Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-06-20 · Heft 2630 (20.6.1926) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2630 (20.6.1926)
Date
1926-06-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981717--26821-3014687
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

«Me 9 Men, K^nMj Wtem* Genug der Leiden! w^fffiSWGÖI 8CBW. GEFÜHLE "'S* SCHWfJSS— St. Rochus-Fußsalz macht einen neuen Fuss! ES genügt, wenn wir eine kleine Menge von diesem Fußsalz — welcher sich im Ausland schon seit langer Leit bewährt lmt — in ein mit warmem Wasser gefülltes Laooir geben und den schmerzenden Fuß tu bis 15 Minuten lang in demselben weichen Iahen. Wähienv dieser Zeit hör.« d-e Anschwellung der Fuß S, seine Queischung und die peinigenden, brennenden Gefühle mit einem Schlage auf. Die Schmerzen, welche durch daö Driikken der Schuhe verursacht werden, hören totort auf. Ein längeres Weichen in diesem Wasser rnmicht die Hühneraugen und die Hautverhärtungen so sehr, daß dieselben sehr leicht ohne Messer oder Rasier, messer entfernt werden können. Sie können überzeugt sein, daß das St. Rochus-Fußsalz den Fuß volllommen neu gestaltet. ES bchryt Sie von den verschieden'« Störungen der Fuße». Sie können so diel gehen, air Sie nur wollen. Sle können an einer Stelle stundenlang stehen und Sie werden nicht das geringste der Müdlgkeit verspüren. Ein grotzeS Paket Et. Rochus-Fußsalz kostet 8 1.8«. ES ist in jeder Apotheke erhältlich. Fall? Sie es nicht bekommen sollten, wenden Sie sich an das Hauptdepot: Bundesapotheke „Mariahilf“ Telephon 64-99 VI», Mariatiilferstrasse 55 Telephon 64-99 Aue Feier des Mischen Nationalfonds in Wien. Aufstellung der 10.000. Nationalfondsbüchse in Oesterreich. Donnerstag sah man seit dem Jjar-Beginn die dritte große jüdische Jugendversammlnng. Die erste galt dem Jjar selbst, dem Monat der zionistischen Selbstbestimmung. Die zweite dem herrlichen Habima-Ensemble. Diese, die dritte, der Feier anläßlich der 10.000. Nationalfondsbüchse, die in Oesterreich ausgestellt wurde. Au den Anlässen, die sie zusammenführen, erkennt man die jüdische Jugend: Zionistische Organisation, hebräische Kultur, Erlösung des jüdischen Bodens durch den jüdischen Bodenfonds. Die Olympiasäle waren gesteckt voll von den Hunderten jungen Mitarbeitern des Keren Kajemeth, deren Zahl die erschienenen Erwachsenen weit in den Schatten stellte. Sie erfüllten den Saal mit ihrer Lebendigkeit, jungjüdischem Frohmut, mit den Klängen der in den Zwischenpausen von ihnen ■ gesungenen hebräischen Lieder und mit dem Händeklatschen, . das dem Rhythmus der Lieder folgte. Kurz, mit der vom jüdischen Ideal hervorgerufenen jugendlichen Begeisterung. Die Eingänge des Nationalfonds wachsen, die 10.000. Büchse ist in Oesterreich aufgestellt — für die jüdische Jugend , Grund genug, sich zu freuen und zu, begeistern. Dr. Tartakower, dessen 'sachkundige und unermüdliche Arbeit im Dienste des Nationalfonds seinen Erfolg in ' Oesterreich verbürgt, eröffnet mit einer, schönen Begrüßungsansprache an die so zahlreich erschienenen Mitarbeiter die Feier. Ein Sprechchor aus den Reihen des Tcheleth Lawan folgt, ein Disput zwischen Vätern und Söhnen, von denen die ersteren den Maschiach zu kommen anflehen, um das Volk zu erlösen und den Tempel zu bauen, die anderen Maschiach bringen durch Arbeit an der Mutter Erde, der jüdischen Erde. Die Turnriege des Makkabi 9 bringt die jungen Kameraden im Saal zu stürnrischen Beifallskundgebungen, der „Büchsenspuck" des Blau-Weiß zu Hellem Gelächter. Aus der Vorlesung des „Pinkas", des Buches, das die Arbeit und Leistungen der um den Nationalfonds Bemühten fcsthält, erfährt man die Namen lind die stattliche Zahl der Gruppen und Einzelpersonen in Wien und der Provinz, die für den Fonds unermüdlich tätig sind und die den Wunsch Dr. Tartakower, es möge bald keine jüdische Familie gehen, die keine Nationalfondsbüchse besitzt, verwirklichen werden. Die Anerkennung der Arbeit jenes Mannes, der die Nationalfondsarbeit in Oesterreich so erfolgreich leitet, für Dr. Chaim Tartakower, konnte und durfte an diesem Abend nicht ausbleiben und sie fand ihren Ausdruck in der hebräischen^ Ansprache Dr. Rothblums und den Worten des im Namen des Zionistischen Landeskoinitees sprechenden Dr. G o l d h a m m e r. Ae Sorge für Den Sommereknkans läßt sich nicht mchr verschieben. Jetzt heißt es, die richtige Quelle zu finden und sich an Qiejenigen Firmen zu wenden, welche in der Latze sind, die Dame i nd den Herrn von der K'onkurrenzlosigkeit der Warenangebote tu Qualität, Preis und moderner Musterung zu überzeugen. Ein Weg dnrch die Taborstraße führt uns an dem populären Warenhaus Brüder S ch i s s m a n u vorbei, das sich im Laufe seines langjährigen Bestandes als ein Unternehmen ersten Ranges unter der Führung des allgemein geschätzten Fachmannes Max Schiffmann bewährt hat. Im Warenhaus Schiffmann, 2. Bez., Taborstraße 48,1 kamt auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Ver-! Mgung stehen, leinen Bedarf in Garderobe und Äusstattiu»- decken. Für das leichte Sommerkleid finden die Kundeir reichhaltigste Anslvahl in den bekannten Modestoffen wie Crepe de Chine, Crepe niarocain und den anderen leichtett Sommergeweben, die für de>r Aufenthalt auf dem Lande und inl Kurort in Betracht konlnrerr. Nicht zu vergessen ist auch das Lager in Chiffon und Leinen, fertiger Leibwäsche uns allen Modeartikeln vom einfachsten bis zum feinsten Genre. Ueberaus preiswert sind auch die Strumpf- und Wirkw a r e n. Ferner hat das Warenhaus Brüder Schiffmann eine mustergültige Kollektion von Teppichen, Vorhängen und Bettdecken tu allen Preislagen, so daß der Besuch dteser Firma sich für jcderrnann lohnend gestaltet. Sie werden gesund US der jüdischen Zn der Heimat Eulzers. Besuch in Hohenems. Von Direktor Rudolf Howiger. Wo der Arlbergcxprcß die Dornbirner Ache übersetzt, liegt an: Fuße des .Hohen Freschens im 'lieblichen. Tale die Stadt H o h e n e m s, deren GrasentitÄ als Allonge auch den österreichischen Kaisern gebührte. Sonst lernte man in der Schule, daß es eine Hohcnenffer-M'lnchner Handschrift des Nibelungenliedes gäbe, ein früher 'besuchtes, altberühmtes Schwefelbad sich im Orte befinde, und nur wenige wußten, daß in Hohenau die älteste Synagoge Oesterreichs steht itnb im 19. Jahrhundert hier ein großes jiidisches Gcmeiiidewe'stn in höher Blüte stand. Die Grafen von Hohenems, deren Schlosser Alt- und Neuems jetzt im Besitze des Grafen Waldburg-Zeii-Hohenems den schöneil Platz überragen, hatten den Juden Anfenthaltsbewillieung erteilt. Aus der nahegelegenen Schweiz, aus dem Allgäu und den: weiteren Bayern kamen teils Vertriebene, teils Unzufriedene, denen sich aus den Ortschaften Sulz, Götzis usw. Stainmesgenossen beigesellten, so daß die Gemeinde 'bald imstande war, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. Diese Synagoge steht heute noch, ist dank ihrer soliden Bauart im besten Zustand, die Deckengemälde, darstellend die Offenbarung und die Sintflut, sind in voller Farbenpracht. Der geräumige Betsaal mit erhöhter Kanzel und 20 Sitzreihen wird von 154 Kerzen beleuchtet und gäbe Raum für 300 Personen, wozu noch die Franenabteilung koncmt. Die Synagoge wurde 1773 erbaut und alles ist so sauber und ordentlich, als ob es eben jetzt vollendet worden -wäre. Das Geheimnis liegt darin, daß seit vielen Jahren die Bctstube im ersten Stock in Verwendung ist, da die Zahl der Gemeindemitglieder, Greise und Kinder inbegriffen, auf 25 Seelen herabgesunken ist und selbst die Anzahl für das Minjan nur zur Not dadurch erreicht wurde, daß ein Junge kürzlich Barmizwah feierte. Die Gemeinde steht unter dem Kultusvorstand Lander u e r, der in Lindau in Bayern ein Geschäft hat und täglich zu seiner Familie heimkehrt. ■ Ein würdiger Greis, Herr Weil, und seine rüstige Gattin, die rühmend erwähnte, daß sie aus der geachteten Kille Baden bei Zürich stammt, betreuen mit Liebe das historische Gebäude und geben den wenigen Zurückgebliebenen das schönste Vorbild treuer'Gesinnung. " ' ■ - Mat hat jedoch nur den halben Eindruck dieses erhebenden Erlebnisses, wenn man den 20 Miauten langen Weg' zum alten jüdischen Friedhof scheut, denn hier erst wird die Episode zur Symphonie. Am Saume des Gebirgsmaffivs, das scheinbar in den Himmel ragt, liegt dieser Ort des ewigen Friedens in tief 'chweigcnder Idylle. Es muß fast eine Wonne sein, sich hier auf immer von den Wirrnissen des Lebens ausruhen zu können, wozu die Vögel in allen Tonarten das Schlummerlied singen. Hunderte von Grabsteinen geben Zeugnis von der einstigen Größe der Genieinde, und die Namen G u g g e ritz e i me r, B r e t t a u e r, Reichen b ach deuten auf den Heimatsort der aus Deutschland nnd der Schweiz eingewanderten Inden. Die Brettauers find angesehene Bankiers und Großhändler geworden, weitaus bekannter aber ist 'der Ober-- kantor der Wiener Gemeinde, Prof. Sulz er, geworden, dessen Gesänge überall dort zum Himmel klingen, wo Juden beten. Seine Büste ziert das Stiegenhaus der Synagoge und selbst die stocktlerikale Genleindevertretung rechnet es sich. zur besonderen Ehre an, der Gasse, in der ihr berühmter Mitbürger gelobt hat, .den Namen Sülzergasse gegeben zu haben. Die Familie kam aus dem nahegelegenen Sulz bei Götzis. . .Die Gemeinde, die derzeit keinen Seelsorger erhalten kann, stand durch ein Menschenalter hindurch unter Obhut des bekannten Rabbiners Dr. Popper, dessen Söhne Julius und Arnold Popper angesehene Prager Rechtsanwälte waren. Mit der einheimischen Bevölkerung lebt das kleine .Häuflein Juden im besten Einvernehmen. Knapp neben der Synagoge steht die israelitische Verorgungsanstalt, gestiftet durch die Eheleute Josef und Klara R v s e n t a l im Jahre 1872. Dieser Artikel soll nicht umsonst geschrieben sein, da es vielleicht möglich wäre, eine alte jüdische Kulturstätte vor dem Untergang zu retten. Bielen, die in weiter Ferne den Existenzkampf aufnchmen, iväre hier Gelegenheit geboten, in herrlichster Gegend unter günstigsten Lebensverhältnisfen den neuen Berus zu finden nnd dem Judentum einen Dienst zu! erweisen. | Sin knltmeller Hilssverein für Mische Sin- Wanderer in Paris. Aus Paris wird uns geschrieben: Das Anwachsen det Zahl jüdischer Eiwvandercr aus Osteuropa hat verschiedene Probleme gezeitigt, die nur durch gemeinsame gesellschaftliche Arbeit gelost Sverden. Eines dieser Problenre ist die möglichst rasche Einfügung der Immigranten in das franMM Rechtsnnd Wirtschaftsgctriebe, ohne eine Elchudung der Eingcwanderten herbeizuführen. Diesem Problem dient die Bereinigung, die vor kurzem unter dem Ehrenpräsidium des Grand-Rabbins Israel Levy ins Leben gerufen wurde. Präsident der Vereinigung ist der Professor am College de France, Sylvain Levy, als Vizepräsidenten nehmen Oberst Meyer, Doktor Hertz und die Damen Justin Meyer und H a l p h c n an der Leitung der Gesellschaft teil. Zum ^Generalsekretär wurde Herr Maxime R o s e n t h a l gewählt. Die Vereinigung beschloß die Errichtung eines Rechtsschutzbureau für Immigranten, die Schaffung von Abendkursen für Kinder und Erwachsene usw. Hoffentlich wird das Präsidium der neuen Vereinigung, die sicherlich irr der Lage ist, den eingeßvanlderten Juden in dem ihnen ganz wesensfrernden Pariser Milieu unschätzbare Dienste zu erweisen, seinen Berns nicht darin eMicken, rasche Assimilatiorrsarbeit im schlechtesten Sinne zu leisten. Konrerenz der MnderheitMmmWon in Polen. Warschau, 18. Juni. Hier tagte durch einige Zeit das Komitee der Experten für die Fragen der nati analen Minderheiten in den Randstaaten. An der Konferenz nahnren die Herren Wasfilewski, Zwierzynski, Löwenherz und der Leiter des Mindecheitendeparisments tm Ministerium des Innern, Zabierzowski, teil. Den Vorsitz fi'chrtc Minister des Innern Mlodzianowski in Vertretung des Ministerpräsidenten Bartel. Fünfzig Verovdnungsvorschläge, die sich mit den kulturellen, ökonomischen und politischen Angelegenheiten der nationalen Minderheiten befassen, wurden eingehend besprochen. Diese Vorschläge könnten nach Bestätigung durch die Regierung auf Grund der vom Sejm zu beschließenden Verfassungsänderungen durch Regierungsverordnungen in Kraft treten. Eine Reihe von Vorschlägen befassen sich mit der jüdischen Frage und unter anderem auch mit der Sonn tagsruhe, die unter Berücksichtigung der jüdischen Forderung gelöst werden soll. Eilen Sie zur GMsstelle an Der Hohen Bröcke! Noch ist es Zeit, sich ein Glückslos bei. der „GlückS« stelle" zu holen. Die Ziehungen der Klassenlotterce beginnen am 22. und 24. Juni, 3 Uhr nachmittags. Die Schalter der „Glücksstelle Stein", Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße 21, cm der „Hohen Brücke", sind ununterbrochen von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends geöffnet. Telephon 61-6-45 Serie. Versand überall hin. Postkarte genügt. Man beachte das heutige Inserat. _ _ Austritte aus Dem gndentnm. T a u l s i g Anna, geb. 6. Juni 1904, Wien, 2. Bez., Malzkaffe 14 Schlechter Margarete geb. Jellinek, geb.!. Oktober 1905, Wien, Private. 15. Bez., Tautenhahngaffe 14. Leib Salo. geb. 27. Juni 1891, Wien. 9. Bez, Porzellan-- lasse 30. Pilz Josef, geb. 18. Februar 1896, - Wien, 9. Bez., Seragasse 11. Mittler Ignaz, geb. 3. Oktober 1901, Wien,!0. Bez, Othmargasse 40. Deutsch Alexander, geb. 13. Sepember 1923, Wien, 2. Bez., Große Stadtgutgaffe 22. K r a t k y ltosalie geb. Perl. geb. 17. Oktober 1885, Wien, 2. Bez., ächüttelstraße 15 a. Mendel Erich Walter, geb. 16. Februar 1890, Wien. 5. Bez.. FranzenSgasse 12. Weinstein iola. geb. 6. Avril 1896, Pilsen. 5. Bez.. Grohgasse 6. Srandner Artnr. geb. 24. April 1910, PizemySl, 6. Bez., scmdwirtgasse 17. Spitzer Adolf, geb. 6. August 1880, Lien, 17. Bez-, Lobenhauerngasse 39 und dessen Gattin Hilda eb. Winik. Heiden selb Stella, geb. 16. September 1905, krakau, 7. Bez.. Zteglergasse 6. G l ü ck Josef, geb. 2. Deember 1868, Wien, 7. Bez., Neustiftgasse 7. Urbach Max, eb. 24. Juli 1881, Wien. Verteidiger, 15. Bez-, Plunkergasse 14. schwarz Leopold, geb. 23. August 1899, Wen, 16. Bez., jöchbauergaffe 4. S e g e l Theresia geb. That, geb. 8. Dezernber 903, Wien, 2. Bez., Mühlfeldgaffe 6. F e i n Egon, geb. 7. Oksber 1905. Wien. 2. Bez.. Große Sperlgaffe 31. Bo mb ach llois, geb. 12. Juli 1882, Wien, 18. Bez., Schulaaffe 61. ) ondy Grete, geb. 26. Februar 1907, Pisek. 4. Bez-, Wiedener öürtel 26. Wessely Egon, geb. 16. März 1890, Brünn, 5. Bez, Sechshanserstraße 12. Kreuezer Moritz (Mayer), ob. 17. Februar 1868, Zala-Szentgrot. 2. Bez., Ferdtnandraße 13. Kreuezer Minna geb. Hirschler. geb. 24. Juni 862, Zala-Szentgrot. 2. Bez., Ferotnandstraße 13. B a r d a ch iranziska Stephanie geb. Neioulek, geb. 16. Ncwember isss Vien, Mödling. H o r o w i tz Jemrette, geb. 7. August isa« ~ eit,J>. Bez-, HirschenZasse 1. S t r a n sr Btttor, gch. 89. Mx/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.