«. Din. 60. Polen: Mott SZloty. Deutschland: Mort Gin. 4, Frankreich, B«l gi en: Mon« Frcs. 25 NuhtihlmecB M PreHerh6han<»eit TomlMnea SSSSSS5SS Nr. 2632 Wiener orgenzeitung Wim. Bienstas. 22.8nni 1626 Lngl an d: Mon. 4 Schillings Italien: Monat!. 2V Lire; Rumänien: Mon. 170Let Bul gari en «.Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69:-» 8. ZaHrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mttteilnngen find» durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Herbert Samuel reist «ach Amertta. Gemeinsam mit Werzmann. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Skew-Jork, 20. Juni. Im Bureau der Zionistischen Organisation für Amerika ist soeben die offizielle Mitteilung eingelaugt, daß der gewesene Oberkommissär für Palästina, Sir Herbert Samuel, gleichzeitig mit dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Wetz mann, Ende dieses Sommers nach Amerike kommen werden. Bekanntlich wird Präsident Wetz mann seine Anwesenheit in den Vereinigten Staaten hauptsächlich zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der Marshall- Gruppe betreffend die Jewish Agency benützen. An diesen Verhandlungen wird nun auch Sir Herbert Samuel teilnehmen. Dieser Besuch Sir Samuels ist der dritte in Amerika, aber der erste seit Ausbruch des Weltkrieges. Die früheren zwei Amerikareisen unternahm Sir Samuel noch vor dem Kriege als Mitglied des englischen Kabinetts und in Angelegenheiten der britischen Politik. Diesmal kommt jedoch Sir Samuel ausschließlich im Interesse des Aufbaues des jüdischen Nationalheims, dessen erster Oberkommissär er fünf Iah« laug gewesen ist. Brivnüs Schwierigkeiten. Carllaux Finanzmlnister, Poineare Justizminister? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 21. Juni. Poineare' konfenerie heute nach^ mittags zweimal mit Briand wegen der Uebernahme des Finanzportefeuilles, nachdem er sich in Besprechungen mit dem früheren Finanzminister P e r e t und den Finanzsachverständigen eingehend über die Finanzlage Frankreichs unterrichtet hatte. Auf Grund der erhaltenen Informationen erklärte Poineare,, daß Finanzministerium nur unter Bedingungen. übernehmen zu können, die beinahe diktatorischen V o l l m a ch-t e n, gleichkommen. Da Briand sich bisher nicht geneigt zeigt, auf diese Bedingungen einzugehen, erscheint der Eintritt Poineares als Finanzm i n i st e r in daA Kabinett sehr zweifelhaft und die Kandidatur Caillaux hat wieder an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Es verlautet, daß Poineare, wenn er das Finanzportefeuille endgültig ablehnen sollte, doch bereit wäre, das Justizministerium zu übernehmen. Rach dem BoNrentscheid. ParlamenWische Beratimg der Gesetzesvorlage über die Fürstenabfindung. . . (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 21. Juni. Nach erfolgter Ablehnung des Volksentscheids wird die Reichsregierung darauf drängen, daß der- Reichstag mit größter Beschleunigung die GesetzesVorlage üb e r d i e F ür st e n a b f i n d u n g erledige. Der Rechtsausschuß des'Reichstages tritt schon morgen zusammen, um die .Beratung über den.-Entwurf aufzunehmen. Die. Regierungsparteien haben sich mit dem Regierungsentwurf einverstanden erklärt, auch die Deutschnationalen, die Rutsche Volkspartei» das Zentrum, und die Demokraten haben die Beratungen bereits ausgenommen, so daß man erwartet, daß her Ausschuß die Verhandlung über das Fürstenabfindungsgesetz spätestens Donnerstag beenden wird. Jedenfalls wird der Entwurf mach vor den Sommerferien 'des Reichstages, deren Beginn, spätestens für den 2. Juli in Aussicht genommen P, veraWichet werden. Hausse an der Börse. Berlin, 21. Juni. Die Ablchnung des Volksentscheids hat au der heutigen Berliner Börse eine sensationelle Hausse hevdorgemfen. Nicht nur die inländische SPeLilation, sondern auch das Ausland war mit den größten Kausaufträgeu am Markte, so 'daß es zu einer stürmischen .Hausse kam, bei -der beispielsweise die Aktien der Farbonindustrie um nahezu 18 Prozent in die Höhe gingen. In ähnlicher Weise stiegen auchErdölaktieu, Braunkohlenwerte und Kaliwerte.. Rintelen tritt in i Sonnentag Wahl Die steirische Landesparteileitung der Christlichsozialen, verstärkt durch den Landtagsklub sowie durch die Bundes¬ und Nationalräte der christlichsozialen Partei Steiermarks hat gestern den Landeshauptmann Dr. Rintelen. mit Rücksicht auf die besonderen Schwierigkeiten der Situation, ermächtigt, in die Bundesregierung einzutreten. Das Organ Dr. Rintelens, das „Grazer 6-Uhr-Blatt", meldet hiezu:.. Alle Für und Wider wurden eingehend und genau erhoben. Einerseits wurde die große Bedeutung betont, welche die Persönlichkeit Dr. Rintelens in der Landesregierung Steiermarks hat, andererseits wurde auf die bedeutenden Schwierigkeiten in der für das ganze katholische Volk Oesterreichs so wichtigen Schulfrage hingewiesen. Wie schwer es war, in dieser hochwichtigen Frage zu einer Entscheidung zu kommen, beweist der Umstand, daß ein Antrag, der das Verbleiben Dr. Rintelens auf seinem , steirischen Posten forderte, 32 Stimmen erhielt, während 32 dagegen waren. Hierauf wurden einige Modalitäten erörtert, die die Grundlage schaffen könnten, um den Landeshauptmann zum Eintritt - in die Regierung zu ermächtigen. Der Antrag, dem Landeshauptmann die Ermächtigung zur Uebernahme des ihm angebotenen Unterrichtsportefeuilles zu geben,, wurde hierauf in namentlicher Abstimmung mit 38 gegenLI Stimmen angeyomnzen. vj , Zur Besprechung dieser Angelegenheit wird sich Landeshauptmann Dr. Rintelen Dienstag nach Wien begeben. Wie das „Grazer Volksblatt" meldet, hat gestern nachmittags nach der Sitzung der steirischen christlichsozialen Landesparteileitung Landeshauptmann Doktor Rintelen dem Bundeskanzler Dr. Ramek von seinem endgültigen Entschluß Mitteilung gemacht, daßerbereitist, dasUnter? richtsmini st erium zu übernehmen. Die Wahl des Unterrichtsministers im Hauptausschutz des Nationalrates wird Donnerstag erfolgen. Bezüglich der Nachfolgerschaft des Landeshauptmannes von Steiermark hat die Parteileitung das Landtagskomitee ermächtigt, darüber e n d g ü l t i g e Entschlüsse zu fassen. Für Freitag ist zwar der Landtag zu einer Sitzung . einberufen, ob sich aber bis dahin schon ein Resultat bezüglich der Nachfolgerschaft für Dr. R i n t e l e n ergeben wird, ist noch nicht sicher. -i- Nach dem Bericht der „Christlichsozialen Nachrichtenzentrale" könnte angenommen werden, daß Dr. Rintelen ganz allgemein die Ermächtigung erhielt, in die Bundesregierung cinzutreten, a l s o a u ch ihr Chef zp w e rd e n. Das Kabinett Ramek war seinerzeit als Regierung des gemäßigten Föderalismus Lärmszenen im Prager Senat. Prag, 21. Jum. Als der Senat heute nach Erledigung der FormcMäten zur Beratung der vom Abgeordnetenhaus bereits erledigten . A g r a r z o l I b o r 1 a g c überging, begannen die Kommunisten, als der erste Berichterstatter, Senator Sablik, mit seinem Berichte begann, ein Lärmkonzert mit Pultdeckeln, Trompeten «flu., das während des ganzen Referates sowie auch während des nachfolgenden Referates des zweiten Berichterstatters andauerte. Nachdem die Berichterstatter ihre Referate beendet hatten, legte sich wieder der Lärm. Sie neue veutsch-tschechische Maiorität. Prag, 21. Juni. Die offiziöse „Prager Presse" erklärt, daß sich die gegenwärtige Mchrheit auch für andere Aufgab e n -tragfähig erwiesen habe. Die tschechisch-deutsche Zollmehrheit, die sich als wirtschaftlicher Zweckverband eingeführt habe, ist daran, sich zu einem politischen Z i elv ertte Regierung ein. im Sanvtaurschnb. ins Amt getreten und auch damals war es Dr. Rintelerc» der den Sturz des Kabinetts Seipel herbeiführte. Er wurde zu dieser Zeit als sehr ernster Kandidat für die Bundeskanzlerschaft genannt, konnte es jedoch schließlich nicht verhindern, daß Dr. Seipel den bis dahin in weitesten Kreisen unbekannten Dr. Ramek vorschob,, um, wie cs hieß, sich jederzeit die Möglichkeit zur Uebernahme der Kanzlerschaft offen zu halten. Aus dem Provisorium Rameks ist ein ziemlich dauerhaftes Definitivum geworden und Seipels Platzhalter führte seine wichtigste Aufgabe, die Beendigung der Kontrolle durch den Völkerbund zu erreichen, nicht ohne Geschick bis zu einern nach außenhin sehr deutlichen Abschluß. Das Kabinett hätte wohl noch geraume Zeit im Amte bleiben können, wenn nicht gewisse Scharfmacher cs immer wieder versucht hätten, Doktor Ramek ein Bein zu stellen, ihn vor allem mit d er Op p osition in einen unlösbaren Konflikt zu verstricken, so daß dann doch wieder als Retter in der Not Dr. Seipel und sein engerer Anhang hätten berufen werden müssen.-Auch die Sturmpetitionen der Altklerikalen, durch die sich Dr. Ramek veranlassen ließ, die Vereinbarungen seines Unterrichtsministers mit dem. Präsidenten des Wiener Stadtschulrates unwirksam zu.machen, können als ein solcher Versuch gedeutet werden. Ob Dr. Ramek tatsächlich über diese Fußangel zu Fall kommen wird, läßt sich noch nicht sagen. Der Eintritt Dr. Rintelens in sein Kabinett wird doch das. Kräfteverhältnisim der Regierung sehr bedeutend verändern, Rintelen ist ja viel stärker als Ramek. Außer seiner Landespartei hat er ja.uych.., die steirische Schwerindustrie, die Alpine, und vor allem den in Steiermark allmächtigen Dr. Wutte hinter sich. Es mag auch sein, daß diejenigen, die. eine Kanzlerschaft Dr. Rintelens sehr gerne sehen wüvden, nicht weit von Wutte und der Alpinen zu suchen sind. Ist man doch in diesen Kreisen mit den wirtschaftspolitischen Erfolgen des gegenwärtigen Kabinetts mehr als unzufrieden. Die Verhandlungen über den Zolltarif sind infolge der letzten innerpolitischcn Schwierigkeiten völlig ins Stocken geraten und an dem neuen Tarif hat doch vor allem die Alpine und die übrige steirische Schwerindustrie großes Interesse, während er für die Agrarier ziemlich bedeutungslos ist, da die wichtigsten landwirtschaftlichen Positionen durch Handelsverträge gebunden sind. Auch die Pläne Do?tor Wuttes mit der steirischen Braunkohle, die in viel größeren Mengen als bisher bei den Bundesbahnen und zur kalorischen Elektrizitätscrzeugung Verwendung finden sollten, wurden von dem gegenwärtigen Kabinett wenig gefördert. Da mag es erklärlich erscheinen, daß gerade diese großen W i r t s ch a f t s g r u p p e n sich von einem Kabinett Rintelen mehr versprechen als von Dr. Ramek. Die Erneuerung der Regierung würde sich also, voni Unterrichtsreffort ausgehend, schließlich doch auf Haupt und Glieder des Gesamtkabinetts erstrecken. band zu eriveilern. Die Zollkoalition ist der erste praktische Versuch, das bisherige starre System der nationale n Koalition durch das System wechselnder Mchrheit abzulösew Ein italienisch-llirMcher RentrMiitrvertrag. Rom, 21. Juni. Zwischen Italien und der Türkei wird noch im Laufe dieses Monats ein Freu ndsch asts- und Neutral! tätsvert rag abgeschlossen werden. Durch diesen Vertrag sollen die guten B e z i e h u n g e n zwischen Rom und Angora endgültig gefestigt und die Besorgnis der Türkei vor vermeintlichen Eroberungsabsichten Italiens in K l e i n a s i e n endgültig zerstreut werden. Abschluß eines italienisch-rumänischen Freundschastsvertrages. Rom, 21. Juni. „Radio Mzionale" kündigt den Abschluß eines Freundschaftsvertrages zwischen Rumänien und Italien an. in Stoffen. Waschwaren, Badekostümen, -Mänteln, .Hauben usw. Im Warenhaus II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail